China Nächstenliebe, ganz nüchtern

In China helfen die Menschen seltener bei Autounfällen als im Westen. Sind sie herzlos? Oder fühlen sie einfach anders?

Peking - Im Westen kann man umgeben von seiner Familie sterben, ohne dass sich jemand um einen kümmert. In China wiederum kann man auf der Straße sterben, ohne dass einem geholfen wird. Diese beiden Beobachtungen werden öfter genannt, wenn die Unterschiede der Empathie in China und im Westen diskutiert werden. Natürlich ist das sehr pauschal – aber irgendetwas ist schon dran. Tatsächlich fällt auf, dass in China bei Unfällen deutlich weniger Menschen spontan helfen als im Westen. Da liegt sie auf der Straße, die Frau mit dem Gemüsekorb. Sie ist mit einem Kleinbus zusammengestoßen. Jetzt blutet sie am Kopf und wimmert leise. Etwa 15 Menschen stehen um sie herum, stumm, mit großen Augen, und warten, was passiert. Stoisch. Fast, als dürfe man in das Schicksal anderer Menschen nicht eingreifen. Das sind Bilder, die man als Westler nicht so schnell vergisst. Kann man das Verhalten mit Haftungsfragen erklären? Wohl kaum. Zwar haben Polizei und Gerichte oft genug Unfallhelfer mitschuldig gesprochen, wenn beim Unfallverursacher nichts zu holen war. Doch darüber sollte sich Empathie schon hinwegsetzen können. Sind die Chinesen herzlos?

Natürlich nicht.

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Ebenso offensichtlich ist, dass die Jungen gegenüber den Alten, vor allem den eigenen Verwandten, eine sehr viel größere Verpflichtung fühlen, als das im Westen der Fall ist. Das gilt auch für das moderne, städtische China. Sind die Eltern in Schwierigkeiten, werden selbst junge, wilde Chinesen plötzlich pflichtbewusst. Es gibt viel zu organisieren. Das chinesische Krankenhaus stellt meist nur die Behandlung und die Unterkunft. Frische Blutkonserven, Infusionen – fast alles, was verbraucht wird, müssen die Verwandten selbst besorgen. Und auch für Essen sorgen sie. Wieder könnte man einwenden, die Hilfsbereitschaft sei nur das Ergebnis eines mangelhaften Sozialstaates und schlechter Krankenhäuser. Richtiger ist: Der Staat kann sich auf die vorhandene Empathie verlassen. Im Zweifel kampieren die Verwandten auf Isomatten in den Krankenhausgängen. Sie wollen den Nächsten nahe sein, selbst wenn sie das Geld für ein Hotel nicht haben, weil die Behandlung so teuer ist.

Chinesen fühlen sich auch der entfernten Verwandtschaft stärker verpflichtet. Sie denken noch in verwandtschaftlichen Kategorien, wenn unsere Vorstellung von Verwandtschaft längst verblasst, weil die Beziehungsgeflechte zu unübersichtlich geworden sind. In China ist das anders: In den großen chinesischen Städten gibt es auch deshalb keine Slums, weil selbst die Neulinge unter den Wanderarbeitern eine Anlaufstelle haben, bei »Verwandten« aus der Heimatregion, die sich dort niedergelassen haben. Sie wissen, wo es Arbeit und Unterkunft gibt, wo ein »Cousin« Vorarbeiter ist, der beim Baustellenleiter ein gutes Wort einlegen kann oder zumindest weiß, wo die Rekrutierungsbüros der Bauunternehmer sind. Einen Schlafplatz und eine Suppe gibt es auch. Das ist wichtig. Denn ein Fremder hilft einem Fremden kaum.

Funktioniert also das Mitgefühl in China mit Menschen, denen man verbunden ist, besser, während im Westen das Mitgefühl für den Unbekannten stärker ausgeprägt ist? Dagegen sprechen die spontanen Hilfsaktionen bei dem Erdbeben in diesem Frühjahr in der Provinz Sichuan, bei dem etwa 70000 Menschen starben. Umgerechnet sechs Milliarden Euro haben die Menschen damals in kurzer Zeit gespendet. Viele sind spontan mit nur dem Nötigsten losgereist, um anderen Menschen zu helfen.

