Eine Studie erregt Aufsehen
Ludger Wößmann, 35, befindet sich im Forscherglück: Für eine Studie konnte der Bildungsökonom bislang kaum ausgewertete Statistiken aus dem Preußen des 19. Jahrhunderts ausfindig machen, mit denen sich die protestantischen Einflüsse in der deutschen Wirtschaftsgeschichte neu interpretieren lassen. Wößmann, Professor für Volkswirtschaftslehre und Bereichsleiter am ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München, und sein Mitautor Sascha Becker, inzwischen Professor an der Universität Stirling in Schottland, rütteln mit den Methoden moderner Ökonometrie auch an einer Ikone der soziologischen Literatur – Max Webers (1864 bis 1920) Hauptwerk Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, das erstmals um 1905 herum erschien. Ludwig Wößmanns Forschungen haben sogar jenseits des Atlantiks große Aufmerksamkeit erregt: 2009 soll die Arbeit in dem von der Harvard-Universität herausgegebenen Quarterly Journal of Economics veröffentlicht werden – eine Auszeichnung, die deutschen Ökonomen nur selten zuteil wird.
Foto: Michael Herdlein
- Datum
- Quelle DIE ZEIT, 23.12.2008 Nr. 01
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