Gesellschaft

Alltag in der Krise

Die Welt ist aus den Fugen, aber wir trinken Glühwein. Wie geht das zusammen? Eine Inspektion unseres Epochengefühls

Aus, vorbei, alles zu spät. Der Eisschwund im Nordmeer, so meldeten Geowissenschaftler dieser Tage, ist nicht mehr rückgängig zu machen, und wenn kein Wunder geschehe, dann verwandele sich das Eismeer in eine warme Brühe. Erstaunlich nur: Die Katastrophenmeldung vom Wärmeschock im Arktischen Ozean verschwand ebenso schnell aus den Schlagzeilen, wie sie hineingeraten war. Andere Weltnachrichten überlebten deutlich länger. Zum Beispiel die neue Eiszeit zwischen Boris Becker und seiner entflohenen Verlobten. Oder noch ein Dauerbrenner: Die glücklich abgeschmolzenen Pfunde der Sängerin Mariah Carey.

Oder dies: ZDF und RTL veranstalten einen Rückblick auf 2008, einen Flach-Tauchgang in das Ereignismeer des ablaufenden Jahres. Gewiss, auch vom Untergang der Wall Street war die Rede, sogar von der globalen Rezession. Doch der Ruin des Finanzkapitalismus schrumpfte zum Randereignis, zum Pflichtprogramm einer smartiesbunten Banalitätenrevue. Es ist Krise. Welche Krise?

Der aufreizende Gleichmut, mit dem die »Kapitalverbrechen« des Finanzsystems (Spiegel) zu den Akten genommen werden, ist keine Spezialität von ZDFRTL, er ist typisch. Überall in der Gesellschaft herrscht informierte Apathie und unheimliche Gelassenheit, und der Glühweinverkauf auf Weihnachtsmärkten zeigt eine erfreuliche Tendenz: Es geht aufwärts. Gestern noch zeigte die Öffentlichkeit ihren treuen Alarmisten bei jeder Wortmeldung die Rote Karte; heute, wo die Realität selbst Alarm schlägt, trainiert sie ihre seelische Festigkeit im Erdulden schlimmer Nachrichten. Wir erleben, so gab der Sozialpsychologe Harald Welzer in der FAS mit fasziniertem Schaudern zu Protokoll, eine »Epochenwende«, eine tiefe Zäsur, während gleichzeitig das Leben seinen gewohnten Gang gehe. »Die Autos fahren, Restaurants sind geöffnet, die Welt ist nach wie vor in Farbe.« Alltag und Apokalypse, Normalität und Ausnahmezustand durchdringen sich wechselseitig und bilden das paradoxe Mischgefühl der neuen Epoche. Alles scheint wie immer, doch nichts ist wie sonst.

Worin der dunkle Kern des Epochengefühls besteht, ist unschwer zu erkennen und oft beschrieben worden . An der Wall Street ist nicht nur eine übliche Spekulationsblase geplatzt; Bankrott gemacht hat eine Utopie, nämlich die neoliberale Verheißung vom segensreichen Wirken staatsfreier Märkte. Um den unverzüglichen Beschwerden ratloser Wirtschaftswissenschaftler vorzubeugen, sei gesagt: Die Kernschmelze der Wall Street entzaubert nicht die Erfindung des Marktes, sondern die utopische Semantik, den Glorienschein, mit dem diese sinnvolle Erfindung zum Wohle der wenigen überhöht wurde. Man denke nur an die irdische Verheißung, die Gesellschaft werde von all ihren Übeln erlöst, sobald sie sich – von der Wiege bis zur Bahre – als Profitcenter organisiert. Von dieser Utopie ist nur die Gewissheit geblieben, dass Gewinne nach alter Väter Sitte privatisiert werden, während die Verluste von der Allgemeinheit zu tragen sind.

