Menschheit Die Geschichte geht weiter
Mehr als jede andere Spezies war der Mensch Spielball der Evolution – und er ist es noch
Nach 150 Jahren Streit wäre das Treffen ein schöner Anlass zur Versöhnung gewesen: Anfang November, am Vorabend von Darwins Jubiläumsjahr, hatte die Päpstliche Akademie der Wissenschaften zu einer Konferenz in die Vatikanstadt geladen. Das Thema des Forscherkonklave waren »wissenschaftliche Erkenntnisse zur Evolution des Universums und des Lebens«. Doch auf eine Ehrenerklärung für Charles Darwin und die Evolutionstheorie seitens der Kurie warteten die Teilnehmer vergebens. Zwar trauen sich die Kirchenvertreter nicht mehr, die Evolution schlicht zu negieren; doch so richtig anerkennen mag man sie in der katholischen Kirche auch nicht. Zwischen Wissenschaft und Glauben herrsche in Sachen Evolutionstheorie, auch 200 Jahre nach Darwins Geburtstag, bestenfalls Waffenstillstand, notierte Science anlässlich der Tagung. Und die jüngsten Erkenntnisse der Wissenschaftler dürften den Konflikt erneut verschärfen.
Die Evolutionstheoretiker beanspruchen inzwischen eine Deutungsmacht, die weit über den Bereich der Lebenswissenschaften hinausgeht. Manchem mag schon das Diktum des Evolutionsforschers Theodosius Dobzhansky anmaßend geklungen haben, der 1942 schrieb, nichts in der Biologie habe Sinn, »außer man betrachtet es im Licht der Evolution«. Heute erklären Darwins Nachfolger neben der Vielfalt des biologischen Lebens längst auch soziale Phänomene, die Entwicklung von Gesellschaften und die Psyche des Individuums mit evolutionären Gesetzmäßigkeiten. Die Konstanten des Zusammenlebens beschreiben sie als evolvierte Funktionen der Hirnrinde: die Neigung zu Sprache, Konkurrenz und Krieg, aber auch altruistisches Verhalten und selbst Religion und Glauben.
Nicht nur auf Gläubige dürften die neuesten Erkenntnisse irritierend wirken. Nach den Befunden der Forscher steht der Mensch keineswegs als unveränderliches Ebenbild Gottes da – ganz im Gegenteil. Zwar ist längst bewiesen, dass er ein Produkt der Evolution ist. Doch nun zeichnet die Forschung Homo sapiens als ein Geschöpf fulminanten Wandels; mehr als jede andere Spezies dürfte er dem blinden Spiel von Mutation und Selektion unterworfen sein.
Die Evolution des Menschen nahm erst vor 50.000 Jahren richtig Fahrt auf
Nie in ihrer Geschichte, reportierte ein US-Forscherteam um den Anthropologen John Hawks kürzlich im Fachblatt PNAS, sei die Spezies einem derart rapiden biologischen Umbau unterzogen worden wie in ihrer jüngeren Vergangenheit. Nach anfangs gemächlichem Tempo nahm die Humanevolution vor 50.000 Jahren offenbar erst so richtig Fahrt auf, wie Hawks’ Analysen der globalen Variation im Genpool der Menschheit ergaben. Und seither verlaufe die Beschleunigung geradezu exponentiell. So fanden die Forscher gleich in 1800 Genorten des menschlichen Erbguts Spuren fulminanter Evolutionsprozesse. »Hinsichtlich dieser Gene waren die Menschen vor 5000 Jahren den Neandertalern ähnlicher als heutigen Menschen«, meint Hawks. Sein Fazit: Die Menschheit durchlaufe eine einzigartige Zeit der Turbo-Evolution.
Ähnlich frappierende Befunde kommen von anderen Forschern. Das Genom des Menschen sei geradezu gespickt mit den Spuren spektakulären Wandels, bestätigten Wissenschaftler der New Yorker Cornell University und der Universität Kopenhagen. Bis zu 10 Prozent der gesamten genetischen Information, ergaben ihre Untersuchungen, ist demnach von rapider Erneuerung betroffen. Und der Populationsgenetiker Jonathan Pritchard von der Universität Chicago, der mit mathematischen Verfahren den jüngsten Verlauf der Menschenevolution rekonstruiert, stellt fest: In afrikanischen, europäischen und asiatischen Populationen entwickelten sich in der Vergangenheit längst nicht alle veränderlichen Erbinformationen in dieselbe Richtung, manche Bereiche des Genoms strebten auf verschiedenen Kontinenten auch evolutionär auseinander. Noch sind dabei viele Details unklar. Doch Evolutionary Genomics, »die Historie der genetischen Anpassungen des Menschen«, verspreche ein faszinierendes Forschungsfeld der kommenden Jahre zu werden, schreiben Pritchard und seine Kollegen.
Die neue Strategie ist die konsequente Fortsetzung der Evolutionsforschung des 19. und 20. Jahrhunderts. Schon Darwins Erkenntnis hinterließ eine tiefe Zäsur in der europäischen Geistesgeschichte. Seither folgt eine Ernüchterung auf die andere. In den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts verschmolzen der Evolutionstheoretiker Ernst Mayr und seine Kollegen die klassische Evolutionstheorie mit der aufstrebenden Genetik. Nicht das Individuum in seiner physischen Existenz, sondern seine Erbanlagen seien Subjekt der Evolution, verkündeten die Begründer der »Großen Synthese«. Die unsichtbare Materie der Erbmoleküle wurde als wahrer Akteur im Kampf um das Dasein enttarnt. Mit anderen Worten: Eine Henne ist nur die Methode, mit der die Gene im Ei ihre Kopien in möglichst vielen neuen Eiern hervorbringen. Dies, daran ließen die Forscher keinen Zweifel aufkommen, gelte selbstverständlich auch für die eigene Spezies.
Bald darauf demontiert die noch junge Molekulargenetik den Sonderstatus des Menschen ein weiteres Mal. Auch die Entwicklung des Fötus aus dem befruchteten Ei, und weiter zum Erwachsenen und zum Greis, wird von evolutionär geformter Mechanik gesteuert. Es sind die gleichen Erbanlagen, die aus einer Mückenlarve einen blutsaugenden Quälgeist machen oder den Frosch aus einer Kaulquappe entstehen lassen. EvoDevo (Evolutionary Developmental Genetics) lautet die Kurzformel der Erkenntnis, dass auch die Steuergene der Entwicklung von Tier und Mensch durch Mutation und Auslese auseinander hervorgingen. Sie trug der deutschen Genetikerin Christiane Nüsslein-Volhard 1995 den Nobelpreis ein (siehe Interview Seite 33).
