Was ist der Mensch?
Nächstenliebe, die Mutter aller Kriege
Die Evolution der Selbstlosigkeit machte den Menschen zugleich zum gefährlichsten Wesen auf dem Globus, meint Samuel Bowles
Tödliche Konflikte sind im Tierreich nichts Ungewöhnliches. Doch nur der Mensch ist fähig, so viele Exemplare der eigenen Art zu töten, dass dies den Verlauf seiner Evolution verändert. In prähistorischen Gräbern liegt eine stattliche Anzahl von Männern und Frauen mit zerschmetterten Schädeln und Spuren von Steinwaffen auf ihren Knochen. Solche Funde und ethnografische Studien über heutige Jäger und Sammler weisen darauf hin, dass Kämpfe mit die wichtigste Todesursache der Urvölker waren. Gleichzeitig sind Menschen außergewöhnlich kooperativ. Sie arbeiten mit Nichtverwandten in einem Maß zusammen, das aus dem Tierreich unbekannt ist. Ausgerechnet die grausigen Belege unserer gewalttätigen Vergangenheit könnten dabei helfen, unsere auffallend kooperative Natur zu erklären.
Diese »geschmacklose« Idee basiert auf der Entwicklung dessen, was wir »parochialen Altruismus« nennen. Altruismus bedeutet, zugunsten anderer auf einen Vorteil zu verzichten. Parochialismus bedeutet, dass man Gruppenzugehörige gegenüber Außenseitern bevorzugt. Beide Verhaltensweisen sind häufig und gut dokumentiert.
Die Eingeborenenstämme der Wolimbka und der Ngenika, die im westlichen Hochland von Papua-Neuguinea leben, waren in ihrer jüngsten Vergangenheit nie in kriegerische Konflikte miteinander verstrickt. Doch wenn einer der Eingeborenen einen Haufen Geld zwischen sich und einem anderen aufteilen soll, gibt er dem anderen mehr, wenn dieser zu seinem eigenen Stamm gehört.
Aus evolutionärer Perspektive sind Altruismus und Parochialismus deshalb interessant, weil sie die Fitness und das materielle Wohlergehen eines Menschen eher herabsetzen, als sie zu erhöhen. Altruistische Handlungen lassen jemand anderem auf eigene Kosten den Vortritt. Im Falle des Parochialismus sind die Verhältnisse komplizierter; aber wenn sich ein Mensch Außenseitern gegenüber feindselig verhält, kann ihn das aus verschiedenen Gründen ebenfalls teuer zu stehen kommen: Ihm fehlen außerhalb seiner Gruppe Handelspartner und politische Verbündete, auch Freunde, die ihm in Notzeiten helfen könnten. Genau wie der Altruist geht der Parochialist also mit einem Handicap in das evolutionäre Rennen.
Warum haben sich beide Verhaltensweisen dennoch erhalten? Des Rätsels Lösung könnte sein, dass Parochialismus und Altruismus Synergieeffekte erzeugen. Meiner These zufolge haben parochiale Altruisten zwischen Gruppen unserer Vorfahren Konflikte um Nahrung oder Fortpflanzungspartner ausgelöst. Zugleich haben sie aber auch dazu beigetragen, dass ihre Gruppe erfolgreich aus diesen Auseinandersetzungen hervorgeht. Indem die Sieger immer neues Land eroberten, sicherten sie sich Fortpflanzungsmöglichkeiten, politischen und kulturellen Einfluss. Diese Vorteile könnten die selektiven Nachteile von Parochialismus und Altruismus schließlich überwogen haben. Sobald die Sieger- und Verlierergruppen sich in ihrem Erbgut oder ihrer Kultur stark genug unterscheiden, können solche Konflikte beträchtliche Auswirkungen auf die Evolution haben.
Viele Neuerungen in Europa hätte es ohne kriegerische Konflikte nie gegeben
Diese These wird von Computerszenarien gestützt, in denen wir die frühe menschliche Evolution simuliert haben. Wir ließen Gruppen von Akteuren über Tausende Generationen interagieren, und zwar unter den Lebensbedingungen unserer Vorfahren in den entscheidenden Phasen der Steinzeit. Die Akteure waren entweder auf tolerantes, parochiales, altruistisches oder egoistisches Verhalten programmiert. Gewalttätige Konflikte zwischen zwei Gruppen ließen wir immer dann ausbrechen, wenn in mindestens einer davon die Parochialisten die Überhand gewannen. Die Krieger einer Gruppe waren immer die parochialen Altruisten: Egoisten überlassen das Kämpfen lieber anderen, und tolerante Gruppenmitglieder fangen keinen Streit mit Außenseitern an. Die Gruppen mit den meisten parochialen Altruisten gewinnen folglich in der Regel die Konflikte. Wir wollten mithilfe der Simulation herausfinden, wie sich die Frequenz der Auseinandersetzungen und der Anteil der verschiedenen Akteure entwickeln würde.
