Die Revolution und ihre Folgen

Im Jahr 1953 bliesen die Großgrundbesitzersöhne Raúl und Fidel Castro zum Sturm gegen den Diktator Fulgencio Batista. Mit einer Truppe schlecht ausgerüsteter Rebellen versuchten sie am 26. Juli die Monacada-Kaserne in Santiago zu stürmen, ein Unterfangen, das von den Regierungstruppen vereitelt wurde. Die Castros landeten für zwei Jahre im Gefängnis. Nach ihrer Freilassung bereiteten sie in Mexiko den Kampf im Untergrund vor, dort traf Fidel auch den argentinischen Arzt Che Guevara (Foto rechts), der zur Ikone der Revolution werden sollte. 1956 setzten die Rebellen auf der Jacht Granma nach Kuba über. Drei Jahre lang kämpften die Guerilleros, unterstützt von zahlreichen Untergrundkämpfern, bis der Diktator Batista am 1. Januar 1959 ins dominikanische Exil floh. Viele Kubaner waren begeistert, wenn auch nicht alle. Unzählige Familien der Mittel- und Oberschicht flohen nach Miami, verschreckt von den Exekutionen an Batista-Getreuen, die Che Guevara befohlen hatte, und der Landreform, mit der Fidel ein für alle Mal die Gunst der USA verspielte. 1961 landeten Exilkubaner, unterstützt vom CIA, in der Schweinebucht, die Invasion wurde von kubanischen Soldaten (Foto Mitte) zurückgedrängt. Kuba befand sich nun im Zentrum des Kalten Krieges, insbesondere während der Kubakrise 1962, als die Sowjetunion Atomraketen auf der Insel stationieren wollten. Um ein Haar wäre es damals zum Atomkrieg gekommen. Die Sowjetunion ließ sich ihren »unsinkbaren Flugzeugträger« in der Karibik einiges kosten und unterstützte die Insel. Als der Ostblock 1991 kollabierte, mangelte es in Kuba plötzlich an fast allem, die »besondere Periode« brach an. Am 1. August 2006 gab der schwer kranke Fidel (Foto oben) die Regierungsgeschäfte an seinen jüngeren Bruder Raúl ab. Dieser begann mit vorsichtigen Reformen, so können Kubaner zum Beispiel gegen Devisen Handys und Computer kaufen.

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 31.12.2008 Nr. 02
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