Es gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Kultusministerkonferenz (KMK), eine verlässliche Prognose künftiger Studentenzahlen zu erstellen. Jede Menge Variablen müssen bedacht werden: Wie viele junge Menschen kommen ins studierfähige Alter? Wie viele dürfen oder wollen studieren? Bekommen sie überhaupt einen Studienplatz? »Die KMK hat die Studierneigung jahrelang zu optimistisch eingeschätzt«, sagt der Hochschulforscher Andrä Wolter von der TU Dresden. So sei etwa das tatsächliche Studienplatzangebot der Hochschulen ebenso wenig in die Berechnung eingeflossen wie die ausufernden Zulassungsbarrieren. Die KMK sei in ihren Berechnungen davon ausgegangen, dass von jenen, die theoretisch dürfen, zwischen 75 und 85 Prozent ein Studium wählten. »Tatsächlich pendelt die Quote seit den Neunzigern zwischen 70 und 75 Prozent.« Die Folge: Seit 2004 hinkten die Studienanfängerzahlen den Schätzungen hinterher.