Flüchtlinge: An Bord sind Maria und Josef
Auf der italienischen Insel Lampedusa kommen die Bootsflüchtlinge aus Afrika an. Dann verliert Europa sie aus den Augen

© Mauricio Esse/AFP/Getty Images
Illegale Migranten aus Somalia, aufgegriffen bei Lampedusa (2007)
Lampedusa - Die Tür am Eisengitter, das die Mole absperren soll, ist nur angelehnt. Der Zollbeamte, der mich wegschicken will, weil ich keine Genehmigung habe, begnügt sich nach einem kurzen Wortwechsel damit, dass ich zwei, drei Meter zurückgehe. Heute hätten sie offiziellen Besuch, erklärt er beinah entschuldigend, und nickt in Richtung der beiden Herren in dunklen Anzügen. Die jungen Araber, die auf dem Boden hocken, sind die ersten Bootsflüchtlinge nach Tagen, in denen die See stürmisch war. Haben ein Fischerboot geklaut, sagen sie, und sind gestern losgefahren, neun Freunde, alle um die zwanzig, modische Frisuren, mit knöchellangen Jeans, wie sie Hip-Hopper tragen – ein Nachdenklicher mit Brille, ein Schönling mit langen Haaren, ein Wortführer, betont gelassen.
Sonntagsausflügler nennen sie hier die Flüchtlinge, die es auf eigene Faust versuchen, oft spontan, und gegen alle Erwartung auch noch zügig durchkommen, weder abgetrieben noch abgefangen werden, sie fahren in Tunesien los und betreten keine vierundzwanzig Stunden später europäischen Boden. Die Verblüffung ist ihren Gesichtern abzulesen. Nicht einmal besonders erschöpft wirken sie, wirklich wie Sonntagsausflügler, denke ich jetzt auch. Die meisten anderen Flüchtlinge sind Tage unterwegs, weil sie große Bögen fahren, um den Patrouilleschiffen der europäischen Frontex-Agentur zu entweichen, die die Flüchtlingsboote weit vor den europäischen Hoheitsgewässern abzufangen versucht. Die Ärzte ohne Grenzen, die am Hafen warten, erleben oft den reinen Horror, wenn die Boote eintreffen, dreißig, vierzig Menschen, die für den beengten Platz an der sengenden Sonne buchstäblich ihr letztes Hemd gegeben haben, halb oder ganz tot vor Durst, Erschöpfung, Übelkeit, und sie, die neun Freunde, sie fahren, ohne lange nachzudenken, los wie auf eine Spritztour, kein Unwetter, keine Krankheiten, kein Motorenschaden, nicht einmal eng haben sie es, nicht einmal Sonne, weil sie alle unters Dach des Kutters passen, und schlüpfen durch die Maschen des Paradieses, wie sie Schengen in Afrika nennen. Die Ärzte ohne Grenzen kommen nicht zum Einsatz.
Die Beamten bringen die jungen Männer ins Aufnahmelager, wo schon bei regulärer Belegung mit 700 Flüchtlingen eine Bevölkerungsdichte wie in keinem japanischen Hochhaus herrscht. Als Matratze dient grob geschnittener Schaumstoff, wie man ihn auf dem Bau als Isoliermaterial verwendet, als Bettzeug Papier, alles Geschirr Einweg. Wenn man Menschlichkeit nicht nach den Mindeststandards eines europäischen Gefängnisses definiert, sondern als Sattwerden, Schlafstatt, Kleidung, keine Schläge, keine groben Worte, für den Notfall einen Arzt und sogar eine Psychologin, ja, dann ist das Lager menschlich.
