Wir machen uns noch gar keine Vorstellung davon, welche Veränderungen uns erwarten. In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird die nächste Milliarde ans Internet andocken: Menschen aus Indien, China, Südamerika und Afrika. Immer mehr werden weltweit ihre Stimme erheben. Die Preise für Kommunikation werden weiter sinken, viele werden öfter ein Handy in der Hand halten als eine warme Mahlzeit.

Je rasanter der digitale Fortschritt, umso schwieriger wird es, Zensur im Internet auszuüben. Das werden auch autoritäre Regime wie in China merken.

Neue Technologien werden die Medizin weiter verändern. Die neuesten Herzschrittmacher können schon jetzt eigenständig Signale an die Ambulanz senden, noch bevor der Patient merkt, dass er gleich umkippen wird. Ich stelle mir einen Chip vor, der implantiert wird, um alle möglichen Warnsignale direkt an uns weiterzugeben: Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Überzucker. Einmal pro Woche würde er uns zusätzlich per Mail mahnen: "Ihre Herz- und Blutwerte waren diese Woche in Ordnung, aber Sie haben Ihre Übungen vergessen!"

Auch die Bildung wird revolutioniert. Wie wir in Zukunft lernen werden, eröffnet ein riesiges Feld für Neurologen, Psychologen, Webdesigner und Computerspielhersteller.

Frontalunterricht durch Lehrer, die Stoffe nach vorgeschriebenen Plänen in die Hirne unserer Kinder hämmern, hat mit der Art, wie junge Menschen heute lernen, nichts mehr zu tun. Sie werden die Welt zunehmend selbst entdecken und dabei ihren eigenen Interessen folgen. Die Sprachlabore unserer Kindheit – Schnee von vorgestern. Ich glaube, dass wir in spätestens 20 Jahren mithilfe moderner Computerprogramme jede Sprache dieser Welt rasend schnell lernen können.

Prüfungen wird es immer geben, aber die Lehre an den Universitäten wird sich wandeln. Professoren werden zu Mentoren, die die Entwicklung ihrer Studenten begleiten. Unsere Wissensvermittlung wird kundenorientierter werden. Zum Glück.

Meine siebenjährige Tochter Kira wird von uns zu Hause unterrichtet. Das war bei mir auch schon so: Meine Mutter war meine Lehrerin, bis ich 13 wurde. Kira liest im Moment alles über Genetik, was sie im Netz finden kann. Sie träumt davon, neue Tiere zu erschaffen. Und mit Flash-Programmen erfindet sie ihre eigenen Computerspiele.