ChinaNächstenliebe, ganz nüchternSeite 3/3

Vielleicht sind die Herrschenden in China manchmal sogar ein wenig neidisch auf das westliche Moralmodell. Staatspräsident Hu Jintao hat niemanden, mit dem er, und sei es nur unausgesprochen, drohen kann, wenn das Volk nicht gehorcht. Über Hu steht keiner mehr. Im Gegenteil, das Volk kann ihm per Gewissensentscheidung das »Mandat des Himmels« entziehen. Dazu muss es sich nicht einmal zu einer Wahlurne bemühen. Wenn in China der Himmel spricht, dann spricht nicht Gott, sondern die Summe aller Vorstellungen, die Menschen von der Welt haben. Das Mandat des Himmels wiederum ist auch eine Gewissensentscheidung, die vom Mitleid mit denjenigen gespeist wird, die unter den Herrschenden leiden. Wenn die chinesischen Führer unentwegt von der ideologischen Leere im China des 21. Jahrhunderts sprechen, drücken sie damit nicht nur die Sorge über ein haltloses Volk im Boom aus, sondern auch den Wunsch, größere und unmittelbarere Kontrolle über die Menschen auszuüben.

Anderseits wird die chinesische Führung, und das ist ihr von großem Vorteil, nicht durch den christlichen Grundsatz, alle Nächsten wie sich selbst zu lieben, unter Druck gesetzt. Im konfuzianischen China neigt man dazu, im Mitleid nüchterner zu sein: Wie viel muss man den Armen geben, dass sie nicht auf die Barrikaden gehen? lautet die Frage.

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Das chinesische Mitleid ist unabhängiger, realistischer, aber auch anfälliger für Einbrüche als das westliche. Und: je größer der Erfolgsdruck, desto schwächer das Mitleid.

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Leserkommentare
  1. Ihnen wuensche ich auch ein schoenes neues Jahr! Den Flyer vom Max-Planck-Institut hab ich gesehen. Ebenso die Berichte von Deutsche Welle und ein paar anderen Medien. Es passt genau in das Bild, das ich von vielen Deutschen habe: Entweder idealisieren (理想化,美化) sie China, oder sie verteufeln (激烈攻击) es. Sogar eine Bordell-Reklame ist bloß "schoen". Die meisten sind ziemlich ahnungslos und gleichzeitig besserwisserisch. Das ist eine sehr unguenstige Kombination.
    Die Falungong hat mir in China mal auf der Strasse ihr heiliges Buch geschenkt. Ich habe es gelesen und versucht zu verstehen, was sie da meinen. Ich muss zugeben, dass ich trotzdem ahnungslos geblieben bin: Ich habe nichts verstanden.
    Wahrscheinlich geht es mir mit Falungong nicht anders als vielen Chinesen mit westlichen Religionen.

    Antwort auf "Hallo Spitzbub"
  2. Ihnen stimme ich zu. Ich denke, mit dem immer vertieferten Austausch von beiden Seiten wird es sich verbessern.

    Falungong ist nicht vergleichbar wie westliche Religionen. Es gehörte ursprünglich zu einer Art chinesischen Kampfsports: also Wu Shu. Die chinesischen Philosophen der alten Zeit meinen, dass die Welt aus "Qi" bestehe. Dieser Begriff ist schwer zu erklären. Auch ich verstehe nicht sehr, was es ist, obwohl ich religiös den Taoismus annähere. Und dann entwickelt sich diese Theorie, dass die Menschen im Körper auch "Qi" haben. Dieses Element macht immer Kreislauf im Körper. Es gibt diverse "Ventile" und "Wege", wenn es nicht funtionieren, hat man dann Krankheiten. Sie kennen ja chinesische Akupunktur und Massage, die chinesische Medizin basiert im wesentlichen auf taoistische Theorie und viele Taoistische Götter waren vorher berühmte Ärzte. Bis jetzt ist die Akupunktur (west- oder modern-)wissenschaftlich nicht genug erforscht. Man weiss, es funktioniert. Aber warum? "Qi".

