Mehr Mike Müller!
Er war die Frischegarantie des Jahres. Ein erstes Mal fiel er einem als Horatio im Hamlet von Jan Bosse positiv auf – wo er aber nicht mehr als ein paar helvetische Brocken abliefern durfte. Seitdem stellt er sonntagabends am Bildschirm den Comedy-Vater Viktor Giacobbo regelmäßig in den Schatten, indem er nicht mehr Worte verliert als nötig. Ein Brummeln, ein Raunzen, ein Satz – und unsere Welt ist anders.
Wir wünschen uns mehr Mike Müller für dieses Land. Menschen, die wenig, aber Wahres sagen. Und wir wünschen uns, dass sich dieser Müller vollends emanzipiert und sich einmal ganz allein eine Stunde lang auf die Bühne traut, um uns endlich diese Schweiz zu erklären, von der wir nicht mehr wissen, was von ihr zu halten ist. Seinen Hund aber soll er bitte zu Hause lassen.
Foto: Leonard Zubler/Schauspielhaus Zürich
- Datum
- Quelle DIE ZEIT, 31.12.2008 Nr. 02
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