Klassik

Renaissance-Transkriptionen von Harrison Birtwistle, Georg Kröll und anderen

Das Lied spricht zum Komponisten: »Wie ein Mönch warte ich einsam auf meine Verwandlung.« Er erhört die Klage und setzt es neu, für Bläser, Streicher, Klavier und Glockenspiel: Harrison Birtwistle hüllt die Motette Ut heremita solus von Johannes Ockeghem in ein Kleid aus farbigen Flicken, umwerfend wie eine Laune der Haute Couture. Dass solche Übertragungen wahrlich keine mönchischen Übungen sind, zeigt beispielsweise auch Georg Kröll, der aus seiner Thomas-Tallis-Transkription Felix namque es eine Geschichte mit mehreren Episoden macht. Das Ensemble Recherche lässt erst das alte Thema glänzen, dreht dann auf, hüpft bukolisch über Stock und Stein und rockt schließlich los, dass es einem den Atem verschlägt. Verwandlung allerorten: launig, gewitzt, bizarr, fetzig, brillant – das Lied ist jetzt in bester Gesellschaft. Frank Hilberg

Coviello COV 60812, www.covielloclassics.de

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 23.12.2008 Nr. 01
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