Aber es war wohl vor allem eine Frage des nationalen Zusammenhalts. Denn auch das ist in China offensichtlich: Ein Chinese empfindet für einen anderen Chinesen deutlich mehr Mitleid als für einen Nichtchinesen. Diese Bindung und Verpflichtung gegenüber der eigenen Nation ist sehr viel größer als im Westen. Das kollektive Wissen um eine mehrere Tausend Jahre alte gemeinsame Geschichte hat eine eigene Kraft, jenseits der Propaganda, die unmittelbarer wirkt. Der unsichtbare Draht zwischen dem Einzelnen und der Nation ist kürzer als im Westen, selbst kürzer als in den USA. Insofern ging es bei dem Erdbeben in China mehr um die Nation als um den Einzelnen. Die Nation wurde in ihren Grundfesten erschüttert – und die Menschen standen zusammen.

Stellt man sich gegen China, zeigen die meisten kein Verständnis

Das war noch wenige Wochen vor dem Beben auf ebenso erstaunliche Art anders. Als nach dem 10. März unzufriedene Tibeter einen erst friedlichen, dann gewalttätigen Aufstand anzettelten, der von der chinesischen Polizei und Armee gewaltsam niedergeschlagen wurde, hatten sowohl viele Exiltibeter als auch Menschen im Westen gehofft, dass sich die Hanchinesen, angesichts der eigenen Probleme mit der Obrigkeit, solidarisch einklinken würden. Doch stattdessen war zu hören: »Die Tibeter sind undankbar. Wir haben viel für die Modernisierung der Region getan«, »Wir müssen uns alle einfügen« und »Sie gefährden die Einheit der Nation«. Die erste Reaktion im Westen war: Die Menschen müssen Opfer der Propaganda geworden sein. Doch dann zeigte sich, dass selbst viele liberale, fortschrittliche Chinesen, die sich international informieren können, wenig Empathie für den tibetischen Freiheitsdrang zeigten. Hitzige Gespräche entflammten zwischen Tibetern und Hanchinesen in den tibetischen Kneipen der Pekinger Altstadt. Manche Tibeter sagten: »Der Kampf für ein autonomes Tibet ist auch der Kampf für ein besseres China.« Die Hanchinesen entgegneten: »Wir haben es alle schwer. Die Behörden gehen mit politisch-religiösen Chinesen auch nicht viel besser um.« – »Wir müssen zusammenhalten, und da kann nicht jeder um eine Sonderbehandlung kämpfen, und Unabhängigkeit geht gar nicht.« Für den Außenstehenden war vor allem eines schwierig zu begreifen: Wenn man sich gegen China stellt, zeigt die Mehrheit der Chinesen weder Verständnis noch Mitgefühl mit dem Gegner.

Leser-Kommentare
  1. im "Westen" - eher in Palästina, wenn ich darf - entwickelt wurde, sondern in allen Hochkulturen in der Zeit von 800 bis 200 v. christlicher Zeit (was Karl Jaspers die Achsenzeit genannt hat). Darunter fällt gerade Konfuzius, der zu den frühsten Denkern gehört, die die goldene Regel entwickelt haben.
    Erfolgsdruck ist keine Sache des Konfuzianismus, denn Konfuzius versucht gerade durch die Idee von Ständengesellschaft innerlichen Frieden im Königreich vor dem Hintergrund eines bitteren Bürgerkriegs herbeizuführen. In diesem Gesellschaftsmodel ist Streben nach oben im Vorhinein ausgeschloßen, daher kein Erfolgsdruck. Was Konfuzius beispielweise von Jesus unterscheidet war, dass Nächstenliebe für männliche Bürger vorbehalten war, galt aber nicht für Frauen.