In Millionen simulierter Szenarien entstanden nach Tausenden Generationen immer zwei Typen von Populationen: Einerseits friedliche Staaten, geprägt von toleranten und egoistischen Charakteren, und andererseits parochial und altruistisch dominierte kriegerische Gesellschaften. Die Ersteren sind nur sehr selten in Auseinandersetzungen verstrickt. Im zweiten Fall aber brechen häufig tödliche Konflikte mit anderen Gruppen aus. Dabei gedeihen weder Altruismus noch Parochialismus für sich allein. Nur im Zusammenspiel sind sie erfolgreich. Beide Verhaltensweisen teilen ein gemeinsames Schicksal – und das Elixier ihres Erfolges ist der Krieg.
Klimatische und archäologische Befunde weisen darauf hin, dass Konflikte zwischen menschlichen Populationen im späten Pleistozän, vor 126.000 bis vor 10.000 Jahren, weit verbreitet waren. Die starken Klimaschwankungen in dieser Zeit dürften die Konkurrenz um die natürlichen Ressourcen verschärft haben. Sie zwangen die bedrängten Gruppen zu langen Wanderungen und sorgten dafür, dass sie sich oft begegneten. Besonders häufig brachen Konflikte zwischen ihnen aus, wenn die Umweltbedingungen widrig waren. Solche Auseinandersetzungen scheinen mehr Tote gefordert zu haben als das »Jahrhundert des totalen Krieges«, das wir gerade hinter uns haben.
Charles Darwin hat die wichtige Rolle, die Kämpfe bei der Entwicklung von Altruismus spielen, vorhergesehen: Er meinte, dass ein Volk eher siegen und sich umso besser ausbreiten würde, je mehr seiner Mitglieder sich gegenseitig warnen, helfen und verteidigen würden. Entsprechend glaubte er, die sozialen und moralischen Fähigkeiten würden sich »nach und nach über die Welt verbreiten«. Darwin erwähnte nicht, dass zu diesen moralischen Fähigkeiten auch Feindseligkeit gegenüber Außenseitern gehört.
Eine ähnliche evolutionäre Logik ist auch in der Gegenwart am Werk. Die Zeitskala, auf der sie wirkt, ist allerdings eher der kulturellen als der genetischen Evolution zuzuordnen: Der moderne europäische Staatenverbund wurde in der Hitze eines Feuers geschmiedet, das vor allem Kämpfe entfacht haben. Vor 500 Jahren bestand Europa noch aus etwa 500 Stadtstaaten, Diözesen, Fürstentümern und anderen souveränen Reichen. Ohne kriegerische Konflikte hätte es viele Neuerungen nie gegeben – darunter Steuerabgaben, den Respekt vor Privateigentum und die Herrschaft der Gesetze. Diese Errungenschaften trugen entscheidend zum Überleben der 27 Staaten bei, die zu Beginn des Ersten Weltkrieges, nach einem halben Jahrtausend der Auslese, noch übrig waren.
Man sollte diesen blutrünstigen Aspekt des menschlichen Ursprungs aber nicht überstrapazieren. Auch infolge von Umweltkatastrophen dürften Populationen ausgelöscht worden sein, die zur Zusammenarbeit nicht fähig waren, während kooperative Gruppen überlebten. In der Tat haben sich die besonderen Eigenschaften des Menschen wohl herausgebildet, um Konflikte innerhalb einer Gemeinschaft zu vermeiden. Wenn das einer Gruppe gelingt, können alle Mitglieder gleichermaßen vom reproduktiven und kulturellen Erfolg profitieren. Dann verliert der evolutionäre Effekt von Konkurrenz zwischen Individuen an Bedeutung, während die Rivalität zwischen Gruppen wichtiger wird – und damit kooperative Menschen begünstigt.
