Modedroge Schall und Rauch

Die Behörden müssen aus dem Fall Spice Konsequenzen ziehen.

So einfach geht das: Man nehme ein paar x-beliebige Kräuter, mische eine psychoaktive Chemikalie darunter und verkaufe das Ganze als Räuchermischung an Jugendliche. Was die Londoner Firma Psyche Deli mit ihrer vermeintlichen »Biodroge« Spice angerichtet hat, ist, mit Verlaub, eine Schweinerei – das steht spätestens fest, seit eine Frankfurter Pharmafirma in mehreren Proben ein synthetisches Cannabinoid nachweisen konnte.

Erschreckender als das verantwortungslose Verhalten der Hersteller ist jedoch etwas anderes: Wieso kann in Deutschland eine Substanz, die viermal so potent ist wie der Wirkstoff von Cannabis, völlig unkontrolliert in die Hände von Kindern und Jugendlichen gelangen? Spice gibt es nicht erst seit ein paar Monaten. Dass die Konsumenten die Kräuter nicht als Raumerfrischer verwenden, sondern rauchen, ist auch kein Geheimnis. Aber um den Kontrollen der deutschen Behörden zu entgehen, genügt offenbar der knappe Vermerk »Nicht zum Verzehr geeignet«.

In der Schweiz hat es gereicht, dass der Inhalt der Tütchen ganz offensichtlich eine psychotrope Wirkung entfaltet. Spice wurde dort schon im Frühjahr 2007 aus den Läden entfernt. Schade, dass in Deutschland und in Österreich erst ein hochwirksamer Inhaltsstoff identifiziert werden musste, damit fast zwei Jahre später endlich das gleiche passiert.

Es genügt nicht, Spice jetzt aus dem Verkehr zu ziehen und die ganze Geschichte zu vergessen. Wir brauchen dringend eine Strategie, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern. Die ersten Nachahmerprodukte sind bereits auf dem Markt. Niemand weiß, was darin steckt. Nicht deklarierte synthetische Cannabinoide gibt es genug: Das Spiel kann bald von vorn beginnen.

 
Leser-Kommentare
  1. Legalize it.

    Cannabis versteht sich.

    Ich weiß auch nicht mehr über Spice als hier steht (nach überraschend langer Zeit hat man in Spice synthetische Cannabinoide gefunden), ich zweifel den Sachverhalt auch nicht an.

    Ich weiß aber, dass "Spice" nicht das Problem darstellt über das sich hier echauffiert werden sollte. Vielleicht bestehen sogar tatsächlich Gefahren. Ich bezweifel aber, dass die Autorin Frau Josephina Maier die Kompetenz besitzt, das zu beurteilen. Dieser Artikel besteht in erster Linie aus übertriebener Hetze mit unbewiesenen Behauptungen über "verantwortungslose Hersteller". Der Sachverhalt "synthetisches Cannabinoid", das "viermal potenter" als der Wirkstoff THC in handelsüblichen Marihuana sein soll, gibt solche Verteufelungen jedenfalls nicht her. Dämliche Interviews von profilierungssüchtigen Psychiatern (in dieser Zeitung) auch nicht.

    Ich warte und warte und warte immer noch auf einen vernünftigen, durchdachten Drogenartikel in Medien wie Spiegel, SZ, Stern oder eben der Zeit. Bis jetzt vergeblich. Ihre Artikel zu diesen Themen erzeugen bei mir Frustration.

    Sie schreiben, man bräuchte "dringend eine Strategie, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern". Meinen Sie mehr Kontrollen? Na prima. Clevere Geschäftemacher oder die organisierte Kriminalität wird weiter unkontrolliert Drogen anbieten können.

    Hier drehen wir uns im Kreis: Nennen Sie eine bessere Lösung als die Legalisierung von Cannabis!

    Unterstellung: Ich behaupte, dass auch in der Zeitredaktion die Mehrheit im Leben die relative Gefahrlosigkeit des Kiffens erfahren hat. Es wäre eine große Überraschung, wären nicht immer noch aktive User dabei. Warum treten Sie nicht im Einklang mit den allermeisten ernstzunehmenden Experten für die Legalisierung mindestens von Cannabis ein? Sie könnten helfen, den Boden für eine bessere Drogenpolitik zu bereiten.

