Russland Nichts als Strafen
Wer in Russland ein faires Gerichtsverfahren verlangt, wartet vergeblich, wie der Fall Politkowskaja zeigt
Moskau - Durch den Gerichtseingang kommt man am ehesten mit Gewalt. Im engen Gang zum Saal 3 schieben sich Staatsanwälte, Geschworene, Rechtsanwälte und Gerichtsdiener mit Teekochern aus ihren Amtsstuben aneinander vorbei. Im überhitzten Gerichtssaal, der gut 50 Quadratmeter misst, quetschen sich fast 60 Menschen auf die Bänke. Hier, in der stickigen Wohnküche der russischen Gerichtsbarkeit, findet einer der bedeutendsten Prozesse des Landes statt: Der Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja wird verhandelt, die am 7. Oktober 2006 mit fünf Kugeln im Fahrstuhl ihres Mietshauses erschossen wurde. Der Prozess ist ein Testfall – auch für den obersten Juristen des Landes, Präsident Dmitrij Medwedjew, der mit dem Versprechen antrat, der Justiz zu mehr Unabhängigkeit zu verhelfen.
Wird die Moskauer Justiz den Mord an Politkowskaja überzeugend klären, die unermüdlich Russlands Verbrechen in Tschetschenien beschrieb und mit ihrer Kritik am früheren Präsidenten Wladimir Putin den Staat herausforderte? Bisher sieht es nicht danach aus. Vor Gericht stehen nur drei mutmaßliche Mittäter; derjenige, der geschossen haben soll, ist längst ins Ausland geflohen. Und der Prozess begann mit einem Skandal: Der Richter erklärte die Verhandlung für geheim; vorgeblich auf Wunsch der Geschworenen. Die aber dementierten umgehend. Es war der bisher deutlichste Protest eines Geschworenenkollegiums gegen richterliche Manipulation. Der Prozess wurde wieder geöffnet. Aber gerade mal zehn Journalisten finden im Saal Platz.
Der Politkowskaja-Prozess zeigt, wie unzugänglich und fragwürdig das russische Gerichtswesen bis heute ist. Die Enge ist spätestens seit dem Prozess gegen den Ölmilliardär Michail Chodorkowskij zum Wahrzeichen des Rechtssystems geworden. Anwälte, Richter und Beobachter fühlen sich darin ganz im Sinne eines autoritären Staates eingezwängt. »Zu große Offenheit ist unerwünscht«, sagt der frühere Richter Sergej Paschin. »Große Prozesse werden in kleinen Räumen durchgeführt, damit kaum Außenstehende hinzukommen.« Sie könnten Fehler des Richters oder die Schwäche der Beweise bemerken. Beim Mordprozess gegen den früheren Sicherheitschef des Ölkonzerns Yukos war die Öffentlichkeit wegen 60 geheimer Seiten aus der 7000-seitigen Anklageschrift ganz ausgeschlossen worden.
Willige Richter bekommen ein Auto von der Innenbehörde als Geschenk
Russlands Rechtssystem, sagen Kritiker, entwickele sich in sowjetische Zeiten zurück. Die letzte Justizreform 2002 unter Putin brachte viele Rückschritte. Sie sollte vor allem den Einfluss der regionalen Machthaber mindern, um die Richter in die Kreml-Vertikale einzugliedern. Heute ernennt der Präsident die Gerichtsvorsitzenden und die meisten der Richter landesweit. Moskau sorgt für ihre finanzielle Ausstattung. Ein Richter auf Landkreisebene verdient etwa 2000 Euro, in Moskau gut 3000 Euro. Hinzu kommen Belohnungen wie eine Dienstwohnung oder Sanatoriumsaufenthalte. Der Druck regionaler Machthaber, die früher unliebsamen Richtern schon mal die Auszahlung des Gehalts oder das Papier für den Kopierer verweigern konnten, ist höchstens noch in der Provinz anzutreffen.
