Freunds Freunde
Germaine Krull, Marianne Breslauer, Lotte Jacobi, Aenne Biermann, Ruth Hallensleben, Frieda Riess – schier endlos ist die Liste der großen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Einen besonderen Platz auf diesem Olymp nimmt Gisèle Freund ein (1908 bis 2000). Vor genau 100 Jahren in Berlin geboren, entschied sie sich früh schon für die Fotografie. Einen Namen machte sie sich, 1933 aus ihrer Heimat vertrieben und bis zu ihrem Tod meist in Paris zu Hause, in den dreißiger Jahren mit großen Reportagen aus aller Welt. Doch berühmt wurde sie als Porträtistin der Berühmten. Ihre Bildnisse von James Joyce, Virginia Woolf und Walter Benjamin sind längst – und hier ist dieses Wort ganz ausnahmsweise einmal angebracht – Ikonen der Moderne. Der jetzt vom Münchner Verlag Schirmer/Mosel neu aufgelegte Band Gisèle Freund – Photographien & Erinnerungen (221 S., 49,80 €) vereinigt neben Proben aus ihrem Reportagenwerk etliche ihrer schönsten Porträts – darunter auch die hier gezeigten von Alberto Giacometti (1966) und Frida Kahlo (1951) –, ergänzt durch Erinnerungen Freunds an ihr Leben, ihre Arbeit und ihre berühmten Künstlerkollegen und Freunde. B.E.
- Datum
- Quelle DIE ZEIT, 31.12.2008 Nr. 02
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