Krisenmanagement Glück im neuen Jahr

Alfred Dorfer hat eine todsichere Methode gefunden, mit der sich alle Krisen bewältigen lassen

Krisenzeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Deshalb gilt es, im neuen Jahr ungewöhnliche Wege zu beschreiten. Man nehme sich ein Beispiel an der Kärntner Familie, die unlängst ein Villen-Lotto veranstaltete. Dabei konnte ein glücklicher Gewinner das schmucke Eigenheim dieser Familie um den Preis eines Loses zu 99 Euro erstehen. Indem er insgesamt 9999 Lose verkaufte, erzielte der geschäftstüchtige Clan einen Bruttogewinn von fast einer Million Euro. Eine interessante Idee, die vielleicht auf künftige Geschäfte der ÖIAG angewandt werden sollte. Schon im Falle eines AUA-Lottos hätte Österreich profitieren können. Der Gewinner der Fluglinie hätte zwar nur einen ähnlich niedrigen Betrag wie die Lufthansa investieren müssen, doch der Staat hätte trotzdem einen satten Gewinn aus diesem Glücksspiel gezogen. Weitere ähnliche Aktionen könnten folgen. Ein Staatsrundfunk-Lotto etwa, bei dem ORF 1 günstig abgegeben wird. Die Glücksfee bei dieser Ziehung sollte dann aber ein absolut objektiver Fachmann sein, etwa der Raiffeisen-Generalanwalt. Man könnte auch unser Gesundheitssystem verlosen. Der Unterschied wäre nicht sofort spürbar, da schon bisher ein kompetenter Arzt oder freundliche Betreuung absolute Glückssache waren. Nicht zuletzt sei auf den spielerischen Charakter des Finanzwesens hingewiesen. Auch dort gibt es noch ungenützte Möglichkeiten. Warum nicht den Zinssatz durch einen einarmigen Banditen bestimmen lassen? Die Variante mit den zweiarmigen ist ja viel zu krisenanfällig. Faites vos jeux, und alles wird gut!

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 31.12.2008 Nr. 02
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    • Schlagworte Österreich
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