Freie SchulenHanseatische Klassenkämpfe

Bremens Bildungsbehörde und ein Elternverein streiten um die Gründung einer freien Grundschule von Friederike Gräff

"Ich will die Eltern nicht schlechtmachen", sagt die Sprecherin der Bremer Bildungssenatorin. "Schließlich hat jeder das Recht, einen Antrag auf Schulgründung zu stellen." Aber zustimmen muss die Behörde nicht. Und so sind sie mittlerweile vor Gericht angekommen: der Verein Freie Schule Bremen e. V. und die Bremer Bildungsbehörde.

Der Verein möchte eine freie Grundschule gründen, eine, in der die Kinder in kleinen Gruppen so lernen, wie sie selbst möchten. Aber die Behörde hat den Antrag abgelehnt: Es bestehe kein "begründetes öffentliches pädagogisches Interesse". Das ist das eine. Das andere ist das, was die Behörde "soziale Entmischung" nennt und auf jeden Fall vermeiden möchte: dass die Kinder gebildeter und wohlhabender Eltern bereits im Grundschulalter besonders gut ausgestattete Privatschulen besuchen, während der Staat die Reste verwaltet. Laut Behörde gehen in Bremen neun Prozent der Kinder auf Schulen in privater Trägerschaft, in einigen Stadtteilen sind es über 16 Prozent, im Bundesdurchschnitt aber nur 2,7 Prozent.

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Das ist der Konflikt, befeuert wird er durch das Ende der offiziell nicht genehmigten Privatschule am Körnerwall, die im vergangenen Jahr schließen musste. Viele der 50 Eltern und Pädagogen, die sich im Verein Freie Schule Bremen zusammengefunden haben, hatten ihre Kinder schon in den Kindergarten der Schule am Körnerwall geschickt. Sie wünschen sich eine reformpädagogische Schule, die, ähnlich wie die geschlossene Privatschule, die Kinder beim Lernen begleitet, nicht aber in feste Schemata zwingt. "Die Kinder wollen doch ohnehin Wissen in sich hineinschaufeln", sagt Gustav Schmitz, einer der Gründer des Vereins. "Und es ist erstaunlich zu sehen, wie schnell Grundschüler keine Lust mehr haben, zur Schule zu gehen."

Vieles im Vereinskonzept gehört zum reformpädagogischen Standard: altersgemischte Kleingruppen von je 15 Kindern, projektorientiertes und selbstbestimmtes Lernen, geschlechtsspezifische Jungen- und Mädchenarbeit, keine Noten. Das alles, so hält die Behörde dagegen, sei bereits in vielen staatlichen Bremer Grundschulen verwirklicht, unter anderem in der "Kinderschule", einer Abspaltung der Schule am Körnerwall, die inzwischen als staatliche Modellschule anerkannt ist. "Wir erfinden das Rad nicht neu, wir bauen es neu zusammen", sagt Gustav Schmitz. Zudem habe die geplante Schule drei Alleinstellungsmerkmale: Sie soll basisdemokratisch arbeiten, sodass Eltern, Kinder und Lehrende gemeinsam Verantwortung übernehmen. Es soll einen integrierten Kindergarten geben, und der Rahmen soll mit etwa 45 Kindern überschaubar bleiben.

Damit würde sie sich von der "Kinderschule" unterscheiden, die, seitdem sie in staatliche Obhut übergegangen ist, deutlich mehr Kinder aufnimmt. Und die akzeptiert, dass Menschen, die nicht unmittelbar am Schulbetrieb beteiligt sind, sprich die Behördenmitarbeiter, bei den Entscheidungen mitreden. Ebendas kann und will sich Gustav Schmitz für die Freie Schule Bremen nicht vorstellen.