Wenn nicht alles täuscht, dann ist noch eine zweite Utopie zu Bruch gegangen. Um sie allerdings ist es jammerschade, denn sie gehört – pathetisch gesagt – zum Traumbestand der Menschheit. Es ist die romantische Vorstellung, die Natur begleite alles Tun und Lassen der Zivilisation mit unerschütterlichem Wohlwollen und sei ihr gnädig in guten wie in schlechten Zeiten. Tatsächlich aber ist die Natur kein »Weggefährte« mehr. Sie steht als duldsamer Beihelfer des Fortschritts nicht länger zur Verfügung und schlägt, wie die Romantiker gesagt hätten, nicht mehr die Augen auf.

Leider kommt es noch schlimmer. Die äußere Natur ist ihren Bewohnern im Innersten unheimlich geworden. Hier eine fürchterliche Überschwemmung oder ein verheerender Hurrikan, dort eine neue Wüste, doch niemand glaubt noch an gottgegebene Schwankungen oder reine Naturereignisse. Im Gegenteil, alles Naturgeschehen scheint kausal von »Gesellschaft« beeinflusst und von ihrer Schuld infiziert zu sein. Deshalb ist es sinnlos, von »natürlicher Natur« zu sprechen; sie existiert nicht mehr. Die Natur bildet nicht mehr die Außenwelt der Zivilisation, sondern ist Bestandteil ihres globalen Innenraums – Teil einer großen Gesellschaftshöhle, aus der es nur noch einen Notausgang gibt: das Weltall.

Kurzum, gleich zwei Basishoffnungen sind enttäuscht worden. Sowohl die ökonomische Utopie von der allgemein nützlichen Selbstverwirklichung des Kapitals wie auch die romantische Utopie von der Duldsamkeit und Güte einer entgegenkommenden Natur haben ihre Gültigkeit verloren. Diese beiden Enttäuschungserfahrungen bilden den uns unheimlichen Teil des neuen Epochengefühls und sorgen für dessen apokalyptische Färbung.

Kommt einem das nicht bekannt vor? Folgt nicht, wie in den achtziger Jahren, dem Scheitern einer Utopie die Endzeitstimmung stets so zuverlässig wie der Abend auf den Morgen? Das mag so sein, aber die achtziger Jahre erwarteten den finalen Knall, den atomaren Showdown und das jähe Hinscheiden von Mutter Natur. In diesen Tagen ist die Wahrnehmung eine ganz andere. Es fehlt die Vorstellung vom »Ende mit Schrecken«, die ganze, von Erlösungsfantasien gesättigte Naherwartung der Katastrophe. Stattdessen gleicht die Zukunft einem schwarzen Loch, einem gedehnten Ungefähr, in dem die Zeit konturlos zerfließt, getaktet allein vom Stakkato der Krisenticker. Das Grundpathos der Moderne, die Rede von der »besseren Zukunft«, wechselt die Vorzeichen: Die beste Zukunft ist diejenige, welche uns erspart bleibt.

Damit kein Missverständnis entsteht: Apokalyptische Stimmungen sind keine Erfindung des Teufels, im Gegenteil, sie pfuschen ihm ins Handwerk. Sie machen erfinderisch, erhöhen den Handlungsdruck und haben seinerzeit den Atomausstieg beschleunigt. Das »Denken der Frist« befördert die Einsicht, dass es so nicht weitergeht. Wir haben keine Zeit zu verlieren, denn die Welt ist klein, das Leben kurz und die Natur endlich.

Aber das »Denken der Frist« wird heute nicht mehr produktiv und geht mit verständlichen Normalitätssehnsüchten ein stummes Bündnis ein. Auch das war in den achtziger Jahren anders. Damals hatte der Gegner noch eine feste Adresse, und schuld am drohenden Weltuntergang waren stets die Supermächte, die Atomlobby oder beide zusammen. Heute ist es unmöglich, den Schurken oder eine zentrale Krisentendenz auszumachen – im Zweifelsfall sind es der eigene Lebensstil und das Auto vor der Tür.