Angesichts solch ketzerischer Befunde scheint es nicht verwunderlich, dass selbst in Deutschland viele Zeitgenossen mit der Forschung auf Kriegsfuß stehen; fast ein Drittel der Bundesbürger zweifelt an der Evolutionstheorie, in den Vereinigten Staaten bilden Schöpfungsgläubige seit Langem die Mehrheit. An der Erkenntnislage ändert das nichts: Lieferten schon die bisherigen Befunde eindrucksvolle Beweise für Darwins Lehre, so erscheint der Mensch jetzt erst recht als biologisch wandelbares Wesen. Von den ewigen Gewissheiten früherer Zeiten bleibt nur eines – ewiger Wandel. Für die Krone der Schöpfung gilt: Homo rennt.
Fulminantes Bevölkerungswachstum und ihre ureigenen Errungenschaften – Kultur und Zivilisation – befähigten die Spezies Mensch zu ihrem evolutionären Sprint. Noch vor 100.000 Jahren (entwicklungsgeschichtlich nur ein Wimpernschlag) zählte die Menschheit kaum mehr als 70.000 Köpfe. Selbst nach dem Exodus aus Afrika und der Besiedelung von Asien, Europa und Amerika dürfte die globale Population nur wenige Millionen betragen haben. Doch dann, mit Beginn der Jungsteinzeit vor 10.000 Jahren, explodierte die Menschenzahl – um das 1000-Fache in nur 500 Generationen.
- Datum 26.05.2009 - 16:21 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 31.12.2008 Nr. 02
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Das ist sie schließlich schon. Die kollektiven seelischen Befindlichkeiten und Prozesse, unsere kollektive Psyche, ist natürlich etwas schwerer zu unersuchen. Gerade die Religion zeigt hier ja aber, wie soetwas geht und abläuft, auch in Diktaturen und anderen Ideologien kann man ja sehr gut, sehen, was hier passiert(e), was wir Menschen denken, fühlen und wollen, ja, wohin wir unter bestimmten Umständen streben und wohin manches führt und führen muss.
Nehmen wir mal die Theorie vom friedlich-wohloranisierten Aussterben, (gut, nicht wirklich etabliert, sondern in dieser Form vielleichtwohl eher eine eigene Formulierung.)
Würden wir nach der Biologie gehen, alleine nach der Naturwissenschaft, dann würde man sagen, ist nicht möglich, denn die Gene wollen sich ja fortpflanzen, es kommt so höchstens zu einem Wegfall bestimmter Menschen, also Genkonstellationen, andere werden davon profitieren.
Ich bezweifle das.
Nehmen wir mal an, aufgrund diverse (Wirtschafts- Gesellschafts- und Natur-)Krisen sterben demnächst doch 3 oder 4 Mrd. Menschen relativ kurzfristig aus - ohne jeden Krieg, ohne eine direkte Katastrophe oder wirkliche materielle Not. Dann könnte sich die überlebende 1 Mrd. Menschen, die genetischen Sieger, ja wohl freuen, sagen, ja, wir waren halt die besten - und sich in dieser Gewissheit dann eben weiter fortpflanzen und evolutionär weiterentwickeln.
Genausogut ist es aber denkbar, dass diese 1 Mrd. dann über die vorangegangen Entwicklung so massiv öffentlich reflektiert, dass sich dem keiner mehr entziehen kann (so wie heute z.B. der Holocaust- oder WKII-Debatte in Deutschland). Und dann, ein jeder würde ja einen oder mehrere gut kennen, die quasi in bestem Wohlstand ohne Kinder ausgeschieden sind, könnte es sein, dass sich ein jeder fragt - wieso habe ich mich denn anders verhalten, was rechtfertigt denn meine Fortpflanzung, was ist denn der Sinn meines Lebens? Dann würde eine philosophisch bewusste Entscheidung zum Kinde quasi zur inneren Pflicht. Und es ist sehr wohl denkbar, dass sich dann die meisten auch ganz bewusst gegen Kinder entscheiden: Warum darf ich mich fortpflanzen, wenn andere darauf mehr oder weniger freiwillig oder unfreiwillig verzichteten? So könnte man bzw. es dann, zuallerletzt, sogar zum bewussten semifreiwilligen Aussterben der Menschen, also der Menschheit, kommen.
Dies wiederum stünde dann eben im völligen Widerspruch zur reinen Lehre der Biologie, auch der Evolutionstheorie: Evolution und Arterhalt wären scheinbar freiwillig beendet! (Obwohl schon noch Lebensraum und Möglichkeiten für 1 Mio Menschen eigentlich vorhanden war...!)
Dieser innere seelische Zusammenhalt, das ist es, was uns vom Tier unterscheidet, ist auch ein Teil dessen, was wir unter der Seele verstehen -"eigentlich" wäre dies ja widernatürlich. Große Säugetiere können dies so nicht - Menschen aber wohl schon, womit wir bei unsere Einzigartigkeit wären. Was die Wissenschaftler hier sagen ist ja, dass wir Menschen wie Tiere sind - Tiere können aber nicht bewusst aussterben, allein aufgrund innerpsychischer Befindlichkeiten. (Dazu braucht mal wohl Spiegelneurone.)
Es kann sogar sein, dass die Menschheit über diese Dinge schon eher massiv nachdenkt, es schon vor dem genetischen Rückzug von 2-3Mrd. Menschen dazu kommt.
Die Wissenschaft wird sich diesem Phänomen aber wohl erst annehmen, wenn es heiß wird, wenn das ganze spruchreif wird. Noch wachsen wir - oder unsere ferneren Nachbarn - ja noch. Gleichwohl würde dies dann vieles erklären, auch die - scheinbare - Wissenschafts-Skeptizität vieler Menschen und auch aufgeklärter Kirchenleute.
Sie verwechseln die (religiöse) "Seele" mit der "Psyche". Auch wenn wir in unserem heutigen Alltag oft Gebrauch von "Seele" bzw. davon abgewandelten Worten machen, ist damit ja nicht automatisch die unsterbliche, religiöse Seele, das "Gottesgeschenk" gemeint. Da muss man die Bedeutungen klar trennen! Diese vom Körper unabhängige, religiöse Seele ist NICHT Gegenstand der Forschung - außer vielleicht der Parapsychologie, aber das ist meist keine ernsthafte Forschung, bzw. sie erbrachte bislang stets nur negative Resultate.
Sie verwechseln die (religiöse) "Seele" mit der "Psyche". Auch wenn wir in unserem heutigen Alltag oft Gebrauch von "Seele" bzw. davon abgewandelten Worten machen, ist damit ja nicht automatisch die unsterbliche, religiöse Seele, das "Gottesgeschenk" gemeint. Da muss man die Bedeutungen klar trennen! Diese vom Körper unabhängige, religiöse Seele ist NICHT Gegenstand der Forschung - außer vielleicht der Parapsychologie, aber das ist meist keine ernsthafte Forschung, bzw. sie erbrachte bislang stets nur negative Resultate.
Der im Artikel erwähnte Evolutionsbiologe Ernst Walter Mayr war sehr skeptisch in Bezug auf die Frage, ob es derzeit einen sinnvollen Evolutionsdruck gebe. Immerhin erlebte er ein Jahrhundert, das zuerst von Kriegen geprägt war und danach von der Tatsache, dass zwar "the fittest" überlebt und alt wird, sich aber nicht fortpflanzt, und dass die sozial Schwachen viele Kinder haben.