Leserkommentare
    • gauss
    • 02. Januar 2009 15:22 Uhr

    Dies ist ein Kampf, zwischen Obrigkeit, die nicht Willens ist für gute Schulen mit guten Betreuungsverhältnissen zu sorgen und Eltern, die ihre Geschicke mittlerweile selber in die Hand nehmen. Wir werden solche Geschichten in Zukunft reihenweise erleben. Denn, wenn der Staat nicht für akzeptable Schulen sorgt (und Klassengrößen jenseits von 30 Kindern sind ein Grund sein Kind woanders einzuschulen), so wird er damit konfrontiert, dass Eltern eigene Schulen gründen. Es sind eben nicht ausschließlich wohlhabende Unternehmer, sondern oft ganz normale Bürger, denen der Geduldfaden gerissen ist und die nicht weiter zuschauen wollen. Ich wünsche den Eltern viel Erfolg!

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    "that book is dead sexy" -- Xach on #lisp about "Practical Common Lisp"

  1. Funtioniert es nicht prächtig? Wir alle haben nichts mehr von kleinauf in der Schule gelernt als immer der Beste sein zu müssen. Diese Zwangsneurose ist in Deutschland hoch entwickelt. Wen wunderts folglich, wenn auch alle Schulreformbestrebungen ein einziges großes Gegeneinander sind?
    Mit der Ich-kann-Schule zeige ich seit 30 Jahren eine andere Möglichkeit auf: Die Ich-kann-Schule ist die Schule, die jeder Mensch IN SICH hat; der Mensch lernt nicht in Häusern sondern IN SICH. Wenn er diese, seine Realität erkannt und anerkannt hat, wird es sehr sekundär, ob er beim Lernen in einem Glaspalast oder unter einem Lindenbaum sitzt. Es gilt, die originalen Aufgaben des Lebens zu bewältigen, nicht mit künstlich ausgewählten Vorgaben in kpnstlich festgelegten Abläufen vorgeschriebene "Bewältigung" vorzuspielen. Wenn dabei alle am selben Strang ziehen, dann klappt das auch, wenn es nicht 15 sondern 30 sind. Wenn wir die Klassenzahl senken, damit sich der Lehrer noch öfter einmischen kann, dann kann das auch ein Schuss sein, der nach hinten losgeht. Wie Pädagogik wirkt, hängt damit zusammen, in welchem Geiste sie gelebt wird, und von GEIST möchte ich in dieser aktuellen Pädagogik erst einmal was sehen, besonders vom Geist des Für- und Miteinander. Ich grüße herzhaft.
    Franz Josef Neffe, DCI

    • michati
    • 02. Januar 2009 23:44 Uhr

    so einfach ist es vielleicht doch nicht.
    wir haben eine gesellschaft die hedonitisch und geldgierig ist. das thema kinder und damit auch bildung dieser kinder ist jahrzehntelang an den rand gedrückt worden. wohl doch vom wahlvolk toleriert ?
    als ossi bin ich solange nach der "einheit" über dieses nunmehrige bildungs"system" immer noch erschüttert, wie es wohl ganz europa ist.
    ich glaube aber nicht, dass es mit der spontanen gründung neuer schulen durch irgenwelche unzufriedenen eltern getan ist.
    1) besteht wirklich die gefahr, dass edelschulen für wohlbetuchte für noch mehr chancenunglleichheit - und damit für ungenutzte potentiale - sorgen
    2) nimmt sowas doch den druck raus für eine weitere reform des bundes/staatlichen bildungs-systems !
    also: wählt kommunal und im lande die leute , die sich um sowas kümmern !! .
    m.
    +

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    • gauss
    • 03. Januar 2009 9:17 Uhr

    Die Gründung eigener, privater Schulen ist reine Notwehr. Nicht jede Privatschule erhebt Monatsgebühren jenseits der Tausend Euro. Das Spektrum ist hier sehr groß. Bzgl Ihres ersten Punktes: wohlhabenden Eltern geben mittlerweile nur noch selten ihre Kinder in öffentliche Schulen, hier bieten sich ganz andere Möglichkeiten, mit guter Betreuung, Schärfung von Leistungswillen, aber auch dem Erlernen von Sozialverhalten. Sie müssten es diese Eltern schon verbieten. Das dürfte mit dem Grundgesetzt etwas kollidieren. Zwang zum sozialistischen Einheitssystem löst ncht unsere Probleme.

