Viagra für den Sieg
worte der woche
»Es gibt Zeiten der Ruhe und Zeiten des Kampfes – jetzt ist die Zeit zum Kämpfen gekommen.«
Ehud Barak, israelischer Verteidigungsminister, zum israelischen Angriff auf den Gaza-Streifen
»Die Bundeskanzlerin legt Wert darauf, dass bei der Beurteilung der Situation Ursache und Wirkung nicht vertauscht werden.«
Thomas Steg, Vizeregierungssprecher, über die Schuld von Hamas an der Eskalation im Gaza-Streifen
»Wir haben akzeptiert, dass wir Krebs haben. Und wir werden das heilen.«
Asif Ali Zardari, pakistanischer Präsident, in einem Aufruf zum Kampf gegen den Terrorismus ein Jahr nach dem Mord an seiner Frau Benasir Bhutto
»Auf diese Weise lebt er gegen die Wahrheit und den Geist des Herrn.«
Papst Benedikt XVI. in seiner Weihnachtsansprache über Homosexuelle und Transsexuelle
»Wir brauchen Anstand, Bescheidenheit und Maß.«
Horst Köhler, Bundespräsident, in seiner Ansprache zu den Feiertagen über Rezepte zur Bewältigung der Finanzkrise
»Es ist fast eine Vergewaltigung, ständig fotografiert zu werden.«
Carla Bruni, Première Dame Frankreichs, über ihr Leben mit den Kameras
»Ich bin die Hübscheste! Ihr seid alle hässlich! Nur meinetwegen sind diese Gringos hier!«
Claudina, bolivianische Ringkämpferin in La Paz, beim traditionellen Wettkampf zwischen in Trachten gekleideten Frauen
Zeitspiegel
Ob der Krieg in Afghanistan noch zu gewinnen ist, darüber herrscht viel Streit. Unbestritten ist, dass man neue Wege gehen muss, wenn man das Blatt noch wenden will. Nun hat die CIA eine innovative Idee entwickelt. Der US-Geheimdienst lässt nach Angaben der Washington Post unter afghanischen Männern Viagra verteilen. »Der Trick besteht darin«, sagt ein ehemaliger CIA-Beamter, »etwas zu finden, das die persönlichen Bedürfnisse des Informanten befriedigt, ihn an dich bindet und keinerlei Spuren hinterlässt.« Die ersten Pillen sollen bereits mit großem Erfolg an Stammesältere verteilt worden sein.
Wer mitunter die Folgen der künstlich erhöhten Potenz zum Zwecke der Aufstandsbekämpfung zu spüren bekommen könnte, zeigt das hier abgebildete Hochzeitsbild aus Afghanistan. Der 40 Jahre alte Bräutigam Mohammed und seine 11-jährige Braut Ghulam sind darauf zu sehen. »Wir brauchen das Geld«, so begründeten die Eltern Ghulams die Verheiratung ihres Kindes. Die amerikanische Fotografin Stephanie Sinclair gewann 2007 mit diesem Foto den Unicef-Preis für das Foto des Jahres. Es erinnert uns auch daran, dass der Westen seinen Militäreinsatz in Afghanistan unter anderem mit den Menschenrechten begründete, insbesondere mit den Rechten der Frauen. UL
- Datum
- Quelle DIE ZEIT, 31.12.2008 Nr. 02
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