Das kalte Jahrzehnt
Heinz Bude
Karen Heumann
Ayaan Hirsi Ali
Cathy Horyn
Maybrit Illner
Boris Johnson
Alexander Kluge
Karl Lagerfeld
Louis Lewitan
Ursula von der Leyen
Gerd Harry Lybke
Josephine Meckseper
Christian Pross
Tim Renner
Patricia Riekel
Christiane zu Salm
Hans Joachim Schellnhuber
Wolfgang Schmidbauer
Gesine Schwan
Wolfram Siebeck
Peter Sloterdijk
Jutta Sundermann
Michael Thalheimer
Günter Wallraff
Kanye West
Kurt Westergaard
Feridun Zaimoglu
Jochen Zeitz
Was wird uns von diesen Jahren in Erinnerung bleiben? 28 Zeitgenossen geben erste Antworten
Michel Houellebecq
»Michel Houellebecq hat die Probleme des Jahrzehnts vorausgeahnt. Sprachlich brillant, moralisch verwerflich, beschreibt er die Auswüchse der Marktwirtschaft: Verkorkste menschliche Beziehungen, globale Umwälzungen, das Schmelzen der Polkappen«
Josephine Meckseper, 44, lebt in New York. Als Künstlerin wurde sie in diesem Jahrzehnt bekannt durch ihre ironischen kapitalismuskritischen Werke. Der Schriftsteller Houellebecq (links) machte schon 2001 Sextourismus und Islamismus in seinem Roman »Plattform« zum ThemaKarl Lagerfeld, 75, Chefdesigner bei Chanel, ist der bekannteste Modeschöpfer der Welt. Im November 2004 erregte er durch seine Zusammenarbeit mit Hennes & Mauritz (H&M) Aufsehen (ihn beeindruckte das Nationalstadion von Peking, siehe vorherige Seite)
Das Nationalstadion in Peking
»Der Wandel der Zeit drückt sich in der Architektur aus. Architekten wie Herzog & de Meuron haben die Post-Bauhaus-Ära überlebt. Ihre Gebäude wirken wie Skulpturen«
Normalgewichtige Models
»Die Werbekampagne für die Pflegeprodukte von Dove war ein Meilenstein. Sie stemmt sich gegen das Schönheitsdiktat der Supermodels«
Josef Ackermann
»Das Victory-Zeichen von Josef Ackermann im Jahr 2004 steht für mich für die Unverschämtheit der Banker, für den ganzen legalen Finanzschwindel dieses Jahrzehnts«
Feridun Zaimoglu, 45, ist Deutschlands bekanntester Schriftsteller türkischer Abstammung. 2006 nahm er an der ersten Islamkonferenz der Bundesregierung teilKaren Heumann, 43, von der Agentur Jung von Matt ist eine der erfolgreichsten Frauen der Werbebranche
Der iPod
»Dieses Jahrzehnt wird nicht mit Musik, sondern mit Technik Geschichte schreiben. Durch die Digitalisierung wurde die Musikproduktion billiger und einfacher, ebenso der Konsum – dank des iPods. Das hat die Musikindustrie bis ins Mark erschüttert«
Tim Renner, 44, war bis 2004 Vorstandsvorsitzender von Universal Music Deutschland. Wie kein anderer hat er sich seitdem mit den Umwälzungen der Musikindustrie beschäftigt, unter anderem in seinem Buch »Der Tod ist gar nicht so schlimm«
Guantánamo
»In Guantánamo hat man psychologische Foltertechniken perfektioniert«
Christian Pross, 60, ist Arzt und Mitbegründer des Berliner Behandlungszentrums für Folteropfer
Das Handy
»Am Ende des Jahrzehnts ist das Handy nicht nur das entscheidende Kommunikationsmittel, sondern auch Wecker, Börsenbarometer, Landkarte, Adressbuch, Stereoanlage. Und bald wahrscheinlich auch noch: Das Fernsehen«
Christiane zu Salm, 42, war Geschäftsführerin bei den Sendern MTV und 9Live und zuletzt Vorstandsmitglied bei Burda. Sie ist eine der führenden deutschen MedienmanagerinnenDas Nationalstadion in Peking von Jacques Herzog und Pierre de Meuron, fertiggestellt 2008 für die Olympischen Spiele, verkörpert den Wandel der Architektur – und die neue Macht ChinasKanye West, 31, einer der erfolgreichsten amerikanischen Popmusiker der letzten Jahre, verzichtet in seinen Texten auf Gewalt- und Sexfantasien und steht damit für einen Wandel in der Hip-Hop-Szene. 2005 wurde er zehnmal für den Grammy nominiert. Der Hurrikan Katrina gilt als eine der schlimmsten Folgen der Klimakatastrophe
Hurrikan Katrina
»Wir erlebten kummervolle Jahre: Den 11. September, den Irakkrieg, den Hurrikan Katrina«
Foto vorige Seite Andri Pol ––– Fotos diese Seite Ted Soqui/Corbis; Michael Appleton ZEITmagazin ZEIT magazin Fotos––– Dove/Unilever Deutschland GmbH;Oliver Berg/dpa ZEIT magazin Fotos––– Steve Webel;Paolo Pellegrin/Magnum ZEIT magazin Foto––– Armin Smailovic/Ostkreuz
- Datum 11.12.2008 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 11.12.2008 Nr. 51
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