    Und die Anhänger vom Kampfsport glauben, wenn man dieses "Qi" gut kontrollieren kann, kann man unglaubliche Kräfte bekommen und gesund leben. (Wenn Sie sich gerne chinesische Wushu-Filme anschauen, können Sie überall "Qi gong" oder "Dian Xue" finden. Warum fliegt man, weil man dieses "QiGong"kann. Hahaha )Deshalb lernen und üben viele Leute das "Qi Gong". Es ist eigentlich schon gesund, dass man körperliche Bewegungen beim Nachdenken über eigene Rolle in der Natur und Versuchen der Immigration in die Natur und auch Schützen der Natur macht. Viele Übungen des "Qi Gong" versuchen, die körperliche Bewegungen von Tieren nachzumachen, wie die von Tigern oder Bären oder Affen usw..

    Das glauben viele Chinesen. Ich auch ein bisschen. Das ist die chinesische Kultur und einheimische Religion: Taoismus.

    Aber Falungong ist viel anders. Auch Taoisten meinen, dass es eine böse Religion(ich weiss nicht, ob ich es richtig übersetzt habe. In Chinesisch: 邪教, Xie Jiao). Ich habe vielmals selbst gesehen, wie diese sog. "Religion" Familien und Jungs zerstörten, die eigentlich fröhlich und normal leben könnten. Und die Meister des Falungongs haben es auch politisiert und benutzen es als ein Mittel gegen die Regierung. Da viele Anhänger ältere Leute(nicht über viele Kenntnisse der modernen Wissenschaft verfügen und leicht zu betrügen sind. Sie können ständig im chin. Fernsehen solche Fälle finden.) sind, kann diese "Xie Jiao" die gesellschaftliche Struktur Chinas zerstören, weil man nichts mit Älteren Leuten tun kann, weil jeder Kinder und Enkelkinder haben. Vergleichbar ist eine Organisation von Japan, die vor einigen Jahren Gas in der U-bahn von Tokio gelegt hatte, und einige amerikanische Organisationen, die verbreiteten, dass die Menschheit sich am Ende der Welt befindet und Selbstmord begehen sollte. Nicht zu vergessen ist, dass die Meister bei ihren Anhängern unheimlich viel Geld verdient haben.

    Und eingie Westler unterstützen solche Organisationen, auch einige deutsche Abgeordnete. Man muss ja vorsichtig sein. Die Deutschen sind sehr tolerante Leute. Aber wenn solche Organisationen in Deutschland auch toleriert werden, könnte es auch der deutschen Gesellschaft schwierige Probleme herbringen. Wenn das "Pandora-Box" geöffnet worden ist, kann man es schon nicht mehr einfach wieder zumachen.

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    • Jizhe1
    • 01.11.2011 um 8:46 Uhr

    Auch wenn die Diskussion um die Falungong-Sekte nicht wirklich hierher gehört - in Deutschland gelten sie automatisch als "gut", weil sie in China verfolgt werden. Doch wer die Texte des Sektenführers aufmerksam liest, wird viele seltsame Thesen finden: So geht es beispielsweise um eine Art "Rassenschande", da das Blut der verschiedenen Rassen nicht gemischt werden dürf und ähnlichen kruden Mist. Fragwürdig ist auch die Praxis, Gegener per Post und mit Drohungen zu bedrängen. Auchin Deutschland. So ist es zumindest mir mehrfach geschehen. Und dies auch noch auf gefälschtem Briefpapier einer internationalen Organisation, um dem ganzen etwas mehr Gewicht zu verleihen. Na prima!

    • Jizhe1
    • 01.11.2011 um 8:46 Uhr

    Auch wenn die Diskussion um die Falungong-Sekte nicht wirklich hierher gehört - in Deutschland gelten sie automatisch als "gut", weil sie in China verfolgt werden. Doch wer die Texte des Sektenführers aufmerksam liest, wird viele seltsame Thesen finden: So geht es beispielsweise um eine Art "Rassenschande", da das Blut der verschiedenen Rassen nicht gemischt werden dürf und ähnlichen kruden Mist. Fragwürdig ist auch die Praxis, Gegener per Post und mit Drohungen zu bedrängen. Auchin Deutschland. So ist es zumindest mir mehrfach geschehen. Und dies auch noch auf gefälschtem Briefpapier einer internationalen Organisation, um dem ganzen etwas mehr Gewicht zu verleihen. Na prima!