Es klingt seltsam, aber auch die Dauerkommunikation der Krise nimmt ihr die erkenntnisfördernde Wucht. Dieselben Medien, die die Katastrophe ausmalen und dem »Denken der Frist« Raum geben, schwächen sie zugleich. Warum? Weil jeder Schock, den die Medienmaschine in ikonografischer Verdichtung ins Bild setzt, durch seine unablässige Wiederholung entschärft wird. Die Fotografie vom armen New Yorker Broker, der nach seiner Entlassung einen Pappkarton in seinen Porsche schleppt, dokumentiert zwar den Untergang der Wall Street, aber sie gibt auch dem eben noch Unvorstellbaren einen beruhigenden Rahmen. Ganz ähnlich die Bilder von der Eisbärmutter, die mit ihren Jungen auf einer Scholle einem traurigen Ende entgegentreibt. Die serielle Monotonie, mit der die Apokalypse ins kollektive Bewusstsein eingebrannt wird, betäubt den Schrecken, vor dem sie warnen will. Drastischer gesagt: Die Wahrheit stirbt an ihrer medialen Wiederholung.

Alles deutet darauf hin, dass sich aus diesem Befund zwei Haltungen ergeben. Die eine ist ästhetischer Natur und wird bei postmodern gestimmten Intellektuellen und sonstigen Zeitgeistbegleitern rasch Anklang finden. In ihren Augen ist die Welt ein buntes Schauspiel, das man aus der Loge und in sicherer Entfernung vorüberziehen lässt. Da ein Happy End ohnehin nicht vorgesehen ist, darf man die Hände in den Schoß legen und nur noch eines hoffen: dass das Stück niemals langweilig wird.

Zugegeben, die Alternative zur Ästhetisierung der Welt klingt ziemlich verbohrt und aussichtslos. Denn dafür muss man den Zuschauerraum verlassen, die Regierenden unter Druck setzen und ihnen ausreden, sie könnten den Klimaschutz vernachlässigen, um schneller auf den Wachstumspfad zurückzukriechen. Stattdessen sollte man sie ermuntern, all ihre Intelligenz aufzubieten, um den gordischen Knoten der Wachstumslogik zu durchschlagen: dass man morgen mehr verbrauchen muss als heute, damit es den Menschen nicht schlechter geht als gestern. Denn was, bitte schön, ist unheimlicher als dieses Paradox?

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

Anzeige
Leser-Kommentare

    • 17.12.2008 um 23:15 Uhr
    • olive

    Der "default-mode" (Stand-by modus) einer jeden primitiven Gesellschaft ist auch gleich noch der "default-mode" der Natur selbst: Wachstum, Wachstum, Wachstum...

    Und so schaffen denn auch die Künstler permanent neue Gemälde und Bilder, die Krebszellen vermehren sich ebenfalls rasant, die Juristen vervielfältigen ihre Prozesse (gegen andere Konkurrenten), die Wirtschaftler versuchen ihren Kontostand permanent zu erhöhen, die Schreiberlinge kopieren ebenfalls fleissig (schon vor Jahrtausenden Gesagtes) etc.

    Ach wie langweilig dieses primitive (blinde) Programm der "Natur" doch ist! Wie schon Darwin bemerkte, gibt es ja nur ein einziges Naturgesetz: total procreation and total growth... Alles andere -- wie etwa der berühmte "Konkurrenzkampf" (zwischen Krebszellen und Viren, zwischen Juristen und Politikern, zwischen Politikern und Journalisten, etc.), die "Selektion" oder der "Konjunkturzyklus" (bzw. das ewige Auf- und Ab in der Wirtschaft) ist ja nur eine folgerichtige Konsequenz dieses einen einzigen Naturgesetzes....

