Liebeskolumne Der Feind in meinem Bett
Jede Woche beantwortet der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer eine große Frage der Liebe. Diesmal: Liebt er den Blackberry mehr als mich?

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Die Frage: Karla hat Johannvor wenigen Jahren kennengelernt. Er ist ehrgeizig und gut in seinem Job in einer Agentur. Die beiden sind zusammengezogen. Was Karla nicht bedacht hatte, ist, dass sie auch mit Johanns Blackberry zusammengezogen ist. Ständig kündet das Gerät von neuer Post, und ständig schaut Johann nach und antwortet sofort. Auch wenn die beiden gerade zusammen essen, ausgehen – sogar, wenn sie im Bett liegen. Wenn er nicht mit dem Gerät beschäftigt ist, guckt er entweder fern oder liest Zeitungen. Ständig ist er dabei, sich mit Nachrichten zu berieseln. Johann merkt, wie seine Freundin das stört, und meint, sie solle Verständnis für seinen Job haben. Karla sieht das anders. Sie glaubt: »Du beschäftigst dich mit all diesen Nachrichten und E-Mails, um dich nicht mit unserer Beziehung beschäftigen zu müssen.«
Wolfgang Schmidbauer antwortet: Ich kenne gute Beziehungen, in denen es üblich ist, dass beide abends vor getrennten Fernsehern sitzen, sie wie er mit einem Sandwich und einem Glas Wein. Um miteinander auszukommen, muss man sich liebevoll loslassen können und gerne besuchen. Es gibt nichts Anstrengenderes, als ständig das Ein und Alles zu sein. Aber da Johann nicht hellhörig wird, wenn seine Karla ein Notsignal sendet, hat sie vielleicht damit recht, dass er sich mit aller Welt vernetzt, um nicht mit ihr reden zu müssen. Dann könnte der Blackberry und der Nachrichtenkanal die Tarnung für eine heimliche Liebschaft oder für ein nicht eingestandenes Desinteresse an Karla sein. Als Johann noch um seine Freundin werben musste, hat er es ja auch geschafft, den Blackberry abzuschalten.
Wolfgang Schmidbauer, 67, ist einer der bekanntesten deutschen Paartherapeuten, von ihm erschien u.a. "Das Mobbing in der Liebe", Gütersloher Verlagshaus
Haben Sie auch eine "große Frage der Liebe"? Schicken Sie eine E-Mail an liebeskolumne@zeit.de .
- Datum 13.12.2008 - 16:04 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 11.12.2008 Nr. 51
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liebe Karla,wünsch dir vom Weihnachtsmann ein Blackberry und schon sind zwei Fliegen mit einer Klappe...usw.bla
so kannst du Johann täglich aufs neue erobern,ihr könnt euch zum gemeinsamen schlafen verabreden und im Bett weiterkommunizieren,es kommt auch keine Langeweile auf
gibt doch nichts aufregenderes als eine Message via Blackberry
in Zeiten wie diesen
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