    Der Autor übersieht das ganze 20. Jh von China. Erst Maos kulturelle Revolution, wenn ich darf, die die Frauen in China auf einem Schlag zu einer Gleichberechtigung auf dem Arbietsmarkt gebracht hat, sodass chinesische Frauen von heute unvergleichbar mit ihren Groß- und Urgroßmüttern sind. Also in der Gesellschaft wie in der Familie kann man nicht vom Konfuzianismus mehr reden. Jedenfalls nicht so, wie der Autor geltend macht.
    Außerdem gehört die Industrialisierung zu dem letzten Vierteljahrhundert, welche rasant vorgetragen wurde und wird. Allerdings ist der chinesische Kapitalismus von heute eher mit dem westlichen Kapitalismus vom späten 19. Jh. und Anfang des 20 Jh zu vergleichen. Wenn einem Arbeiter der Bein in einer Maschine eingeklemmt war, wurde die Fabrik z.B. bei Ford in den 1920gern eingestellt? Im 19. Jh. war es noch schlimmer.. zu empfehlen ist das legendäre 13. Kapitels des 1. Bd.s von Marxens Kapital "Maschinerie und Großindustrie". Es kann vielleicht einem helfen, zu verstehen, warum Menschen kalt werden. Und vielleicht noch Erfolggierig.

    Zum Schluß möchte ich an eine polemische Bezeinung von Kant erinnern; Nietzsche nannte ihn, gerade wegen seiner Moralphilosophie und Pflichebewusstsein, "den großen Chinesen von Königsberg". Pauschal, aber auch daran gibt es was.

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    Ich habe mich immer ueber den totalen Verlust der Empathie bei meinen Chinesischen Mitschuelern gewundert, kein Mitgefuel fuer andere Menschen und besonders nicht fuer Tiere. Die historische Erklaerung war da schon interessant. Trotzdem muss man sich wundern, dass menschliches Mitgefuehl so sehr abhanden kommen kann. Das ist eine extrem negative Entwicklung in einer Gesellschaft.

    Wirklich lesenswertes Kommentar. Sie sollen für DIE ZEIT schreiben. Wirklich. Herzlichen Dank.

    Ich habe mich immer ueber den totalen Verlust der Empathie bei meinen Chinesischen Mitschuelern gewundert, kein Mitgefuel fuer andere Menschen und besonders nicht fuer Tiere. Die historische Erklaerung war da schon interessant. Trotzdem muss man sich wundern, dass menschliches Mitgefuehl so sehr abhanden kommen kann. Das ist eine extrem negative Entwicklung in einer Gesellschaft.

    Wirklich lesenswertes Kommentar. Sie sollen für DIE ZEIT schreiben. Wirklich. Herzlichen Dank.

  2. Ich habe mich immer ueber den totalen Verlust der Empathie bei meinen Chinesischen Mitschuelern gewundert, kein Mitgefuel fuer andere Menschen und besonders nicht fuer Tiere. Die historische Erklaerung war da schon interessant. Trotzdem muss man sich wundern, dass menschliches Mitgefuehl so sehr abhanden kommen kann. Das ist eine extrem negative Entwicklung in einer Gesellschaft.

    Eine Leser-Empfehlung
  3. 3. Naja

    Während die deutschen Journalisten zu bestätigen versuchen, dass die Chinesen vor allem die sog. Freetibetler nicht unterstützt haben, in erster Linie nicht bei der gewalttätigen Krawalle in Lahsar im März 2008, bei der viele Leute von der Randalierern auf den Strassen in Lahsar getötet worden waren, sollten die Chinesen vielleicht auch zu forschen versuchen, warum sie nicht bei der Krawalle in Berlin mitgeholfen hätten.

    Was der Verfasser geschrieben hat, ist aus der Sicht eines Chinesen wieder nur ein Trick der Logik. Er versucht, alles der Nachteile der Chinesen auf der theoretischen Basis des Konfuzianismus mit der Tibet-Frage zu verbinden. How sad the German readers are! Die meisten westlichen Leser können kein Chinesisch. Sie können nur auf die Interpretationen der Journalisten der westlichen Medien hören. Es ist schon eine Situation, dass die Meisten schon geistlich von den Journalisten verschleppt worden sind. Aber ist ein Völkerkonflikt notwendig, der offensichtlich von Journalisten, Politikern und den Freetibetlern absichtlich am Fließband hergestellt wird?

