Fehdeschuh
Heute: 3.1.2008
Unter den Schuhen ist der Schmutz. Der Staub der Straßen, Dreck und Kot, alles, worauf wir herumtreten, wenn wir durchs Leben gehen. Deshalb gilt den Muslimen der Schuh als unrein. Seit George W. Bush zum Abschied in Bagdad zwei Schuhe vom Fuße eines Journalisten um die Ohren flogen, als Ausdruck tiefster Verachtung, ist der Schuh auch im Westen als Symbol der Schmähung angekommen. Erst nur auf Fernsehbildern, zuletzt auch ganz real, wie hier in London, vor dem Amtssitz des britischen Premierministers Gordon Brown, dem Demonstranten bei einer antiisraelischen Kundgebung den Fehdeschuh gleich hundertfach hingeworfen haben. Was uns noch vor Wochen wie das Happening eines Aktionskünstlers erschienen wäre, ist plötzlich eine politische Demonstration. Und ein drastischer Beleg, wie Symbole um die Welt wandern. wfg
- Datum 08.01.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 08.01.2009 Nr. 03
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren