Iran Ich danke Ihnen für Ihren Brief
Iran und die Bombe: Wie eine Antwort von Barack Obama an Ahmadineschad aussehen könnte
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad hat Barack Obama nach dessen Wahlsieg einen Brief geschrieben. Darin äußerte er die Hoffnung, dass Obama eine Politik beenden werde, die »auf Kriegstreiberei, Invasion, Einschüchterung und Schikanen, Täuschung und Betrug, auf der Demütigung anderer Länder durch das Aufzwingen voreingenommener und unfairer Forderungen beruht, auf einem diplomatischen Stil, der Hass gegen Amerika genährt und die Achtung vor dem amerikanischen Volk untergraben hat«. Obama hat auf diesen Brief bisher nicht geantwortet. Wie eine Antwort aussehen könnte, das lesen Sie hier:
»Sehr geehrter Herr Präsident,
ich danke Ihnen für Ihren Brief, in dem Sie mir zur Wahl gratulieren. Ich habe Ihre Zeilen sehr aufmerksam gelesen und bin nach langem Überlegen zu dem Schluss gekommen, dass es unseren beiden Ländern nur nutzen kann, wenn wir miteinander sprechen.
Die USA und die Islamische Republik Iran sind seit 30 Jahren verfeindet. Lassen Sie uns daher nicht das betonen, was uns trennt, sondern das, was uns verbindet. Das amerikanische Volk erinnert sich sehr gut daran, dass Iraner nach den Attentaten vom 11. September 2001 in Teheran öffentlich ihr Mitgefühl mit den Opfern dieses Verbrechens geäußert haben. Der Schock über die Grausamkeit der Terrororganisation al-Qaida sitzt bei unseren beiden Völkern tief.
Ich möchte Sie auch daran erinnern, dass die sunnitische al-Qaida zwar Tausende Amerikaner getötet hat, doch unter den Schiiten im Irak haben diese Terroristen ein noch viel größeres Blutbad angerichtet. Al-Qaida ist unser gemeinsamer Feind.
Die Vereinigten Staaten von Amerika haben den Kampf gegen den Terror aufgenommen. Nicht alles, was wir dabei unternommen haben, war richtig und nützlich. Ja, wir haben sogar schwere Fehler begangen, die unser Ansehen in der Welt und unsere Glaubwürdigkeit beschädigt haben. Trotzdem, der Kampf gegen den Terror muss geführt werden, und wir werden das mit aller Entschlossenheit weiter tun.
Nach dem 11. September 2001 haben die Vereinigten Staaten von Amerika einen gewaltsamen Regimewechsel in Afghanistan und im Irak erzwungen. Die Taliban wie Saddam Hussein gehörten zu den wahren Todfeinden der Islamischen Republik Iran. Wir haben sie beseitigt, und auch wenn wir es nicht in der Absicht getan haben, Ihr Land damit zu schützen, so zeigt es doch, dass wir ähnliche Interessen haben. Weder wir noch Sie wollen, dass die Taliban wieder in Kabul regieren; weder wir noch Sie wollen, dass im Irak wieder ein Diktator vom Schlage Saddams an die Macht kommt. Wenn Afghanistan und der Irak sich nicht stabilisieren, dann sind sie eine Gefahr für unsere beiden Länder. Wenn wir zusammenarbeiten, schützen wir uns.
Ihr Land hat eine große und lange Geschichte, es ist einflussreich und mächtig, doch glauben Sie nicht, dass es die Probleme seiner Nachbarschaft allein lösen kann. Überschätzen Sie Ihre Kraft nicht. Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben in den letzten Jahren schmerzhaft die Grenzen ihrer Macht erfahren müssen. Wir brauchen Verbündete. Daraus aber sollten Sie nicht schließen, dass wir schwach oder gar unentschlossen sind.
Sie werden sich vielleicht fragen: Wozu brauchen wir die Freundschaft der USA? Sind wir nicht 30 Jahre lang gut ohne sie ausgekommen? Bestimmt, Ihr Land kann auch ohne unsere Hilfe weiterbestehen, doch wird es nicht das Potenzial ausschöpfen können, das in ihm steckt. Und Sie, Herr Präsident, wollen mit Sicherheit, dass die Menschen in Ihrem Land alle ihre Möglichkeiten nutzen können.
Iran ist ein Riese in der Region, ein Riese, der sich mitunter selbst am Boden fesselt. Zu diesen Fesseln gehört Ihre Politik gegenüber Israel. Ich begreife Ihre Verbundenheit mit den Palästinensern, und ich versichere Ihnen, dass wir an einer Lösung der Palästinafrage hart arbeiten werden. Wir glauben nämlich – genau wie Sie –, dass dies einer der zentralen Konflikte unserer Zeit ist. Doch wir werden nur eine Lösung finden können, wenn sich Israel sicher fühlen kann. Wer Israel offen droht, wer Israel mit Waffen bekämpft, der untergräbt auch die Sache der Palästinenser. Ich wünsche mir, dass Sie in diesem Lichte Ihre Unterstützung der libanesischen Hisbollah überdenken.
Ich habe eine klare Vorstellung von Ihrem Land und Ihrem Volk. Ich sehe kraftvolle, offene Menschen. Ich sehe Menschen, die sich nicht fürchten müssen, weder vor der eigenen Regierung noch vor einer ausländischen Macht. Ich sehe ein Land, das in Frieden mit seinen Nachbarn lebt und keine Atombombe braucht, um sich sicher zu fühlen.
Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten.«
- Datum 23.12.2008 - 07:00 Uhr
- Serie opi
- Quelle DIE ZEIT, 23.12.2008 Nr. 01
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Die Vereinigten Staaten von Amerika haben den Kampf gegen den Terror aufgenommen. Nicht alles, was wir dabei unternommen haben, war richtig und nützlich. Ja, wir haben sogar schwere Fehler begangen, die unser Ansehen in der Welt und unsere Glaubwürdigkeit beschädigt haben. Trotzdem, der Kampf gegen den Terror muss geführt werden, und wir werden das mit aller Entschlossenheit weiter tun. ja, so einen stuss würde der präsident wahrscheinlich scheiben. da hat der autor mit viel emphatie die verlogene und profitgierige psyche des von der herrschenden elite ausgewählten präsidenten dargestellt.
Sie werden sich vielleicht fragen: Wozu brauchen wir die Freundschaft der USA? Sind wir nicht 30 Jahre lang gut ohne sie ausgekommen? Bestimmt, Ihr Land kann auch ohne unsere Hilfe weiterbestehen, doch wird es nicht das Potenzial ausschöpfen können, das in ihm steckt. absolut brechtigte fragen. am rande: das potenzial ausschöpfen= das land ausbeuten.
Wir brauchen Verbündete. Daraus aber sollten Sie nicht schließen, dass wir schwach oder gar unentschlossen sind. übersetzung: entweder ihr macht freiwillig das, was ich sage, oder wir marschieren ein.
Ich sehe ein Land, das in Frieden mit seinen Nachbarn lebt und keine Atombombe braucht, um sich sicher zu fühlen. ich sehe ein land, dass ein atomkraftwerk bauen will. abgesehen davon würde ich nach einem solchen brief, naja lassen wir das.
Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten. = unterwirf dich unseren spielregeln.
wirklich ein sehr realistischer brief.
...fehlen mir in diesem brief realistische formulierungen wie,
"tschuldigung für all den mist den wir aus reinem interesse an den bodenschätzen ihres landes angezettelt haben. wären ihre vorgänger nicht so dusselig gewesen einen größeren anteil am verkauf derselben zu fordern, könnte ihr land seit langem demokratischer vorreiter in der region sein...".
insofern lustisch aber sonst nix.
...sollten doch eigentlich besseres zu tun haben, als Briefe á la F.J.Wagner zu schreiben und Menschen Worte in den Mund zu legen,die sie noch nicht einmal persönlich getroffen haben!
Miese Mache ist das und naiver Journalismus!
(Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)
Leuten Worte in den Mund legen und in einem salbaderndem Tonfall, dem Gegenüber alles vorkauend darbieten, als ob niemand außer der eigenen Person etwas davon verstünde ist arrogant und kein guter Journalismus!
Wenn man um des Schreibens willen schreibt und keinen guten Inhalt verzapfen kann sollman es lassen!
Dietmar Wischmeyer hat da mal etwas schönes dazu gesagt, was hier aber nicht so recht reinpassen wöllte!
[Entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/ew]
Leuten Worte in den Mund legen und in einem salbaderndem Tonfall, dem Gegenüber alles vorkauend darbieten, als ob niemand außer der eigenen Person etwas davon verstünde ist arrogant und kein guter Journalismus!
Wenn man um des Schreibens willen schreibt und keinen guten Inhalt verzapfen kann sollman es lassen!
Dietmar Wischmeyer hat da mal etwas schönes dazu gesagt, was hier aber nicht so recht reinpassen wöllte!
[Entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/ew]
schreiben wird, konnte man am 21.12.2008 in der Financial Times lesen. Der Artikel von Daniel Dombey hatte die Überschrift:
Rice: Obama to follow Bush foreign policy
Auszug aus dem Text:
"Barack Obama might have little option but to follow George W. Bush’s approach on a range of foreign policy issues, including Iran, said Condoleezza Rice, secretary of state.*
Ms Rice told the Financial Times the new administration was likely to follow Mr Bush’s lead in the dispute over Iran’s nuclear programme. During the president’s second term, the US has co-ordinated its approach with the European Union, Russia and China.
“When I talk to our allies they believe that that is the structure with which this is ultimately going to be resolved,” Ms Rice said, while acknowledging that the Obama administration would generally “do things in their own way”.
She said: “The reason why there might be some elements of continuity is that what we’ve tried to do is to arrange or organise international groupings that can first manage and then resolve these very difficult problems in a multilateral way.” She was referring not just to the administration’s efforts over Iran but also its approach to North Korea and the Israel-Palestinian issue.
Ms Rice’s words could damp expectations that the incoming administration will represent a complete break with its predecessor on foreign policy...."
*Hervorhebung durch mich
http://www.ft.com/cms/s/0...
Die frommen, durchaus gut gemeinten Wünsche des von mir geschätzten Herrn Ladurner werden Druckerschwärze bleiben.
der wohl auch eher die Meinung der überwältigenden Mehrheit der internationalen Gemeinschaft wiedergibt.
http://www.atimes.com/ati...
Darin wird der Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß der westliche Kolonialismus im Stil des 19. Jahrhunderts (19th-century Western colonialism) endlich ein Ende findet.
Wir deutschen ZEITleser haben zwar gelernt, Verständnis für unsere Nachbarländer aufzubringen, die unter deutscher Besatzung litten, aber daß die viel länger währende Kolonialbesatzung durch fast alle westlichen Staaten sich ebenso in das kollektive Gedächtnis der Weltbevölkerungsmehrheit eingegraben hat, ignorieren wir gerne und geflissentlich.
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"Ich glaube, daß die Bankinstitutionen für unsere Freiheiten gefährlicher sind als die Armeen."
(Thomas Jefferson, Amerikanischer Präsident; 1743-1826)
Mir gefällt der Brief deswegen sehr gut, weil er eine mögliche Kontrastfolie darstellt, vor der man nun beobachten darf, wie eine Kommunikation zwischen dem Iran und die USA in Gang kommen kann. Die Beziehung ist in der Tat von beiden Seiten mit großen Hypotheken belastet, aber es gibt genügend Beispiele für eine Aussöhnung zwischen Völkern und Regierungen, wie etwa das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich oder Polen. Und die setzt m. E. genau die Haltung voraus, die in diesem Brief zum Ausdruck kommt. Die reflexhafte Entrüstung auf die Weihnachtsbotschaft des iranischen Präsidenten ist hingegen etwas, was zwar verständlich ist, aber untauglich und alles andere als konstruktiv.
Kleiner Gedankenanstoss: Reaganjahre, offizielle Brandmarkung des Iran als Hort alles Zweitboesesten nach dem Kommunismus, und dann kommt ploetzlich heraus, dass die USA jahrelang Waffen an Iran geliefert haben um damit ihre Schergen in Suedamerika zu finanzieren.
Mit anderen Worten: wahrend deutsche Journalisten schwachsinnige Pseudobriefe texten, kooperieren die Geheimdienste des Iran, der USA und Israels wahrscheinlich immer noch recht gut.
Der eigentliche Feind der USA ist Suedamerika, nicht der Iran.
Kleiner Gedankenanstoss: Reaganjahre, offizielle Brandmarkung des Iran als Hort alles Zweitboesesten nach dem Kommunismus, und dann kommt ploetzlich heraus, dass die USA jahrelang Waffen an Iran geliefert haben um damit ihre Schergen in Suedamerika zu finanzieren.
Mit anderen Worten: wahrend deutsche Journalisten schwachsinnige Pseudobriefe texten, kooperieren die Geheimdienste des Iran, der USA und Israels wahrscheinlich immer noch recht gut.
Der eigentliche Feind der USA ist Suedamerika, nicht der Iran.
Leuten Worte in den Mund legen und in einem salbaderndem Tonfall, dem Gegenüber alles vorkauend darbieten, als ob niemand außer der eigenen Person etwas davon verstünde ist arrogant und kein guter Journalismus!
Wenn man um des Schreibens willen schreibt und keinen guten Inhalt verzapfen kann sollman es lassen!
Dietmar Wischmeyer hat da mal etwas schönes dazu gesagt, was hier aber nicht so recht reinpassen wöllte!
[Entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/ew]
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