Die Drehscheibe
Unter der Führung von Wilhelm Bender hat sich das Unternehmen Fraport weg von der reinen Flugabwicklung zu einem Mischkonzern entwickelt, dessen Wachstumstreiber neben der Expansion ins Ausland das Einzelhandelsgeschäft in den Abflughallen ist. Beteiligungen an 13 Flughäfen, unter anderem an Frankfurt-Hahn, am türkischen Antalya und am chinesischen Xi’an, hat Bender in seiner Amtszeit eingefädelt. Die rund 30000 Beschäftigten erwirtschafteten 2007 einen Umsatz von rund 2,3 Milliarden Euro. Hauptaktionäre sind sieben Jahre nach dem Börsengang das Land Hessen (rund 30 Prozent), die Stadtwerke Frankfurt (20 Prozent), die Privatbank Julius Bär (10 Prozent) sowie die Lufthansa (10 Prozent). Der Heimatflughafen Frankfurt zählt zu den zehn größten der Welt, Fraport selbst nennt sich mit mehr als 70000 Arbeitsplätzen am Flughafen »die größte lokale Arbeitsstätte Deutschlands«. Im Jahr 2007 stiegen dort über 54 Millionen Passagiere ein oder aus. Allerdings legten die Passagierzahlen in den vergangenen Jahren deutlich langsamer zu als bei der Konkurrenz – etwa in Atlanta, Paris oder Peking. Dies ist den ausgereizten Kapazitäten geschuldet, und deshalb fordert der Konzern seit Jahren den Bau einer neuen Landebahn im Nordwesten des Flughafens. Die gesamten Investitionen dafür schätzt Fraport auf rund vier Milliarden Euro. Der vor allem von Umweltschützern scharf kritisierte Ausbau soll in diesen Tagen beginnen. TAT
- Datum 08.01.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 08.01.2009 Nr. 03
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren