RaumfahrtDer Mann, der zum Mars will

Mithilfe der Nasa und des eigenen Vermögens versucht der Amerikaner Elon Musk das Unmögliche zu schaffen von 

Als sie an jenem Morgen im August 2007 die große Freitreppe zum Grand Horizon Ballroom der Universität von Los Angeles hinaufgehen, sind die Gäste von einem einzigen Gedanken beseelt: Wann wird der erste Mensch den Mars betreten? Auf Tischen vor dem Ballroom liegen Bücher mit Titeln wie Auf zum Mars: Die Kolonisation einer neuen Welt. Daneben steht ein kleiner silberner Raumgleiter. Es ist das zehnte Treffen der Mars Society, und in den nächsten drei Tagen werden 200 Enthusiasten über alle möglichen Fragen der Marskolonisierung sprechen. Sie alle sehen aus, als hätten sie die erste Mondlandung 1969 als Teenager erlebt – ältere Herren, die an das Unmögliche glauben.

Der zwei Meter große, verschwitzte Mann, der mit seinem fast bartlosen Jungengesicht vor den vollen Stuhlreihen des Ballrooms steht, passt da nicht recht hinein. Er kommt in letzter Minute, und nun funktioniert sein Computer nicht. Als der Präsident der Mars Society den Konferenzbesuchern den jungen Mann mit einiger Verzögerung ankündigt, steht der daneben, als ginge ihn das alles nichts an. Auf seinem BlackBerry checkt er noch schnell seine E-Mails.

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Das Publikum begrüßt ihn mit lang anhaltendem Beifall. Die Leute sind aus der Wüste, aus Oklahoma, Chicago, einige sogar aus Deutschland gekommen, um ihn zu sehen. Die Angehörigen einer allmählich aussterbenden Generation von Weltraumbegeisterten feiern ihn wie die letzte große Hoffnung. Der Mann fächelt sich noch einmal mit seinem Hemd Luft den Rücken hinauf und tritt ans Podium.

Elon Musk ist einer jener Stars, die das Silicon Valley und der Internetboom unermesslich reich gemacht haben. Vor fünf Jahren hat er begonnen, an einer Rakete zu bauen, mit der er zum Mars fliegen will. Musk ist 37, ein Träumer war er noch nie. Er ist Unternehmer, und seine Marsmission geht er pragmatisch an. Die Menschheit wächst und wächst, die Grenzen der irdischen Kapazitäten sind bald erreicht, also braucht man einen zweiten Planeten. Dafür bietet sich der Mars an, er ist von seiner Beschaffenheit her der Erde am ähnlichsten, seine Besiedelung der nächste Schritt in der Evolution der Menschheit. Für die meisten Zuhörer im Horizon Ballroom ist das ein Traum, für Elon Musk ein Businessplan.

Dem Verteidigungsministerium hat er schon Raketenflüge verkauft

Der Mars – über ihn hat Musk alles gelesen, was er auftreiben konnte. 230 Millionen Kilometer von der Erde entfernt; die Temperatur schwankt zwischen minus 133 Grad und plus 27 Grad Celsius; der Mars ist etwa halb so klein wie die Erde, die Atmosphäre ist zu dünn zum Atmen, die Sonnenstrahlen werden kaum gefiltert. Der Mars braucht 687 Tage, um die Sonne zu umrunden, die Jahreszeiten sind doppelt so lang wie auf der Erde. Vor Kurzem hat die Nasa zum ersten Mal Hinweise auf Wasser gefunden. Musk ist im Geiste schon oft auf dem Mars gewesen, aber mehr als der Planet selbst interessiert ihn der Weg dorthin. Er will ein Pionier werden, so wie es Cornelius Vanderbilt war, den man den Eisenbahnkönig nannte, im 19. Jahrhundert, als Amerika erschlossen wurde. 100 Millionen Dollar seines privaten Vermögens hat Elon Musk schon in seine Raketenfirma SpaceX gesteckt.

Dem Publikum in der Universität von Los Angeles erklärt Musk jetzt, dass es darauf ankomme, die Transportkosten zu senken, damit die Menschheit sich auf den Mars ausdehnen könne. Die Delta-4-Rakete der Nasa kostet 155 Millionen Dollar pro Start, das Space Shuttle 400 Millionen, zu teuer. Seine Falcon-9 werde 35 Millionen kosten, sagt Musk. Er entwickle gerade die kleinere Falcon-1, mit der er erst einmal gegen Bezahlung Satelliten im All aussetzen wolle. Damit finanziere er die Entwicklung der stärkeren Falcon-9, die dann die billigste Rakete der Welt sein werde, um Fracht und Astronauten ins All schicken zu können. Die richtige Rakete für den Mars.