Ein, zwei Wochen werden sich die Tunesier dort langweilen, bevor sie in ein weiteres Lager auf dem Festland überführt werden. Mit Tunesien besteht noch kein Rückführungsabkommen, deshalb haben sie gute Chancen, nach drei, vier oder acht weiteren Monaten Trostlosigkeit mit einem Ausweisungsbescheid auf die Straße geschickt zu werden, den sie in den Papierkorb werfen werden. Alle wissen das, auch der Staat. Die meisten ziehen ohnehin weiter nach Norden, bekümmern die Italiener daher nicht sehr, und wer bleibt, wird gebraucht: Ohne die illegalen Arbeitskräfte in Italien, die zwei, drei Euro die Stunde verdienen, gäbe es in Deutschland keine Pfirsiche für zwei, drei Euro das Kilo. Allein in Sizilien sollen dreißig- bis vierzigtausend Illegale auf den Feldern arbeiten.
Die Unaufgeregtheit, mit der die neun tunesischen Freunde befragt und nach nicht einmal zwanzig Minuten abgeführt werden, lässt vergessen, dass ihre Situation gleichwohl existenziell ist, der Bruch mit allem, was ihr bisheriges Leben war, der Beginn eines Lebens, dessen Konturen sie nicht einmal ahnen, in Europa zwar, ja, im Gelobten Land, aber ohne Rechte, ohne Krankenversicherung, ohne soziale Absicherung, immer in Angst vor der Polizei. Inmitten der Dramen, die sich sonst auf dem Mittelmeer und noch auf der eigentlich abgesperrten Mole im Hafen von Lampedusa abspielen, mutet ihre Schicksalswende wie ein Normalfall an, den es fast nicht mehr gibt.
Viele Tausende Menschen haben die Zollbeamten und mit ihnen die Ärzte ohne Grenzen in diesem Jahr auf Lampedusa in Empfang genommen, plus die neun Tunesier von heute, aber im Dorf sieht man von ihnen nichts. Ihr Lager, ein, zwei Kilometer außerhalb hinter einem Hügel, ist auf keiner Karte verzeichnet, durch kein Schild ausgewiesen und nur mit Sondergenehmigung zu betreten, die zu erlangen man sämtliche Fragen eine Woche im Voraus schriftlich einreichen muss. Nur am Hafen könnte man einen Blick auf die Flüchtlinge werfen, in der kurzen Spanne zwischen Landung und Abtransport, doch nur vom Hügel aus, der sich über den Hafen erhebt, da vor der Mole selbst Betonklötze die Sicht versperren. Wie gesagt, das Tor ist offen, jeder könnte zur Anlegestelle spazieren, doch das tun nur Berichterstatter wie ich, die sich Lampedusa als wer weiß welches Inferno vorgestellt hatten.
Wie die Ärzte ohne Grenzen berichten, konnten die Flüchtlinge früher aus dem Lager ausbüchsen, der Stacheldraht hatte einige Löcher, aber was sollten sie schon ohne Geld auf einer Insel tun, auf der sie nicht einmal untertauchen können? Einmal hatten sich drei, vier Schwarze im Ort umgesehen und sogar ein Bier bestellt, ohne es bezahlen zu können, da setzte der Bürgermeister die Meldung in die Welt, die Flüchtlinge lungerten in den Bars herum, würden sich kostenlos betrinken und die Touristen anpöbeln. Glaubt man ihm, geht die Insel gerade unter. Tatsächlich, sagen fast alle Menschen, mit denen ich ins Gespräch komme, bemerkten sie kaum etwas von den Flüchtlingen, die meisten haben seit Jahren keinen getroffen. Wer seinen Urlaub in Lampedusa verbringt, interessiert sich nicht für Sehenswürdigkeiten einer schmucken Altstadt oder schöne Landschaften, die es nicht gibt. Er kommt wegen des Meeres. Er will sonnenbaden, schwimmen oder tauchen, zumal wenn es anderswo in Italien zu kalt geworden ist dafür. Keine Realität hindert ihn daran.
