Frisch vom Markt
Vorfreude zum Aufklappen
Er ist aus der Vorweihnachtszeit nicht wegzudenken und eigentlich dafür gemacht, Kindern die Wartezeit bis Heiligabend zu verkürzen. Doch selbst Erwachsene öffnen gerne noch ihr tägliches Türchen, und so könnte die Ausstellung Adventskalender aus 100 Jahren Besucher jeglichen Alters interessieren. Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig zeigt über die Festtage hinaus eine Sammlung von rund 300 historischen Exemplaren, darunter auch den ersten gedruckten Kalender aus dem Münchner Verlag Gerhard Lang. Er erschien um die Jahrhundertwende, zwischen 1908 und 1938 kamen mehr als dreißig unterschiedlich illustrierte Modelle heraus. Lang gilt als Begründer der Adventskalender-Kultur, ihm folgten Verleger in anderen europäischen Länder und schließlich, als der Krieg vorbei war, auch in den USA.
Bis 11. Januar 2009. Geöffnet Di–So und feiertags 10–18 Uhr, Eintritt 3 Euro, Kinder unter 16 Jahren frei. Stadtgeschichtliches Museum, Neubau, Böttchergässchen 3, 04109 Leipzig, Tel. 0341/965130, www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de
Logenplatz für Sturmvögel
Helgoland liegt hart am Wind. Wann immer ein Atlantik-Sturmtief anrückt, bekommt man es dort zuerst zu spüren. Wintergäste, die meterhohe Brecher, sprühende Gischt und orgelnden Orkan aus erster Hand erleben wollen, können neuerdings zum »Stormwatching« auf Deutschlands einzige Hochseeinsel reisen. Wer sich auf der Website www.helgolaender-hochseewinter.de registrieren lässt, wird zwei Tage vor Ausbruch über den nächsten Sturm und dessen voraussichtliche Stärke informiert. So ist die rechtzeitige, vor allem noch bei ruhiger See mögliche Schiffsanfahrt gesichert. Das Arrangement enthält neben einer Übernachtung im Hotel Rickmers Insulaner auch die für Wetterbeobachter unabdingbare Ausrüstung: Ölzeug und Fernglas.
Eine Übernachtung mit Frühstück ab 199 Euro pro Person inklusive Stormwatching auf der Düne, ohne Anreise. Auskunft: Hotel Rickmers Insulaner, Tel. 04725/81410, www.insulaner.de; www.helgolaender-hochseewinter.de
Dresden feiert die Architektur
Vor hundert Jahren wurde in Dresden-Hellerau Deutschlands erste Gartenstadt gegründet. Wohnen, Arbeiten und Kultur im Grünen war das Grundkonzept, das bedeutende Architekten wie Heinrich Tessenow, Richard Riemerschmid und Hermann Muthesius umsetzten. Das Festspielhaus wurde zum Treffpunkt der europäischen Moderne, der Künstler wie Mary Wigman, Maurice Ravel oder Franz Kafka anzog. Zum Dresdner Themenjahr »Architektur« 2009 werden regelmäßig Führungen durch die Gartenstadt und über das Gelände der Deutschen Werkstätten angeboten. Auch das Festspielhaus ist dann einmal wöchentlich für Besucher geöffnet.
Nächster Termin für die Architekturführungen: 4. Januar 2009. Zu buchen unter Tel. 0351/8881801. Festspielhausführungen jeden Freitag und jeden ersten Sonntag im Monat. Anmeldungen: Tel. 0351/8802007
- Datum
- Quelle DIE ZEIT, 23.12.2008 Nr. 01
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