Der korrumpierende Kontakt mit der Staatsmacht geschieht heute freiwillig und selten ohne Eigennutz. »Eine typische Vergünstigung für regionale Richter ist der Zugang zur besten Poliklinik oder ein Auto als Geschenk von der Innenbehörde«, erzählt Paschin.
Viele russische Richter bleiben dennoch ehrlich. Ihren schlechten Ruf verdanken sie oft Rechtsanwälten, die von ihren Mandanten Geld für die angebliche Bestechung des Richters einfordern und es in die eigene Tasche stecken. Wenn der Fall verloren geht, behaupten sie, die andere Seite habe noch mehr gezahlt.
Unabhängigen Richtern macht es oft der Gerichtsvorsitzende schwer. Er verteilt die Fälle und bestimmt die Jahresprämien. Er kann Kollegen ablösen und unerwünschten Richtern so viele Fälle zuteilen, dass sie wegen Überforderung Fristen versäumen. Das macht sie jederzeit angreifbar. »Einige Richter sind allein wegen der Kritik an ihrem Vorsitzenden entlassen worden«, erzählt Paschin.
Selbst unter Stalin war die Zahl der Freisprüche höher als heute
Alexander Melikow ist vor vier Jahren den »Säuberungen« an Moskauer Gerichten zum Opfer gefallen. Man warf ihm »merkwürdige Milde« in seinen Urteilen vor. »Es gab die interne Vorschrift, Bürger ehemaliger Sowjetrepubliken niemals auf Bewährung zu verurteilen«, erzählt Melikow. »Aber ich kann doch nicht eine härtere Strafe ansetzen, weil jemand Ausländer ist! Das widerspricht der Gleichheit vor dem Gesetz.« Melikow kämpft bis heute vor dem Obersten Gerichtshof um seine Rehabilitierung – mit schlechten Aussichten. »Der Sohn eines der Richter, die meine Beschwerden begutachten, arbeitet heute auf meinem früheren Posten«, erzählt er.
Russischen Richtern geht es weniger um das Schlichten eines Streitfalls als um das Strafen. Im vergangenen Jahr lag die Freispruchquote bei 0,9 Prozent, selbst unter Stalin war sie lange Zeit höher, in westeuropäischen Ländern liegt sie im Normalfall bei 10 bis 15 Prozent. Die Richter sehen sich gemeinsam mit den Staatsanwälten als Kämpfer an der Verbrechensfront. Da gilt es, Gefangene zu machen. 90 Prozent aller Minderjährigen in Untersuchungsgefängnissen stehen unter dem Verdacht kleiner Straftaten wie dem Diebstahl von Mobiltelefonen.
Wenn Melikow nach Erklärungen für das rigide Strafen sucht, ist »Mentalität« sein Schlüsselwort. Für viele Richter habe in sowjetischer Tradition der Staat immer recht. Die Justiz sehe sich als sein Erfüllungsgehilfe. Das Gesetz begreifen sie als Instrument in der Hand des Herrschenden. Das spiegelt sich in der juristischen Ausbildung wider. »Neue Richter kommen aus der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder den Gerichtssekretariaten. Der Rechtsanwalt dagegen ist das Stiefkind des Rechtswesens. Er gilt als freiheitsliebend und wenig lenkbar. Deshalb werden in Russland viel weniger Anwälte in den Richterstand zugelassen als anderswo.«
Hoffnungen legen die Anwälte vor allem auf die Geschworenen. »Vor Gericht ist es uns praktisch unmöglich, die Unschuld unserer Mandanten zu belegen, selbst wenn es keine Schuldbeweise gibt«, sagt die Anwältin Anna Stawizkaja. »Nur wenn Menschen entscheiden, die nicht mit der Gerichtshierarchie oder den Machtstrukturen verbunden sind, ist das Gleichheitsgebot gewahrt.« Tatsächlich sprechen Geschworene in Russland 26 Mal häufiger frei als Einzelrichter. Doch die nächsthöhere Instanz hebt die Freisprüche oftmals wieder auf. Zudem stellt man Geschworene oft nach dem Kriterium ihrer Beeinflussbarkeit zusammen. Als die Geschworenen im Politkowskaja-Prozess sich gegen die Behauptungen des Richters wehrten, fürchteten einige Beobachter, man werde als Nächstes das Geschworenenkollegium auflösen.