Vielleicht hat Mayr aber auch etwas ganz Wichtiges übersehen, was ihm jeder indische Pandit und jeder hiesige Harry-Potter-Fan sagen kann: "Survival of the most integrated". Jede noch so tolle Mutation des menschlichen Gehirns ist wertlos, solange das Gehirn nicht die Gelegenheit hat, sich insgesamt zu integrieren. Für diese Integration gibt es in Indien das Wort "Yoga", und seit Jahrtausenden ist empirisch bekannt, wozu Yogis fähig sind. Und neuerdings wächst die Ahnung von einer höheren Dimension in Millionen von jungen Menschen, die sich bei Harry Potter über die Wizards informieren.
Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, die Erinnerungen eines alten Mannes über seine Kriegserlebnisse zu lesen, der mehrmals auf höchst wunderbare Weise aussichtslose Situationen überleben konnte. Er hat übrigens danach vier Kinder gezeugt. Gibt sie vielleicht doch, diese zweite Zeitdimension, die jüngst von einigen Physikern postuliert wurde. (Natürlich nur für subatomare Teilchen!)
In den kommenden Verteilungskämpfen um die knapper werdenden Ressourcen und in den Migration, die auf Grund des Klimawandel stattfinden werden, werden sich integrierte Menschen und integrierte Gruppen durchsetzen. Möglicherweise sind das religiöse Menschen und Gruppen!?
Ich habe es schon vor 20 Jahren nicht verstanden, als ich ehrenamtlich in meiner Kirchengemeinde taetig war:
Warum sollte die Evolution der Religion eigentlich widersprechen?
Natuerlich, die Forschung kann beispielsweise nicht stuetzen, dass die Erde in genau sieben Tagen erschaffen wurde. Aber selbst die Bibel erzaehlt (wie in vielen anderen Faellen auch) gleich mehrere, unterschiedliche Schoepfungsgeschichten und nur in einer davon tauchen die besagten sieben Tage auf. Das ist auch kein grundlegendes Problem: Statt darin einen Widerspruch zu sehen, stimmen heute viele Theologen darin ueberein, dass diese verschiedenen Geschichten zu unterschiedlichen Zeiten, an unterschiedlichen Orten, von Menschen mit ganz verschiedenem politischem und sozialem Hintergrund aufgeschrieben wurden und verschiedende Aspekte der Erfahrung des Menschen mit Gott widerspiegeln.
Wenn man aber das unterschreiben kann, wo ist dann das Problem daran, auch die modernen Forschungserkenntnisse zur Evolution als einen weiteren Aspekt der Wahrheit zu akzeptieren ? Wo in der Bibel steht eigentlich geschrieben, dass der Mensch unabaenderlich geschaffen wurde ? Wo steht woertlich geschrieben, dass er nicht nahe mit dem Affen verwandt sein koennte ? Ist das alles nicht vielmehr etwas, dass die Menschheit aufgrund ihres Wissens-Hintergrundes nur lange Zeit angenommen hat, bevor es eine Evolutionslehre ueberhaupt gab ? Wenn dem so ist, dann ist die Evolution aber kein Widerspruch zum christlichen Glauben. - Nehmen wir einen anderen (unverstaendlicherweise) weniger kontroversen Sachverhalt: In der Bibel steht nichts von der Existenz der Elektrizitaet, nichts von der Raumfahrt und nichts vom Leben in der Tiefsee. Und doch wissen wir heute, dass alle drei in der Tat existieren. Widersprechen sie deshalb der Bibel ? Mitnichten. Auch ein Christ kann ungestraft von Gott einen Lichtschalter bedienen, sich fuer einige Millionen ins Weltall schiessen lassen oder Meeresbiologe werden.
Kurz, dass sich unser Weltbild mit der Zeit den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen anpasst, ist ganz selbstverstaendlich und war auch schon zu Zeiten der Urchristen so. Man kann eine soziale oder politische Problematik in bestimmten Veraenderungen sehen, aber auf der Basis besteht zunaechst kein zwingender Widerspruch, die neue Realitaet mit dem Glauben in Verbindung zu bringen.
Und so sehe ich es auch nach wie vor mit Religion und Evolution: Sie sind fuer mich zwei mit einander verwobene Lehren, die sich nicht grundsaetzlich widersprechen. Und ich kann einfach nicht nachvollziehen, wo Fundamentalisten diesen Widerspruch sehen.
--
Szenenwechsel: Ich verstehe den Widerspruch genauso wenig von einer anderen Seite meines Lebens aus: Ich bin Genetiker und eines meiner Lieblingszitate ist das genannte von Dobzhansky: "Nichts in der Biologie macht Sinn, außer im Lichte der Evolution." Denn auch wenn meine Forschung nichts direkt mit der Evolution zu tun hat, so sehe ich doch, wohin ich auch blicke, die Auswirkungen der Evolution. Und wiederum darin fuehrt fuer mich der Weg zu meinem Glauben: Nie war ich glaeubiger als in meinen ersten Studienjahren, als ich eine unglaubliche Fuelle zuvor nicht bekannter biologischer Sachverhalte erlernen durfte und in der Vielfalt des Lebens ueberall das Wirken Gottes erblickt habe.
Ich kann gut damit leben, dass die meisten meiner Kollegen Atheisten sind und mit Religion nicht viel am Hut haben, ausser zur Taufe ihres Kindes und an Weihnachten. Aber auch hier verstehe ich wiederum nicht, warum so viele einen grundsaetzlichen Widerspruch zwischen Religion und Forschung sehen. Ich verstehe, dass die Bibel nicht als Buch von Gott vom Himmel geworfen wurde, sondern von vielen unterschiedlichen Menschen aus den verschiedensten Kulturen aufgeschrieben wurde, ueber einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren hinweg. Ich verstehe, dass sie in ihrer heutigen Zusammensetzung ueberarbeitet, mit Uebersetzungsfehlern gespickt und noch dazu von Paepsten und Kardinaelen zensiert wurde. Und ich weiss, dass viele der in der Bibel enthaltenen Geschichten nicht nur nicht woertlich zu verstehen sind, sondern wohl auch nie woertlich gemeint waren, weil Menschen frueher noch viel eher bereit waren, in Metaphern und Gleichnissen zu denken. - Wenn ich all dies zusammennehme, dann ist die Bibel immer noch (und noch mehr) ein grossartiges Buch, um etwas ueber die Geschichte des Menschen mit Gott zu lernen. Aber sie ist dann eben umgekehrt auch nichts, worin nicht auch die moderne Evolutionslehre ihren Platz finden koennte.
Ich selbst bin glauebiger Christ und Wissenschaftler. Wissenschaftler und Christ. Keines davon halbherzig, beides ganz.
