EU-Präsidentschaft Der Fundi der FreiheitSeite 3/3
Für Klaus ist kein Problem so groß, dass man nicht lieber im Geist des Laisser-faire die Finger davon lassen sollte. Seine Philosophie ist einfach. Erstens: Was sich nicht exakt nachweisen lässt, existiert nicht; somit ist der Mensch auch nicht am Klimawandel schuld. Zweitens: Der Markt regelt alles von selbst. Aber die Welt ist eine andere geworden. Selbst die begeistertsten Marktprediger wie George W. Bush sind in ihrem Glauben erschüttert. Man kann Klaus als tragische Figur sehen. Ein hochintelligenter, gebildeter Mann, der sich als Querulant so gut gefällt, dass er nicht erkennt, wo der Unterschied zwischen sowjetischer Unfreiheit und Einschränkungen liegt, die in Kauf zu nehmen sind, weil man den Planeten nicht rücksichtslos plündern oder in einem Klub von 27 Staaten nicht immer recht haben kann.
Klaus’ Zweifel, ob die Europäische Union an einem Verfassungsvertrag festhalten soll, den die Iren nicht wollen, haben auch andere. Wut darüber, dass die Tschechen mittragen sollen, was die EU verlangt, aber gleichzeitig nicht im Ausland arbeiten dürfen – auch das ist einer der Gründe, warum die Tschechen ihre Ratspräsidentschaft unter das Motto »Europa ohne Schranken« stellen. Aber Václav Klaus ist verliebt in die Provokation. Es reizt ihn, anderen seine Überlegenheit zu zeigen und sie bloßzustellen. Klaus, sagt ein Freund von ihm, gefalle es zu sehr, sich Feinde statt Freunde zu machen. Der Geheimdienst notierte bereits in den siebziger Jahren über Klaus, sein Verhalten zeige, dass er sich für ein »verkanntes Genie« halte. Wer Klaus’ Ansichten nicht zustimme, sei in seinen Augen »dumm und inkompetent«. Im Februar wird er zu den Abgeordneten im Europaparlament sprechen. Es wird die Rede eines Unbeirrbaren sein.
Václav Klaus, ein Mann von Prinzipien, hat seinen Weg zu gehen.
Mitarbeit: Jochen Bittner
- Datum 23.07.2009 - 14:44 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 31.12.2008 Nr. 02
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Vaclav Klaus war zwar auch mal tschechischer Premier, jetzt ist er aber Präsident - so sollte es auch in der Bildunterschift stehen.
Sehr geehrte "Ratspräsidentin",
Ihr Hinweis ist absolut richtig; wir bitten den Fehler zu entschuldigen, er ist inzwischen korrigiert.
Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE
Sehr geehrte "Ratspräsidentin",
Ihr Hinweis ist absolut richtig; wir bitten den Fehler zu entschuldigen, er ist inzwischen korrigiert.
Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE
Vaclav Klaus wird es denen, die gewohnt sind mit demokratischen Grundregeln nach belieben zu würfeln, mindestens das Leben schwer machen. Wenn es ihm gelingt, diejenigen um sich zu sammeln, die es mit den Leitideen der europäischen Gemeinschaft wirklich ernst meinen, werden weitere Veto´s wie aus Irland überflüssig werden.
Sehr geehrte "Ratspräsidentin",
Ihr Hinweis ist absolut richtig; wir bitten den Fehler zu entschuldigen, er ist inzwischen korrigiert.
Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE
Ein Politiker, der stur zu seinen Überzeugungen steht -- das ist ein Lichtblick in einer Zeit, in der die Politikerkaste ganz überwiegend aus windelweichen "Pragmatikern" besteht, die alles sagen, was ihnen Wirtschaftslobbyisten und Demoskopen (in dieser Reihenfolge) einflüstern.
Noch besser wäre es, wenn wir Demokratie hätten, in der der Wähler nicht alle seine Überzeugungen, politischen Wünsche, bevorzugten Politiker, Abstrafungen wegen tausendfachen Fehlverhaltens in ein einziges Kreuz bei einer einzigen Partei destillieren müßte, sondern in der er demokratischen Einfluß hat: Das Schweizer System aus Volksabstimmungen für kontroverse politische Themen und Volksvertretern für den Alltag.