    Ich denke, dass das Schwierigste nicht ist, permanent zu wachsen (das macht ja "die Natur" von sich aus... - als Sklave der Sonne, die permanent freie Energie rüberschickt), sondern ein Gleichgewicht zu erhalten und aufrechtzuerhalten.
    Perfekt zivilisierte Gesellschaften sind nicht solche, die permanent wachsen können (vielleicht mit Ausnahme eines Zuwachses an Intelligenz...), sondern ein (immer labiles!) Gleichgewicht aufrechterhalten können ---- und zudem auch ("luxuriöserweise"!) alle schon existierenden Körper materiell aufrechterhalten können, ohne irgendwelche Körper aufgrund von Energiemangel etc. verhungern lassen zu müssen...

    Aber ich weiss: noch sind die 95% risikogeilen und wachstumsgeilen Rowdies (gerade auf den Finanzwiesen und Autobahnen --- den letzten Jagdgründen für solche höheren Primaten...) immer noch die Überzahl, und die nach Gleichgewicht lechzenden Leute bzw. "personality traits" in der Minderzahl -- wie auch jener Mondrian, der schon damals (1942!) schrieb:

    ’Art’ is only a ‘substitute‘ as long as the beauty of life is deficient. It will disappear in proportion as life gains in equilibrium. Today [1942!] art is still of the greatest importance because it demonstrates plastically in a direct way, liberated of individual conceptions, the laws of equilibrium".

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    mit ihrer interpretation bzw gleichsetzung des wachstums in der natur und dem menschengemachten oder gewollten wachstum in der oekonomie und der damit von ihnen nahegelegten "natuerlichkeit" desselben haben sie sich meiner meinung nach verchaetzt. die natur waechst zwar unglaublich einerseites oder zu einer jahreszeit aber der verfall auf der abderen seite oder in der anderen jahreszeit ist aequvalent. es ergibt sich allso kein effektives wachstum, sondern ein wechselspiel aus wachstum und vernichtung, das zu einem als konstanten wert fuehrt. die rechtfertigung eines oekonomischen wachstums aus ihrer annahme ist daher nicht moeglich. der mensch stoert damit das natuerliche gleichgewicht besagter konstanten eher, oder wenn man es noch genauer nimmt beurteilt der mensch besagte konstante sogar nur falsch und saegt sich so ganz selbstgerecht den eigen ast ab, auf das auch er als untergehendes element wieder der konstanten beitraegt.

  1. Die Krise ist doch noch gar nicht da. Warten wir doch einfach 1-2 Jahre, dann können wir uns vor dem Spiegel stehend noch einmal befragen, wie wir mit der Krise umgehen.

    Was wir aktuell erleben, sind nur die ersten Erschütterungen am Ende eines von virtuellem Geld befeuerten Massenwohlstandes und Konsumunsinns.

    Wenn die Leute keine neuen Fernseher kaufen, kein neues Auto mit 5% besserer Kurvenlage, keine neuen Handys mit noch mehr sinnlosen Funktione, keine neuen Computer, weil sie schon die heutigen kaum zu 20% ausnutzen - dann haben wir eine Krise.

    Wenn dann die ganze Onanie um Wachstum und schneller-höher-weiter nur um ein paar Prozent einbricht - dann haben wir eine Krise.

    Im Moment ist das nur das Grollen eines aufziehenden Sturms.

    Und: Wer hatte im Sommer 1914 genug Phantasie, sich das Weitere vorzustellen ? Wer 1939? Wer hat sich 2000 ein 9/11 vorstellen können?