Auf der ganzen Welt haben die Reichen ihre Methoden verfeinert, mit denen sie die Wirklichkeit aussperren, haben Zäune gebaut, Mauern, Feindbilder, um das Elend nur ja nicht zu sehen, aber dass es ihnen sogar auf Lampedusa gelingt, bei einer Einwohnerzahl von 5000, stellt jede gated community in den Schatten. Nicht dass sie kein Thema wären. O ja, mit ihnen als Thema, fast nur mit ihnen, hat der Bürgermeister die letzte Wahl gewonnen. Das Krankenhaus ist vorher schon nicht gebaut worden, aber jetzt wird es nicht gebaut, weil die Flüchtlinge bevorzugt werden. Sollen doch die Kirchen sie aufnehmen, schimpft der Bürgermeister, wenn ihr Schicksal dem Vatikan so sehr am Herz liegt, die Kirchen und Klöster im ganzen Land. Man soll weit vor der Küste schwimmende Auffanglager einrichten, fordert seine Stellvertreterin. Man soll sie abknallen, rät deren Parteichef, Umberto Bossi von der Lega Nord, hat es wörtlich gesagt: »Nach der zweiten oder dritten Warnung – bumm. Dann schießt die Kanone, ohne noch viel zu reden. Die Kanone tötet. Sonst kommen wir nie zu einem Ende.«
Alle starren auf das erleuchtete Schiff mit den Geretteten im Bauch
Es hat gestürmt. Durch teichgroße Pfützen fahre ich nachts mit dem Motorroller die menschenleere, aber hell erleuchtete Uferpromenade auf und ab, bis ich am äußersten Ende des alten Hafens Menschen vor einem französischen Kriegsschiff entdecke. Wahrscheinlich ist es zu groß für die abgesperrte Mole, die für die Flüchtlinge vorgesehen ist. 65 Somalier sind im Unwetter gerettet worden, schnappe ich auf, darunter dreizehn Frauen, 80 Seemeilen vor der libyschen Seemeile, eine Schwangere, fünfter Monat, ein Verletzter. Dass es ein Frontex-Schiff ist, das die Flüchtlinge aufgenommen hat, und so nah an der libyschen Küste, wundert die Ärzte ohne Grenzen. Genaues weiß niemand, aber alle meinen, auch die Frau vom Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen, dass Frontex dafür da sei, die Flüchtlinge von Europa abzuhalten, nicht, sie nach Europa zu bringen. Wer für den italienischen Staat arbeitet, außer den Zollbeamten und Carabinieri auch die Mitarbeiter des Aufnahmelagers, gibt sich durch Latexhandschuhe zu erkennen.
Und die Flüchtlinge, frage ich, wo sind sie?
Da der Bus noch nicht eingetroffen ist, sitzen sie im Schiffsinnern, wo sie es wärmer haben. Die Chiffre »Somalier« kannte ich bereits: Wahrscheinlich gehören sie einer einzigen Familie oder einem einzigen Clan an, ihre Flucht hat vor Monaten begonnen, zu Hause hatten sie Krieg, kann sein, dass sie vertrieben worden sind, bestimmt gab es Tote. Seit Monaten auf der Flucht, unter dramatischen Umständen. Das Gegenteil von Sonntagsausflüglern. Soldaten reichen vom Deck große rote Plastiktüten, die beinah leer sind, für jeden Flüchtling eine, nehme ich an, deren Habseligkeiten. Alle auf der Mole sprechen mit gedämpfter Stimme, ob mit oder ohne Latexhandschuhe, flüstern beinah und reden überhaupt nur sehr wenig, stehen nur da und starren aufs erleuchtete Schiff mit den 65 Geretteten im Bauch, als warteten sie aufs Christkind. Wenn sich jetzt alle an den Händen fassten, mit und ohne Latexhandschuhen, um ein Weihnachtslied zu singen – ich wäre nicht einmal überrascht, so dankbar bin ich für den Segen, den Rettung doch bedeutet.