Für viele Anklagen dürften solche Manipulationen bald nicht mehr nötig sein: Die Kreml-Partei Einiges Russland hat in der vergangenen Woche einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Geschworenenverfahren für Delikte wie Landesverrat, Spionage, Terrorismus und gewaltsame Machtergreifung abschafft.
- Datum 04.08.2009 - 10:56 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 11.12.2008 Nr. 51
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mag ja durchaus begründet sein, und in dessen „Fänge“ möchte ich auch nicht unbedingt geraten.
Dennoch lässt der Artikel vieles offen, und ich finde ihn in seiner Darstellung auch sehr einseitig, zumal es nämlich auch andere Versionen gibt.
Zunächst:
Die ZEIT selbst hat noch im letzten Jahr den Chefredakteur der Zeitung, bei der Politkowskaja tätig war, mit den Worten zitiert, dass „die Ermittlungsergebnisse "absolut überzeugend und professionell" seien.
Auch russische Nachrichtenagenturen berichten zu einzelnen Punkten der hier im Beitrag gemachten Darstellung sehr unterschiedlich.
Im Fall Politkowskaja war es die Generalstaatsanwaltschaft, also der staatliche Anklagevertreter selbst, welche den Richter wegen angeblicher Voreingenommenheit ablehnte.
Laut russischen Zeitungen sitzen auch nicht 3, sondern 4 Angeklagte auf der Bank, derzeit soll ein russischer Politiker als Drahtzieher (lt. Anklagevertreter) gelten.
RIA Novosti berichtet zudem, dass sich die Geschworenen geweigert haben sollen (vermutlich aus Angst vor Racheakten) den Gerichtssaal im Beisein der Presse zu betreten.
Es war auch nicht der Richter, welcher den Ausschluss der Presse forderte, sondern vielmehr die Anklagevertretung selbst.
Der Richter wies nur daraufhin, das – sollten die Geschworenen unter Druck gesetzt werden- es zum Ausschluss von Presse und Öffentlichkeit kommt.
Zum ewigen Chodorkowskij – Mythos hier ein Artikel von dem Publizisten Ulrich Kreuzenbeck , der etwas besser hinter die Kulissen leuchtet.
Und über den Satz:
"Russischen Richtern geht es weniger um das Schlichten eines Streitfalls als um das Strafen."
muss ich mich allerdings mehr als nur "wundern".
Selbst in China mit weit über einer Milliarde Einwohner gibt es lt. Süddeutscher Zeitung weniger Strafgefangene (1,5 Mio.) als in den USA (2,2 Mio., Tendenz steigend) , in Russland sind es 885.000.
Und was den letzten Absatz des Beitrages betrifft:
„Für viele Anklagen dürften solche Manipulationen bald nicht mehr nötig sein: Die Kreml-Partei Einiges Russland hat in der vergangenen Woche einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Geschworenenverfahren für Delikte wie Landesverrat, Spionage, Terrorismus und gewaltsame Machtergreifung abschafft.“
komme ich nun aus dem Wundern gar nicht mehr raus:
Denn wie soll man dann dieses bewerten? (Beitrag der FH Ulm)
Ein bisschen mehr Objektivität und weniger gebürstete Ideologie scheinen manchmal angebrachter.
In den USA gibt´s eine Gefängnisindustrie. Besonders beim "Terminator" Schwarzenegger boomt sie.
[...]
(http://www.nzzfolio.ch/ww...)
Da gilt es für Russland einen beträchtlichen Rückstand aufzuholen. Wackenhut Corrections Corporation (WCC) gibt bestimmt gern Entwicklungshilfe. Auch bei der Rechtsprechung.