    Seit 1975 wird in der Bildungspolitik gespart, an Schulen, Hochschulen und Universitäten. Zuerst war es alles nicht so schlimm, aber mehr als 30 Jahre danach, merkt man allenthalben wo überall das Geld fehlt. Natürlich gibt es viele Eltern, die andere pädagogische Maßnahmen wollen, es gibt aber auch viele Eltern, die die Zustände an öffentlichen Schulen nicht mehr ertragen. Der Stadtstaat Bremen ist nicht gewillt für gute Schulen zu sdorgen, daher ist hier Eigeninitiative gefragt. Eine Eigeninitiative, die scheinbar von der Obrigkeit nicht gewünscht ist. Wenn Kinder aber weiterin in schlechten Schulen erzogen werden, so ist damit niemandem gedient.

    nimmt sowas doch den druck raus für eine weitere reform des bundes/staatlichen bildungs-systems !

    Dies hat nichts mit dem Bund zu tun. Schulpolitik ist Ländersache. Die ewige Reform. Seit 40 Jahren wird die Systemdebatte geführt. Die Gesamtschulen haben wir längst. Sie ist so erfolgreich, dass sie in Hamburg demnächst aufgelöst wird.

    als ossi bin ich solange nach der "einheit" über dieses nunmehrige bildungs"system" immer noch erschüttert, wie es wohl ganz europa ist.

    Sie scheinen recht undankbar. Sinnvoll ist sich eines klaren Blickes zu bewahren. Andere Bildungssysteme haben auch ihre Schwächen. Generell ist das System nichtg so entscheidend, vielmehr fehlt einfach Geld. Denn individuelle Förderung könnte man auch im hiesigen Schulsystem machen. Bei Schulklassen von mehr als 30 Kindern ist das aber kaum möglich. Ein Blick nach Skandinavien zeigt, dass nicht als Gold ist was glänzt. Wenn man nämlich mal von Finland absieht, sieht es nicht besser, vielerorts sogar schlechter aus, als in Deutschland. Das, obwohl tendenziell mehr Geld benutzt wird im Bildungssystem. Das hat auch etwas mit Jantelov zu tun, dem gesellschaftlichen Sozialismus Skandinaviens.

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    • gauss
    • 03. Januar 2009 9:17 Uhr

    Die Gründung eigener, privater Schulen ist reine Notwehr. Nicht jede Privatschule erhebt Monatsgebühren jenseits der Tausend Euro. Das Spektrum ist hier sehr groß. Bzgl Ihres ersten Punktes: wohlhabenden Eltern geben mittlerweile nur noch selten ihre Kinder in öffentliche Schulen, hier bieten sich ganz andere Möglichkeiten, mit guter Betreuung, Schärfung von Leistungswillen, aber auch dem Erlernen von Sozialverhalten. Sie müssten es diese Eltern schon verbieten. Das dürfte mit dem Grundgesetzt etwas kollidieren. Zwang zum sozialistischen Einheitssystem löst ncht unsere Probleme.

    Seit 1975 wird in der Bildungspolitik gespart, an Schulen, Hochschulen und Universitäten. Zuerst war es alles nicht so schlimm, aber mehr als 30 Jahre danach, merkt man allenthalben wo überall das Geld fehlt. Natürlich gibt es viele Eltern, die andere pädagogische Maßnahmen wollen, es gibt aber auch viele Eltern, die die Zustände an öffentlichen Schulen nicht mehr ertragen. Der Stadtstaat Bremen ist nicht gewillt für gute Schulen zu sdorgen, daher ist hier Eigeninitiative gefragt. Eine Eigeninitiative, die scheinbar von der Obrigkeit nicht gewünscht ist. Wenn Kinder aber weiterin in schlechten Schulen erzogen werden, so ist damit niemandem gedient.

    nimmt sowas doch den druck raus für eine weitere reform des bundes/staatlichen bildungs-systems !