Flüge der Falcon-1 hat er schon an das amerikanische Verteidigungsministerium, die malaysische Regierung und private Firmen verkauft, um Satelliten im All auszusetzen. Und das, ohne je bewiesen zu haben, dass die Rakete überhaupt fliegt. Und wie er da vor seinem Publikum spricht, mit seinem etwas stockenden Vortragsstil, bei dem er manche Wörter so lange wiederholt, bis ihm das nächste eingefallen ist, fragt man sich schon, wie er das gemacht hat. Aber vielleicht verleiht ihm gerade diese Ungeschliffenheit die Glaubwürdigkeit eines Wissenschaftlers. Es scheint ihn auch nicht zu irritieren, dass seine Rakete bislang die niedrige Satelliten-Erdumlaufbahn in 400 Kilometer Entfernung noch kein einziges Mal erreicht hat. Dann klappt er seinen Laptop zusammen und verabschiedet sich unter Applaus.

»Ich bin ein Hardcore-Atheist. Märchen sind was für Kinder«

Musk geht die große Freitreppe hinunter, wimmelt ein paar Studenten ab, einem älteren Verehrer gibt er ein Autogramm. Auf die Frage, warum er sich gerade das teuerste und schwierigste aller Ziele ausgesucht habe, antwortet er: »Ich bin ein Hardcore-Atheist, Märchen sind was für Kinder. Das wichtigste Ereignis in der Menschheitsgeschichte ist die Entstehung von Mehrzellern aus Einzellern, die Entwicklung von Pflanzen, Tieren, der Übergang vom Wasser auf das Land. Der logische nächste Schritt ist es nun, dass wir uns von einem Planeten auf andere ausdehnen. Und das ist in den vier Milliarden Jahren der Erdgeschichte jetzt zum ersten Mal möglich.« Außerdem sei es lebensnotwendig, denn »irgendwann wird die Erde ohnehin zu übervölkert und verschmutzt sein, als dass wir hier noch leben könnten«. Musk setzt sich in seinen grauen Porsche 911 Turbo, lässt den Motor an und zischt davon.

An Wunderheiler glauben die Menschen immer dann, wenn sie verzweifelt sind, und es ist nicht ganz falsch, auch bei der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa eine gewisse Form der Verzweiflung auszumachen. Sie ist in diesem Jahr 50 geworden und hat mittlerweile selbst gemerkt, wie sehr sie leidet. Seit der Mondlandung hat sie nie wieder ein großes Ziel gehabt. Kein Mensch sitzt bei den Starts der Space Shuttles zur Internationalen Raumstation (ISS) noch gebannt am Fernseher. Diese Ereignisse laufen hochprofessionell ab, und solange nichts explodiert, nimmt kaum jemand davon Notiz. Brauchen wir die teure bemannte Weltraumfahrt überhaupt noch, fragte man sich in Washington und verkleinerte das Budget.

Im Jahr 2010 geht auch noch der Space Shuttle in Rente, danach hat die USA keine eigene Raumfähre mehr, um zur ISS zu fliegen, denn das Nachfolgemodell des Shuttles, die Ares-Orion, wird frühestens 2015 fertig. Die Nasa müsste also teure Flüge von Russland oder China kaufen, den einzigen Nationen, die ebenfalls bemannte Raumfahrt betreiben. Zugleich wurde der Druck größer, den Weltraum für die Privatwirtschaft zu öffnen, vor allem für den Tourismus. In der Hoffnung, dass Konkurrenz die Kosten senkt, tat die Nasa im Jahr 2005 das zuvor Undenkbare, sie bat um Ideen aus der Wirtschaft, wie man Fracht und Astronauten billiger zur ISS bringen kann, und verteilte 500 Millionen Dollar Fördergelder. Elon Musk war einer der Empfänger. Einmischung des Staates ist ihm eigentlich zuwider, und gerade die überbürokratisierte Nasa war lange eines seiner Hassobjekte. Aber ein echter Kapitalist wie Musk nimmt das Geld, wo er es kriegen kann.

Musk ist ein Spezialist für Anfänge, zumal für solche, die hoffnungslos erscheinen. Die Frau, die das über ihn behauptet, sitzt im Garten des Wilshire Restaurant in Santa Monica zwischen künstlichen Felswänden im Schein der unzähligen Fackeln und bestellt einen Cocktail. Justine Musk ist eine sehr schlanke, große Blondine in engen Jeans und mit leichtem Gothic-Look, ihre kurze Lederjacke hat sie über die Stuhllehne gehängt. Als Elon Musk sie vor 16 Jahren in Kanada am Queen College kennenlernte, fragte er ganz förmlich, ob er sie zu einem Eis einladen dürfe. Er war drei Jahre zuvor aus Südafrika nach Kanada gekommen. Warum sollte sie nicht mit ihm ein Eis essen, erzählt Justine Musk. Am Tag der Verabredung mit Elon habe sie es sich dann doch anders überlegt und einen Zettel an die Tür ihres Zimmers geklebt: Ich muss lernen. Sie dachte, er werde die Botschaft verstehen. Doch einige Stunden später tauchte Elon mit zwei tropfenden Eishörnchen in der Bibliothek auf. Einen ihrer Mitbewohner hatte er gefragt, welches Justines Lieblingseis sei und wo sie gerade lerne.