Und ich werde nicht aufgeben, meinen Mitmenschen zu zeigen, dass beides sehr wohl vereinbar ist im taeglichen Leben wie in der hehren Forschung. Fundamentalisten - und damit meine ich sowohl die auf der Seite der Glaeubigen als auch allzu fundamentalistische Wissenschaftler - sind nicht der Weisheit letzter Schluss. - Gott sei Dank! ;-)
So wie Rudi Mentaer seh auch ich die Sache. Zu meinen Freundes- und Bekanntenkreis gehoeren ein gutes Dutzend Physiker. Keiner von ihnen ist militanter Atheist. Die meisten sind wohl Agnostiker oder liberale Christen.
Ich selbst bin Ingenieur. Als liberaler ernsthafter protestantischer Christ kann ich sehr gut mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen leben.
Nur ueberhebliche Naturwissenschaftler, die sich einbilden letzte Wahrheiten zu verkuenden gehen mir an die Nerven.
Ob Religion und Evolution ein Widerspruch sind, hängt von der Ausprägung der Religion ab. Früher (d.h. bis ins 19. Jahrhundert = die bei weitem meiste Zeit des Christentums) war es DEFINITIV ein Widerspruch - da stimmen Sie mir sicher zu. Aufgrund der Erkenntnisse der Wissenschaft haben sich halt die Inhalte der Religion hierzulande entsprechend geändert, d.h. man glaubt einfach etwas anderes als früher.
Je nach dem persönlichen Glauben kann es aber auch heute einen Widerspruch zwischen Religion und Evolution geben - nämlich immer dann, wenn man von einem aktiven Schöpfergott ausgeht. Die Evolution ist eben nicht wie ein Werkzeug in der Hand eines Schöpfers, sondern ein Prinzip, das keines Lenkers/Schöpfers bedarf (zumindest nicht während ihres Wirkens). Richtig verstanden (was nicht viele haben!) macht die Evolution den (traditionellen) Schöpfer überflüssig - außer der Gläubige zieht sich auf die Position zurück, Gott habe das alles in seinem Ursprungsplan angelegt, d.h. die Naturgesetze und den Urknall so geplant, dass es ab da alleine ablaufen konnte. Nur dort bleibt noch eine Lücke für einen Schöpfer... (vorbehaltlich neuer Erkenntnisse der Forschung, ich bin und bleibe skeptisch.... ;-) )
Ich werde Ihnen nachher eine Benutzernachricht schicken mit der Bitte um persönliche Kontaktaufnahme. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Fragen der Evolutionsbiologie, auch im Zusammenhang mit Religion und habe unter anderem schon diverse Debatten mit Kreationisten geführt. In den von Ihnen aufgeworfenen Fragenkomplexen - Auswirkungen der Evolutionslehre und allgemein der modernen Wissenschaft, insbesondere Hirnforschung, auf den Glauben - habe ich zunehmend Probleme. Ich würde mich darüber sehr gerne mit einem gläubigen Wissenschaftler austauschen.
Seit langem bin ich der Ansicht, daß die Kirchen es versäumen, ihre Botschaft neu zu formulieren - so, daß ein aufgeklärter Mensch nicht ständig Widersprüche sieht. Wer die Bibel wörtlich interpretiert, kommt um diese natürlich nicht herum (deshalb gibt es ja diese gewaltige Kreationistenbewegung in den USA). Ich war aber immer der Überzeugung, daß die zentralen Aussagen des Christentums zwar naturwissenschaftlich nicht beweisbar sind, aber auch nicht widerlegbar und - vor allem - nicht unplausibel. Die Kirche müßte sich diese Themas nur endlich annehmen und zumindest dem, der es wissen will, diese Dinge auch darlegen.
Doch inzwischen habe ich Zweifel. Letztlich argumentiere ich gegen Kreationisten so: eine Vielzahl von Indizien spricht dafür, daß es eine Evolution gegeben hat. Gewiß könnten diese, wie alle Indizien, in die Irre führen - Gott kann die Fossilien, die verlängerten Eckzahnwurzeln des Menschen etc einfach miterschaffen haben, undsoweiter. Oder auch der Teufel. Aber dann muß man an einen Gott glauben, der den Verstand seiner Geschöpfe bewußt irreführt oder zuläßt, daß der Teufel die halbe Schöpfung zur Irreführung umfunktioniert.
Wenn man dieses Argument aber auf die Ergebnisse der Hirnforschung anwendet, muß man sagen: für eine Seele, einen Geist, der unabhängig von der materiellen Gehirnbasis existiert und nur mit ihr irgendwie interagiert, gibt die Indizienlage so wenig her wie für intelligent design. Schaltet man bestimmte Gehirnregionen aus oder ein, verändert man bestimmte Hormonkonzentrationen, dann wird ein stumpfer Mensch hochmusikalisch, ein empfindsamer brutal, ein willensstarker willensschwach etc. Man kann sich ohne weiteres vorstellen, das Hirn auf eine andere Trägersubstanz zu "verpflanzen" - etwa in die Matrix des bekannten Kinofilms. Aber für einen vom Gehirn unabhängien "Geist" sehe ich keine Spielräume mehr, die über jene für die Schöpfung Adams aus dem Nichts hinausgehen würden.
Nun haben mir Theologen verraten, daß das auch gar nicht notwendig ist. Im Gegenteil: der Leib-Seele-Dualismus ist eher eine griechische Erfindung. Ewiges Leben könnte durchaus ein Leben "mit Gehirn" - oder einem entsprechenden Substrat desselben - bedeuten. Das wirft allerdings einen Berg an Folgeproblemen auf. Angefangen davon, welchen Gehirnzustand man heranzieht (den als Kind? Als Alzheimerpatient? Oder welchen dazwischen?): das Gehirn, und damit die Persönlichkeit, verändert sich ständig - ist das mit "ewigem" Leben vereinbar? Sodann: wenn allen Anzeichen gemäß das Hirn ein Produkt der Evolution ist, dann ist es auch abhängig von den Umweltbedingungen, auf die es geprägt wurde. Ohne große Modifikationen wird es z.B. nie imstande sein, bestimmte Triebe (wie Fremdenfeindlichkeit, Hunger, Neid, Eifersucht, Habgier) loszuwerden - statt sie nur zu unterdrücken. Zugleich ist unser Gehirn nicht für eine Welt ohne Krankheiten, Gefahren, Widrigkeiten und zeitliche Begrenzung gemacht, es würde in ihr womöglich irre werden.
Wenn das Subjekt in seiner hirnbezogenen Ausprägung, ohne versteckte höhere Ebene und "Seele", die einzig denkbare Bezugsbasis Gottes ist, welchen Sinn hat es dann, etwas derartig Unvollkommenem eine "ewige" Bedeutung zuzusprechen? Jede Vervollkommnung würde hingegen große Modifikationen erfordern und in Wahrheit auf eine Neuschöpfung hinauslaufen! Sie würden eine Persönlicheit so radikal verändern, daß man vernünftigerweise nicht mehr vom selben Individuum sprechen könnte.