Flüchtlingsorganisationen schätzen, dass auf drei Flüchtlinge, die Europas Küsten erreichen, ein Ertrunkener kommt. Selbst Italiens rechter Außenminister Franco Frattini geht von mehreren Tausend Opfern pro Jahr aus. Auch wenn kein europäischer Politiker es zu bemerken scheint: Die Flüchtlinge auf Lampedusa bedeuten keine Katastrophe, sondern zunächst einmal, dass diese Menschen überlebt haben. Dann fällt mir ein, dass ich der Einzige bin, der eine solche Landung zum ersten Mal sieht, aber ein tunesischer Übersetzer wird ebenfalls pathetisch, als ich ihn anspreche, und seine Augen glänzen.
Wenn der Begriff des Märtyrers heute eine Bedeutung habe, sagt er, der Gedanke der Zeugenschaft, was das arabische Wort schahâda genau bedeute, dann für sie, die im Schiffsbauch warten, um ans Licht zu treten, und alle anderen Flüchtlinge dieser Nacht, die es nicht mehr erblicken. Sie seien die Zeugen unserer Zeit. Das deutsche Wort Martyrium trifft es allerdings auch nicht schlecht. Und dann sprechen wir über Jona und die Flüchtlinge in den heiligen Büchern, über Maria, Josef und das Jesuskind, und ich sage, dass diese Geschichten nicht einer fernen Vergangenheit angehören, sondern hier stattfinden, dreihundert Meter vom Strand, wo die Urlauber morgen wieder baden, und da hinten sind die Hafenrestaurants, in denen sie zu Mittag essen, wenn das französische Kriegsschiff längst wieder vor Libyen kreuzt, um andere Flüchtlinge aufzuhalten.
Noch bevor der Bus eintrifft, spüre ich die Unruhe, die alle erfasst, eine stille Aufregung, obwohl sich nur drei Soldaten auf dem Schiff in Bewegung gesetzt haben. Durch eine Luke treten sie ins Schiffsinnere und kurze Zeit später mit den ersten Flüchtlingen wieder hervor, die sie am Arm stützen, einem älteren Mann zuerst, der offenbar am Bein verletzt ist, dann der Schwangeren, wirklich wie Josef und Maria, geht es mir durch den Kopf, zwei unglaublich Fremde, nicht nur wegen ihrer dunklen Haut und dem weiten, exotischen Gewand der Frau mit dem roten Kopftuch, das nach somalischer Art bis über den Bauch reichte, viel fremder ihre Blicke, verstört, scheu, ängstlich und doch dankbar dem Leben dafür, dass sie es behalten haben.
Hinter Maria die Prozession der übrigen Flüchtlinge, erst die Frauen, junge Mädchen die meisten, viel zierlicher als Europäerinnen oder die Schwarzafrikanerinnen am Nachmittag im Flüchtlingslager, dann die Männer, ebenfalls schmächtig, die ihre ersten Schritte so behutsam auf die Erde setzen, als sei es das erste Mal. Und wirklich ist es ja wie eine Neugeburt für sie.
Ich will sie begrüßen, auf Arabisch »Friede sei mit euch!« rufen oder ihnen wenigstens zulächeln, aber weil niemand es tut, traue ich mich nicht, und so wanken sie ohne jeden Kommentar der Umstehenden, ohne Begrüßung oder Bekundungen der Freude einer nach dem anderen aus dem Schiffsbauch hervor, wanken an der Hand der französischen Soldaten die paar Meter übers Deck und werden von italienischen Soldaten, die an der Mole warten, über die Brücke ans Land geleitet und in den Bus gesetzt, um auf den Matratzen aus Isoliermaterial und dem Bettzeug aus Papier gründlich auszuschlafen. Ich zittere, so ergriffen bin ich, das Leben zu sehen, das nackte Leben wie bei einer Geburt oder beim Sterben, das Leben als das, was es ist: ein Geschenk.