    Dies hat nichts mit dem Bund zu tun. Schulpolitik ist Ländersache. Die ewige Reform. Seit 40 Jahren wird die Systemdebatte geführt. Die Gesamtschulen haben wir längst. Sie ist so erfolgreich, dass sie in Hamburg demnächst aufgelöst wird.

    als ossi bin ich solange nach der "einheit" über dieses nunmehrige bildungs"system" immer noch erschüttert, wie es wohl ganz europa ist.

    Sie scheinen recht undankbar. Sinnvoll ist sich eines klaren Blickes zu bewahren. Andere Bildungssysteme haben auch ihre Schwächen. Generell ist das System nichtg so entscheidend, vielmehr fehlt einfach Geld. Denn individuelle Förderung könnte man auch im hiesigen Schulsystem machen. Bei Schulklassen von mehr als 30 Kindern ist das aber kaum möglich. Ein Blick nach Skandinavien zeigt, dass nicht als Gold ist was glänzt. Wenn man nämlich mal von Finland absieht, sieht es nicht besser, vielerorts sogar schlechter aus, als in Deutschland. Das, obwohl tendenziell mehr Geld benutzt wird im Bildungssystem. Das hat auch etwas mit Jantelov zu tun, dem gesellschaftlichen Sozialismus Skandinaviens.

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    Antwort auf "kampf ?"
  2. 5. -

    Die Bremer haben ihre Stadt zu dem gemacht, was sie ist. Dazu gehört, daß die Schulen so sind, wie sie sind. Warum braucht die "gehobene Mittelschicht" der Stadt dann eine eigene Schule? Für mich klingt das nach dem Versuch einer sozialen und zumindest teilweise ethnischer Entmischung, um für den eigenen Nachwuchs ein besseres Lernklima zu schaffen. Das ist so in etwa das Gegenteil dessen, was die rot-grüne Regierung der Hansestadt anstrebt, daher ist der Widerstand nicht nur verständlich sondern folgerichtig. Nun requirieren aber auch die SPD und insbesondere die Grünen ihre Wähler nicht zuletzt im Bereich der "gehobenen Mittelschicht" und es sollte mich wundern, wenn unter den engagierten Eltern der Initiative nicht der eine oder andere Grünen- oder SPD-Wähler mit dabei ist; das private Engagement steht in diesen Fällen im Gegensatz zur Wahlentscheidung für eine der regierenden Parteien. Aber: Das Private ist politisch!

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    • gauss
    • 04. Januar 2009 12:54 Uhr

    Wäre das allgemeine Schulsystem besser, sprich würden Problemschüler nicht den Unterricht stören und Mitschüler bedrohen, wäre die Lehre besser, die bauliche Substanz nicht in einem solchen katastrophalen Zustand, etc. würden ganz bestimmt weniger Privatschulen gegründet werden. Das Geld wird aber nicht investiert. Nicht heute, nicht morgen, nich in zehn Jahren. Da braucht man sich keine Illusionen machen. Alleine in Hamburg fehlen 3-4 Mrd. € für die Bausubstanz. Dann ist in Punkto Lehre noch nix besser. In Bremen sieht es sicherlich ähnlich katastrophal aus. Selbst wenn die Bundesregierung in ihrem Konjunkturpaket II einen wesentlichen Anteil in die Bausubstanz der Schulen stecken würde (was ja eigentlich gar nicht geht, da es Länderaufgabe ist), reicht das nicht.
    So wird die Zunahme von Privatschulen sich sogar noch weiter steigern. Wem ist denn damit gedient, dass die Kinder ganz normaler Bürger in schlechte Schulen gehen? Nach dem Motto, wenn die Unterschichtskinder schon schlechte Schulen haben, dann auch die Mittelschichtskinder. Würde wieder vernünftig in öffentliche Schulen investiert, dann würden sich die "Probleme" mit Privatschulen in Luft auflösen. Zudem hätten (fast) alle Kinder etwas davon. Aber weder zu investieren noch den Menschen das Recht einzuräumen auf Privatschulen ist fadenscheinig. Diejenigen, die das Geld haben, können ihre Kinder auch gerne ins Ausland geben. Das kann man ihnen sowieso nicht verbieten. Es ist einfach nur eine Mangelverwaltung.

