Pünktlich zum 60. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte fordert der Hamburger Unternehmer Georg Winter, die Charta um eine Erklärung der Rechte der Natur zu ergänzen. »Wer aufgrund der Umweltzerstörung kein Trinkwasser mehr hat, kann mit dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit allein nichts anfangen«, sagt Winter. Der 66-Jährige ist als Mittler zwischen Ökonomie und Ökologie sehr bekannt. Bis vor gut zwölf Jahren leitete er gemeinsam mit seinem Bruder die Geschicke des weltweit tätigen Familienunternehmens Ernst Winter und Sohn in Norderstedt bei Hamburg und verfasste nebenbei ein sogar ins Chinesische übersetztes Standardwerk über umweltbewusste Unternehmensführung. Unter anderem dafür wurde er 1995 mit dem hoch dotierten Preis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ausgezeichnet.

Allerdings trieb ihn schon damals die Frage um, wie er sein Engagement für die Natur noch steigern könnte. Das tat er, indem er in Hamburg das Haus der Zukunft gründete, das er als »Kompetenzzentrum an der Nahtstelle zwischen Wirtschaft und Umwelt« bezeichnet. Letztlich treibt Winter die Vision, den Staat zu einem umweltorientierten Unternehmen zu machen. Verbriefte Rechte der Natur wären ein Schritt in diese Richtung. Ein Vorbild gibt es schon: Als erste Nation hat kürzlich der Andenstaat Ecuador die Rechte der Natur in der Verfassung festgeschrieben. (VO)