Irak Ein Monat in der HölleSeite 4/4
Ein stellvertretender Schuldirektor: »Schüler und Studenten haben ihre Lehrer gezwungen, ihnen gute Noten zu geben. Wer nicht folgte, dem wurden die Beine oder Arme gebrochen, oder er wurde mit Mord bedroht. Solche Täter sitzen heute in leitenden Positionen und Regierungsämtern. Was soll da rauskommen?«
Man hört immer wieder folgende Zahlen: Ein Drittel der Lehrer wurde ermordet, ein Drittel ist geflohen, der Rest fügte sich. Der Terror gegen die Intelligenz hat System. Nur – wer hat dieses System ausgeheckt? Daban Shadala, Auslandsvertreter der irakischen Kurden in Wien: »Al-Qaida ermordet Lehrer und Studenten. Sie wollen, dass die Leute dumm bleiben, damit sie einen Gottesstaat errichten können.«
Wenn man hartnäckig nachfragt, trifft man junge Leute, zumeist Studenten, die gut Englisch können oder Deutsch, Schwedisch, Italienisch, Französisch und Spanisch lernen. Allerdings nicht nur, um Fachliteratur zu lesen. Standardantwort: »Ich habe einen Onkel (Bruder, Cousin et cetera) in Amerika (Deutschland…), wenn ich mit dem Studium fertig bin, verlasse ich das Land.«
Die Bombe nach dem Start. Rückflug von Bagdad nach Erbil, geplanter Start 12 Uhr. Ich fahre schon um 7 Uhr vom Hotel ab. Ein weiser Entschluss. Denn soeben hat sich ein Selbstmordbomber auf der Flughafenautobahn an einem Checkpoint in die Luft gesprengt und einen Polizisten mit in den Tod gerissen. Das Taxi umfährt die halbe Stadt. Zehn Kilometer vor dem Flughafen ist Schluss. Aussteigen, das Taxi muss zurück. Gepäck aufstellen, halb ausziehen. Der Bombenhund, ein wunderschöner deutscher Schäferhund, schnüffelt nach Sprengstoff. Ein lizenziertes Taxi bringt mich zum Flughafen. Vor dem Gebäude wieder Kontrolle mit Hund. Hinein in den Terminal, Kontrolle, alles auspacken und ausziehen, kein Hund. Das Ganze noch viermal, bis ich einsteigen darf. Letzte Kontrolle dann an der Gangway.
Abflug um 13 Uhr. Unter mir eine Stadt, in der sich am nächsten Tag eine 13-Jährige in die Luft sprengt und 20 Menschen mit in den Tod nimmt.
- Datum 25.06.2009 - 15:44 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 17.12.2008 Nr. 52
- Kommentare 10
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da fehlen einem die Worte!
Guter Report..
...aber leider wahr, wenn auch nahezu unglaublich. Ich bin erschüttert wie viel Schaden Bush anzurichten imstande war und hoffe für die Iraker, dass sie bald jemanden finden, der wieder so etwas wie Ordnung im Land herstellen kann.
Endlich mal kein "bereinigter" Report.
Da wird endlich mal berichtet was dieser "Präventiontskrieg" angerichtet hat und noch anrichtet.
Wieder ein Ereignis, wofür sich die USA entschuldigen müssten. Anders als im zweiten Weltkrieg schreibt der Gewinner hier nicht die Geschichte denn es gibt keinen Gewinner. Ich hoffe das das als Mahnung in Erinnerung bleibt.
das Abendland dem Anderen antut, ohne Gewissen, ohne Reue, ohne Moral, ohne Berechtigung, ohne Toleranz ohne gar nichts, nur im Namen des ICHs, ob Irak, Afghanistan, Libanon, Palästina. Dieselbe Hasskultur und Vernichtungswille gestützt von demselben Fundament ihrer Existenzberechtigung: Gewalt, Waffen, Rassismus (alter oder moderner), Ausbeutung, ob in Amerika mit den Ur-Indianern, Afrika oder anderswo auf dieser Welt. Keine menschliche Botschaft, nur darwinistische Wahrnehmung der menschlichen Existenz und als Maxima nur danach Handeln:
Der Stärkere überlebt und darf!
Wie Roger Garaudy in seinem Buch "Verheißung Islam" schrieb:
Der Westen ist während der vergangenen 1000 Jahre der größte Verbrecher in der Geschichte
Und ich würde behaupten auch in den nächsten 1000 Jahren wird er es sein, solange sich die Anderen nicht wehren.
... unter Ausblendung von etwa 10.000 anderen Tatsachen. Ihr Bemühen den ein oder anderen Konflikt auch schön am Laufen zu halten, ist nicht verkennbar.
Würden sie sich auch nur in kleinsten Ansätzen außerhalb ihrer Welt mit dieser auseinandersetzen, hätten sie wahrscheinlich ja schon einmal unter Umständen bemerken können, daß ausnahmslos alle von ihnen angebrachten Punkte so ziemlich jedem Kulturkreis zugerechnet werden können. Innerhalb der letzten 1000 Jahre wie davor und mit der Hilfe von ihresgleichen auch weiterhin.
Denken sie doch einmal ihre Aussagen nur auf den arabischen Kulturkreis reflektiert, da kannte man in diesem während der letzten 1000 Jahre weder eine eigene Hasskultur, noch Vernichtungswillen gegenüber Anderen, weder Rassismus, noch den Willen zu Ausbeutung und Unterdrückung, ... selten so gelacht.
Die wirklich schlimmen Folgen von Kommentaren wie den ihren liegen in der Zukunft. Anstatt sich einmal mit den tatsächlichen Ursachen für die Masse der Konflikte zu beschäftigen, suhlen sich in Schuldzuweisungen.
Haben sie sich z.Bsp. jemals gefragt, warum es den Spaniern gelang mit ein paar hundert Mann das Aztekenreich in Mittelamerika zu erobern? Ich werde es ihnen verraten, weil es nach dem Prinzip "Teile und herrsche" gelang die dortigen Menschen gegeneinander auszuspielen. Was uns zu der interessanten Frage führt, erkannte der einzelne Soldat, besoffen gequatscht von den jeweiligen Heilsversprechen noch, das weder spanische noch Aztekenherrschaft in seinem Interesse lagen. Versuchten die einzelnen Stämme nur das ihrer Meinung nach geringere Übel zu wählen?
Alles Fragen, welche man sich stellen sollte. Genauso wie Fragen, welche Formen in UN und WTO sinnvoll sind, um allen Menschen ein normales Lebensrecht bieten zu können. Fragen nach Resourcenverteilung, ... ... ... ....
Fragen, welche durch substanzlose, inhaltsleere, historisch einseitige Tiraden wie ihre unmöglich gemacht werden.
Bei meinem Kommentar (Nr.6) handelt es sich um eine Antwort auf Kommentar Nr.5. Aus Versehen vergaß ich das Nutzen der Antwortfunktion. Sollte es im Nachhinein noch möglich sein, möchte ich um eine nachträgliche entsprechende Verlinkung und das Löschen dieses Hinweises bitten.
Vielen Dank
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Haette Amerika das Geld was es fuer die Zerstoerung des Landes aufgebracht hat. In den Aufbau einer Opposition zur Bath-Partei gesteckt.
Gleichzeitig grosszuegig Entwicklungshilfe geleistet. So haetten wir heute vielleicht dort einen bluehenden Staat.
Mit all den Geldern des Irakkrieges, haette man dieses Land in eine bluehende Oase verwandeln koennen.
Je mehr die Menschen zu verlieren haben, desto eher sind Sie an einem geordneten Staat interessiert.
Wer nichts zu verlieren hat, keine Zukunft hat dem mag es vielleicht sogar als eine Erloesung erscheinen wenn er sich in die Luft sprengen kann.
Also anstatt Gewalt waere es besser das Land aufzubauen --> Wohlstand und gute Bildung sind der Feind des Terrorismus.
Wenn die Leute im Irak eine Funktionierende Wirtschaft haetten so koennten Sie auch Deutsche/Europaeische Produkte kaufen und damit die Wirtschaft hier ankurbeln.
So haette man sogar noch was fuer die Wirtschaft getan.
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