Menschen für sich gewinnen, und sei es mit Penetranz, das könne Elon gut, erzählt Justine Musk. Die beiden gingen ein paarmal miteinander aus, aber im Grunde habe sie damals nichts von ihm wissen wollen, sagt sie. »Ich wollte Schriftstellerin werden, und Elon studierte Wirtschaft. Obendrein mochten ihn auch noch meine Eltern. Da war bei mir klar, das geht nicht.« Justine ging nach Japan, um Englisch zu unterrichten, und Elon schickte ihr jedes Jahr zum Valentinstag Rosen. Sechs Jahre lang. 1999 zog sie bei ihm und seinen drei Mitbewohnern im Silicon Valley ein, wo er mittlerweile seine erste Firma gegründet hatte. Er hatte sie rumgekriegt; wie gut er in dem Team ist, das sie Ehe nannte, musste er noch zeigen.

Der Eingang von SpaceX ist mit Plastikplanen abgetrennt, überall wird gehämmert und gebohrt. Musk ist mit seinen mittlerweile 500 Angestellten erst kürzlich in die Hallen des alten Weltraumkonzerns Boeing eingezogen. Wo früher Teile für das staatliche Apollo-Mondfahrtprogramm gebaut wurden, entstehen jetzt Musks Raketen. Er hätte kein symbolträchtigeres Gebäude finden können, um zu zeigen, wie überlegen er sich fühlt. Er hatte auch kurz daran gedacht, in die alten Hallen von Howard Hughes zu ziehen, allein weil er den Vergleich toll fand: der exzentrische Luftfahrtpionier Hughes, den Leonardo DiCaprio in The Aviator spielte, und er, der junge Weltraumpionier, der regelmäßig mit DiCaprio in dessen Privatclub »Villa« feiert.

Wenn der Start der Falcon-1 erfolgreich sein sollte, dann hätte Musk in weniger als sechs Jahren die billigste Rakete der Welt gebaut. Die Nervosität seines Teams ist groß, denn die beiden bisherigen Starts sind nicht gerade ideal verlaufen. Während des ersten Versuchs im Jahr 2006 fing der Antrieb Feuer, beim zweiten 2007 schaffte es die Rakete bloß 300 Kilometer weit. Musk tat damals so, als brächte ihn das nicht aus der Ruhe.

Elon Musk sitzt in einer Ecke seines weitläufigen Büros am Computer. Er liegt beim Tippen beinahe in seinem Schreibtischstuhl, neben ihm ein Spielzeugroboter. Es ist das Büro eines Jungen, der bislang nur per Anhalter durch die Galaxis geflogen ist. Seine Rakete hat er natürlich nach dem Raumschiff des Helden aller Science-Fiction-Fans benannt, nach dem Star Wars- Raumschiff Millennium Falcon. Groß auf Pappe aufgezogen, hängen an den Wänden die Titelseiten der Magazine Wired und Inc. und eine lange Fotostrecke aus Vanity Fair . Das Motiv ist immer das gleiche: Elon Musk, das Genie.

Musk war 1995 nach Kalifornien gekommen, um in Stanford Physik zu studieren. Er hatte zuvor an der Eliteschule Wharton einen Abschluss in Physik und Wirtschaft gemacht, aber als er sah, wie überall um ihn herum Leute in seinem Alter sagenhafte Geschäfte mit ihren kleinen Internetfirmen machten, hatte er plötzlich Angst, bei der größten Veränderung des Jahrzehnts nicht dabei zu sein. Nach zwei Tagen schmiss er das Studium, besah sich das Netzwerk der Internetfirmen, fand eine fehlende Verbindung und gründete mit seinem Bruder Kimbal Zip2, eine Online-Firma, die Inhalte für Medienunternehmen anbot. Die Mutter gab das Startkapital, Musk überzeugte außerdem einige Investoren; vier Jahre später kaufte die Computerfirma Compaq Zip2 für 307 Millionen Dollar.

Eine andere Verbindung, die fehlte, war ein Bezahlsystem im Internet, und so gründete er X.com, das kurz darauf zu PayPal wurde. 2002 wurde PayPal für 1,5 Milliarden Dollar von eBay gekauft.

Da war Musk gerade 31 Jahre, ein Greis im Silicon Valley. Zu seiner Frau hatte er schon an seinem 30. Geburtstag halb scherzend, halb im Ernst gesagt: »Justine, jetzt bin ich kein Wunderkind mehr!« Seine PayPal-Kollegen gründeten YouTube, LinkedIn und Yelp oder waren Hauptinvestoren bei Facebook. Musk wollte etwas Neues, das nächste große Ding: alternative Energie. Er investierte in die Solarfirma SolarCity, in Tesla, eine Autofirma, die elektrisch angetriebene Sport- und Mittelklassewagen herstellen will. Und er gründete die Raketenfirma SpaceX. Die Idee war immer die gleiche: ein teures, kompliziertes Produkt billig und massentauglich machen.