    • 20.12.2008 um 12:59 Uhr
    • MyChemicalParzifal

    Liebe Kollegen,
    es mag nach sinnfreiem Pathos klingen, jetz einen Aufruf zu starten, dem positiven Denken eine letzte, vielleicht eine allerletzte Chance zu geben und sich nicht dem apokalyptischen Sinnen und Streben nach Selbstvernichtung hinzugeben. Ja, es wäre einfacher, jetz den Kopf in den Sand zu stecken, zuzuschauen, nachzugeben, aufzuhören und einzupacken. Das können und das werden wir aber nicht zulassen dürfen!
    Wir haben eine Verantwortung. Nicht uns gegenüber. Wir haben sie den zig Generationen vor uns gegenüber, die Blut und Leben gegeben haben, um uns einen Wohlstand zu ermöglichen, den sich zu erträumen vor 100 Jahren noch niemand gewagt hätte.
    Und wir haben noch eine zweite Verantwortung gegenüber jenen, die nach uns kommen, und kommen werden sie. Was werden wir unseren Kindern antworten, wenn sie uns einmal fragen: "Warum hast du damals tatenlos zugeschaut, als Utopie und Natur, als Positivismus und Zivilisation zusammenbrachen?" Wir werden ihnen nicht antworten, dass wir nichts getan haben - wir werden ihnen antworten, dass wir bis zuletzt unser Bestes gegeben haben. Genau so wie es alle anderen vor uns gegeben haben und genauso wie es alle anderen nach uns geben werden.
    Das, werte Kollegen, ist die Herausforderung, derer wir Herr werden müssen.

    Salus Publica Suprema Lex

    • 20.12.2008 um 13:38 Uhr
    • ben_

    Ja, genau. Alltag in der Krise ist genau die richtige Beobachtung. Das sehe ich auch so. Die System-Diskussionen, die sich entlang der Krise auch hier bei Der Zeit und Zeit Online entwickelt haben, sind eigentlich Makulatur. "Kapitalismus" bezeichnet selbst für meine Generation Jahrgang '75 noch eine Seite eine Dichotomie. Früher hieß diese andere Seite "Sozialimus" oder "Kommunismus".

    Nach dem Zusammenbruch dieser Utopien wußten auch wir nicht, was an die Stelle treten sollten. Aber klar war weiterhin: "Kapitalismus" ist nur die dunkle Seite der Macht. Es muss noch eine helle Seite geben. Seit dem 11. September aber und v.a. seit der Instrumentalisierung und Zweckentfremdung dieser Ereignisse durch die Bundespolitik; die ganze Ära Bush hindurch ist in uns die unbewußte Erkenntniss gereift, dass es keine Alternative mehr gibt. Die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Ordnung, die wir jetzt haben, ist konkurrenzlos und in ihr gibt es für uns Gestaltungspielraum nur noch auf der Mikroebene, nicht mehr auf der Makroeben. Darum ist die Beschreibung "Kapitalismus" zwar sachlich richtig, inhaltlich aber falsch, weil es die damit konnotierte Dichotomie mehr gibt.

    Und nichts führt uns das deutlicher vor Augen, als die aktuellen Krisen. Klima und Wirtschaft. Plötzlich sind Billion von Euros da, wo es seit dem ich politisch Denken kann, stets nur Abbau und Privatisierung gab. Plötzlich kann der Staat Gelder locker machen, die die für Umnweltschutz, Klimakampf, Gesundheitsprävention, Bildung und Ausbildung, den Kampf gegen Rechtsextreme, und unser kulturelles Erbe und Gemeinwohl mein ganzes Leben stets immer nur bis ins Absurde gekürzt wurden. Was lehrt mich das über diese Republik, über diese Gesellschaft, wenn nicht dies: Es gibt keine Alternative mehr zum freien, von keiner Gerechtigkeit, keiner Ehtik und keinem Denken mehr gerechtferigtem Spiel der Macht.

    Nachtrag: Und genau des wegen ist das Internet auch das Medium meiner Generation. Hier können wir Öffentlichkeit und Gesselschaft organisieren und leben, ohne den Umweg über die korrumpierten und korrumpierenden Institutionen.

    --
    der geist in der maschine

  2. Intelligenz schließt den Kreis zwischen der Natur (Alls Konzept Biosphäre) und dem Menschen (Diversifikation von Arten für sonst unbewohnbare Planeten/technologisches Niveau bestimmt Größe der Biosphäre.//innere Stabilität garantiert das Überleben; Bsp. China - alle gleich weil gleich gemacht; sichert das Überleben des Menschen als niedrigstes Niveau des nackten Überlebens//).