Strategien, die Konkurrenz zwischen Gruppenmitgliedern unterdrücken, sind auch bei heutigen Jägern und Sammlern üblich. Dazu gehört das Teilen von Essen und Informationen ebenso wie Paarungssysteme, die verhindern, dass ein dominanter Mann sich alle reproduktiven Ressourcen sichert. Das paraguayanische Jagdvolk der Aché teilt zum Beispiel Lebensmittel wie Fleisch oder Honig gleichmäßig unter allen Gruppenmitgliedern auf, unabhängig davon, wer das Essen beschafft hat. Sehr wahrscheinlich haben ähnliche Praktiken bei unseren jagenden Vorfahren dafür gesorgt, dass altruistische und kooperative Gruppenmitglieder vor aggressiven Egoisten geschützt waren. In unseren Computersimulationen wurden Altruisten viel seltener durch natürliche oder kulturelle Selektion eliminiert, wenn ihre Gruppe solche ausgleichenden Rituale praktizierte.
Der evolutionäre Druck hat bei unseren Vorfahren folglich sowohl die Kooperation zwischen den Gruppenmitgliedern als auch Konflikte mit anderen Gruppen begünstigt. Einen Vorteil hatten außerdem Individuen, die sich Gruppenmitgliedern gegenüber großzügig und solidarisch zeigten, Außenseitern aber misstrauisch und feindselig begegneten. Diese wirksame Kombination aus Gruppenmerkmalen und individuellen Charakterzügen hat von unseren Vorfahren bis in die Gegenwart überdauert – in Form des Wohlfahrtsstaates, der eingebettet ist in ein System schwer bewaffneter, miteinander konkurrierender Nationen.
Es lässt sich nicht leugnen: Die Eigenschaften, die den Menschen auszeichnen – sein beeindruckendes Gemeinschaftsgefühl, sein Mut, für andere einzustehen, und seine Großzügigkeit –, tragen die Geburtsmale einer gewalttätigen Vergangenheit. Trotzdem haben unsere Vorfahren nicht nur Krieg geführt, sondern auch friedlich miteinander gelebt. Der Austausch von Gütern, Informationen, Worten, Liedern und Ehepartnern hat sie vorangebracht und vorweggenommen, was unter modernen Jägern und Sammlern selbstverständlich ist: geteiltes Risiko, Handel und Freundschaft.
Wer »We Shall Overcome« singt, schätzt den Menschen offenbar ziemlich gut ein
Das Buschvolk der !Kung, das in Namibia und Botsuana lebt, tauschte früher zum Beispiel Güter mit Mitgliedern anderer Gruppen, die oft mehr als hundert Kilometer entfernt wohnten. Viele der Gegenstände hatten rein symbolischen Wert. Diese Praxis sollte sicherstellen, dass der Geber und seine Familie in der Gruppe des Beschenkten willkommen wären, falls persönliche Konflikte oder eine versiegende Quelle sie zur Flucht zwingen sollten. Wenn die !Kung in der Lage waren, kulturelle Praktiken zu ersinnen, die hilfsbedürftigen Menschen aus anderen Gruppen ein herzliches Willkommen garantierten, dann könnte ein solcher Geist der Solidarität auch zwischen den heutigen Völkern existieren, die ja nur eine E-Mail oder ein Flug voneinander trennt.
Überdies ist der Mensch einzigartig in seiner Empfänglichkeit für Sozialisation und Lernen. Ethnische Konflikte können heute innerhalb von Jahrzehnten oder sogar Jahren abgeschwächt oder gelöst werden. Das beste Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit von Muslimen, Christen und Juden, die vor einem Jahrtausend im muslimisch geprägten Spanien möglich war – auch dann noch, als der erste Kreuzzug im Nahen Osten aus Christen und Muslimen erbitterte Feinde machte. In dieselbe Richtung zeigt die Tatsache, dass Hilfsprojekte für arme Länder heute in den meisten Nationen breiten Rückhalt genießen. Und die US-Wähler haben eindrucksvoll demonstriert, dass sich ihre Haltung in Rassenfragen dramatisch geändert hat. Diejenigen, die 1963 gemeinsam mit Martin Luther King in We Shall Overcome einstimmten, haben offenbar eine ziemlich vernünftige Einschätzung dessen geliefert, was dem Menschen möglich ist.