Justine Musk ist Schriftstellerin geworden. In ihrem blutrünstigen Fantasythriller werden Großstadtmenschen zwischen Sex und Drogen von Dämonen heimgesucht, und Kleinstadtmenschen machen sich auf die Suche nach sich selbst. Auch Justine Musk kommt aus einer Kleinstadt, und wo Elon sagt: Das kann ich!, fragt Justine: Wer bin ich? Derzeit sitzt sie an ihrem dritten Buch, Lord of Bones . Zu Hause allerdings drehen sich fast alle Gespräche um Technik, für anderes ist in Elon Musks Leben kaum Platz. So begann Justine Musk im Februar 2005 ein Blog im Internet zu schreiben, moschus.livejournal. Sie hatte das Gefühl, sie müsse sich einen eigenen Weltraum erobern, in dem sie sich immer wieder daran erinnert, wer sie eigentlich noch ist außer Elons Frau. Es sollte in diesem Blog nur um sie gehen. Es beginnt mit dem Satz: »Mein erstes Buch wird veröffentlicht.«

An Musks Bürowand hängt das berühmte Bild vom Boxkampf zwischen Muhammad Ali, der damals noch Cassius Clay hieß, und Sonny Liston aus dem Jahre 1964. Liston, 32, war der etablierte Weltmeister im Schwergewicht, Ali ein von sich eingenommener 22-Jähriger. Keiner glaubte damals, dass Ali gegen Liston eine Chance hatte. Das Bild zeigt, wie Ali triumphierend über dem am Boden liegenden Liston steht. Elon Musk liebt die Außenseiterposition, als Außenseiter bekommt man die meiste Aufmerksamkeit. Aber wie geht es weiter? Wie gut ist Musk im zweiten und dritten Kampf?

Er gilt als jemand, der alles selbst entscheiden will. Kompromisse mag er nicht. Die Firma Zip2 verließ er, weil der von den Investoren eingesetzte Geschäftsführer eigene Wege ging. Den Machtkampf um das Unternehmen PayPal verlor er; die Geschäftsführer von Tesla hatte er so oft ausgewechselt, bis er es schließlich selber machen musste. Bei SpaceX ist er von Anfang an der Chef. Musk hat in seinem Leben Mut bewiesen, aber hat er die Ausdauer, seine Visionen umzusetzen?

Nach nur sechs Wochen gibt seine Frau Justine nach: Elon erobert ihr Blog. »Als ich dieses Blog begann«, schreibt sie, »wollte ich E. und seine Erfolge völlig heraushalten, denn hier sollte es nur um mich gehen und darum, wie ich aus seinem Schatten trete. Aber das scheint mir jetzt irgendwie absurd.« Mit ihm trifft sie Sharon Stone auf deren Anwesen, Leonardo DiCaprio im Urlaub, Lindsay Lohan an Silvester. Und jetzt ist er auf der Titelseite des Magazins Discover . Sie beginnt regelmäßig über ihn zu schreiben.

Elon Musk drückt auf die Return-Taste seines Computers und dreht sich um, ein leistungsfähiger Arbeitsroboter in erstaunlich modischen, spitzen Lederschuhen. Wovor hat er am meisten Angst, wenn seine Rakete bald mit Satelliten des amerikanischen Verteidigungsministeriums an Bord abgeschossen wird? Musk überlegt, er möchte eine Antwort geben, aber er kann nicht. Gefühle zeigt er nicht.

Erst vor wenigen Tagen stellte sich heraus, wie schwer die Satelliten sind, die Musks Rakete ins All befördern soll. Das Verteidigungsministerium will testen, wie schnell SpaceX reagieren und die Rakete auf die Fracht einstellen kann. Man will in Zukunft in der Lage sein, so schnell wie möglich einen Satelliten über einem Katastrophen- oder Kriegsgebiet zu platzieren.

Um die Kosten der Starts niedrig zu halten, stellt Musk die meisten Teile der Rakete selbst her. »Der Antrieb zum Beispiel fällt ins Wasser und bleibt dort. Das ist natürlich verrückt. Das ist so, als würde man eine Boeing 737 nach einem Flug von New York nach Hamburg wegschmeißen. Unsere Rakete soll daher voll wiederverwendbar sein«, sagt Musk. Eine Rakete, die wiederverwendbar sein soll, muss allerdings sehr haltbar sein. Dadurch wird sie schwer, braucht mehr Treibstoff und wird teurer.

Ob Musk glaubwürdig ist oder doch nur ein größenwahnsinniger Dotcom-Milliardär, darüber streiten sie im Internet. Auf der Website Nasa Watch schreibt ein Skeptiker: »Die Nasa kann es sich nicht leisten, die Zukunft der ISS auf Behauptungen aufzubauen. Ob wir es mögen oder nicht (und wir mögen es nicht), die russische Sojus ist unsere einzige wirkliche Option. Musk muss sich zurücknehmen. Seine Ambitionen gefährden Menschen und Forschung.«

Die Idee, den Weltraum zu erobern, war Elon Musk 2002 auf dem Long Island Expressway gekommen. Er fuhr gerade zurück nach Manhattan. Im Auto saßen seine Frau und Adeo Ressi, sein Zimmergenosse aus der Uni-Zeit. Wie Musk hatte auch Ressi gerade seine Internetfirma verkauft, und nun spannen die beiden Männer herum, was sie wohl mit ihrem ganzen Geld anfangen könnten. Was war eigentlich mit dem Mars? Wollte die Nasa da nicht mit ihren Astronauten nach dem Mond als nächstes hin? Nicht mehr, las Musk am Abend auf der Nasa-Website. Musk überlegte, einen Pflanzenkeim auf den Mars zu schicken, nur um zu beweisen, dass die Sorge der Nasa, die Strahlung auf dem Mars sei für Menschen zu hoch, unbegründet sei. Dazu brauchte er jedoch eine Rakete. Die Russen machten das günstigste Angebot, 65 Millionen Dollar pro Start. Bei solchen Preisen, dachte Musk, konnte sich in der Weltraumerforschung ja nichts bewegen. Die Flüge mussten billiger werden. Er rief eine Runde ins Leben, die regelmäßig in einem Hotel am Flughafen von Los Angeles zusammenkam, dem Zentrum der südkalifornischen Weltraumindustrie. Auch Mike Griffin, der jetzige Direktor der Nasa, kam regelmäßig.

Je überflüssiger sich Justine Musk fühlt, desto mehr Krimis schreibt sie

Justine Musk war damals im siebten Monat schwanger und begleitete Elon, sooft sie konnte. Dann wurde ihr Sohn geboren und starb zehn Wochen später im Kinderbett. Die Natur konnte grausam sein. Aber die Technik versprach Linderung. Nach einer künstlichen Befruchtung brachte Justine Musk im Mai 2004 die Zwillinge Griffin und Xavier zur Welt. Jetzt fehlte nur noch ein Mädchen. Ein Jahr später ließ Justine ihre Eizellen erneut im Reagenzglas befruchten. Justine und Elon Musk suchten sich drei weibliche Embryonen aus, und im November 2006 gebar sie Drillinge. Kai, Damian und Saxon. Schon wieder war die Natur stärker als die Technik.

Die Rakete hatte in der Zwischenzeit große Fortschritte gemacht. Ging Justine mit Elon aus oder machte sie mit ihm und seinen Geschäftsfreunden in der Karibik Urlaub, dann war klar, wer im Mittelpunkt stand. Auf den Jachten, die überall vor Anker lagen und auf denen ständig Partys liefen, sahen viele in ihr nur die unbekannte Frau von Elon und interessierten sich nicht für sie. Je überflüssiger sie sich fühlte, desto verbissener schrieb sie an ihren Horrorkrimis.

Gegen Elon brachten nur die großen Weltraumunternehmen ihre Geschütze in Stellung. Sie schafften es sogar, ihn von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien zu vertreiben, die er für den ersten Start gebucht hatte und in die er sieben Millionen Dollar an Technik gesteckt hatte. Jetzt passte er in die Rolle, die in Hollywood zum Klischee geworden ist: David gegen Goliath.

Was es hieß, mit Elon verheiratet zu sein, darüber machte sich Justine mehr und mehr Gedanken. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass sie öfter mit Elons Assistentin sprach als mit ihm selbst. Sie las Diane Middlebrooks Buch Her Husband über die berühmte Ehe zwischen Silvia Plath und Ted Hughes. Middlebrook schildert darin ein Genie als jemanden, der über die Paradigmen seiner Zeit hinauswächst und die Kultur grundlegend verändert. »So gesehen lebe ich mit einem Genie zusammen«, schreibt Justine in ihrem Blog. Als die Musks, wie so oft, an ihrem großen gemeinsamen Schreibtisch sitzen und Justine darüber klagt, wie schwer es doch sei, einen Roman zu schreiben, da sieht das Genie nur kurz von seinem Computer auf und sagt: »Aber das ist nun wirklich keine Raketenwissenschaft.«

Elon Musk wurde im Sommer 1971 als erstes von drei Kindern in Pretoria während der Zeit der Apartheid geboren. Die Familie war wohlhabend, der Vater ein Maschinenbauingenieur, die Mutter, Maye Musk, Model und Ernährungsspezialistin. Mittlerweile lebt Maye Musk in New York, wo sie immer noch als Model arbeitet. Elon wurde früh eingeschult und war das einzige der drei Musk-Kinder, das in der Schule keine Freunde fand. Er begann Computerprogramme zu schreiben, mit zwölf verkaufte er sein erstes. Er interessierte sich für die Börse und drängte seine Mutter, auf eine Pharma-Aktie zu setzen. Die Mutter investierte 1000 Dollar, im nächsten Jahr verdreifachte sich der Wert der Aktie, und die Mutter verkaufte. Elon war verärgert, denn er glaubte, die Aktie wäre noch viel weiter gestiegen. Den Gewinn aus dem Aktienverkauf teilte die Mutter gleichmäßig auf die drei Kinder auf. »Warum bekommen die denn auch Geld?«, fragte Elon beleidigt. Mit 17 verließ er Südafrika, die Mutter folgte ihm mit seiner Schwester Tosca nach Kanada. Die Eltern hatten sich scheiden lassen.