[Gekürzt, bitte verzichten Sie auf das Kopieren fremder Texte. Danke. /Die Redaktion pt.]
Leider wieder nur die übliche Hetze und Propaganda. Danke für den Link zum Khodorkovskij-Artikel. Für die, denen das Anklicken zu mühsam war, hier die Perle:
"Chrystia Freeland, Vize-Herausgeberin der Financial Times schrieb in ihrer Zeitung nach der Verhaftung von Khodorkowskij über dessen Eigenschaften als Geschäftsmann: ”Khodorkowskij zeigte eine Aggresivität und Rafiniertheit, die selbst jene Geschäftsleute in Moskau in Erstaunen versetzte, die sich normalerweise durch nichts überraschen lassen. Minoritätsaktionäre wurden mit massiver Ausdünnung ihrer Werte bedroht. Ein komplexes Netz von mysteriösen Offshore-Gesellschaften wurde kreiert. Technische und physische „Straßensperren“ wurden errichtet, um zu verhindern, daß Investoren mit abweichender Meinung auf wichtigen Aktionärsversammlungen ihre Stimme abgeben konnten“."
Wer unter Jelzin Oligarch wurde, hat dies nicht durch ehrbaren Handel oder gar Arbeit geschafft. Es wurde betrogen, eingeschüchtert und gemordet. Den Ober-Gangsta Khodorkovskij als Opfer der Justiz hinzustellen, ist bestenfalls journalistische Schlamperei, schlimmstenfalls aber gezielte Desinformation - wie immer in der ZEIT, wenn's um Rußland geht.
In den USA gibt´s eine Gefängnisindustrie. Besonders beim "Terminator" Schwarzenegger boomt sie.
[...]
(http://www.nzzfolio.ch/ww...)
Da gilt es für Russland einen beträchtlichen Rückstand aufzuholen. Wackenhut Corrections Corporation (WCC) gibt bestimmt gern Entwicklungshilfe. Auch bei der Rechtsprechung.
[Gekürzt, bitte verzichten Sie auf das Kopieren fremder Texte. Danke. /Die Redaktion pt.]
Leider wieder nur die übliche Hetze und Propaganda. Danke für den Link zum Khodorkovskij-Artikel. Für die, denen das Anklicken zu mühsam war, hier die Perle:
"Chrystia Freeland, Vize-Herausgeberin der Financial Times schrieb in ihrer Zeitung nach der Verhaftung von Khodorkowskij über dessen Eigenschaften als Geschäftsmann: ”Khodorkowskij zeigte eine Aggresivität und Rafiniertheit, die selbst jene Geschäftsleute in Moskau in Erstaunen versetzte, die sich normalerweise durch nichts überraschen lassen. Minoritätsaktionäre wurden mit massiver Ausdünnung ihrer Werte bedroht. Ein komplexes Netz von mysteriösen Offshore-Gesellschaften wurde kreiert. Technische und physische „Straßensperren“ wurden errichtet, um zu verhindern, daß Investoren mit abweichender Meinung auf wichtigen Aktionärsversammlungen ihre Stimme abgeben konnten“."
Wer unter Jelzin Oligarch wurde, hat dies nicht durch ehrbaren Handel oder gar Arbeit geschafft. Es wurde betrogen, eingeschüchtert und gemordet. Den Ober-Gangsta Khodorkovskij als Opfer der Justiz hinzustellen, ist bestenfalls journalistische Schlamperei, schlimmstenfalls aber gezielte Desinformation - wie immer in der ZEIT, wenn's um Rußland geht.
In den USA gibt´s eine Gefängnisindustrie. Besonders beim "Terminator" Schwarzenegger boomt sie.
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[Gekürzt, bitte verzichten Sie auf das Kopieren fremder Texte. Danke. /Die Redaktion pt.]