    • Eierjo
    • 24.12.2008 um 15:45 Uhr

    Grundsätzlich muss mich weizenkeim anschließen, auch wenn ich für ein radikaleres Umdenken stehe. Der romatische Verweiß auf den weitverbreiteten Konsum von scheinbar harmlosen Hippiedrogen, die Verstrickung der Zeit-Redaktion in den Drogensumpf und ähnliche Argumente, sind meiner Ansicht nach nicht relevant im Rahmen dieser Diskussion. Nur die Legalisierung aller Rauschdrogen und psychotroper Substanzen ermöglicht eine Institutionaliserung von Abgabe und Prävention. Die Illegaliserung erzeugt jene Strukturen, die Minderjährige in den Strudel der Drogensubversion reißen und kann nur durch die Inkaufnahme von hunderten bis tausenden Drogentoten aufrecht erhalten werden. Unser Mitgefühl gilt in der Weihnachtszeit stets den Schwachen und Kranken, aber ganz sicher nicht den Junkies dieser Welt. Sie sind krank und schwach, aber haben eine Entscheidung in ihrem Leben getroffen, die sie zum Objekt einer der stärksten und rücksichtslosen Stigmatisierungen der Gegenwart gemacht hat.
    Eine Gesellschaft die eine der destruktivsten Drogen überhaupt - den Alkohol - verherrlicht und als integrativen Kit bitter nötig hat, sollte diese Menschenverachtende Doppelmoral gründlich überdenken.
    Die Affäre Spice ist für mich nicht mehr als ein weiterer Beweiß, das die Verdrängung eines zutiefst menschlichen Bedürfnisses nach Rausch und Ekstase eine Sackgasse ist. Die Kritik der Autorin gilt der Verschleierung der Inhaltsstoffe durch den Hersteller, also letztlich jener Intransparenz, die der Gesetzgeber durch die Illegaliserung von Drogen geschaffen hat. Das dieser argumentative Übertrag der Autorin nicht gelingen will und die Alternative der proaktiven Legaliserungspolitik nicht mal erwähnt wird, zeigt mir das auch in einem Qualitätsmedium Inkompetenz Meinung macht!

    Frohe Weihnachten

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    Klar, dass es unverantwortlich ist, unerforschte Wirkstoffe an den Konsumenten weiterzugeben.
    Ich stimme der Autorin auch zu, dass ein alleiniges Verbot von Spice keine befriedigende Lösung des Status Quo sein kann, so sind doch hartgesottene Raucher schon längst zu Smoke übergegangen, allein deswegen, weil diese Mischung stärker wirkt.

    Jedoch stimme ich auch dem Autor "Eierjo" zu, dass Illegalisierung und die damit einhergehende Stigmatisierung menschenverachtend sind. Der Wunsch des Menschen nach Erleben, und sei es nach einem Rauschzustand kann nicht einfach unterdrückt werden.

    Es läuft so einiges falsch im Staate Deutschland in Sachen Drogenpolitik. Ich möchte z.B. zu denken geben, auch wenn es vielleicht allenthalben bedingt in diese Thematik passt, dass es einem erwachsenen Menschen nach 22:00 an Tankstellen nur noch erlaubt ist Alkohol zu kaufen, wenn er ein Reisender ist. Als solcher gilt man, wenn man mit dem Auto "anreist". don't drink and drive? Welch Schizophrenie!
    Es scheint in jedem Bereich der Drogenpolitik zur Lösung aktueller Probleme allein noch die Maxime zu gelten, zu verbieten, wo es nur geht.
    In welche Richtung, und infolge dessen zu was für einer Gesellschaft uns dies Denken führen wird, das möchte ich mir nicht einmal vorstellen.