Nach dem Absturz einer Rakete mailt Elon Musk: »Ich gebe niemals auf«

Am 2. August 2008 ist Elon schon früh bei SpaceX. Der dritte Start der Falcon-1 steht bevor. Fünf Stunden vorher versammelt sich ein kleines Team in dem umgebauten Wohnwagen am Ende der SpaceX-Halle. Auf den Flachbildschirmen, die an die Wände montiert sind, ist das Livevideo der Falcon-1 zu sehen, die, 21 Meter groß, zwischen Palmen auf der winzigen Insel Omelek steht. Es gibt Probleme mit dem kalten, flüssigen Treibstoff. Der Countdown muss mehrere Male gestoppt werden. Dann endlich: »ten, nine, eight, seven, six, five, four«, das Triebwerk wird gezündet, »two, one, lift-off!« Die Insel geht in einer dunklen Staubwolke unter. Im Wohnwagen wagt niemand zu sprechen. Auf dem Monitor kann man jetzt sehen, wie die Falcon-1 ruhig in die Höhe steigt, die On-Board-Kamera beschlägt, unter ihr wird die Insel kleiner, man sieht das türkisfarbene Atoll, die Wolken. Elon Musk starrt auf den Monitor. Nach 2:56 Minuten reißt das Bild ab. Dann kommt es kurz wieder, die erste Stufe hat sich in 217 Kilometer Höhe nicht richtig von der zweiten getrennt, man sieht die Falcon rotieren. Dann ist das Bild ganz weg. Die Rakete stürzt in den Pazifik, mit ihr die Satelliten des Verteidigungsministeriums.

Noch am selben Abend schreibt Elon Musk eine Mail an sein Team. Er schließt mit dem Satz: »Ich gebe niemals auf, und ich meine niemals.« Es geht jetzt nicht mehr darum, Geld zu verdienen, vielleicht ging es noch nie darum. Es geht darum, recht zu behalten.

Aber das kostet. Einen alten Kollegen aus PayPal-Zeiten kann Musk überreden, 20 Millionen Dollar in SpaceX zu stecken, und so ist die Falcon-1 am 28. September 2008 schon wieder startbereit. Zur Sicherheit trägt sie dieses Mal nur die Attrappe eines Satelliten.

Justine gehen inzwischen ganz andere Dinge durch den Kopf. Sie hat sehr viel nachgedacht, über ihr Leben, über Elon, ihre Ehe. Ihr Mann hat ihr, dem Mädchen aus der kanadischen Kleinstadt, ein Leben ermöglicht, von dem viele nur träumen. Das konnte er, weil er schon immer unglaublich ehrgeizig war. Das hat sie an ihm bewundert, diese Ausschließlichkeit, mit der er Dinge anfing. Aber damals war sie Mitte zwanzig. Jetzt haben sie fünf Kinder, und die gemeinsamen Abende mit Elon muss sie immer noch mit Unternehmern, Schauspielern oder Journalisten teilen. Ihre Ehe ist zu seinem Ausstellungsstück geworden. In Gedanken ist er schon auf dem Mars. Je näher er diesem Planeten kommt, desto mehr entfernt er sich von ihr. In ihrem Blog schreibt Justine Musk: »Dieselben Eigenschaften, die den unglaublichen Erfolg meines Mannes möglich machen, diktieren, dass man sein Leben führt, dass man dieselben Dinge will, die er will, und dass es da keine Kompromisse gibt (schon allein deshalb, weil er keine Zeit hat, sie zu finden).«

Eine amerikanische Flagge flattert auf Omelek Island, als der Countdown für den vierten Start der Falcon-1 gezählt wird. Auf dem Monitor sieht man nach einigen Minuten die Erdkrümmung, Elon Musks Leute im Wohnwagen jubeln. Dann funktioniert auch alles Weitere, der Jubel wird lauter, der schwarze Weltraum erscheint im Bild. Dann ist plötzlich wieder das Bild weg, 60 Sekunden bevor die Rakete die Umlaufbahn erreichen soll. Das darf nicht sein. Keiner im Wohnwagen bewegt sich mehr. Doch das Bild kehrt zurück, und alle atmen auf. Gerettet. Der Antrieb der Rakete schaltet sich wie geplant aus, und die Falcon-1 gleitet majestätisch auf die Erdumlaufbahn. Seinen Mitarbeitern ruft Musk zu: »Mein Kopf ist gerade wie weggeblasen, Mann, das ist der größte Tag in meinem Leben! Nächstes Jahr werden wir für die Nasa fliegen! Und dann zum Mars!«

In ihrem Blog schreibt Justine Musk: »Ich lasse mich scheiden.« Ihr ist dieses Leben zu groß und zu schnell geworden.