Ein Gewitter auf See kann den Tod bedeuten
Als die Flüchtlinge schon abgefahren sind, unterhalte ich mich mit dem Kapitän, der eigens für mich von Bord kommt.
– Gratulation, ist das Erste, was ich sage, ich gratuliere Ihnen herzlich!
– Warum?, lächelt der Kapitän, ein groß gewachsener, sportlicher Mann von vielleicht vierzig Jahren, und weiß doch sofort, was ich meine. Ihm wenigstens ist die Rührung anzumerken.
Ich erfahre, wie sie die Flüchtlinge entdeckt haben, dicht gedrängt auf einem kleinen Holzboot, nein, nicht im Sturm, da wäre es zu spät gewesen, sondern kurz davor, als es noch hell war.
– Wie haben die Flüchtlinge reagiert, als sie Ihr Schiff gesehen haben?
– Sie haben diskutiert, das sahen wir von Weitem, einige freuten sich und winkten, andere hatten Angst und schienen für Flucht zu plädieren. Mit unseren Beibooten versperrten wir ihnen den Weg. Als wir ihnen sagten, dass wir sie nicht nach Libyen zurückbringen würden, ja, von da an haben sich alle gefreut, da haben sie gejubelt. Kurz danach zogen sich die Wolken zusammen, da wurden sie plötzlich ganz still, und als das Gewitter ausbrach, wurde ihnen klar, wie knapp sie dem Tod entronnen waren.
– Wie ist es mit anderen Flüchtlingen, die heute Nacht auf Booten unterwegs waren?, frage ich, Gibt es eine Chance, dass jemand überlebt hat?
Der Kapitän denkt nach und sagt dann:
– Null Prozent.
Als ich nach Frontex frage, bricht es beinah aus ihm heraus:
– Wenn ich ein Holzboot mit 65 Menschen auf dem offenen Meer sehe, und ein Sturm zieht herauf, dann ist mir Frontex scheißegal, dann denke ich nicht an Immigration, an Papiere, an Zollbehörden. Dann rette ich sie, verdammt noch mal.
Für ihn als Kapitän, fährt er fort, um seinem kleinen Ausbruch eine Erklärung beizugeben, stünde das Seerecht über etwaigen EU-Verordnungen, er dürfte also gar nicht anders handeln.
– Sieht das jeder Kapitän so?, frage ich. Ihm ist sofort bewusst, dass ich auf die Berichte über Frontex-Einsätze anspiele, bei denen die Soldaten in die Schlauchboote stechen oder den Flüchtlingen das Wasser und die Nahrung nehmen, um sie an der Weiterfahrt zu hindern.
– Ich bin mir sicher, sagte er, dass jedenfalls alle französischen Kapitäne genauso gehandelt hätten, außerdem hatte ich die Zustimmung meiner Einsatzleitung.
Ich bin mir sicher, dass er genauso gehandelt hätte auch ohne die Zustimmung seiner Einsatzleitung.





Wir alle kennen die Bilder verzweifelter Menschen die im Mittelmeer aufgegriffen und interniert werden. Was danach passiert geht dagegen oft unter. Die Versuche der Politik bereits in Afrika durch gezielte Finanzhilfen die Menschen davor abzuhalten diese lebensgefährliche Fahrt zu machen, oder Rückführungsabkommen zu schließen haben, bisher wenig Früchte gezeigt.
Was bisher in einigen wenigen Dokumentationen herauskam, ist dass ein Flüchtling der es in diese Lager geschafft hat, im Grunde genommen am Ziel ist. Er wird irgendwann von Lampedusa aufs Festland verlegt, wo er dann im geeigneten Moment ausbüchst. In Italien gibt es inszwischen ganze Enklaven illegaler Einwanderer, die unter prekären Verhältnissen in der Illegalität leben. So lange es aber im Endeffekt doch so einfach ist in die EU zu kommen, zieht das in Zukunft noch viel mehr Menschen an. Hier entsteht gerade ein Problem für das nächste Jahrzehnt.