    Wann erfüllt der Mensch seinen (gottgegebenen, vom All gegebenen,...) "Zweck" am Besten?

  3. Solange die inzwischen verblassenden Träume die Szene beherrschen, werden wir festhalten an Regeln, die jetzt ins Leere greifen und ohne erhoffte Wirkung bleiben. Die Jongleure der Wallstreet und anderer Börsen sind dem pathologischen Wahn einer geheimnisvollen Wirkung von Zahlen verfallen, die sich jetzt als Illusion und gefährliches Spiel heraus stellt. Der Horizont hat sich immer mehr auf die Schwindel erregenden Momentaneffekte verengt und jetzt wird sich zeigen müssen, wer den notwendigen Horizont noch aufbringen kann, um sich das Fundament jeglicher Wertschöpfung - die Produktion und die Hege natürlich wachsender Ressourcen - sich endlich bewusst zu machen und entsprechend vorsorglich zu handeln.
    Das ersehnte Glück finden wir dort, wo das bezahlen können aufhört. Glück vervielfacht sich, wenn es geteilt wird. Da bewegen wir uns jenseits des Horizonts des Berechenbahren
    Der Glaube reicht weiter als unsere Sinne, wo sich nichts mehr nachweisen lässt.
    Verzicht und Fleiss sind entscheidende Voraussetzungen für Wertschöpfung und Wertevermehrung.
    Wer achtet und liebt, wird das ohne große Erklärungen verstehen können.

  4. Wer ist denn nur auf die Idee gekommen, das angebliche Aussterben der Eisbären und den angeblich nicht mehr rückgängig zu machenden polaren Eisschwund als Beweis für die aus den Fugen geratene Welt anzuführen. Dies ist weitgehend grüne Propaganda, auf den Assheuer ohne Prüfung offenbar hereingefallen ist.

    Die Eisbären vermehren sich derzeit, mit Ausnahme in einem kleinen Gebiet, prächtig, vor allem, seit der Abschuss der Bären kontingentiert worden ist. Wenn überhaupt Probleme denkbar sind, dann schon eher wegen der auf Verlangen von Fischern vorgenommenen Tötung von jährlich 150000 Robben, dem Hauptnahrungsmittel der Eisbären.

    Und was den angeblichen nicht rückgängig zu machende Eisschwund im Nordmeer angeht, so sollte man nicht auf jeden Katastrophenmeldung hereinfallen. Der vor allem durch Meeresströmungen und einer zeitweiligen Verlagerung der Arktischen Oszillation erfolgte teilweise Eisschwund ist alles andere als dauerhaft. Das Nansen Institut, Bergen, getragen von 14 nationalen Forschungsorganisationen, zeigt auf seiner täglichen Veröffentlichungsseite ganz eindeutig, dass die Eisbedeckung des polaren Meeres 2008 größer ist als in den Jahren 2007 und sogar 2006.

    Zudem zeigen die mit Satelliten gemessenen globalen Temperaturen sowohl in der Atmosphäre wie in den Weltmeeren nicht mehr nach oben, sondern verändern sich derzeit nicht und zeigen teilweise nach unten. Einige Forscher sind sogar der Meinung, dass uns eine Abkühlung bis zum Jahre 2040 bevorsteht. Der Grund ist veränderte Sonnenaktivität, ganz im Gegensatz zu den Computerberechnungen, die davon ausgehen, dass die Sonne gar keinen Einfluss auf die Veränderung globaler Temperaten hat.

    Also wenn man Beweise für den Untergang des Globus benötigt, dann bitte doch andere Beispiele. Epochegefühl hin oder her. Und nicht gleich jeder Zweckmeldung vertrauen.

