Joachim Latacz, 1934 geboren, machte 1953 sein Abitur an der Latina der Franckeschen Stiftungen in Halle an der Saale. Bis zu seiner Emeritierung 2002 hatte er den Lehrstuhl für Griechische Philologie in Basel inne. Seit 1995 gibt er das Monumentalwerk des neuen Ilias-Kommentars heraus. Mit dem Troja-Ausgräber Manfred Korfmann organisierte er die große Troja-Ausstellung, die in den Jahren 2001/02 von 850000 Menschen besucht wurde. Derzeit ist er wissenschaftlicher Leiter der Homer-Ausstellung, die in Mannheim zu sehen ist.Latacz gilt als einer der besten Kenner des antiken Dichters. Für ihn geht die Ilias auf ein reales historisches Ereignis zurück, einen bronzezeitlichen Angriff der Griechen auf das an den Dardanellen gelegene Troja. Durch mündliche Überlieferung sei die Kunde davon zu Homer gekommen. Als Experte begleitete Latacz zunächst die aktuelle Ilias-Übersetzung von Raoul Schrott, kündigte aber dann die Zusammenarbeit auf. Heute ist er dessen vehementester Kritiker. Schrotts These, Homer sei ein assyrischer Schreiber gewesen, hält Latacz für baren Unsinn.
- Datum 11.12.2008 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 11.12.2008 Nr. 51
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