Nahost-Konflikt Logik des Wahnsinns
Warum der mörderische Krieg zwischen Israel und Hamas nicht der politische Kernkonflikt im Nahen Osten ist

© MENAHEM KAHANA/AFP/Getty Images
Israelische Soldaten an der Grenze zum Gaza-Streifen
Dass der Kampf um Palästina die Mutter aller Nahostkonflikte sei, war immer falsch. Denken wir nur an den längsten Krieg, den zwischen Irak und Iran, der 20-mal mehr Opfer forderte als alle arabisch-israelischen Waffengänge seit 1948. Der Raub Kuwaits, die Bürgerkriege von Algier bis Beirut haben auch nichts mit Israel/Palästina zu tun. Und nun zeigt gerade der Krieg in Gaza, wie irrig das Klischee vom Kernkonflikt ist.
Wie das? Ist dieser Krieg nicht der schlagende Beweis, der jüngste Akt in einer jüdisch-arabischen Tragödie, die die gesamte Region vergiftet? Gegenfrage: Wieso schlägt sich dann Kairo auf die Seite Israels? »Ägypten«, grollt sein Außenminister, habe Hamas »immer wieder gewarnt, und wer Warnungen ignoriert, ist verantwortlich für die Folgen«.
Palästinenser-Präsident Machmud Abbas sekundierte: »Wir haben direkt und indirekt mit den Hamas-Führern gesprochen und immer wieder verlangt, den Waffenstillstand einzuhalten.« Früher hätten die Historiker das eine Umkehrung der Bündnisse genannt. Hisbollah-Chef Nasrallah spricht es offen aus: »Es herrscht volle Kooperation (zwischen Jerusalem, Kairo und Amman, Anm. d. Red.).«
Selbst dem deutschen Außenminister, traditionell auf Ausgleich bedacht, »fehlt jedes Verständnis für die Aufkündigung des Waffenstillstands durch die Hamas«. Warum also dieser Krieg, der aus palästinensischer Sicht sinnlos, ja pervers ist?
Hamas dröhnt, dass Israel Gaza abgeschnürt hätte. Warum beschießt sie dann ausgerechnet die Grenzübergänge, durch die Nahrung und Benzin fließen? Warum richtet sie ihre Raketen gegen das Kraftwerk, das Gaza mit Strom versorgt? Am Weihnachtstag registrierten die Israelis Nummer 10.000 beim Raketenbeschuss. So verhalten sich nur Regime, die ihr eigenes Volk in Geiselhaft nehmen und den Feind bis aufs Blut reizen wollen.
Diese Strategie ergibt erst Sinn, wenn man über die Levante hinausblickt. Der Ägypter Mubarak skizziert, was des Pudels neuer Kern ist: »Durch die Ereignisse im Gaza-Streifen haben wir jetzt eine gemeinsame Grenze mit Iran.« Iran ist der neue Spielmacher, und Hamas (im Süden) sowie Hisbollah (im Norden) sind seine willigen Gehilfen.
- Datum 11.08.2009 - 13:42 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 31.12.2008 Nr. 02
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Wenn schon jetzt die Hamas so agiert, wie wird es erst weitergehen, wenn der Iran die Atombombe hat?
Darum http://de.stopthebomb.net...
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