Ihr Mann hat geahnt, dass so etwas passieren würde. Seine neue Freundin lebt in England, die junge Schauspielerin Talulah Riley. Sie ist 23, so alt wie Justine damals, als sie Elon kennenlernte. Sie mag das Leben noch schnell und groß, zumindest glaubt sie das. Justine dagegen mistet das Haus aus, wirft allen Ballast weg, den sie in den Jahren der Marsmission angehäuft hat. Jetzt muss sie sich mit Elon nur noch über das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder einig werden. Aber erst wenn er aus Washington zurück ist. Elon hat gesagt, er müsse noch Obama treffen.

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Leserkommentare
    • Anonym
    • 05. Januar 2009 18:03 Uhr

    Was für ein [...] ist das eigentlich? Als könnte man mit diesen Unsummen nicht besseres anfangen, als irgendein [...] zum Mars zu schiessen!
    Wissenschaft hin oder her, wir haben jawohl offensichtlich genug Probleme auf der Erde, ich glaub echt nicht, dass wir noch mehr auf anderen Planeten suchen sollten. Über solche.... mir fehlt ein Wort, denn egoistisch ist einfach nur noch zu schwach für solche Menschen - will sagen, über solcherlei [...] kann ich mich nur noch aufregen.

    Salus Publica Suprema Lex

    [Gekürzt, bitte unterlassen Sie persönliche Beleidigungen. Danke. /Die Redaktion pt.]

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    • dawk
    • 05. Januar 2009 18:32 Uhr

    Na, da ist der Herr Lateinzitierer aber ganz schön in die Gosse gefallen...

    Wenn's um Steuergelder ginge, könnte ich die Fäkalsprache zumindest im Ansatz nachvollziehen, aber hier baut sich einer mit seinem verdienten Geld seinen Traum.

    Und vernagelte Personen, die die Sinnhaftigkeit all dessen bestreiten, was sie selbst nicht verstehen, bringen mich in Rage.

    Grüsse
    dawk

    Was für ein [...] ist das eigentlich? Als könnte man bei der Zeit nicht sinnvolleres schreiben, als irgendein [...] abzulassen! Kommentarfunktion hin oder her, aber wir haben jawohl offensichtlich genug [...] Kommentatoren auf der Erde, ich glaub echt nicht, dass wir noch mehr [...] kommentieren lassen sollten. Über solche.... mir fehlt ein Wort, denn [...] ist einfach nur noch zu schwach für solch einen Menschen - will sagen, über solcherlei [...] kann ich mich nur…

    P.S.: Wie kann man sich ueber solchen Unternehmergeist mokieren, selbst wenn er durch Steuergelder finanziert ist, und aussen vor lassen wie viel Kohle in die Ruestung geht (ein vielfaches des gesamten Forschungsetats eines beliebigen Landes). Oder was alles fuer [...] Religionen rausgeschmissen wird (auch militaerisch).

    Schlechte Gruesse an den Ausgangskommentator,
    pu

    • dawk
    • 05. Januar 2009 18:32 Uhr

    Na, da ist der Herr Lateinzitierer aber ganz schön in die Gosse gefallen...

    Wenn's um Steuergelder ginge, könnte ich die Fäkalsprache zumindest im Ansatz nachvollziehen, aber hier baut sich einer mit seinem verdienten Geld seinen Traum.

    Und vernagelte Personen, die die Sinnhaftigkeit all dessen bestreiten, was sie selbst nicht verstehen, bringen mich in Rage.

    Grüsse
    dawk

    Antwort auf "Was für ein [...] ist"
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    • Lodda
    • 05. Januar 2009 23:30 Uhr

    Lieber dawk, ist es nicht vielleicht doch zumindest im Ansatz zynisch, die realen Probleme seiner Mitmenschen konsequent zu missachten, damit auch ja keine Skrupel entstehen könnten, wenn man sich die Milliarden und Abermilliarden vor Augen führt, die in Projekte wie CERN oder eben die Marsbesiedelung investiert werden? Ist es nicht vielleicht doch ein Akt des puren Egozentrismus, lieber als Verschwender ... ääh ... Entdecker in die Geschichtsbücher einzugehen, anstatt all humanistischer Wohltäter? Flieht der Mensch nicht schon seit Generationen vor seinen Problemen - ob in Richtung Amerika, den Westen, den Weltraum - und vergisst dabei, dass er den Grund seiner Probleme nicht zurücklassen kann, nämlich sich selbst? Ich finde es zumindest merkwürdig, dass dieser Gedanke nicht einmal im Ansatz berücksichtigt wird.

  1. Was für ein [...] ist das eigentlich? Als könnte man bei der Zeit nicht sinnvolleres schreiben, als irgendein [...] abzulassen! Kommentarfunktion hin oder her, aber wir haben jawohl offensichtlich genug [...] Kommentatoren auf der Erde, ich glaub echt nicht, dass wir noch mehr [...] kommentieren lassen sollten. Über solche.... mir fehlt ein Wort, denn [...] ist einfach nur noch zu schwach für solch einen Menschen - will sagen, über solcherlei [...] kann ich mich nur…

    P.S.: Wie kann man sich ueber solchen Unternehmergeist mokieren, selbst wenn er durch Steuergelder finanziert ist, und aussen vor lassen wie viel Kohle in die Ruestung geht (ein vielfaches des gesamten Forschungsetats eines beliebigen Landes). Oder was alles fuer [...] Religionen rausgeschmissen wird (auch militaerisch).