    In diesem Sinne würde es vorgeschlagen, dass die Europäer auch ein bisschen Chinesisch oder Arabisch lernen, damit sie nicht von den Journalisten gehirngewaschen werden. Man soll alles Authentisches und Wahres sehen. Natürlich auch die Meinungen der Fremden.

    Warum spricht der Journalist nicht über die Verbindung des Dalai Lama mit einem Ex-Nazi und dem japanischen Terroristen, dessen Anhänger in Tokio viele friedliche Leute mit Gas in der U-Bahn ermordert hatten?

    Nur selektive Wahrheiten. Er hat nur bestätigt, dass man auch mit einem Teil der WahrheitEN lügen kann.

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    Ganz abgesehen davon, dass der Artikel sich wirklich nur am Rande mit der Tibetproblematik befasst - es geht um Mitleid an sich - , stellt der Kommentar ein gutes Beispiel für selektives Mitleid dar. Selbst wenn der Dalai Lama mit Hilter zu Abend gegessen hätte, sollte dies das Mitgefühl für tibetische Demonstranten nur sehr bedingt beeinflussen. In dem Artikel ging es ja gerade darum, dass Chinesen sich schelcht in die Gefühlslage/Situation ihnen nicht nahestehender Personen hineinversetzen können/wollen.

    Allgemein wirkt es doch relativ billig, wenn man jetzt anscheinend von jedem Ausländer erwartet, er möge doch bitte Chinesisch bzw. Arabisch lernen, damit er sich dann eine Meinung zu bestimmten Themen bilden darf. Gerade in der heutigen globalisierten Welt wird einem doch allerspätestens im Englischen zu jedem Thema so ziemlich jede vorhandene Meinung präsentiert. Es haben bspw. wohl genügend pro-china- wie pro-tibet-aktivisten entsprechende Informationen ins Netz gestellt, die kein Sinologie-Studium erfordern.

    Ganz abgesehen davon, dass der Artikel sich wirklich nur am Rande mit der Tibetproblematik befasst - es geht um Mitleid an sich - , stellt der Kommentar ein gutes Beispiel für selektives Mitleid dar. Selbst wenn der Dalai Lama mit Hilter zu Abend gegessen hätte, sollte dies das Mitgefühl für tibetische Demonstranten nur sehr bedingt beeinflussen. In dem Artikel ging es ja gerade darum, dass Chinesen sich schelcht in die Gefühlslage/Situation ihnen nicht nahestehender Personen hineinversetzen können/wollen.

    Allgemein wirkt es doch relativ billig, wenn man jetzt anscheinend von jedem Ausländer erwartet, er möge doch bitte Chinesisch bzw. Arabisch lernen, damit er sich dann eine Meinung zu bestimmten Themen bilden darf. Gerade in der heutigen globalisierten Welt wird einem doch allerspätestens im Englischen zu jedem Thema so ziemlich jede vorhandene Meinung präsentiert. Es haben bspw. wohl genügend pro-china- wie pro-tibet-aktivisten entsprechende Informationen ins Netz gestellt, die kein Sinologie-Studium erfordern.

  4. 4. Beleg

    http://news.china.com/zh_...

    Ein Bild als Beweis.

  5. Wirklich lesenswertes Kommentar. Sie sollen für DIE ZEIT schreiben. Wirklich. Herzlichen Dank.

  6. ... subjektiver Artikel über China/Asien, von einem Spezialisten. Leider aber auch nicht mehr. Es gibt eine Wissenschaft, die sich mit dem Verhalten von Menschen beschäftigt: die Sozialpsychologie. Ohne vergleichende Studien würde ich nicht mal den Eingangsatz unterschreiben: "In China helfen die Menschen seltener bei Autounfällen als im Westen."

    Auch ansonsten lehnt sich Herr Sieren ziemlich weit aus dem Fenster. Ich behaupte einfach mal: die Emphatie zwischen Menschen in einer Megacity und auf dem Dorf ist extrem unterschiedlich. Eine Verwerfung die, obwohl sie so offensichtlich ist, von Herr Sieren nichtmal erwähnt wird. Würde mich doch mal interessieren, ob die Hilfsbereitschaft in New York tatsächlich höher ist, als die in Shanghai. Oder ob in einem bayrischen Dorf öfter geholfen wird, als in einem chinesischen.