Eine Lösung kann es eigentlich nur zusammen mit den südlichen Mittelmeeranrainern geben.
mit heimeligen auffanglagern in Libyen und Marokko/Mauretanien?
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mit heimeligen auffanglagern in Libyen und Marokko/Mauretanien?
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Vor der Küste des Senegal wurde das Meer von EU-Fangflotten leergefischt. Ganze Fischerdörfer sind dort heute ohne Einkommen.
Ein Teil der Flüchtlinge auf den Kanarischen Inseln kommt genau aus diesen Dörfern. Klar, sind natürlich alles Wirtschaftsflüchtlinge deshalb.
Können die nicht einfach verhungern wie anständige Menschen ?
Eigentlich ist in der 200 Meilen Zone der Fischfang nur mit Einverständnis des entsprechenden Staates (z.B. Senegal oder Somalia) möglich. Für die traditionelle Fischerei ist das ein hinreichender Schutzabstand. Wer dort sonst fischt handelt also illegal.
Was ist ihr Vorschlag? Soll Europa Weltpolizei spielen und die Autorität in fremden Hoheitsgewässern übernehmen?
Zumindest in Somalia wo es keine Zentralgewalt mehr gibt, hätte ich mir eine Kombination von dem Kampf gegen die Piraterie mit der Kontrolle der Einhaltung der 200 Meilen Zone zum Schutz der heimischen Fischerei gewünscht. Natürlich alles abgesegnet durch die UN. In Staaten mit funktionierender Zentralgewalt geht das aber nur auf Einladung durch diese Staaten.
Eigentlich ist in der 200 Meilen Zone der Fischfang nur mit Einverständnis des entsprechenden Staates (z.B. Senegal oder Somalia) möglich. Für die traditionelle Fischerei ist das ein hinreichender Schutzabstand. Wer dort sonst fischt handelt also illegal.
Was ist ihr Vorschlag? Soll Europa Weltpolizei spielen und die Autorität in fremden Hoheitsgewässern übernehmen?
Zumindest in Somalia wo es keine Zentralgewalt mehr gibt, hätte ich mir eine Kombination von dem Kampf gegen die Piraterie mit der Kontrolle der Einhaltung der 200 Meilen Zone zum Schutz der heimischen Fischerei gewünscht. Natürlich alles abgesegnet durch die UN. In Staaten mit funktionierender Zentralgewalt geht das aber nur auf Einladung durch diese Staaten.
mit heimeligen auffanglagern in Libyen und Marokko/Mauretanien?
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Der Vergleich mit "Maria und Josef" ist völlig verfehlt. Nach dem Matthäus-Evangelium sind M. u. J. vor einer akuten Verfolgung für einige Jahre geflohen, um danach zurückzukehren, sobald die Gefahr vorüber war. Also im Gegensatz zu den illegalen Immigranten, die gerne in Europa leben und arbeiten würden - was wir aber eben weder moralisch noch sonstwie verpflichtet sind zu dulden. Und da das einzige Argument gegen eine illegale Migration die sichere Aussicht auf Abschiebung ist, sollte man alles daransetzen, um sie mit diesem Argument zu überzeugen.
Da N. Kermani meines Wissens kein Christ ist, sollte er im übrigen diese widerlichen Griffe nach der Tränendrüse seiner christlichen Mitbewohner gefälligst bleiben lassen. Mich stößt das nur umso mehr ab.
die christliche ethik verbietet einem, von dem sie annimmt, er könnte vielleicht einer anderen anhängen, das wort? - großartig. genauso war das gleichnis vom barmherzigen samariter gemeint, wa?
die christliche ethik verbietet einem, von dem sie annimmt, er könnte vielleicht einer anderen anhängen, das wort? - großartig. genauso war das gleichnis vom barmherzigen samariter gemeint, wa?
die christliche ethik verbietet einem, von dem sie annimmt, er könnte vielleicht einer anderen anhängen, das wort? - großartig. genauso war das gleichnis vom barmherzigen samariter gemeint, wa?