Besonders deutlich wird das bei Säuglingen oder geistig schwer Behinderten. Nehmen wir an, ich wäre nur mit Kleinhirn auf die Welt gekommen und sogleich gestorben. Wenn Gott nach dem Tode das geistige Substrat einer solchen Person sozusagen "ergänzt", dann schafft er doch in Wahrheit einen neuen Menschen, der mit dem alten nichts Existenzielles gemeinsam hat! "Ich" würde erst nach dieser Ergänzung überhaupt existieren. Es ist, als würde man (in Kästners Worten) zu einem gefundenen Knopf einen Anzug schneidern. Der Kopf selbst aber ist nicht nur kein Anzug, er ist auch keine Vorstufe eines solchen; und wie ernst könnte man eine Religion nehmen, die das gleichwohl behauptet?
So wie Rudi Mentaer seh auch ich die Sache. Zu meinen Freundes- und Bekanntenkreis gehoeren ein gutes Dutzend Physiker. Keiner von ihnen ist militanter Atheist. Die meisten sind wohl Agnostiker oder liberale Christen.
Ich selbst bin Ingenieur. Als liberaler ernsthafter protestantischer Christ kann ich sehr gut mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen leben.
Nur ueberhebliche Naturwissenschaftler, die sich einbilden letzte Wahrheiten zu verkuenden gehen mir an die Nerven.
Ob Religion und Evolution ein Widerspruch sind, hängt von der Ausprägung der Religion ab. Früher (d.h. bis ins 19. Jahrhundert = die bei weitem meiste Zeit des Christentums) war es DEFINITIV ein Widerspruch - da stimmen Sie mir sicher zu. Aufgrund der Erkenntnisse der Wissenschaft haben sich halt die Inhalte der Religion hierzulande entsprechend geändert, d.h. man glaubt einfach etwas anderes als früher.
Je nach dem persönlichen Glauben kann es aber auch heute einen Widerspruch zwischen Religion und Evolution geben - nämlich immer dann, wenn man von einem aktiven Schöpfergott ausgeht. Die Evolution ist eben nicht wie ein Werkzeug in der Hand eines Schöpfers, sondern ein Prinzip, das keines Lenkers/Schöpfers bedarf (zumindest nicht während ihres Wirkens). Richtig verstanden (was nicht viele haben!) macht die Evolution den (traditionellen) Schöpfer überflüssig - außer der Gläubige zieht sich auf die Position zurück, Gott habe das alles in seinem Ursprungsplan angelegt, d.h. die Naturgesetze und den Urknall so geplant, dass es ab da alleine ablaufen konnte. Nur dort bleibt noch eine Lücke für einen Schöpfer... (vorbehaltlich neuer Erkenntnisse der Forschung, ich bin und bleibe skeptisch.... ;-) )
Ich werde Ihnen nachher eine Benutzernachricht schicken mit der Bitte um persönliche Kontaktaufnahme. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Fragen der Evolutionsbiologie, auch im Zusammenhang mit Religion und habe unter anderem schon diverse Debatten mit Kreationisten geführt. In den von Ihnen aufgeworfenen Fragenkomplexen - Auswirkungen der Evolutionslehre und allgemein der modernen Wissenschaft, insbesondere Hirnforschung, auf den Glauben - habe ich zunehmend Probleme. Ich würde mich darüber sehr gerne mit einem gläubigen Wissenschaftler austauschen.
Seit langem bin ich der Ansicht, daß die Kirchen es versäumen, ihre Botschaft neu zu formulieren - so, daß ein aufgeklärter Mensch nicht ständig Widersprüche sieht. Wer die Bibel wörtlich interpretiert, kommt um diese natürlich nicht herum (deshalb gibt es ja diese gewaltige Kreationistenbewegung in den USA). Ich war aber immer der Überzeugung, daß die zentralen Aussagen des Christentums zwar naturwissenschaftlich nicht beweisbar sind, aber auch nicht widerlegbar und - vor allem - nicht unplausibel. Die Kirche müßte sich diese Themas nur endlich annehmen und zumindest dem, der es wissen will, diese Dinge auch darlegen.
Doch inzwischen habe ich Zweifel. Letztlich argumentiere ich gegen Kreationisten so: eine Vielzahl von Indizien spricht dafür, daß es eine Evolution gegeben hat. Gewiß könnten diese, wie alle Indizien, in die Irre führen - Gott kann die Fossilien, die verlängerten Eckzahnwurzeln des Menschen etc einfach miterschaffen haben, undsoweiter. Oder auch der Teufel. Aber dann muß man an einen Gott glauben, der den Verstand seiner Geschöpfe bewußt irreführt oder zuläßt, daß der Teufel die halbe Schöpfung zur Irreführung umfunktioniert.
Wenn man dieses Argument aber auf die Ergebnisse der Hirnforschung anwendet, muß man sagen: für eine Seele, einen Geist, der unabhängig von der materiellen Gehirnbasis existiert und nur mit ihr irgendwie interagiert, gibt die Indizienlage so wenig her wie für intelligent design. Schaltet man bestimmte Gehirnregionen aus oder ein, verändert man bestimmte Hormonkonzentrationen, dann wird ein stumpfer Mensch hochmusikalisch, ein empfindsamer brutal, ein willensstarker willensschwach etc. Man kann sich ohne weiteres vorstellen, das Hirn auf eine andere Trägersubstanz zu "verpflanzen" - etwa in die Matrix des bekannten Kinofilms. Aber für einen vom Gehirn unabhängien "Geist" sehe ich keine Spielräume mehr, die über jene für die Schöpfung Adams aus dem Nichts hinausgehen würden.
Nun haben mir Theologen verraten, daß das auch gar nicht notwendig ist. Im Gegenteil: der Leib-Seele-Dualismus ist eher eine griechische Erfindung. Ewiges Leben könnte durchaus ein Leben "mit Gehirn" - oder einem entsprechenden Substrat desselben - bedeuten. Das wirft allerdings einen Berg an Folgeproblemen auf. Angefangen davon, welchen Gehirnzustand man heranzieht (den als Kind? Als Alzheimerpatient? Oder welchen dazwischen?): das Gehirn, und damit die Persönlichkeit, verändert sich ständig - ist das mit "ewigem" Leben vereinbar? Sodann: wenn allen Anzeichen gemäß das Hirn ein Produkt der Evolution ist, dann ist es auch abhängig von den Umweltbedingungen, auf die es geprägt wurde. Ohne große Modifikationen wird es z.B. nie imstande sein, bestimmte Triebe (wie Fremdenfeindlichkeit, Hunger, Neid, Eifersucht, Habgier) loszuwerden - statt sie nur zu unterdrücken. Zugleich ist unser Gehirn nicht für eine Welt ohne Krankheiten, Gefahren, Widrigkeiten und zeitliche Begrenzung gemacht, es würde in ihr womöglich irre werden.
Wenn das Subjekt in seiner hirnbezogenen Ausprägung, ohne versteckte höhere Ebene und "Seele", die einzig denkbare Bezugsbasis Gottes ist, welchen Sinn hat es dann, etwas derartig Unvollkommenem eine "ewige" Bedeutung zuzusprechen? Jede Vervollkommnung würde hingegen große Modifikationen erfordern und in Wahrheit auf eine Neuschöpfung hinauslaufen! Sie würden eine Persönlicheit so radikal verändern, daß man vernünftigerweise nicht mehr vom selben Individuum sprechen könnte.