Dafür treten allerdings weder die prinzipienlosen Pragmatiker noch die selbstgerechten Sturköpfe unter den Politikern ein.
Was ist ein Fundi der Freiheit?
Ein ' Fundi der Freiheit' zu sein ist wohl die höchste Auszeichnung, die ein Politiker, besonders ein Spitzenpolitiker von einem neutralen Gremium entgegennehmen kann. Ein Fundi-der-Freiheit-Spitzenpolitiker ist ein weißer Elefant unter all den grauen und schmutzigen Elefanten.
Politik ist zu 99 % ein ständiges Machtspiel. Erfolgreiche Politiker sind zu 99 % erfolgreiche Machtspieler. Meistens kommt auch ein blitzgescheiter Politiker nur nach oben, wenn er sich zum Wohle eine Interessengruppe und für seine eigenen Machtziele einsetzt. Im Konfllikt zwischen Sachpolitik (zum Wohle der Gemeinschaft) und den eignen/fremden Machtinteressen entscheidet sich der normale Politiker - wenn er sich unbeobachtet oder unkontrolliert/unüberführbar fühlt - für seine Machtinteressen-Seilschaft und gegen die Gemeinschaft. Das geht kurz- und mittelfristig immer auf Kosten der finanziellen und qualitätitven Freiheit der Dritten, der Ohnmächtigen, der Gemeinschaft. Machtmaximierungspolitik ist tendenziell/immer Freiheitsminimierungspolitik. Langfristig stürzt ein solcher Machtspielerclan immer ab - wenn auch häufig nur symbolisch, wenn sein Image nach seinem Tode gegen NUll geht.
Ein Fundi-der-Freiheit kann Spitzenpolitiker nur werden, wenn er mit einer einzigartige Intelligenz und mit einem sehr seltenen und bewunderswerten Ethos ausgestattet ist - und mit einer wahren, umfassenden und besten Theoie. Das trifft auf den Liberalen Václav Klaus zu.
In meiner Rangliste gibt es wohl nur eine einzige Steigerung - die des Goethepolitikers. Václav Klaus hat das Zeug, auch diesen Rang noch einzunehmen. Was aber ist ein Goethepolitiker? Wer googelt, der findet.
Ein ' Fundi der Freiheit' zu sein ist wohl die höchste Auszeichnung, die ein Politiker, besonders ein Spitzenpolitiker von einem neutralen Gremium entgegennehmen kann. Ein Fundi-der-Freiheit-Spitzenpolitiker ist ein weißer Elefant unter all den grauen und schmutzigen Elefanten.
Politik ist zu 99 % ein ständiges Machtspiel. Erfolgreiche Politiker sind zu 99 % erfolgreiche Machtspieler. Meistens kommt auch ein blitzgescheiter Politiker nur nach oben, wenn er sich zum Wohle eine Interessengruppe und für seine eigenen Machtziele einsetzt. Im Konfllikt zwischen Sachpolitik (zum Wohle der Gemeinschaft) und den eignen/fremden Machtinteressen entscheidet sich der normale Politiker - wenn er sich unbeobachtet oder unkontrolliert/unüberführbar fühlt - für seine Machtinteressen-Seilschaft und gegen die Gemeinschaft. Das geht kurz- und mittelfristig immer auf Kosten der finanziellen und qualitätitven Freiheit der Dritten, der Ohnmächtigen, der Gemeinschaft. Machtmaximierungspolitik ist tendenziell/immer Freiheitsminimierungspolitik. Langfristig stürzt ein solcher Machtspielerclan immer ab - wenn auch häufig nur symbolisch, wenn sein Image nach seinem Tode gegen NUll geht.
Ein Fundi-der-Freiheit kann Spitzenpolitiker nur werden, wenn er mit einer einzigartige Intelligenz und mit einem sehr seltenen und bewunderswerten Ethos ausgestattet ist - und mit einer wahren, umfassenden und besten Theoie. Das trifft auf den Liberalen Václav Klaus zu.
In meiner Rangliste gibt es wohl nur eine einzige Steigerung - die des Goethepolitikers. Václav Klaus hat das Zeug, auch diesen Rang noch einzunehmen. Was aber ist ein Goethepolitiker? Wer googelt, der findet.
Azenion: Klaus ist kein Lichtblick! Der Artikel beschreibt ihn sehr treffend als das was er ist: ein lernunfaehiger, unbelehrbarer Egomane, der sich fuer ein Genie haelt und den Rest der Welt fuer unertraeglich dumm.