Ich bin nicht die "christliche Ethik". Ich nehme mir nur das Recht heraus, von diesem ranschmeißerischen Stil angewidert zu sein. Ich habe auch nie behauptet, daß N.K. sich überhaupt nicht äußern soll, sondern daß bestimmte Argumente aus seinem Mund auf mich abstoßend wirken.
Ich bin nicht die "christliche Ethik". Ich nehme mir nur das Recht heraus, von diesem ranschmeißerischen Stil angewidert zu sein. Ich habe auch nie behauptet, daß N.K. sich überhaupt nicht äußern soll, sondern daß bestimmte Argumente aus seinem Mund auf mich abstoßend wirken.
Eigentlich ist in der 200 Meilen Zone der Fischfang nur mit Einverständnis des entsprechenden Staates (z.B. Senegal oder Somalia) möglich. Für die traditionelle Fischerei ist das ein hinreichender Schutzabstand. Wer dort sonst fischt handelt also illegal.
Was ist ihr Vorschlag? Soll Europa Weltpolizei spielen und die Autorität in fremden Hoheitsgewässern übernehmen?
Zumindest in Somalia wo es keine Zentralgewalt mehr gibt, hätte ich mir eine Kombination von dem Kampf gegen die Piraterie mit der Kontrolle der Einhaltung der 200 Meilen Zone zum Schutz der heimischen Fischerei gewünscht. Natürlich alles abgesegnet durch die UN. In Staaten mit funktionierender Zentralgewalt geht das aber nur auf Einladung durch diese Staaten.
In vielen Fällen gibt es zwischen der EU und anderen Staaten Fischereiabkommen, in denen europäischen Schiffen das Recht auf Fischfang im Rahmen bestimmter Mengen eingeräumt wird, was häufig mit finanzieller Unterstützung für den betreffenden Staat gekoppelt ist. Mit dem Senegal bestand jahrelang ein solches Abkommen, das offenbar gegenwärtig nicht in Kraft ist (2006 ausgelaufen und bisher nicht verlängert). Über den aktuellen Stand kann man sich jeweils auf den Webseiten der Kommission informieren.
Und grundsätzlich hat Nr. 6 recht: Es ist die Aufgabe des einzelnen Staates, hier unter anderem an die Interessen der eigenen Bevölkerung zu denken und an die Lebensmöglichkeiten für traditionelle Kleinfischer.
In vielen Fällen gibt es zwischen der EU und anderen Staaten Fischereiabkommen, in denen europäischen Schiffen das Recht auf Fischfang im Rahmen bestimmter Mengen eingeräumt wird, was häufig mit finanzieller Unterstützung für den betreffenden Staat gekoppelt ist. Mit dem Senegal bestand jahrelang ein solches Abkommen, das offenbar gegenwärtig nicht in Kraft ist (2006 ausgelaufen und bisher nicht verlängert). Über den aktuellen Stand kann man sich jeweils auf den Webseiten der Kommission informieren.
Und grundsätzlich hat Nr. 6 recht: Es ist die Aufgabe des einzelnen Staates, hier unter anderem an die Interessen der eigenen Bevölkerung zu denken und an die Lebensmöglichkeiten für traditionelle Kleinfischer.
Ich bin nicht die "christliche Ethik". Ich nehme mir nur das Recht heraus, von diesem ranschmeißerischen Stil angewidert zu sein. Ich habe auch nie behauptet, daß N.K. sich überhaupt nicht äußern soll, sondern daß bestimmte Argumente aus seinem Mund auf mich abstoßend wirken.
was ist denn mit Navid Kermanis mund?
was ist denn mit Navid Kermanis mund?
was ist denn mit Navid Kermanis mund?
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