»Same same but different«

So beschreiben Einheimische in Thailand ihre Sehenswürdigkeiten. Und bringen damit eine Art von Tourismus auf den Punkt, die der Reiseführer »Lonely Planet« schuf. Ein Fotoessay von Jörg Brüggemann

Vor etwa 40 Jahren führten Selbsterfahrungstrips die ersten Hippies nach Asien. Schon ein paar Jahre später, 1973, erschien das erste Buch des australischen Verlags Lonely Planet: Across Asia on the Cheap (»Billig durch Asien«). Es wurde bald darauf zum Symbol für Entdeckerfreude am anderen Ende der Welt.

Die Pionierzeiten sind längst vorbei, die Gesamtauflage der Lonely-Planet-Bücher liegt inzwischen bei 55 Millionen. Und so sieht es an den Stätten der einstigen Geheimtipps auch aus. Der Abenteurer mit seinem Reiseführer im Rucksack verliert sich heute in Strömen sogenannter Backpacker. Alle nehmen denselben Touristenbus; am Ziel angekommen, steigen alle im selben Hostel ab.

»Thailand«, sagt der Fotograf Jörg Brüggemann, »ist heute wie Mallorca.« Dreieinhalb Monate lang ist der 29-Jährige den Backpackern auf ihren Lonely-Planet-Routen hinterhergereist – jungen Leuten, meist Anfang 20, aus England, Deutschland, Italien, Frankreich, Australien. Einige sind auf der Suche nach Freiheit, andere suchen sich selbst. Die meisten wollen Spaß und Partys. Brüggemann hat sie in Indien, Thailand und Laos fotografiert, am Strand, beim Warten auf eine Fähre, im Bus. In Situationen also, in denen sie nicht dem Fremden, sondern einander begegneten. »Das Backpacken«, sagt Brüggemann, »ist zu einer Art Jugendbewegung geworden. In manchen Ländern gehört es schon zum guten Ton, mindestens einmal mit dem Rucksack um die Welt zu reisen.«

Seinen Fotoessay hat er same same but different genannt. Das ist in Thailand eine beliebte Antwort der Einheimischen, wenn sie nach einer Sehenswürdigkeit gefragt werden: Irgendwie alles gleich, aber doch anders. Der Spruch ist unter Rucksacktouristen zum Running Gag geworden.Christine Meffert

Dieser Tempel in Vashisht in Indien bietet Gemeinschaftsbäder an, manchmal sogar warmes WasserEin Billigflug zur »Dritten Bar« am Nam Song River in Vang Vieng, Laos (oben)Ein Bierchen im Rettungsring an der »Ersten Bar« am Nam Song River in Laos (unten)

»Same same«, immer gleich, sind die Attraktionen auch bei dieser Party in Ko Pha-Ngan in ThailandDie Pensionen im Nubra-Tal in Indien sind preiswert und gut ausgeschildert (oben)Den »Lonely Planet India«-Reiseführer immer fest im Griff: Im Paharganj-Viertel in Delhi (oben)Die Bars in Ko Pha-Ngan liegen laut »Lonely Planet Thailand« in »Torkelentfernung nebeneinander«In Pak Beng, Laos: Wenn der Rucksack mal zu schwer wird, helfen einheimische Kinder gern weiter (oben)In Hat Rin, warnt »Lonely Planet Thailand«,

ist »die Auswahl an Verhütungsmitteln begrenzt«Pendler zwischen den Welten im Bus von Hospet nach Hampi Bazaar in IndienIm indischen Nubra-Tal (oben) sollen wilde Kamele leben. Zahme Kamele kann man mieten

 
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