[Entfernt, bitte missbrauchen Sie nicht Ihr Gastrecht im Forum der ZEIT./ Redaktion; svb]
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Auch ich bin sehr gespannt, ob der oberste russische Richter ein faires Verfahren durchführen wird. Leicht wird er es nicht haben, wenn er sich mit den Reichen und Mächtigen anlegen muss. Aber das ist in Rußland nicht anders wie in Amerika, Deutschland und anderen Staaten. Unsere Kanzlerin fährt bis China um sich für die Menschenrechte einzusetzen. Doch was ist mit Deutschland? Wenn in Deutschland ein Richter ein Verhandlungsprotokoll fälscht und ein Justizminister von dieser Straftat Kenntnis nimmt und sich für die Nichtaufklärung einsetzt, dann ist das wohl nicht mehr an Menschenrechtsverletzung zu überbieten. Höchstens noch in dem der Staatsminister noch selbst das gefälschte Gerichtsprotokoll gegenüber dem Parlament und somit der Öffentlichkeit für richtig erklärt. Wenn sich jemand wider Erwarten für die Aufklärung einsetzen will, dann kann er/sie auf "http://www.direktzu.de/blechinger/messages/18453"
schauen und mit abstimmen.
Für mich und viele andere gibt es keine größere Menschenrechtsverletzung als wenn ein Richter ein Gerichtsprotokoll fälscht und der zuständige Justizminister diese Fälschung für richtig bescheidet!!!
Aus Mitleid für Chodorchowski konnte ich monatelang nachts nicht schlafen.
Die Frage müsste beantwortet werden - wenn nämlich in Russland viele Fälle gar nicht erst verfolgt werden, dann zeigt die hohe Rate an Verurteilungen das nur dann eine Verfolgung stattfindet wenn es auch einen Grund gibt.
[Entfernt, bitte missbrauchen Sie nicht Ihr Gastrecht im Forum der ZEIT./ Redaktion; svb]
Schon wieder Zuschriften pseudoliberaler Salonmoralisierer.
Wenn "nämlich in Russland viele Fälle gar nicht erst verfolgt werden, dann zeigt die hohe Rate an Verurteilungen das nur dann eine Verfolgung stattfindet wenn es auch einen Grund gibt" (Nr. 5) oder deutsche Justiz mit russischer oder US-amerikanischer gleichgesetzt wird (Nr. 3) - dann zeugt das nur von überragender Naivität auf Grundlage unbefleckter Unkenntnis.
Da hilft tatsächlich nur 'Geh doch nach Drüben!' aus den nicht seligen Zeiten des Kalten Krieges. Am besten am eigenen Leib erfahren, was es heißt, wenn die russische Justiz tatsächlich nur Fälle verfolgt, die sie verfolgen will! Ganz zu schweigen von den Abschlüssen der Verfahren!
Wenn Russland so ein toller Staat ist - dann muss man euphorisch dorthin ziehen! Gleiches für USA etc.!
Jedoch: Keine Rechtsbeugung und -brechung in Deutschland darf durch Verweis auf schlechtere Verhältnisse in anderen Ländern entschuldigt werden. Dies muss geahndet werden - selbstverständlich!
dass sich die Einstellung in Russland zum Gesetz fundamental von der im Westen unterscheidet.
In westlicher Tradition ist der oberste Herrscher das Gesetz. Diesem sind auch jene, die die Macht im Staat ausüben unterworfen. Das Verständnis im Osten ist: wer die Macht hat, ist das Gesetz bzw. er steht über den Gesetzen. Im allgemeinen ist man immer wieder erschüttert, wie wenig Vollzugsbeamte in Russland über die Gesetze bescheid wissen. Für ihre Arbeit müssen sie diese nicht kennen und diejenigen, die sie kennen übernehmen noch nicht einmal den Versuch, diese den Vollzugsorganenen näherzubringen.
Die Passage: " Für viele Richter habe in sowjetischer Tradition der Staat immer recht. Die Justiz sehe sich als sein Erfüllungsgehilfe. Das Gesetz begreifen sie als Instrument in der Hand des Herrschenden" belegt dies recht eindrücklich einmal mehr.
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