Besonders deutlich wird das bei Säuglingen oder geistig schwer Behinderten. Nehmen wir an, ich wäre nur mit Kleinhirn auf die Welt gekommen und sogleich gestorben. Wenn Gott nach dem Tode das geistige Substrat einer solchen Person sozusagen "ergänzt", dann schafft er doch in Wahrheit einen neuen Menschen, der mit dem alten nichts Existenzielles gemeinsam hat! "Ich" würde erst nach dieser Ergänzung überhaupt existieren. Es ist, als würde man (in Kästners Worten) zu einem gefundenen Knopf einen Anzug schneidern. Der Kopf selbst aber ist nicht nur kein Anzug, er ist auch keine Vorstufe eines solchen; und wie ernst könnte man eine Religion nehmen, die das gleichwohl behauptet?
So wie Rudi Mentaer seh auch ich die Sache. Zu meinen Freundes- und Bekanntenkreis gehoeren ein gutes Dutzend Physiker. Keiner von ihnen ist militanter Atheist. Die meisten sind wohl Agnostiker oder liberale Christen.
Ich selbst bin Ingenieur. Als liberaler ernsthafter protestantischer Christ kann ich sehr gut mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen leben.
Nur ueberhebliche Naturwissenschaftler, die sich einbilden letzte Wahrheiten zu verkuenden gehen mir an die Nerven.
Nur weil die Strasse nass ist hat es noch lange nicht geregnet.
Gruss,
pu
Dann müssten Ihnen aber auch alle Christen, die "sich einbilden letzte Wahrheiten zu verkuenden", ebenso auf die Nerven gehen - sonst wäre Ihr Urteil nicht mehr fair. Und im Gegensatz zur Wissenschaft liegt ja das Wesen der Religionen darin, letzte Wahrheiten zu verkünden (=Ihnen auf die Nerven zu gehen). Der Papst & Konsorten machen das andauernd.
Wer dagegen als Wissenschaftler so etwas tun, ist einfach nur ein schlechter(!!) Wissenschaftler. Gute Wissenschaft bietet stets Raum für Skepsis, Zweifel und neue, bessere Erklärungen. Religion hat diesen Vorteil nicht.
Nur weil die Strasse nass ist hat es noch lange nicht geregnet.
Gruss,
pu
Dann müssten Ihnen aber auch alle Christen, die "sich einbilden letzte Wahrheiten zu verkuenden", ebenso auf die Nerven gehen - sonst wäre Ihr Urteil nicht mehr fair. Und im Gegensatz zur Wissenschaft liegt ja das Wesen der Religionen darin, letzte Wahrheiten zu verkünden (=Ihnen auf die Nerven zu gehen). Der Papst & Konsorten machen das andauernd.
Wer dagegen als Wissenschaftler so etwas tun, ist einfach nur ein schlechter(!!) Wissenschaftler. Gute Wissenschaft bietet stets Raum für Skepsis, Zweifel und neue, bessere Erklärungen. Religion hat diesen Vorteil nicht.
Natürlich sind wir das. Kein Tier, auch kein Delphin, hat sowas wie das Internet aufgebaut und kommuniziert nun wie wir mithilfe einer Silbensprache schriftlich über biologische Evolution.
Die Schlussfolgerung ist aber eine andere die viele Zyniker gerne treffen, daraus erwächst eben keine Hybris - und da man diese vermeiden will setzen jene Zyniker die menschliche Spezies kontinuierlich herab, stellen sie bald als Virus dieses Planeten dar - freilich ist dieses Bild ebenso falsch wie die Hybris anderer nach der wir den Planeten ausbeuten dürfen wie wir wollen. Wir sind Teil dieses Planeten und seiner Geschichte, nicht nur unser Genom beweist es. Auch das saftige Grün der Pflanzenwelt, der blaue Himmel und das Geschrei der Tiere das wir brauchen um uns wirklich wohl zu fühlen. In einer technisch wirklich isolierten Welt könnten wir biologisch aber nicht psychisch überleben, wir sind eben Erdlinge.
Auch aus dem Satz in der Bibel, nachdem wir uns die Erde Untertan machen sollen, ist kein Freibrief zur Hybris sondern eine Aufforderung zu VERANTWORTUNG. Wir sind die einzige Spezies des Planeten die dazu in der Lage ist das eigene Verhalten zu reflektieren und zu steuern, über die biologische Prädestination und Instinkte hinaus. Dies tun wir jeden Tag im Guten wie im Schlechten. Schon darum haben wir unsere eigene Art der Evolution geschaffen.
Ebenso gelten für uns nicht mehr die klassischen Faktoren. Sexuelle Attraktivität und Intelligenz sind heute die entscheidenden Faktoren der Auslese. Nicht mehr pure körperliche Kraft und eine robuste Konstitution, ohne passende Intelligenz wirkt dies sogar nachteilig. Hinzu kommen Faktoren wie Bildung auf die wir selber großen Einfluss haben. Keine andere Spezies kann die Auslesefaktoren denen sie unterliegt aktiv beeinflussen.
Auch hieraus folgt vor allem wieder Eigenverantwortung.
Auch rein biologisch gesehen sind wir der mit Abstand komplexeste Organismus dieses Planeten, dabei nutzen wir unsere Hirnkapazität noch nicht annähernd aus. Und so wie unsere Fähigkeiten nur soweit durch Technik erweiterbar sind soweit unser Hirn die dazu nötige Forschung ermöglicht so wird sich mit unserer Hirnkapazität in Zukunft auch die Technik immer weiter in Richtung Sci-Fi bewegen. Aber auch wieder wirklich zurück zur Natur. Die Lösung für alle unsere Probleme ist mehr Technik, nicht weniger. Es gibt keinen physikalischen Grund warum wir nicht in der Lage sein sollten das Sonnenlicht ähnlich effizient zur Energiegewinnung zu benutzen wie es jeder Grashalm durch die Photosynthese tut. Alle unsere Energieprobleme wären für immer gelöst. Selbiges gilt für unsere Rohstoffwirtschaft. Auch hier können wir vom "Mein Freund der Baum" lernen der seinen eigenen Werkstoff herstellt der 100% biologisch Abbaubar ist.
In jedem Falle ist Pessismis, Zukunftsangst, Fatalismus oder gar Zynismus nicht die Lösung der Probleme von Mensch, Fauna und Flora.
Und wenn wir dereinst erkennen dass wir alles MENSCHEN sind dann stoppt auch Krieg und Hass. Hier sind wir freilich noch näher an unseren Vorfahren den Höhlenmenschen...