    Klar, dass es unverantwortlich ist, unerforschte Wirkstoffe an den Konsumenten weiterzugeben.
    Ich stimme der Autorin auch zu, dass ein alleiniges Verbot von Spice keine befriedigende Lösung des Status Quo sein kann, so sind doch hartgesottene Raucher schon längst zu Smoke übergegangen, allein deswegen, weil diese Mischung stärker wirkt.

    Jedoch stimme ich auch dem Autor "Eierjo" zu, dass Illegalisierung und die damit einhergehende Stigmatisierung menschenverachtend sind. Der Wunsch des Menschen nach Erleben, und sei es nach einem Rauschzustand kann nicht einfach unterdrückt werden.

    Es läuft so einiges falsch im Staate Deutschland in Sachen Drogenpolitik. Ich möchte z.B. zu denken geben, auch wenn es vielleicht allenthalben bedingt in diese Thematik passt, dass es einem erwachsenen Menschen nach 22:00 an Tankstellen nur noch erlaubt ist Alkohol zu kaufen, wenn er ein Reisender ist. Als solcher gilt man, wenn man mit dem Auto "anreist". don't drink and drive? Welch Schizophrenie!
    Es scheint in jedem Bereich der Drogenpolitik zur Lösung aktueller Probleme allein noch die Maxime zu gelten, zu verbieten, wo es nur geht.
    In welche Richtung, und infolge dessen zu was für einer Gesellschaft uns dies Denken führen wird, das möchte ich mir nicht einmal vorstellen.

  2. Es ist interessant, dass so ziemlich jede Diskussion über Spice sofort zur Diskussion über die Legalisierung von Cannabis wird. Und jeder scheint dafür zu sein. Frustrierend ist es, dass sich in dieser Richtung nichts tut, alle reden niemand tut.
    Die Gründe für eine Legalisierung sind überwältigend auf allen Ebenen. Der wichtigste ist: die Illegalisierung bringt gar nichts (Holland hat %ual weniger Kiffer als D - darüber gibt es genügend Statistiken).
    Ich glaube unser gesamtgesellschaftliches Verhältnis zu Substanzen ist einfach verlogen. Ständig wird der absolute Saubermann gefordert (allein schon des Vorbildes für die armen Kinder zu liebe) - aber hey: niemand ist es. Ich nicht, du nicht, die Bätzing auch nicht. Ist die drogenfreie Gesellschaft echt unser Ziel? Machen wir uns da nicht kollektiv was vor. Und dann traut sich niemand auch mal offiziell Stellung zu beziehen. Im neuen Jahr wird alles anders...

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    • Manul
    • 25.12.2008 um 0:40 Uhr

    In den meisten Ländern, die Drogen sehr repressiv verfolgen, spielen wohl immer noch die Lobbyisten eine grosse Rolle, denn grad Hanf ist eine unglaublich vielseitige Pflanze, die den Saatgut- und Düngemittelherstellern das Leben schwer machen würde. Cannabis Sativa ist nämlich eine sehr anspruchslose Pflanze, die auf nahezu allen Böden wächst und im Vergleich dazu einen guten Ertrag bietet. Die Propaganda von der rauschfreien Gesellschaft ist also nicht anderes als ein Nebenprodukt der knallharten Durchsetzung der Interessen einiger weniger Konzerne, die uns stattdessen mit gentechnisch veränderter Baumwolle und Mais beglücken wollen. Irgendwie muss man ja schliesslich die Verbote rechtfertigen, ohne zugeben zu müssen, dass man eigentlich die Verdrängung einer ökonomisch und ökologisch sinnvolleren Alternative im Sinn hat(te).

    Bei Opiaten haben wir das selbe Spiel. Morphiumpräparate könnten viel günstiger einem grösseren Publikum angeboten werden und dabei Menschen eine legale Existenz bieten. Dagegen hätten aber sämtliche Pharmariesen etwas, weil sie plötzlich nur noch ein Bruchteil des bisherigen Umsatzes mit den Produkten machen würden. Nebenbei kann man eine bestimmte Politik rechtfertigen, denn ohne das Opium, mit dem die Taliban ihren Kampf gegen die ISAF-Truppen im Afghanistan finanzieren, hätten wir dort wohl längst Frieden - und so mancheiner müsste sein Hirn in Schwung bringen, um weiteres Gemetzel dort irgendwie noch rechtfertigen zu können. Und zuletzt der Verbot der Koka-Produkte diente auch jahrzehntelang den USA ihre Hägemonialmacht in Lateinamerika zu zementieren, die wiederum andere (wirtschaftlichen) Interessen dort durchsetzen konnten.

    So lässt sich wohl die Drogenpolitik von den Interessen der Wirtschaft kaum trennen und solange der Lobbyismus da ist, wird es auch diesbezüglich wohl keine Änderung geben - mögen noch so viele Leute dahinter kommen, dass die Verbote allesamt ein unglaublicher Schwachsinn sind. Am Konsum wird sich auch nichts ändern, denn wo der Wille, ist auch ein Weg und es wird immer Produzenten, Schmugler und Dealer geben. So manchein Cannabiskonsument baut zu Hause heimlich an, um die Gefahr zu reduzieren wegen seinem Konsum gleich kriminalisiert zu werden - und da gibt es inzwischen etliche gute Züchtungen, die wunderbar in den eigenen vier Wänden gedeihen. Verlieren tut eigentlich - wie bei allen Dingen, die die Lobbyisten uns eingebrockt haben - die Allgemeinheit. Dem Staat entgleitet die Kontrolle und Steuergelder (die beim legalen Vertrieb eingetrieben werden könnten) und der Steuerzahler muss auch noch drauf zahlen, denn wo keine Verbote, da braucht man auch nicht ganze Abteilungen bei den Staatsicherheitsbehörden, deren einziger Auftrag ist diesen Unsinn durchzusetzen.

    • Manul
    • 25.12.2008 um 0:40 Uhr

    In den meisten Ländern, die Drogen sehr repressiv verfolgen, spielen wohl immer noch die Lobbyisten eine grosse Rolle, denn grad Hanf ist eine unglaublich vielseitige Pflanze, die den Saatgut- und Düngemittelherstellern das Leben schwer machen würde. Cannabis Sativa ist nämlich eine sehr anspruchslose Pflanze, die auf nahezu allen Böden wächst und im Vergleich dazu einen guten Ertrag bietet. Die Propaganda von der rauschfreien Gesellschaft ist also nicht anderes als ein Nebenprodukt der knallharten Durchsetzung der Interessen einiger weniger Konzerne, die uns stattdessen mit gentechnisch veränderter Baumwolle und Mais beglücken wollen. Irgendwie muss man ja schliesslich die Verbote rechtfertigen, ohne zugeben zu müssen, dass man eigentlich die Verdrängung einer ökonomisch und ökologisch sinnvolleren Alternative im Sinn hat(te).

    Bei Opiaten haben wir das selbe Spiel. Morphiumpräparate könnten viel günstiger einem grösseren Publikum angeboten werden und dabei Menschen eine legale Existenz bieten. Dagegen hätten aber sämtliche Pharmariesen etwas, weil sie plötzlich nur noch ein Bruchteil des bisherigen Umsatzes mit den Produkten machen würden. Nebenbei kann man eine bestimmte Politik rechtfertigen, denn ohne das Opium, mit dem die Taliban ihren Kampf gegen die ISAF-Truppen im Afghanistan finanzieren, hätten wir dort wohl längst Frieden - und so mancheiner müsste sein Hirn in Schwung bringen, um weiteres Gemetzel dort irgendwie noch rechtfertigen zu können. Und zuletzt der Verbot der Koka-Produkte diente auch jahrzehntelang den USA ihre Hägemonialmacht in Lateinamerika zu zementieren, die wiederum andere (wirtschaftlichen) Interessen dort durchsetzen konnten.

    So lässt sich wohl die Drogenpolitik von den Interessen der Wirtschaft kaum trennen und solange der Lobbyismus da ist, wird es auch diesbezüglich wohl keine Änderung geben - mögen noch so viele Leute dahinter kommen, dass die Verbote allesamt ein unglaublicher Schwachsinn sind. Am Konsum wird sich auch nichts ändern, denn wo der Wille, ist auch ein Weg und es wird immer Produzenten, Schmugler und Dealer geben. So manchein Cannabiskonsument baut zu Hause heimlich an, um die Gefahr zu reduzieren wegen seinem Konsum gleich kriminalisiert zu werden - und da gibt es inzwischen etliche gute Züchtungen, die wunderbar in den eigenen vier Wänden gedeihen. Verlieren tut eigentlich - wie bei allen Dingen, die die Lobbyisten uns eingebrockt haben - die Allgemeinheit. Dem Staat entgleitet die Kontrolle und Steuergelder (die beim legalen Vertrieb eingetrieben werden könnten) und der Steuerzahler muss auch noch drauf zahlen, denn wo keine Verbote, da braucht man auch nicht ganze Abteilungen bei den Staatsicherheitsbehörden, deren einziger Auftrag ist diesen Unsinn durchzusetzen.

  3. Es sind zwei Subspezies von Politikern, die das Problem erzeugen: Overprotecting Mothers a la Bätzing und Lauterbach zum Einen und repressionsgeile (...entfernt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion/jk) vom Schlage Stoiber oder Schäuble zum Anderen. Gefährlich sind sie beide, zu bekehren sind sie beide nicht, vielleicht zu therapieren, aber das wird mühsam sein und lange dauern.
    Bätzing&Co würden uns als Fussgänger mit Helmen und Aufprallschutzkissen zwangsbeglücken und Eier mit Speck als illegal erklären, wenn sie nur könnten und die andere Fraktion spürt eine gewisse Erregung bei dem Gedanken, Passagierflugzeuge abschiessen zu lassen.
    Beide handeln aus unterschiedlichen Gründen, die jedoch eines gemein haben: Sie sind falsch. Insbesondere immer dann, wenn diese Herrschaften ihren Lieblingshebel ansetzen, mit dem sie unser aller Freiheit Stück für Stück in den Orkus wuchten: Jugendschutz. Klingt harmlos, klingt richtig, ist aber weder das Eine noch das Andere. Jugendschutz ist die Tarnkappe der Freiheitsfeinde, die Ausrede für alles, was sie Verbieten wollen, weil Verbieten ihre bevorzugte Droge ist,die werden high durch Ausüben von Repression... Diese Droge gehört nun wirklich verboten
    _________________________________________________
    Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
    Ludwig Wittgenstein

    • Manul
    • 25.12.2008 um 0:40 Uhr

    In den meisten Ländern, die Drogen sehr repressiv verfolgen, spielen wohl immer noch die Lobbyisten eine grosse Rolle, denn grad Hanf ist eine unglaublich vielseitige Pflanze, die den Saatgut- und Düngemittelherstellern das Leben schwer machen würde. Cannabis Sativa ist nämlich eine sehr anspruchslose Pflanze, die auf nahezu allen Böden wächst und im Vergleich dazu einen guten Ertrag bietet. Die Propaganda von der rauschfreien Gesellschaft ist also nicht anderes als ein Nebenprodukt der knallharten Durchsetzung der Interessen einiger weniger Konzerne, die uns stattdessen mit gentechnisch veränderter Baumwolle und Mais beglücken wollen. Irgendwie muss man ja schliesslich die Verbote rechtfertigen, ohne zugeben zu müssen, dass man eigentlich die Verdrängung einer ökonomisch und ökologisch sinnvolleren Alternative im Sinn hat(te).

    Bei Opiaten haben wir das selbe Spiel. Morphiumpräparate könnten viel günstiger einem grösseren Publikum angeboten werden und dabei Menschen eine legale Existenz bieten. Dagegen hätten aber sämtliche Pharmariesen etwas, weil sie plötzlich nur noch ein Bruchteil des bisherigen Umsatzes mit den Produkten machen würden. Nebenbei kann man eine bestimmte Politik rechtfertigen, denn ohne das Opium, mit dem die Taliban ihren Kampf gegen die ISAF-Truppen im Afghanistan finanzieren, hätten wir dort wohl längst Frieden - und so mancheiner müsste sein Hirn in Schwung bringen, um weiteres Gemetzel dort irgendwie noch rechtfertigen zu können. Und zuletzt der Verbot der Koka-Produkte diente auch jahrzehntelang den USA ihre Hägemonialmacht in Lateinamerika zu zementieren, die wiederum andere (wirtschaftlichen) Interessen dort durchsetzen konnten.

    So lässt sich wohl die Drogenpolitik von den Interessen der Wirtschaft kaum trennen und solange der Lobbyismus da ist, wird es auch diesbezüglich wohl keine Änderung geben - mögen noch so viele Leute dahinter kommen, dass die Verbote allesamt ein unglaublicher Schwachsinn sind. Am Konsum wird sich auch nichts ändern, denn wo der Wille, ist auch ein Weg und es wird immer Produzenten, Schmugler und Dealer geben. So manchein Cannabiskonsument baut zu Hause heimlich an, um die Gefahr zu reduzieren wegen seinem Konsum gleich kriminalisiert zu werden - und da gibt es inzwischen etliche gute Züchtungen, die wunderbar in den eigenen vier Wänden gedeihen. Verlieren tut eigentlich - wie bei allen Dingen, die die Lobbyisten uns eingebrockt haben - die Allgemeinheit. Dem Staat entgleitet die Kontrolle und Steuergelder (die beim legalen Vertrieb eingetrieben werden könnten) und der Steuerzahler muss auch noch drauf zahlen, denn wo keine Verbote, da braucht man auch nicht ganze Abteilungen bei den Staatsicherheitsbehörden, deren einziger Auftrag ist diesen Unsinn durchzusetzen.

    Antwort auf "Verlogen"
  4. und festgestellt:

    Cannabis schlägt bei Weitem mehr an als Spice. Es war einfach nur entspannend und nett. Mein Kopf war aber viel Klarer als beim Konsum von THC.

    Spice gehört also nicht unter das BTM-Gesetz. Wenn schon, dann Alkohol.

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    Schließlich wirkt der Wirkstoff in Spice primär an dem peripheren Cannabinoid-Rezeptor 2, während THC im Hirn am Rezeptor CR-1 angreift.

    Ich möchte wissen, worauf die Behauptung "viermal potenter als Cannabis" gründet. Ich meine, wenn wir User hier Quatsch verzapfen, dann kann man uns das nachsehen. Aber von den Beiträgen der Redaktion dürfte man eine gewisse Qualität erwarten. Frau Maier, bitte teilen Sie uns mit, woher Sie die Information mit dem vierfachen Potenz haben.

    Schließlich wirkt der Wirkstoff in Spice primär an dem peripheren Cannabinoid-Rezeptor 2, während THC im Hirn am Rezeptor CR-1 angreift.

    Ich möchte wissen, worauf die Behauptung "viermal potenter als Cannabis" gründet. Ich meine, wenn wir User hier Quatsch verzapfen, dann kann man uns das nachsehen. Aber von den Beiträgen der Redaktion dürfte man eine gewisse Qualität erwarten. Frau Maier, bitte teilen Sie uns mit, woher Sie die Information mit dem vierfachen Potenz haben.

  5. Probieren geht über studieren - oder : man sollte nicht über Dinge reden, die man nicht persönlich erfahren hat. Gilt u.a. für Steuerpolitik, Integrationspolitik und Drogenpolitik.
    Derselbe Artikel unter dem Vorzeichen : "Spice - ein Selbsttest", in dem Fr. Maier die Gefährlichkeit dieser Droge aus eigener Erfahrung beschreibt, würde sicher ihrem Ziel, Angst vor Spicekonsum zu erzeugen, dienlicher sein.
    Sollte Frau Maier dafür nicht hinreichend Vollblutjournalist sein, würden Interviews mit Probanden oder Konsumenten ebenfalls viele Leser berühren und zum nachdenken bringen.

    So aber erreicht Fr. Maier genau die kleine Zielgruppe, die ihr eigenes Ebenbild ist : vorurteilbehaftete Moralapostel, die sich aus Zeit- oder Intellektmangel nur oberflächlich mit Gesellschaftsproblemen beschäftigen.

    Im übrigen sind die Kommentare 1-6 sehr wertvoll, weil authentisch, tiefsinnig und konstruktiv.

  6. Schließlich wirkt der Wirkstoff in Spice primär an dem peripheren Cannabinoid-Rezeptor 2, während THC im Hirn am Rezeptor CR-1 angreift.

    Ich möchte wissen, worauf die Behauptung "viermal potenter als Cannabis" gründet. Ich meine, wenn wir User hier Quatsch verzapfen, dann kann man uns das nachsehen. Aber von den Beiträgen der Redaktion dürfte man eine gewisse Qualität erwarten. Frau Maier, bitte teilen Sie uns mit, woher Sie die Information mit dem vierfachen Potenz haben.

    Antwort auf "Ich habe es probiert"
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    Das mit der vierfachen Potenz klingt eben spektakulär. Ich hab sogar schon wo von zehnfacher Potenz gelesen, noch spektakulärer. Dass das ganze ein schlechter Scherz ist, weiß jeder, der Cannabis und Spice schon mal probiert hat. Ich wittere da ja eine Verschwörung, auch wenn ich sonst nichts von Verschwörungstheorien halte. Eventuell ist diese ganze Untersuchung bei der das synthetische Cannabinoid festgestellt worden ist nur eine infame Lüge, wer weiß.
    Folgende Argumentation ließe sowas vermuten: Wäre es wirklich synthetisches THC, dann müsste man es wie das normale THC auch im Blut bzw. im Urin nachweisen können. Es ist schließlich dieselbe Substanz, ob synthetisch hergestellt oder natürlich aus der Pflanze spielt da keine Rolle. Warum kamen aber keine Meldungen von Spice-Konsumenten, dass sie die MPU nicht bestanden hätten obwohl sie kein Cannabis, sondern nur Spice geraucht hatten? Solche hätten da kommen müssen. Sind sie aber nicht. Weil es kein THC enthält, das Spice. Ein synthetisches Cannabinoid? Unterschiedliche Cannabinoide kommen im Hanf haufenweise natürlich vor, und nur dort. Aber nur THC sorgt dabei für den Rauschzustand. Sonst könnte man den Nutzhanf, in dem zwar kein THC drin ist, aber andere Cannabinoide sehr wohl noch vorhanden sind, auch rauchen, und müsste eine ähnliche Wirkung wie Spice bekommen. Bekommt man aber nicht. Es kann also 1) kein synthetisches THC sein, und 2) wenn es ein anderes synthetisches Cannabinoid ist nicht wie THC wirken, also schon gleich gar nicht viermal so potent sein.
    Aber man hat es ja festgestellt, in einer Untersuchung, in einem Institut, und das scheint keiner in Frage zu stellen. Und es scheint auch niemanden mehr zu interessieren, was dieses Ergebnis genau bedeutet, und auch nicht, was für ein synthetisches Cannabinoid das ist, welches man glaubt gefunden zu haben. Es scheint ja nicht einmal mehr jemanden zu interessieren, dass es einen Unterschied zwischen Cannabinoiden und THC gibt.
    Vielleicht täusche ich mich und es gibt wirklich ein synthetisches Cannabinoid, dass im Spice die Wirkung erzeugt, so fremd sie trotz aller Ähnlichkeit der THC-Wirkung auch sein mag. Und vielleicht ist das Spice ja auch wirklich gefährlich, zumindest wegen der in den als Zutaten angegebenen Kräuter enthaltenen Alkaloide. Wie zum Beispiel das Leonurin im Marihuanilla. Verboten gehört es wenn dann aber trotzdem nur wegen des absolut unerhört überhöhten Preises.

    Die lächerlichste Behauptung in dem Artikel war für mich übrigens, dass wir damit unsere Kinder in Gefahr bringen. Ich kann mir lebendig vorstellen, wie der 10-jährige Knirps in einen Headshop einmarschiert (wobei da viele sowieso Zutritt erst ab 18 gewähren) und stolz mit seinem Spice-Tütchen wieder herauskommt. Und sich dann zu Hause mit der Bong zu raucht als würde er das schon Jahrzehnte machen. Sehr realistische Vorstellung.