    Auch einen weiterer psychologischer Effekt findet keine Erwähnung: der Gaffereffekt. Es ist bei Unfällen und Katastrophen oft so, dass Leute verunsichert herumstehen und nur gaffen. Das ist in China nicht anders als "im Westen". Jeder gute Ersthelferkurs empfiehlt daher die Gaffer direkt anzusprechen und Aufgaben zu verteilen. Wenn das in China nicht geschieht, fehlt es vielleicht in erster Linie an diesem Wissen, vielleicht auch generell an Erste-Hilfe-KnowHow und unter Umständen könnte noch ein Mentalitätsunterschied hinzukommen, etwa wenn eigenständiges Handeln gesamtgesellschaftlich eher selten gefordert ist. Einen Unterschied in der Emphatie als Grundthese anzunehmen, halte ich dagegen für extrem gewagt. Genauso gewagt, wie das angeblich andere Verhalten der Europäer auf die Religion zurückzuführen, aber na ja, lassen wir das.

    Die Ausführungen zu Tibet sind ebenfalls interessant, hier überschneidet sich Emphatie aber mit Nationalismus. Ein Problem welches auch im Westen mehr als bekannt ist, insbesondere, wenn der Nationalismus auch noch öffentlich propagiert und einseitig argumentativ begleitet wird.

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    Dem kann ich mich nur anschliessen.
    Die Menschen haben einen ganz anderen Bildungshintergrund.
    Wer kann in China schon Auto fahren ?
    Die Chinesen, die da Karten spielen, bestimmt nicht.
    Wer kennt schon die unterschiedlichen Verletzungsgrade bei 30kmh bzw. bei 100-150kmh ?
    Wer hat in China schon mal was von stabiler Seitenlage gehoert ?

    Dass Hr. Sieren diese Punkte nicht anspricht, legt die Vermutung nahe,
    dass er a. China nicht kennt b. er es ist, dem die Empathie fehlt

    Die Chinesen wissen einfach nicht, wie sie helfen koennten.
    Und viele Deutsche, auch Autofahrer, uebrigens auch nicht.
    Wer frischt schon die Erste Hilfe Kurse auf ?

    Auch etwas daneben fand ich folgenden Satz.

    "Zwar haben Polizei und Gerichte oft genug Unfallhelfer mitschuldig gesprochen, wenn beim Unfallverursacher nichts zu holen war. Doch darüber sollte sich Empathie schon hinwegsetzen können."

    Wie waere das wohl in Deutschland oder den USA ?

    Des weiteren lehnt sich der Autor zu weit aus dem Fenster, Tibet, Milchpulver etc. etc., musste das wirklich alles mit rein ?

    Dem kann ich mich nur anschliessen.
    Die Menschen haben einen ganz anderen Bildungshintergrund.
    Wer kann in China schon Auto fahren ?
    Die Chinesen, die da Karten spielen, bestimmt nicht.
    Wer kennt schon die unterschiedlichen Verletzungsgrade bei 30kmh bzw. bei 100-150kmh ?
    Wer hat in China schon mal was von stabiler Seitenlage gehoert ?

    Dass Hr. Sieren diese Punkte nicht anspricht, legt die Vermutung nahe,
    dass er a. China nicht kennt b. er es ist, dem die Empathie fehlt

    Die Chinesen wissen einfach nicht, wie sie helfen koennten.
    Und viele Deutsche, auch Autofahrer, uebrigens auch nicht.
    Wer frischt schon die Erste Hilfe Kurse auf ?

    Auch etwas daneben fand ich folgenden Satz.

    "Zwar haben Polizei und Gerichte oft genug Unfallhelfer mitschuldig gesprochen, wenn beim Unfallverursacher nichts zu holen war. Doch darüber sollte sich Empathie schon hinwegsetzen können."

    Wie waere das wohl in Deutschland oder den USA ?

    Des weiteren lehnt sich der Autor zu weit aus dem Fenster, Tibet, Milchpulver etc. etc., musste das wirklich alles mit rein ?