Noch ein paar Gedanken zur Evolution des Menschen:
i) Was gerade mit der Menschheit ablaeuft entspricht in etwa dem "Simulated Annealing" (http://de.wikipedia.org/w...). Durch technologischen Fortschritt wird das Genom des Menschen in Bezug auf Anpassung wieder aufgeweicht. Mutationen, "Gute" wie "Schlechte", sammeln sich in der Population an. Dabei sind aktuell "Schlechte" leichter sichtbar.
ii) Evolution auf Ebene des Gehirns laesst schon heute verfolgen und vorhersagen in welche Richtung es sich entwickeln wird. Im Silicon Valley, ein Schmelztiegel fuer Nerds, hat sich der Anteil an authistisch veranlagten Kindern erhoeht (http://www.netzeitung.de/... und http://www.heise.de/tp/r4...).
iii) Der heutige Mensch ist nur eine Zwischenstufe (http://de.wikipedia.org/w...).
Gruss,
pu
"Sexuelle Attraktivität und Intelligenz sind heute die entscheidenden Faktoren der Auslese. Nicht mehr pure körperliche Kraft und eine robuste Konstitution, ohne passende Intelligenz wirkt dies sogar nachteilig."
Sie vergaßen zu erwähnen, daß Intelligenz in den sogenannten "modernen" Gesellschaften ein negativer Auslesefaktor ist. Ebenso hohe Bildung.
Ökologische Fitneß im Darwinschen Sinne besteht in der Fähigkeit, möglichst viele forpflanzungsfähige Nachkommen erzeugen zu können. In unserer (und anderen ähnlichen) Gesellschaft(en) gibt es eine negative Korrelation zwischen der Anzahl fortpflanzungsfähiger Nachkommen und Intelligenz und Bildung.
träumen Sie weiter!
Meist kommt allerdings "Hochmut" (Selbstüberschätzung) vor dem Fall ...
Knüppel
P.S. Die wahren Herrscher unseres Planeten sind Mikro-Organismen, mit dem bloßen Auge für uns nicht sichtbar und ... sofern es sich um (Retro-) Viren handelt außerordentlich erfolgreich bei ihrem Krieg gegen die angeblich "höher entwickelten" Wesen. Im aktuellen SPIEGEL ist ein interessanter Artikel über bisher unbekannte "Zeitbomben" (tödliche Viren) und ihren Weg um die Welt.
Noch ein paar Gedanken zur Evolution des Menschen:
i) Was gerade mit der Menschheit ablaeuft entspricht in etwa dem "Simulated Annealing" (http://de.wikipedia.org/w...). Durch technologischen Fortschritt wird das Genom des Menschen in Bezug auf Anpassung wieder aufgeweicht. Mutationen, "Gute" wie "Schlechte", sammeln sich in der Population an. Dabei sind aktuell "Schlechte" leichter sichtbar.
ii) Evolution auf Ebene des Gehirns laesst schon heute verfolgen und vorhersagen in welche Richtung es sich entwickeln wird. Im Silicon Valley, ein Schmelztiegel fuer Nerds, hat sich der Anteil an authistisch veranlagten Kindern erhoeht (http://www.netzeitung.de/... und http://www.heise.de/tp/r4...).
iii) Der heutige Mensch ist nur eine Zwischenstufe (http://de.wikipedia.org/w...).
Gruss,
pu
"Sexuelle Attraktivität und Intelligenz sind heute die entscheidenden Faktoren der Auslese. Nicht mehr pure körperliche Kraft und eine robuste Konstitution, ohne passende Intelligenz wirkt dies sogar nachteilig."
Sie vergaßen zu erwähnen, daß Intelligenz in den sogenannten "modernen" Gesellschaften ein negativer Auslesefaktor ist. Ebenso hohe Bildung.
Ökologische Fitneß im Darwinschen Sinne besteht in der Fähigkeit, möglichst viele forpflanzungsfähige Nachkommen erzeugen zu können. In unserer (und anderen ähnlichen) Gesellschaft(en) gibt es eine negative Korrelation zwischen der Anzahl fortpflanzungsfähiger Nachkommen und Intelligenz und Bildung.
träumen Sie weiter!
Meist kommt allerdings "Hochmut" (Selbstüberschätzung) vor dem Fall ...
Knüppel
P.S. Die wahren Herrscher unseres Planeten sind Mikro-Organismen, mit dem bloßen Auge für uns nicht sichtbar und ... sofern es sich um (Retro-) Viren handelt außerordentlich erfolgreich bei ihrem Krieg gegen die angeblich "höher entwickelten" Wesen. Im aktuellen SPIEGEL ist ein interessanter Artikel über bisher unbekannte "Zeitbomben" (tödliche Viren) und ihren Weg um die Welt.
Noch ein paar Gedanken zur Evolution des Menschen:
i) Was gerade mit der Menschheit ablaeuft entspricht in etwa dem "Simulated Annealing" (http://de.wikipedia.org/w...). Durch technologischen Fortschritt wird das Genom des Menschen in Bezug auf Anpassung wieder aufgeweicht. Mutationen, "Gute" wie "Schlechte", sammeln sich in der Population an. Dabei sind aktuell "Schlechte" leichter sichtbar.
ii) Evolution auf Ebene des Gehirns laesst schon heute verfolgen und vorhersagen in welche Richtung es sich entwickeln wird. Im Silicon Valley, ein Schmelztiegel fuer Nerds, hat sich der Anteil an authistisch veranlagten Kindern erhoeht (http://www.netzeitung.de/... und http://www.heise.de/tp/r4...).
iii) Der heutige Mensch ist nur eine Zwischenstufe (http://de.wikipedia.org/w...).
Gruss,
pu
Nur weil die Strasse nass ist hat es noch lange nicht geregnet.