    Sonst muss man annehmen, dass hier einige “doomsday prayer” am Werke sind.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ja, man findet fast überall in den Medien Beispiele von Autoren die nicht die Mühe machen richtig zu hinterfragen.
    Ich fand heute ein Beitrag (englisch) mit einige interessante Tatsachen über der Schwund von Eis.
    http://pajamasmedia.com/b...

    Für alle, die Herrn Faustus durchaus richtige Bemerkung zum arktischen Meereis überprüfen wollen - und sich eventuell nicht nur die letzten 3 Jahre anschauen wollen:

    http://www.nsidc.org/data...

    Wir produzieren täglich mehrere tausend Tonnen Müll, wo Recycling bis heute in vielen Ländern Fremdwort ist und selbst in den Ländern, wo Recycling betrieben wird, wandert jede Menge Müll einfach so auf die Deponien, oder wird verbrannt. Mehrere Container Elektronikschrott, was die Hersteller recyclen sollen, verlassen täglich den Hafen Hamburg in Richtung Ghana z.B. wo dieser Giftmüll einfach nur herum liegt und die Umwelt verpestet. Länder, die nur begrenzten Platz für Deponien haben, versenken ihren Müll einfach im Meer, wo mittlerweile einige riesige Gebiete mit Plastikpartikeln kontaminiert sind und über die Tiere wieder in unseren Lebensmittelkreislauf zurückfinden. Und wo schon im Meer sind, da droht auch so Kollaps der Lebensräume, denn wir sind auch im Jahr 2008 weit entfernt von einer nachhaltigen Fischerei, dass mittlerweile beinahe alle Speisefische vom Aussterben bedroht sind (von sozialen Folgen für Menschen, die genau davon abhängig sind, ganz zu schweigen; Somalia ist auch nur so ein Paradebeispiel dafür).

    Auch die Zerstörung der Wälder nimmt nicht ab, sondern immer rasanter zu und lassen riesige Waldflächen für immer verschwinden - Nachhaltigkeit? Wieder Fehlanzeige. Ja, selbst sogar unser Trinkwasser in Deutschland ist mit Medikamenten und Hormonen kontaminiert, da bisher immer noch Kläranlagen fehlen, die über entsprechende Filter verfügen. Auch dies zerstört nicht nur die Fauna und Flora in unseren Gewässern, sondern auch uns selbst auf Raten, denn weibliche Hormone im Wasser beeinträchtigen die Fortpflanzungsfähigkeit der Männer und Antibiotika erhöhen drastisch Resistenzen, was immer mehr multiresistente Bakterien entstehen lässt. In Ländern, wo es selbst Kläranlagen nicht mal gibt, gibt es längst etliche Gewässer, die als biologisch tot gelten.

    Ich denke mal, das sind schon mal mehr als genug Beispiele, die verdeutlichen, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise nur eine Kleinigkeit ist. Durch unseren verantwortungslosen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und durch das kontaminieren und zerstören ganzer Lebensräume, schaffen wir uns praktisch selbst ab. Die Menschen haben sich nämlich bis heute nicht an den Gedanken gewöhnt, dass der Planet, auf dem sie leben, ein Kreislauf ist und sie genauso lebendige Geschöpfe sind wie andere auch - und wenn die Fauna und Flora stirbt, dann sterben auch wir, weil wir dann nicht mal in der Lage sein werden uns zu ernähren. Und dann nützt uns unser ganzes Geld nichts, denn neue Erden im Angebot sind leider nicht vorhanden.

  5. Die Krise wird zelebriert

    Rettungsmilliarden und die Pumpen in höchstem Einsatz ,
    die Krise als Normalität und Chance ,
    die Helden kämpfen um Arbeitsplätze .

    Zelebrierte Naturkatastrophen tragen die Last des schlechten Gewissens und der Schuld

    Und immer ist das "Ende der Geschichte" die Grenze des Ausblicks .
    Und folglich nur Frontbegradigungen .

    Und das Auge des Desasters , 911 als Kulmination rücksichtsloser Machtinteressen , bleibt unangetastet .

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service