Selbst wenn ich also recht behielte mit meiner Theorie, dass parochialer Altruismus zum menschlichen Vermächtnis gehört – er muss deshalb noch lange nicht unser Schicksal sein.
Viele Disziplinen fragen heute nach dem Wesen des Homo sapiens: Die Biologie ebenso wie die Anthropologie oder die Ökonomie. Doch viel zu selten findet das Gespräch zwischen den Disziplinen statt. Um solche Debatten zu befeuern und den aktuellen Stand des Wissens aufzuzeigen, hat das britische Wissenschaftsjournal Nature eine Serie von Essays in Auftrag gegeben, die zentrale Aspekte des Menschseins aus wissenschaftlicher Sicht beleuchten. Wir dokumentieren drei dieser Aufsätze – zu den Themen Konflikt, Migration und Religion.
Aus dem Englischen von Josephina Maier
- Datum 1.1.2009 - 11:37 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 23.12.2008 Nr. 01
- Kommentare 29
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..für diese sehr interessante These und die fundierte Argumentation. Solche Modelle können doch - mehr odfer weniger hoffnungsvolle - spannende Perspektiven für zukünftige Entwicklungen bieten!
Seien wir mal gespannt, ob die Parochisten die Oberhand gewinnen/behalten... Und wenn ja, welche Gruppen bilden sich? Rassen? Kontinente? Oder Bildungsbürger gegenüber bildungsfernen Schichten? Religionen? Religionen mit einer separaten Gruppe der toleranten Weltbürger? Nationen? Kulturräume? man darf gespannt bleiben!
Um Herrn Bowles Hypothese zu entkräften, möchte ich auf offensichtliche Fehler hinweisen:
Er schreibt, "dass Konflikte zwischen menschlichen Populationen im späten Pleistozän,[] vor 126.000 bis vor 10.000 Jahren, weit verbreitet waren" und behauptet: "Solche Auseinandersetzungen scheinen mehr Tote gefordert zu haben als das »Jahrhundert des totalen Krieges«, das wir gerade hinter uns haben."
Dann schauen wir mal:
Laut Wikipedia gab es vor 75.000 Jahren einen genetischen Flaschenhals mit einem Minimum von etwa 1.000 bis 10.000 modernen Menschen. "Bis zum Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren lebten dann etwa 5 bis 10 Millionen weltweit."
http://de.wikipedia.org/w...
Allein während des 2. Weltkrieges "fanden Schätzungen zufolge ca. 55 Millionen Menschen den Tod"
http://de.wikipedia.org/w...
Damit kann man diese Hypothese "solche Auseinandersetzungen scheinen mehr Tote gefordert zu haben als das »Jahrhundert des totalen Krieges«", nur als Blödsinn bezeichnen, denn so viele Menschen gab es gar nicht. Man stelle sich nur die Bevölkerung von Berlin verstreut über Europa und Asien vor: Große Heere können da nicht gekämpft haben!
Weiterhin gibt es Seßhaftigkeit und Staatenbildung, die Voraussetzung für organisierte Streitkräfte, seit maximal 15000 Jahren.
http://de.wikipedia.org/w....
In den anderen 110000 Jahren über die Bowles spekuliert, lebten die Menschen als Jäger und Sammler. Wie man weiß, haben Menschen mit dieser Zivilisationsstruktur keinen ausgeprägten Sinn für Eigentum oder sogar Landbesitz. Es ist ergo nicht gerade sinnvoll, geschweige denn wissenschaftlich zu postulieren, daß "einer der Eingeborenen einen Haufen Geld zwischen sich und einem anderen aufteilen soll" und darüber von heutigem Bewußtseinsstandpunkt zu urteilen.
Worum geht es Bowles überhaupt? "Ohne kriegerische Konflikte hätte es viele Neuerungen nie gegeben – darunter Steuerabgaben, den Respekt vor Privateigentum und die Herrschaft der Gesetze."
Nun, daß sich Steuern am bestem mit Gewalt eintreiben lassen und Krieg zu großen Reichtümern führt -- bei den gewalttätigsten und ruchlosesten Schlächtern (Neusprech: "parochiale Altruisten") -- das weiß Oma Krause auch ohne PC. "Das Elixier ihres Erfolges ist der Krieg". Im Zeitalter der atomaren Totalvernichtung ein steinzeitlicher Gedanke.