    Schlechte Gruesse an den Ausgangskommentator,
    pu

    Antwort auf "Was für ein [...] ist"
  2. toll erzählt ... liebe zeit wo habt ihr das geklaut;-)

    • Delok
    • 05. Januar 2009 23:11 Uhr

    Denn der Held aller Science-Fiction Fans ist nicht Han Solo und sein Millenium Falcon, sondern Cpt. Picard und die Enterprise D.

    Alle gegenteiligen Behauptungen sind Ketzerei!

    (Wer Sarkasmus findet darf ihn behalten)

    • Lodda
    • 05. Januar 2009 23:30 Uhr

    Lieber dawk, ist es nicht vielleicht doch zumindest im Ansatz zynisch, die realen Probleme seiner Mitmenschen konsequent zu missachten, damit auch ja keine Skrupel entstehen könnten, wenn man sich die Milliarden und Abermilliarden vor Augen führt, die in Projekte wie CERN oder eben die Marsbesiedelung investiert werden? Ist es nicht vielleicht doch ein Akt des puren Egozentrismus, lieber als Verschwender ... ääh ... Entdecker in die Geschichtsbücher einzugehen, anstatt all humanistischer Wohltäter? Flieht der Mensch nicht schon seit Generationen vor seinen Problemen - ob in Richtung Amerika, den Westen, den Weltraum - und vergisst dabei, dass er den Grund seiner Probleme nicht zurücklassen kann, nämlich sich selbst? Ich finde es zumindest merkwürdig, dass dieser Gedanke nicht einmal im Ansatz berücksichtigt wird.

    Antwort auf "besser machen"
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    • dawk
    • 07. Januar 2009 19:53 Uhr

    Hallo Lodda,

    als zynisch würde ich es nicht beschreiben, wenn Forschung betrieben wird. Eher als schwierig in der Abwägung. Wieviel investiere ich in Grundlagenforschung und Erweiterung meines Wissens über den Kosmos und wieviel Mittel stecke ich in den Kampf gegen die Unzulänglichkeiten dieser Welt. Der Herr Musk fällt bei mir übrigens eher nicht in die Forschung und ist nochmal kritischer zu hinterfragen; ich würde auch davon absehen, das CERN (der CERN?) in einen Topf mit diesem amerikanischen Unternehmer zu werfen. Aber lassen wir ihm doch seine Träumereien. Ausserdem: Pentagon-Satelliten zu sprengen ist doch so schlecht nicht.

    Aber eines darf man tatsächlich nicht vergessen: es ist eine der wesentlichen Grundeigenschaften des Menschen, zu lernen, Werkzeuge zu bauen und seine Umwelt zu verändern. Niemand kann und niemand sollte das aufhalten. Wir würden wahrscheinlich heute noch auf Bäumen sitzen, wenn es anders wäre.

    Aber es gibt eine andere Möglichkeit. Wie in anderen Kommentaren schon geschrieben wurde: die Gelder, die in die Forschung fliessen (egal welche) sind nichts im Vergleich zu den Beträgen, die in die Waffenproduktion fliessen. Hier ist der Begriff zynisch mehr als angebracht angesichts der Missstände dieser Welt; man könnte sogar mit Fäkalausdrücken operieren :-)

    Und diese Welt zu einer besseren zu machen, da kann dann auch jeder seinen Beitrag leisten. Verbrauchsärmeres Auto fahren, weniger Fleisch essen, gemeinnützige Organisationen und NGOs unterstützen. Forschungsgelder zu streichen? Kommt ganz, ganz hinten in der Reihenfolge.

    Grüsse
    dakw

    • kai.n
    • 06. Januar 2009 0:07 Uhr

    Es ist eben das Wesen des Menschen, Neues zu Entdecken und Grenzen zu überschreiten.

    Einige der lieben Mitmenschen würden allerdings wohl heute noch lieber auf den Bäumen sitzen, weil auch damals die Kinder noch nicht genug zu essen hatten.

  3. Ich wünsche ihm viel Glück, hoffentlich gelingt es ihm, die Raumfahrt ist eine tolle Sache.
    Die Probleme der Menschheit wie Hunger , die hier angesprochen werden, werden solange es den Menschen gibt auch nichtgelöst werden. Da ist das Geld meiner Ansicht nach in der Raumfahrt besser investiert. Ausserdem sollten sie statt zu urteilen was eine Einzelperson mit ihrem Geld macht, sich vielleicht einmal fragen was der Staat mit seinem geld macht und ob er nicht besser den Hunger bekämpfen sollte , denn was der Staat mit ihren Steuergeldern macht geht sie wesentlich mehr an als was eine Privatperson mit ihrem Geld macht.

    @Delok: Nein es ist definitiv Han Solo :D

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