  3. Hallo kiaotschou,
    danke fuer die ausfuehrliche Erklaerung. Ich wuesste auch nicht, wie ich 邪教 uebersetzen wuerde. Frueher, als die katholische Kirche in Europa absolute Macht hatte, sprach sie von Haeresie und Ketzerei. Diese beiden Woerter sind eine ganz gute Uebersetzung von 邪教. Aber die Zeit ist seit vielen Jahrhunderten vorbei. Es gibt hier auch niemanden mehr, der absolute Macht hat.
    Manchmal wird Sekte als Uebersetzung vorgeschlagen, aber Sekte heißt nicht nur 邪教 sondern auch 分派, deshalb ist das verwirrend. Welche der zwei Bedeutungen gemeint ist, sieht man nur an dem Kontext 上下文.
    Ich glaube nicht, dass Falungong der deutschen Gesellschaft schaden kann. Es ist zu exotisch, und die Leute hier koennen damit wenig anfangen, weil sie es nicht verstehen.
    Mit dem tibetischen Buddhismus ist es nur wenig anders. Der ist genauso exotisch fuer die Deutschen wie Falungong. Trotzdem hat er in Deutschland Anhaenger. Ich glaube, das liegt nur am Dalai Lama. Der weiss naemlich genau, wie man mit westlichen Journalisten reden muss. Er hat lange Erfahrung damit, und er hat gute Berater dafuer. Unter den Han-Chinesen gibt es wohl niemanden, der das kann, auch bei der Regierung Chinas gibt es keinen. Deshalb wird ueber China im Westen nicht immer gut berichtet.

  4. Dass die westlichen Medien nicht immer gut über China berichtet, stimmt schon. Aber es gibt auch nicht immer gut von China. Vielleicht sollen beide Gedanken machen, wie man Public Relation besser macht, damit beide besser von beiden Völkern(!!!) besser verstanden werden können. Dafür braucht man echte Kenner.

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    Machen wir also Reklame fuer das Chinesischlernen!

    Machen wir also Reklame fuer das Chinesischlernen!

  5. Machen wir also Reklame fuer das Chinesischlernen!

  6. 38. Jawohl!

    Jawohl!

    • Jizhe1
    • 01.11.2011 um 8:25 Uhr
    39. ach was

    Zu vermuten Herr Sieren kenne China nicht... nun, dann googeln Sie Mal den Namen...
    Viele Chinesen sind nicht weniger gebildet als Europäer, dies gilt vor allem für die Städte.
    Hilfsbereitschaft nach einem Unfall werden Sie in Taiwan oder in einem chinesischen Viertel von Malaysia genauso wenig finden, wenn Sie den Menschen dort unbekannt sind ("Geht mich nix an...". Ist man erst Teil der Gesellschaft, überschlagen sich die Bekannten schier vor aufrichtiger Hilfsbereitschaft.

    Antwort auf "so ist es"
    • Jizhe1
    • 01.11.2011 um 8:46 Uhr
    40. Stimmt!

    Auch wenn die Diskussion um die Falungong-Sekte nicht wirklich hierher gehört - in Deutschland gelten sie automatisch als "gut", weil sie in China verfolgt werden. Doch wer die Texte des Sektenführers aufmerksam liest, wird viele seltsame Thesen finden: So geht es beispielsweise um eine Art "Rassenschande", da das Blut der verschiedenen Rassen nicht gemischt werden dürf und ähnlichen kruden Mist. Fragwürdig ist auch die Praxis, Gegener per Post und mit Drohungen zu bedrängen. Auchin Deutschland. So ist es zumindest mir mehrfach geschehen. Und dies auch noch auf gefälschtem Briefpapier einer internationalen Organisation, um dem ganzen etwas mehr Gewicht zu verleihen. Na prima!

    Antwort auf "Hallo Spitzbub"

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