Als * Scharlatan wird eine Person bezeichnet, welche vorgibt, Wissen, Fähigkeiten oder Dinge zu besitzen, was allerdings nicht den Tatsachen entspricht.
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"Ich glaube, daß die Bankinstitutionen für unsere Freiheiten gefährlicher sind als die Armeen."
(Thomas Jefferson, Amerikanischer Präsident; 1743-1826)
Hallo - können Sie auch denken, dass Herr Bowles dieses Beispiel prozentual gemeint hat - und nicht quantitativ, so wie Sie es ihm unterstellen?
Hallo - können Sie auch denken, dass Herr Bowles dieses Beispiel prozentual gemeint hat - und nicht quantitativ, so wie Sie es ihm unterstellen?
verstehe ich nichts falsch und unterstelle schon gar nichts.
Vorliegender Text propagiert das menschliche Verhalten der letzten hunderttausend Jahre als "Konkurrenz um die natürlichen Ressourcen". Man stelle sich die Bevölkerung von Berlin vor, verteilt über den Eurasischen Kontinent im Naturzustand. Fora und Fauna im Überfluß! Wer soll da wem was wegnehmen müssen?
=> http://kommentare.zeit.de...
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"Ich glaube, daß die Bankinstitutionen für unsere Freiheiten gefährlicher sind als die Armeen."
(Thomas Jefferson, Amerikanischer Präsident; 1743-1826)
Eine wunderbare Denkanregung gibt uns da Herr Bowles!
Ja, nun könnten wir den nächsten Evolutionsschritt wagen: Immer und überall asoziale Gedanken, Worte und Taten vermeiden ... und endlich das heuchlerische Gedöns von sozial loslassen, das sich augenscheinlich so oft und so sehr in sein Gegenteil verkehrte !
Schönes neues Jahr!
Danke für diesen außergewöhnlich erleuchtenden Text.
Herr Bowles hat eines wohl hier nicht angesprochen: Das oft anzutreffende Gemisch zwischen Altruismus und Egoismus - wie man es z.B. bei dem scheidenden USA-Präsidenten so eindringlich bewundern kann ...
Aber nicht nur bei diesem!
sorry - statt "bewundern" (das war sarkastisch) hätte ich oben besser "studieren" gesagt.
(Sarkasmus ist zwar nicht immer asozial, könnte aber sich aber so auswirken...)
Jedenfalls das "Gemisch" zwischen Altruismus und Egoismus ist phänomenal.
Man könnte Bücher darüber schreiben.
Da wird nämlich gerne oszilliert, nach Lust und Laune, oder sonstigen Interessen ...
Hui!
Blutwurst im Blätterteig mit Sahne -Trüffeln an Koriander- Hackfleisch! einfach super, 10 Punkte!! Das muß einfach jedem schmecken.
Nur, muß man alte Spruchweisheiten wie "es gibt nichts Schlechtes ohne was Gutes (und umgekehrt) in eine so wissenschaftlich anmutende Form bringen? Ja, man muß, der Bildungsbürger verlangt Niveau! Und das wird hier geboten, schließlich ist der Verfasser Professor .... u.a. Amerika!!!
Hätte den gleichen Artikel ein arbeitsloser Grundschullehrer aus der Ukraine angeboten, er wäre uns sicher erspart geblieben.
Könnte ich hierauf erwidern. Es ist ja eben schon so, dass der Mensch leicht dazu neigt, vor allem und immer nur das Schöne und Gute zu sehen, trotz guter und kluger Sprüche, die auch die andere Seite ins Spiel bringen.
Wenn nun einer daherkommt, der uns sagt: Wenn wir alle ein Volk werden, einen Weltstaat gründen, dann gibt es garantiert keinen Krieg mehr, dann braucht ihr auch bestimmte Waffen nicht mehr, dann werdet ihr deshalb froh und glücklich sein, dann kann man ihm, gestütz auf solche Überlegungen halt auch, dann sagen, nein, die Aggressivität und das Negative ist dann immer noch da - sie bzw. es äußert sich da halt nur anders. Wir wollen halt alles doch auch genauer verstehen und konkreter formulieren, nicht nur in diesem - ja immerhin höchst zentralen - Bereich. Die Erkenntnis der eigenen Zukunftsfreiheit (hier dann also evtl. auch) ist schon etwas, worin man sich nicht nur relativ, sondern besser fast "absolut" sicher sein sollte.
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