Vor der untergehenden Sonne Myanmars zeichnen sich Wasserträger, Mönche und steinerne Buddhas wie Scherenschnitte ab. Kraniche landen auf blühenden Kirschbäumen in Japans Tempelstadt Kamakura. Bäuerinnen aus der südchinesischen Provinz Yunnan saugen sich an ihren Zigarettenstummeln fest. Das sind die seelenruhigen Bilder, die der Schweizer Olivier Föllmi während seiner achtmonatigen Tour durch Asien abgelichtet hat (unser Bild zeigt eine Geisha in Kyoto). Ein rechter Weltensammler ist aus ihm geworden, seit er pro Jahr einen Kontinent mithilfe seiner Kamera erforscht. Nach seinen Afrika- und Lateinamerika-Reisen ist er in Fernost in die letzten Nischen einer archaischen Welt eingedrungen. Sein schwergewichtiger Fotoband bewahrt Augenblicke, die vielleicht schon bald der Erinnerung angehören werden: rituelle Zeremonien, genügsame Kinderspiele vor Bambushütten, Fischzüge an menschenleeren Küsten.

Olivier Föllmi: "Asien". Aus dem Französischen von Annegret Hunke-Wormser; Knesebeck Verlag, München 2008; 352 S., 49,95 €