Mit ihren Glotzaugen starrten sie auf Friedensrichter Noonans Kritzelgesichter. »Hm«, machte der Friedensrichter, »wem die Ruine gehört?« Er senkte die Stimme und beugte sich über den Tisch vor: »Den Dohlen, die im Turmgebälk nisten; und dem Gras, das in den Mauerspalten wächst; und dem Wind, der durch die leeren Fensterhöhlen pfeift.«

»Aber irgendjemand muss das Schloss doch gebaut haben«, meinte Liam, durch die Neckerei des Friedensrichters unbeirrt. Der Friedensrichter, dem es wie allen Leuten im Dorf Spaß machte, seine Zuhörer sanft und ohne ihnen wehzutun auf den Arm zu nehmen, schob sich in seinem Sessel zurück und setzte seine allerstrengste Amtsmiene auf. »Offensichtlich«, sagte er. »Ja, ganz offensichtlich.«

Und das war für den Augenblick sein letztes Wort in Sachen Schlossruine, denn was sich in den nächsten Tagen dort abspielen würde, konnte er beim besten Richterverstand nicht ahnen.

Adolf Himmel: Fauler Zauber auf Schloss Fionn

ZEIT Edition »Fantastische Geschichten für junge Leser« 2008, 368 S., 8,95 €

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 23.12.2008 Nr. 01
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