Olaf UnverzartS Deutsche SZENEn

Wenn das Wort Deutschland im Titel einer Fotoserie (oder eines Buches) auftaucht, stellen sich wie von selbst Bilder, also Empfindungen ein, in denen Neuschwanstein und Jägerzäune eine Rolle spielen – Traum und Peinlichkeit. Totale Romantik, totale Provinz. Doch obwohl es gemischte Gefühle sind, mit denen wir uns im Spiegel der Fotografie und Literatur betrachten, können wir dem Blick in den Spiegel nicht widerstehen. Wer sind wir? Sind wir schön?

Olaf Unverzarts Bilder antworten auf diese Frage: Manchmal schon. Und manchmal wird er Fotos liefern, die Jochen in seiner Wohnung heißen oder Rauhaardackel in Thüringen – alles klar, denkt man dann und versucht ein tapferes Lächeln.

Doch es sind auch andere Bilder zu erwarten. Sein Mädchen in Straubing im grünen Sommerkleid ist eine deutsche Schwester des sambaleichten Girl from Ipanema, selbst wenn sie hundert Mal an einer tristen Garagenwand entlangschwebt. Sein Aufstieg in den Alpen ist ein Bild wie aus einem Abenteuerfilm, den wir vor langer Zeit gesehen haben und dessen Helden wir nicht vergessen können. Die neue Serie beginnt mit Eva, Türsteherin in Berlin-Mitte. Ein Gesicht, in dem Züge unserer Gegenwart lesbar sind – dieses verhaltene Spiel von Hoffnung und Härte. Sie dürfen, werte Leserinnen und Leser, auf eine Deutschlandreise hoffen, die nicht »Stille Tage im Klischee« heißt. Wolfgang Büscher

»Oma-Putzeimer in Bayern« und »Aufstieg in den Alpen«

In diesem Heft beginnt unsere neue Fotografie-Kolumne. Der Münchner Olaf Unverzart reist für das ZEITmagazin mit der Kamera durchs Land

»Brandenburger Tor in Berlin« und »Modern-Talking-Sticker in Hessen«

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 23.12.2008 Nr. 01
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