Protest aus Prinzip

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac entstand am 3. Juni 1998 in Frankreich. Die Forderung nach einer globalen Steuer auf Finanztransaktionen, inspiriert durch den Ökonomen und Nobelpreisträger James Tobin, stand am Anfang der Bewegung und gab ihr ihren Namen: Association pour une Taxation des Transactions financières pour l’Aide aux Citoyens – Vereinigung für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Wohle der Bürger. Tobin (Foto) selbst verwahrte sich gegen die Inanspruchnahme seines Modells durch Attac.

Im Jahr 2000 gründete Sven Giegold mit weiteren Mitstreitern die deutsche Sektion, die mit 20250 Mitgliedern heute der größte nationale Ableger der Bewegung ist. Attac Deutschland gehören zudem knapp 100 Organisationen an, unter ihnen Alt-68er, Gewerkschafter, Trotzkisten, Umweltschützer und christliche Friedensgruppen. Gemeinsamer Nenner ist die Kritik am Marktliberalismus und nicht mehr nur die Regulierung der Finanzmärkte. So organisiert Attac inzwischen auch Demonstrationen gegen Hartz IV, die Gesundheitsreform oder die Bahnprivatisierung. Weltweit gibt es Attac in 50 Ländern, ohne eine Zentrale und mit rund 90000 Mitgliedern. keb

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 23.12.2008 Nr. 01
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