    • Anonym
    • 25.12.2008 um 0:22 Uhr

    Inwifern die Aussagen ueber China zutreffen kann ich nicht beurteilen, in China speziell war ich noch nie (wenn auch in Asien verschiedenorts).
    Je mehr ich von der Welt sehe je mehr habe ich den Eindruck dass sich die Europaer untereinander unheimlich aehnlich sind und die Werte und die Lebensart auch in Nordamerika, Australien etc. ("Westliche Welt") sich fundamental unterscheidet. Freilich kriegt man dafuer erst nach laengerem Aufenthalt ein echtes Gefuehl. Alltag eben.
    Aufgewachsen bin ich als stolzer Bayer mit us-amerikanischen und puerto ricanischen Wurzeln, geworden bin ich ein stolzer bayerischer Europaer.
    Europaer moegen oft nicht so oberflaechlich hoeflich sein wie man das in Asien und Nordamerika oft antrifft - damit rede ich nicht der preussischen Grummeligkeit das Wort aber wenn es darauf ankommt habe ich in Europa immer noch die besten zwischenmenschlichen Erfahrungen gemacht. Selbst die Briten sind hier eingeschlossen, auch wenn die sich ja gern als was "eigenes" gerieren (in Wahrheit vorallem die Amerikaner kopieren).
    Nun ist mein Kommentar zum Artikel und Humanitaet in der Welt in eine Liebeserklaerung an unseren bunten Kontinent ausgeartet..

  7. Dem kann ich mich nur anschliessen.
    Die Menschen haben einen ganz anderen Bildungshintergrund.
    Wer kann in China schon Auto fahren ?
    Die Chinesen, die da Karten spielen, bestimmt nicht.
    Wer kennt schon die unterschiedlichen Verletzungsgrade bei 30kmh bzw. bei 100-150kmh ?
    Wer hat in China schon mal was von stabiler Seitenlage gehoert ?

    Dass Hr. Sieren diese Punkte nicht anspricht, legt die Vermutung nahe,
    dass er a. China nicht kennt b. er es ist, dem die Empathie fehlt

    Die Chinesen wissen einfach nicht, wie sie helfen koennten.
    Und viele Deutsche, auch Autofahrer, uebrigens auch nicht.
    Wer frischt schon die Erste Hilfe Kurse auf ?

    Auch etwas daneben fand ich folgenden Satz.

    "Zwar haben Polizei und Gerichte oft genug Unfallhelfer mitschuldig gesprochen, wenn beim Unfallverursacher nichts zu holen war. Doch darüber sollte sich Empathie schon hinwegsetzen können."

    Wie waere das wohl in Deutschland oder den USA ?

    Des weiteren lehnt sich der Autor zu weit aus dem Fenster, Tibet, Milchpulver etc. etc., musste das wirklich alles mit rein ?

    Antwort auf "Interessanter..."
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    • Jizhe1
    • 01.11.2011 um 8:25 Uhr

    Zu vermuten Herr Sieren kenne China nicht... nun, dann googeln Sie Mal den Namen...
    Viele Chinesen sind nicht weniger gebildet als Europäer, dies gilt vor allem für die Städte.
    Hilfsbereitschaft nach einem Unfall werden Sie in Taiwan oder in einem chinesischen Viertel von Malaysia genauso wenig finden, wenn Sie den Menschen dort unbekannt sind ("Geht mich nix an...". Ist man erst Teil der Gesellschaft, überschlagen sich die Bekannten schier vor aufrichtiger Hilfsbereitschaft.

    • Jizhe1
    • 01.11.2011 um 8:25 Uhr

    Zu vermuten Herr Sieren kenne China nicht... nun, dann googeln Sie Mal den Namen...
    Viele Chinesen sind nicht weniger gebildet als Europäer, dies gilt vor allem für die Städte.
    Hilfsbereitschaft nach einem Unfall werden Sie in Taiwan oder in einem chinesischen Viertel von Malaysia genauso wenig finden, wenn Sie den Menschen dort unbekannt sind ("Geht mich nix an...". Ist man erst Teil der Gesellschaft, überschlagen sich die Bekannten schier vor aufrichtiger Hilfsbereitschaft.

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