Gruss,
pu
TiSe
Das Spiel zwischen Religion und Wissenschaft ist ein spannende Angelegenheit und sollte nie enden. Denn die Existenz beider Elemente hat seine Bedeutung, darin dass der mensch sie braucht. Wissenschaft ist auch eine Form von Glauben. Viele Wissenschaftler ergeben sich einer einzigen Untersuchung, weil sie von einer besonderen Annahme ausgehen, an diese quasi glauben, und sie belegen wollen. Dabei kann man scheitern aber auch Erfolg haben. Die Wissenschaftler unterliegen aber auch den gesellschaftlichen Strukturen, die alle samt sich aus religiösen Grundsätzen entwickelten. Geht man nach den Aussagen des Artikel hat gerade die Religion die Evolution vorangetrieben. Aber grundsätzlich brauchen die Menschen den Glauben, selbst ein Atheist glaubt. Ich bin Atheist und habe nie die Vorzüge einer religiösen Familie komplett erlebt, aber durch meine Freundin jetzt, deren Vater Pfarrer ist. Und manchmal sehne ich mich nach bestimmten Umgangsarten. Was für ein grausames Spiel wäre es, wenn nur die Wissenschaft gilt, die Frage nach dem Sinn des Lebens wäre geklärt, sämtlichen Mythen starr wissenschaftlich aufgeklärt. Die Menschheit würde zugrunde gehen, denn Schönheiten wie Ästhetik, Musik, Kunst und weiteres dieser Art begründen sich nicht auf Wissenschaft. Aber das hier ist kein Statement gegen die Wissenschaft. Oft wird der Fortschritt gepredigt, aber wo ist der Fortschritt im Kopf. Kriege sind ein Zeichen dafür, wie dumm wir Menschen noch sind. Wir loben unsere großartigen Technikerfindungen und verwenden sie für ein Verhalten, dass die Menschheit schon Tausende von Jahren vollzieht, dem Krieg. Da kann ich gern auf den technischen Fortschritt verzichten. Wenn dann sollte die Technik, wie es Vorredner schon sagten, genutzt werden, um mit den natürlichen Ressourcen wie Sonnenenergie, Windkraft usw. sinnvoll umzugehen und deren Potenziale zu nutzen. Schaut man sich dann mal die Bäume und Tiere, stellt sich für mich die Frage, wer wirklich evolutionär weiter ist. Autoreifen werden nach dem Prinzip der Katzenpfoten entwickelt, Wissenschaftler versuchen heraus zu bekommen, wie die Flora die Energien effektiv nutzt, Autolacke und Schwimmanzüge werden entwickelt, die die Struktur von Haihaut hat. Wir ahmen die Natur nach und nähren damit unseren Fortschritt. Aber immer wieder fragen wir uns nach dem Warum, das wie erklärt uns die Wissenschaft. Ein gutes Beispiel ist das CERN, die Wissenschaftler suchen nach einem Teilchen, dass schon einen Namen hat, aber noch nie nachgewiesen wurde, aber die Wissenschaftler meinen zu wissen, dass es dieses Teilchen gibt um dann den Urknall erklärt zu haben. Und entweder, es gibt wieder einen Wissenschaftler, der ein noch kleineres Teilchen zu existieren glaubt oder es werden für den Laien wirre Konstrukte aufgebaut, die irgendwie erklären, dass die Higgs (ich bitte Fehler zu entschuldigen) der Anfang sind und keinen Ursprung haben müssen. Und es wird dann geglaubt.
i) Was stimmt ist dass gewisse Axiome existieren auf welche sich Naturwissenschaftler berufen und welche nicht weiter logisch unterlegbar bzw. beweisbar sind. ABER: im Gegensatz zu Glaeubigen sind sich gute Naturwissenschaftler darueber immer im Klaren. Dies ist das gleiche Prinzip wie in der Mathematik. Der Naturwissenschaftler kann nur zeigen und beweisen was innheralb von diesem Korsetts gueltig ist, alles ausserhalb davon hat ihn nicht zu interessieren. Desweiteren ist dem Naturwissenschaflter auch klar dass er mit seiner erkenntnisstheoretischen Methode
vollkommen falsch liegen koennte, bis jetzt jedoch ist Naturwissenschaft aber die erfolgreichte Methode die physische Welt zu erklaeren.
ii) Und da kommen wir auch schon zum zweiten Punkt: die physische Welt erklaeren zu koennen! Naturwissenschaft macht Vorhersagen, Vorhersagen basierend auf einer Hypothese. Z.B. ist jenes Higgs-Boson eine Vorhersage, folgend aus dem Standardmodell der Teilchenphysik (welches im Prinzip eine Hypothese ist). Wird im CERN nun das Higgs-Boson festgestellt dann hat sich die Hypothese bewaehrt. Wird es nicht gefunden muss das Standardmodell modifziert oder verworfen werden. Das ist dann der zweite grosse Unterschied zum Glauben: Es gibt keine Dogmen. Wenn die Hypothese falsifziert wurde, d.h. die Vorhersage war falsch, dann muessen die Jungs sich was neues, besseres ausdenken. Kein katholischer Christ wuerde aber die Hypothese aufgeben wollen dass Christus fuer unsere Suenden am Kreuz gestorben ist.
iii) Der dritte Unterschied: Das Sparsamkeitsprinzip das da lautet: Wenn Du alternative Erklaerungshypothese fuer ein Phaenomen hast, waehle die welche mit den wenigsten Annahmen auskommt; Auch bekannt unter dem Namen "Ockhams Rassiermesser" (Ockham war uebrigens Theologe). Keine Relgion wuerde ueberfluessige Mythen ueber Bord werfen nur um diesem Prinzip genuegen zu koennen denn im Endeffekt bliebe nichts mehr von der Religion uebrig.
Eigentlich sollte schon jetzt klar geworden sein dass Glauben und Naturwissenschaft unvereinbar sind.
Ich empfehle bei dieser Gelegenheit wie ueblich den Klassiker vom Popper: "Logik der Forschung"
Gruss,
pu
i) Was stimmt ist dass gewisse Axiome existieren auf welche sich Naturwissenschaftler berufen und welche nicht weiter logisch unterlegbar bzw. beweisbar sind. ABER: im Gegensatz zu Glaeubigen sind sich gute Naturwissenschaftler darueber immer im Klaren. Dies ist das gleiche Prinzip wie in der Mathematik. Der Naturwissenschaftler kann nur zeigen und beweisen was innheralb von diesem Korsetts gueltig ist, alles ausserhalb davon hat ihn nicht zu interessieren. Desweiteren ist dem Naturwissenschaflter auch klar dass er mit seiner erkenntnisstheoretischen Methode
vollkommen falsch liegen koennte, bis jetzt jedoch ist Naturwissenschaft aber die erfolgreichte Methode die physische Welt zu erklaeren.
ii) Und da kommen wir auch schon zum zweiten Punkt: die physische Welt erklaeren zu koennen! Naturwissenschaft macht Vorhersagen, Vorhersagen basierend auf einer Hypothese. Z.B. ist jenes Higgs-Boson eine Vorhersage, folgend aus dem Standardmodell der Teilchenphysik (welches im Prinzip eine Hypothese ist). Wird im CERN nun das Higgs-Boson festgestellt dann hat sich die Hypothese bewaehrt. Wird es nicht gefunden muss das Standardmodell modifziert oder verworfen werden. Das ist dann der zweite grosse Unterschied zum Glauben: Es gibt keine Dogmen. Wenn die Hypothese falsifziert wurde, d.h. die Vorhersage war falsch, dann muessen die Jungs sich was neues, besseres ausdenken. Kein katholischer Christ wuerde aber die Hypothese aufgeben wollen dass Christus fuer unsere Suenden am Kreuz gestorben ist.
iii) Der dritte Unterschied: Das Sparsamkeitsprinzip das da lautet: Wenn Du alternative Erklaerungshypothese fuer ein Phaenomen hast, waehle die welche mit den wenigsten Annahmen auskommt; Auch bekannt unter dem Namen "Ockhams Rassiermesser" (Ockham war uebrigens Theologe). Keine Relgion wuerde ueberfluessige Mythen ueber Bord werfen nur um diesem Prinzip genuegen zu koennen denn im Endeffekt bliebe nichts mehr von der Religion uebrig.
Eigentlich sollte schon jetzt klar geworden sein dass Glauben und Naturwissenschaft unvereinbar sind.
Ich empfehle bei dieser Gelegenheit wie ueblich den Klassiker vom Popper: "Logik der Forschung"
Gruss,
pu
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