Als Premier verbat er sich uebrigens jegliche Einmischung des damaligen Praesidenten Havel. Jetzt, da er selbst Praesident ist, gilt das nicht mehr. Klaus ist derjenige, der die Regeln verbiegt, weil er sie fuer sich ablehnt.
Alle, die ihn jetzt als Euroskeptiker hochjubeln sollten sich vor Augen halten: Klaus steht fuer "Marktwirtschaft ohne Adjektiv".
Die politischen Positionen von V. Klaus lehne ich auch ab, jedoch bin ich schon froh, wenn ein Politiker überhaupt Positionen hat. Wenn das nämlich nicht der Fall ist, kann man wählen was man will, und wird anschließend überrascht, welche Politik tatsächlich ausgeführt wird. Eine vollständige Perversion der Demokratie!
Ist das nicht die Lehre, die vor allem SPD-Wähler seit einigen Jahrzehnten lernen mußten?
Die politischen Positionen von V. Klaus lehne ich auch ab, jedoch bin ich schon froh, wenn ein Politiker überhaupt Positionen hat. Wenn das nämlich nicht der Fall ist, kann man wählen was man will, und wird anschließend überrascht, welche Politik tatsächlich ausgeführt wird. Eine vollständige Perversion der Demokratie!
Ist das nicht die Lehre, die vor allem SPD-Wähler seit einigen Jahrzehnten lernen mußten?
"Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat in seinen sechs Monaten die Finanzkrise zur Chefsache erklärt, im russisch-georgischen Krieg schnell reagiert und gezeigt, dass die EU handlungsfähig sein kann"
Glauben Sie das wirklich?
1. Finanzkrise = Rekord Neu-Verschuldung gegen EU Recht (Maastricht): Wahrlich eine tolle Leistung.
2. Russland - Georgien - Nato: 1A-Handlungen, fast so gut wie im Kosovo - kein Problem gelöst aber neue geschaffen.
3. EU Handlungsfähig? Vielleicht fast so handlungsfähig wie Frankreich in Bezug auf Reformen.
Klaus wird auf seine arrogante Art die naiven Fragen stellen - zur EU, Lisabon vs. Nationales Recht, Maastricht, Machtpolitik und den inter-nationalen Geldflüssen (Subventionen).
Die Fragen kennt man in Brüssel und die Antworten auch. Da hätte ich auch Angst.
auch ich bin die von Industie und anderen Lobbyisten (u.a. Wissenschaftler, natürlich irgendwie gesponsert!) beeinflußte und einseitig geführte Diskussion zum Klimaschutz leid und bewundere hier Herrn Klaus: Wie sagt er u.a. in seinem Buch "Blauer Planet in grünen Fesseln": was sich nicht exakt nachweisen läßt, existiert nicht; somit ist der Mensch auch nicht am Klimawandel schuld. Die Bandbreite möglicher Verursacher einer globalen "natürlichen" Temperaturerhöhung ist gewiß groß; der anthropogene Einfluß wurde nun auch wieder kürzlich in Posen
-meiner Ansicht zu unrecht- sehr hoch bewertet. Immerhin haben Politiker und Medien sich mittlerweile einen sprachlich unsinnigen Begriff "Bekämpfung des Klimawandels" abgewöhnt. Sehr lesenswerte Bücher zum Thema Klimawandel und verfehlte Politik aus jüngster Zeit: Horst-Joachim Lüdecke "Co2 und Klimaschutz - Fakten, Irrtümer, Politik" sowie -etwas aggressiv- Hans-Werner Sinn "Das Grüne Paradoxon".
Es wird ein sehr interessantes halbes Jahr, wenn Herr Klaus die Ratspräsidentschaft innerhalb der EU übernimmt. Ich bin gespannt, wie z.B. das Thema Glühlampen Verbot weiter behandelt werden wird. Erst kürzlich (11.12.08) war in der ZEIT unter dem Titel SCHLECHT WETTER MACHEN für mich nicht unerwartet geschrieben worden "der Strom für Beleuchtung macht im Energieverbrauch privater Haushalte gerade mal 1,7 Prozent aus". Also: wer steckt hinter dem Glühlampen Verbot? Sie dürfen raten.
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