Spielen Schach
Sie hat schon an mehr Fotositzungen teilgenommen als alle anderen Schachspielerinnen zusammen, sie hat Luxusgüter beworben und in einem Film mitgespielt, sie ist auch Botschafterin für verschiedene wohltätige Zwecke. Über tausend Artikel in mehr als zwanzig Sprachen sind über sie erschienen, in politischen Presseorganen wie Time, Newsweek, Stampa, Figaro und ZEIT ebenso wie in Modezeitschriften wie Vogue, Marie Claire und Elle Girl – teilweise auf der Titelseite. Ihre Homepage www.kosteniuk.com wird täglich einige Tausend Male angeklickt. In gewisser Weise sind ihre Leistungen auf anderen Gebieten besser dokumentiert als ihre schachlichen Errungenschaften.
Doch Alexandra Kosteniuks erste Leidenschaft ist und bleibt Schach, gerade wurde sie Schachweltmeisterin bei den Frauen. Besonders stolz ist die 24-jährige Mutter einer kleinen Tochter darauf, dass sie die chinesische Hegemonie im Frauenschach beendet und die Schachkrone zurück nach Russland gebracht hat. Im Finale setzte sie sich gegen die erst 14-jährige Chinesin Hou Yifan durch: Ihre Reife schlug den Ansturm des Wunderkinds souverän zurück. In der entscheidenden Partie überspielte sie Hou Yifan strategisch nach allen Regeln der Kunst, um schließlich diese leckere Stellung, die nach einem kombinatorischen Schlag schreit, auf dem Brett zu haben. Wie brach Alexandra als Schwarze den weißen Verteidigungsgürtel gewaltsam auf, wobei ihr »trojanischer« Freibauer d2, den sie geschickt ins weiße Lager geschmuggelt hatte, eine entscheidende Rolle spielte?
Helmut Pfleger
Lösung aus Nr. 1:
Mit welch verstecktem Opferschlag gewann Schwarz? Nach dem Springeropfer
1…Sg3+!
gab Weiß schon auf.
2.Dxg3 Txb1
wäre hoffnungslos, doch
2.hxg3
wäre mit dem prächtigen Rück- wärtsschwenk
2…Ta8!
beantwortet worden, worauf das Turmmatt auf h8 nicht mehr zu vereiteln ist
- Datum 31.12.2008 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 31.12.2008 Nr. 02
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