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  3. Es gab eine Zeit, da bedeutete Chancengleichheit, dass die Schule dafür sorgte, auch Kinder aus "bildungsfernen" Familien so gut auf das Leben vorzubereiten, so dass sie später möglichst die gleichen Chancen wie alle anderen hatten.
    Heute hat das öffentliche Bildungssystem diese Kinder quasi aufgegeben, und "Chancengleichheit" dient lediglich noch als Vorwand, um auch alle anderen Kindern auf ihrem Bildungsweg möglichst auszubremsen - und Eltern, die sich damit nicht abfinden wollen, als "elitär" zu diffamieren.

    • gauss
    • 04. Januar 2009 12:54 Uhr

    Wäre das allgemeine Schulsystem besser, sprich würden Problemschüler nicht den Unterricht stören und Mitschüler bedrohen, wäre die Lehre besser, die bauliche Substanz nicht in einem solchen katastrophalen Zustand, etc. würden ganz bestimmt weniger Privatschulen gegründet werden. Das Geld wird aber nicht investiert. Nicht heute, nicht morgen, nich in zehn Jahren. Da braucht man sich keine Illusionen machen. Alleine in Hamburg fehlen 3-4 Mrd. € für die Bausubstanz. Dann ist in Punkto Lehre noch nix besser. In Bremen sieht es sicherlich ähnlich katastrophal aus. Selbst wenn die Bundesregierung in ihrem Konjunkturpaket II einen wesentlichen Anteil in die Bausubstanz der Schulen stecken würde (was ja eigentlich gar nicht geht, da es Länderaufgabe ist), reicht das nicht.
    So wird die Zunahme von Privatschulen sich sogar noch weiter steigern. Wem ist denn damit gedient, dass die Kinder ganz normaler Bürger in schlechte Schulen gehen? Nach dem Motto, wenn die Unterschichtskinder schon schlechte Schulen haben, dann auch die Mittelschichtskinder. Würde wieder vernünftig in öffentliche Schulen investiert, dann würden sich die "Probleme" mit Privatschulen in Luft auflösen. Zudem hätten (fast) alle Kinder etwas davon. Aber weder zu investieren noch den Menschen das Recht einzuräumen auf Privatschulen ist fadenscheinig. Diejenigen, die das Geld haben, können ihre Kinder auch gerne ins Ausland geben. Das kann man ihnen sowieso nicht verbieten. Es ist einfach nur eine Mangelverwaltung.

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    Antwort auf "-"
  4. "Das alles, so hält die Behörde dagegen, sei bereits in vielen staatlichen Bremer Grundschulen verwirklicht, unter anderem in der "Kinderschule", einer Abspaltung der Schule am Körnerwall, die inzwischen als staatliche Modellschule anerkannt ist. "

    Ich kenne die Situation und Anzahl der "Modellschulen" in Bremen nicht. In Hamburg ist es so, dass es (nördlich der Elbe), ich glaube, zwei staatliche Reformschulen gibt. Deren Plätze reichen für die Interessenten natürlich nicht aus. Die (eine) Schule darf "Reformschule für Hamburg" im Briefkopf führen, die Kinder werden aber nach Stadtteil und Schulweg ausgesucht, so dass diese Schule vielen nicht zur Verfügung steht.

    Die Gründung einer privaten Montessori-Schule wurde seitens der Behörde zu verhindern versucht mit dem Argument, es gäbe ja in Bergedorf schon eine (Bergedorf ist ein großer Bezirk am südöstlichen Rand von Hamburg).

    Die vielen neuen Privatschulen werden ein Problem werden, wenn die Städte nicht schleunigst ihr Angebot an den Bedarf anpassen.

    Natürlich verhalten sich die i.d.R. wohlhabenderen und gebildeteren Leute unsolidarisch, wenn deren Kinder alle auf Privatschulen gehen. Gleichzeitig ist es tatsächlich Notwehr gegen den Zustand des öffentlichen Schulsystems.

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