    ________________________________________________________________
    Man sollte auch bei Rot über die Ampel gehen dürfen, zumindest wenn kein Auto kommt und auf der anderen Straßenseite jemand Hilfe braucht.

    Das mit der vierfachen Potenz klingt eben spektakulär. Ich hab sogar schon wo von zehnfacher Potenz gelesen, noch spektakulärer. Dass das ganze ein schlechter Scherz ist, weiß jeder, der Cannabis und Spice schon mal probiert hat. Ich wittere da ja eine Verschwörung, auch wenn ich sonst nichts von Verschwörungstheorien halte. Eventuell ist diese ganze Untersuchung bei der das synthetische Cannabinoid festgestellt worden ist nur eine infame Lüge, wer weiß.
    Folgende Argumentation ließe sowas vermuten: Wäre es wirklich synthetisches THC, dann müsste man es wie das normale THC auch im Blut bzw. im Urin nachweisen können. Es ist schließlich dieselbe Substanz, ob synthetisch hergestellt oder natürlich aus der Pflanze spielt da keine Rolle. Warum kamen aber keine Meldungen von Spice-Konsumenten, dass sie die MPU nicht bestanden hätten obwohl sie kein Cannabis, sondern nur Spice geraucht hatten? Solche hätten da kommen müssen. Sind sie aber nicht. Weil es kein THC enthält, das Spice. Ein synthetisches Cannabinoid? Unterschiedliche Cannabinoide kommen im Hanf haufenweise natürlich vor, und nur dort. Aber nur THC sorgt dabei für den Rauschzustand. Sonst könnte man den Nutzhanf, in dem zwar kein THC drin ist, aber andere Cannabinoide sehr wohl noch vorhanden sind, auch rauchen, und müsste eine ähnliche Wirkung wie Spice bekommen. Bekommt man aber nicht. Es kann also 1) kein synthetisches THC sein, und 2) wenn es ein anderes synthetisches Cannabinoid ist nicht wie THC wirken, also schon gleich gar nicht viermal so potent sein.
    Aber man hat es ja festgestellt, in einer Untersuchung, in einem Institut, und das scheint keiner in Frage zu stellen. Und es scheint auch niemanden mehr zu interessieren, was dieses Ergebnis genau bedeutet, und auch nicht, was für ein synthetisches Cannabinoid das ist, welches man glaubt gefunden zu haben. Es scheint ja nicht einmal mehr jemanden zu interessieren, dass es einen Unterschied zwischen Cannabinoiden und THC gibt.
    Vielleicht täusche ich mich und es gibt wirklich ein synthetisches Cannabinoid, dass im Spice die Wirkung erzeugt, so fremd sie trotz aller Ähnlichkeit der THC-Wirkung auch sein mag. Und vielleicht ist das Spice ja auch wirklich gefährlich, zumindest wegen der in den als Zutaten angegebenen Kräuter enthaltenen Alkaloide. Wie zum Beispiel das Leonurin im Marihuanilla. Verboten gehört es wenn dann aber trotzdem nur wegen des absolut unerhört überhöhten Preises.

    Die lächerlichste Behauptung in dem Artikel war für mich übrigens, dass wir damit unsere Kinder in Gefahr bringen. Ich kann mir lebendig vorstellen, wie der 10-jährige Knirps in einen Headshop einmarschiert (wobei da viele sowieso Zutritt erst ab 18 gewähren) und stolz mit seinem Spice-Tütchen wieder herauskommt. Und sich dann zu Hause mit der Bong zu raucht als würde er das schon Jahrzehnte machen. Sehr realistische Vorstellung.

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    Man sollte auch bei Rot über die Ampel gehen dürfen, zumindest wenn kein Auto kommt und auf der anderen Straßenseite jemand Hilfe braucht.

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  • Quelle DIE ZEIT, 23.12.2008 Nr. 01
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  • Schlagworte Drogen | Drogenpolitik
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