Schule Ethik oder Religion?
In Berlin tobt ein Streit um die Vermittlung von Werten in der Schule. Heinrich Wefing fordert ein Pflichtfach Religion: Sonst verkommt der Unterricht zur unverbindlichen »Gott-AG« am Nachmittag
Der Name ist geschickt gewählt, den sich die Berliner Gegner des Religionsunterrichts gegeben haben: Pro Ethik. Aber er suggeriert eine falsche Alternative. Niemand, nicht einmal die glühendsten Kirchenvertreter, wollen den Ethikunterricht in Berlins Schulen abschaffen. Sie wehren sich lediglich dagegen, dass der Religionsunterricht zum unverbindlichen Zusatzangebot verkommt, zur »Gott-AG« am Nachmittag, erteilt parallel zu Jazzdance. Ebendas aber ist die Konsequenz der geltenden Regelung – und auch das Ziel vieler im Ethiklager, in dem sich allerlei antiklerikale Strömungen aus West- und Ostberlin versammelt haben. Die Initiative hieße besser »Contra Reli«.
Die Befürworter des Religionsunterrichts hingegen fordern lediglich, was einer liberalen Gesellschaft allemal gut ansteht: Wahlfreiheit für Schüler und Eltern. Jeder soll individuell entscheiden können, ob er am Ethikunterricht teilnimmt oder an einem konfessionell gegliederten Religionsunterricht. Beides in der Hauptunterrichtszeit, mit Zensuren und Zeugnisrelevanz. Freiheit oder staatliche Bevormundung?, das ist, zugespitzt, die Frage.
Dabei geht es nicht um den Wunsch nach möglichst vielen Angeboten für die Kleinen, denen neben Computerkenntnissen und Chinesisch auch noch ein wenig spirituelles Rüstzeug für die globalisierte Welt mitgegeben werden soll. Es geht darum, auf die großen Fragen nach Gott, nach dem Woher und Wohin, die alle Kinder irgendwann stellen, authentische Antworten zu bieten. Antworten von Lehrern, die sich mit ihrem Bekenntnis identifizieren und die Schüler mit der Geschichte der Religionen vertraut machen können, mit ihren Glaubensinhalten, mit ihren Differenzen und mit der prägenden Kraft der Religionen für die Kultur.
Tatsächlich kann ein anspruchsvoller Religionsunterricht die Welt weit jenseits von Kirche und Gemeinde erschließen. Er öffnet die Augen für Literatur und Philosophie, für Architektur und Musik. Wer die Bibel nicht kennt, sieht auf dem Abendmahl von Leonardo da Vinci nur ein paar langhaarige Männer in eigentümlichen Gewändern. Wer nie etwas von Religion gehört hat, wird nichts von der Geschichte Europas begreifen, nichts von den Kreuzzügen, von Investiturstreit und Dreißigjährigem Krieg, nichts von Aufklärung. Die Herausbildung des säkularen Staates, das jahrhundertelange Ringen um Gerechtigkeit und Menschenrechte – all das ist ohne die jüdischen und christlichen Traditionen des Abendlandes gar nicht zu denken. Wer nichts von Religion weiß, geht blind durch die Welt, abgeschnitten von den Wurzeln unserer Kultur.
Nun behaupten aber die Befürworter des Ethikunterrichts, in einer kulturell zusehends zerklüfteten Gesellschaft gelte das nicht mehr. In teils kaum verhüllter Islamfeindschaft warnen sie vor dem Trennenden der Religionen und fordern, in der Schule müssten verbindliche Werte, interkulturelle Kompetenz und wechselseitiger Respekt vermittelt werden. Schon richtig. Aber es wäre eine erbärmliche Schule, in der das einzig in einem Fach »Ethik« geschähe. Dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind, dass die Menschenrechte für alle gelten, dass sogenannte Ehrenmorde feige Verbrechen sind – das muss die Schule in jedem Fach und in jeder Minute klarmachen. In Deutsch und Geschichte, auf dem Pausenhof und während der Klassenfahrt. Und, natürlich, im Religionsunterricht.
Vor allem aber ist die Prämisse falsch, ein Religionsunterricht, der getrennt nach Bekenntnissen erteilt wird, schade der Integration der in Deutschland lebenden Muslime. Im Gegenteil. Nicht der Glaube an Gott bedroht ja den Zusammenhalt der Gesellschaft – gefährlich ist nur religiöser Fanatismus, konkret derzeit: der islamische Fundamentalismus. Der aber gedeiht am Rand, in Hinterhofmoscheen und an Koranschulen, wo Import-Imame predigen, denen die moderne westliche Gesellschaft fremd ist.
Ein regulärer Islamunterricht an staatlichen Schulen hingegen würde die Beschäftigung mit dem Koran herausholen aus diesem Milieu der Abgekapselten, das auch vielen gemäßigten Muslimen suspekt ist. Und er würde den Staat zwingen, an deutschen Hochschulen die Ausbildung von islamischen Religionslehrern zu organisieren. Auf wissenschaftlicher Grundlage, in deutscher Sprache, im Einklang mit dem Grundgesetz.
Das sei staatlicher Paternalismus? Unsinn: Es wäre ein eindrucksvolles Symbol für die Ankunft des Islams in der Mitte der Gesellschaft. So wie heute Moscheen, auch große, gleichberechtigt neben Kirchen und Synagogen in unseren Städten stehen, so gehört auch ein staatlich beaufsichtigter Islamunterricht an unsere Schulen.
Davon profitiert eben auch der säkulare Staat selbst. Denn der lebt, wie es der Verfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde formuliert hat, von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Er ist angewiesen auf die Sinnstiftung durch vorstaatliche Institutionen. Wie die Kirchen, gleich welcher Konfession. Auch deshalb sind Staat und Kirche in Deutschland nicht laizistisch getrennt wie in Frankreich. Sie stehen einander nicht misstrauisch gegenüber, sondern in wohlwollender Halbdistanz. Der Staat schützt die Freiheit, nichts zu glauben, genauso wie die Rechte der Gläubigen. Dazu gehört, dass das Grundgesetz den Religionsunterricht an staatlichen Schulen den Kirchen überlässt, »als ordentliches Lehrfach«, wie es in der Verfassung ausdrücklich heißt.
Diese Normalität auch in Berlin herzustellen, das ist das Ziel. Nicht als Selbstzweck, sondern weil der Religionsunterricht mindestens drei Werte stärkt: Freiheit, Bildung, Integration.
- Datum 08.01.2009 - 11:38 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 08.01.2009 Nr. 03
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Die 'Normalität', die Heinrich Wefing außerhab von Berlin zu sehen glaubt, bedeutet, daß 20% bis 50% der Schüler einen Weltanschuungsunterricht besuchen müssen, der nichts mit Glauben der Eltern zu hat. Mit Zensuren und Zeugnisrelevanz.
Dagegen spiegelt das Berliner Modell mit seiner Wahlmöglichkeiten wie Jazzdance statt Religionsunterricht die Situation der säkularen Gesellschaft wider.
Für die frühere Staatskirchen war dieser Zustand seit '45, seit diese liberale Regelung geschaffen wurde, unerträglich. Seit Jahrzehnten kämpften sie dagegen an. U.a. mit der Forderung nach einem Wahlpflichtfach Ethik.
Als dann Ethik h eingeführt wurde, war man aber nicht zufrieden, weil es plötzlich auch die eigenen jungen Gemeindemitglieder besuchen mußten. Ethik war ja schließlich nur für die vorgesehen, die lieber zum Jazzdance oder zur Mathe-AG gingen -wohl als Strafe.
Wirklich lustig ist aber These, man könne den 30jährigen Krieg nicht ohne vorher genossenen Religionsunterricht begreifen. Kann ja sein, daß man Konflikte erst versteht, wenn man sich auf das theologische Weltbild einer der Konfliktparteien einläßt. Nur dann stehen die Chancen eines durchschnittlichen Mitteleuropäers ohne jüdischen, muslimischen oder orthodoxen Religionsunterricht schlecht, den Gaza-Krieg oder den Gasstreit zu verstehen.
Der Artikel strotzt von (unfreiwilliger hoffe ich doch) Demagogie.
Nicht die "Pro Ethik"-Verfechter suggerieren etwas Falsches, sondern die "Pro Reli"-Vertreter mit ihrer Kampagne "Freie Wahl" - hier besteht die Freiheit darin, allgemeinverbindliche Ethik abzuwählen und sein eigenes religiöses/ideologisches Süppchen ungestört zu löffeln.
Der Autor wettert, daß "Religionsunterricht .. zum unverbindlichen Zusatzangebot" verkomme (schon dieser Ausdruck ist verräterisch). Verbindlicher Religionsunterricht und fünfmal gemeinsam beten in sittlicher Kleidung - dies ist das Gebot der Stunde, fördert persönliche Reife und bringt Deutschland vorran!
Religion (auch der Nichtglaube) ist Privatsache und soll es auch bleiben!
Der Anachronismus des ordentlichen Unterrichtsfachs Religion ist eine staatliche Bevormundung und kein Ausdruck von Freiheit. Es wird Zeit, dieses Relikt aus Urgroßvaters Zeit aus dem Grundgesetz zu streichen.
Der Grundsatz der Gleichbehandlung aller Schüler und Religionen verlangt die Beseitigung des Religionsunterrichts.
Wissen um Geschichte - dazu bedarf es keines Religionsunterrichts. Im Gegenteil, von Theologen ist kein objektives Geschichtsbild zu erwarten.
Aber im Schlußsatz zeigt der Autor Humor: "der Religionsunterricht ... stärkt Freiheit, Bildung, Integration".
Belieben Sie zu scherzen? Leben Sie im Kloster oder in einer heil gedachten Retrowelt? Mit dem realen Leben hat diese Aussage nichts zu tun.
Maxim Graf
Mein Lieber Dr. Wefing,
seit zwei Jahren nun beobachte ich freundschaftlich Ihren Gang. Erst bei der FAZ hier in Berlin und dann in der alten Heimat in der Politik bei der ZEIT. Ich muss gestehen, Ihre Texte haben mich oft begeistert und nicht selten habe ich gelacht. Aber nun dies. Eine simple und schonungslose Polemik. So ein Urgestein, das den Schreiber in seiner Art zurück versetzt, ihn ein tumbes und erschreckendes Gewand überwirft. Man will ihm eine Kerze reichen, auf dass er sehe. Doch die Angst ist zu groß, dass einem diese urzeitliche Keule trifft.
Genug der schönen Worte, die Tragik ist zu groß.
Was soll ich mehr sehen als ein paar langhaarige Männer auf dem Abendmahl von Leonardo Da Vinci? Vergessen Sie nicht, in der Hoffnung Sie haben einen unfreiwilligen Unterricht genossen, dass der Menschen in der Mitte als wahrer Mensch und wahrer Gott angesehen wird. Die Sicht ihn als langhaarigen Mann zu sehen, ist wahr, legitim und ganz.
Was soll mir die Geschichte Europas mehr sagen, als dass die Barbaren nach dem Fall des römischen Imperiums auf die Infrastruktur der bestehenden Tempel zurückgriffen. Es war das einzige, was noch übrig war. Das Heilige war für die Barbaren ein Tabu, ob nun Herr, Apoll oder Baal. Der fortschrittliche Geist, wie ihn zur Zeitenwende Ausgustin gepredigt hat, wurde allein von den Mönchen der Kirche selbst verschüttet. Hätte er sich durchgesetzt, hätten sie die eigene Rechtfertigung zur Heiligkeit verloren. Erst 1000 Jahre später hat ein kleines Mönchlein diesen wieder zur Sprache gebracht.
Der Investiturstreit, war ein Streit um Land und in keiner Weise um den Glauben. So die Reformation und der Dreißigjährige Krieg. Auch in den Kreuzzügen hieß es: Heil gibt es für Land und Land macht heil.
Sie sehen und ich lege es Ihnen nahe, ohne religiöse Verblendung sind all diese Menschen und Taten nichts Wunderlicheres als die nächtliche Ruhestörung von nebenan.
Ihrer Linie zu folgen, hieße die letzte Ihrer Heldengeschichten, die Aufklärung, zu Grabe zu tragen. Denn sehen Sie es doch wie einer ihrer höchster Streiter Gotthold Ephraim Lessing. Versammeln sich nicht am Ende, vom Schicksal gezwungen, alle Religionen und Heiden in einem Raum?
Warum sollten wir unseren Berliner Kindern heute sagen: "Renn gegen die Wand obwohl die Tür weit offen steht."
Ihnen scheint der konfessionelle Unterricht gefallen zu haben. Denn nur wer damals aufgepasst hat, kann heute so gezielt und konsequent daneben liegen.
Mit besten Grüßen
Alexander Feig
Wenn Sie auf dem Bild "das letzten Abendmahl" wirklich nur langhaarige Männer sehen, sind Sie das beste Beispiel, dass Ihnen eine gewisse "religiöse" Bildung gar nicht geschadet hätte, aber ich nehme jetzt mal an, Sie wissen sehr wohl, um wen es sich bei diesem Bild handelt. Darum wissen Sie ja auch ganz genau, dass es sich bei weitem nicht nur um einen langhaarigen Mann handelt, denn immerhin ist er der Begründer der größten Religion, die es auf der Welt gibt. Womit wir schon bei der Geschichtsschreibung sind. Auch hier haben Sie eine etwas verkürzte Sicht der Dingen geschrieben (wahrscheinlich auch bei besserem Wissen). Das Christentum entstand schon während des Römischen Imperiums und wurde dann auch durch einen römischen Kaiser zur "Staatsreligion". Ich will Sie jetzt nicht weiter mit überflüßigen Belehrungen langweiligen, denn ich bin überzeugt, Sie wissen ganz genau, dass es so ist, und haben sich nur einer ein wenig sarkatischen und polemischen Sprache bedient.
Ich verstehe nicht warum es diese Aufregung gibt. Es soll doch nur eine Wahlfreiheit zwischen dem Ethikunterricht und dem Religionsunterricht geben. Na und? Wenn man die Bergpredigt liest kommt man nicht drumherum, diese als ethischen Meilenstein zu bezeichnen, auch wenn Sie nach wie vor zu wenig umgesetzt wird. Außerdem wem schadet religiöse Vorbildung? Die gesamt Kultur in Europa ist maßgeblich von der Religion, ob nun im Guten oder im Schlechten geprägt. Geschichte, Kunst, Musik, Traditionen und auch die Ethik sind geprägt von der christlichen Religion. Sogar als Atheist sollte man zumindest ein Grundwissen von der christlichen Religion besitzen und natürlich auch von allen anderen Religionen und damit stimme ich sogar mit dem Atheisten Richard Dawkins überein (nachzulesen unter "Der Gotteswahn unter dem Kapitel: Der Religionsunterricht als Teil der literarischen Kultur). Egal wie man zur Religion stehen mag eines bleibt. Sie hat Europa nachhaltig beeinflusst und tut dies nach wie vor, also warum den Religionsunterricht abschaffen?
"Besser eine handvoll Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind"
Wenn Sie auf dem Bild "das letzten Abendmahl" wirklich nur langhaarige Männer sehen, sind Sie das beste Beispiel, dass Ihnen eine gewisse "religiöse" Bildung gar nicht geschadet hätte, aber ich nehme jetzt mal an, Sie wissen sehr wohl, um wen es sich bei diesem Bild handelt. Darum wissen Sie ja auch ganz genau, dass es sich bei weitem nicht nur um einen langhaarigen Mann handelt, denn immerhin ist er der Begründer der größten Religion, die es auf der Welt gibt. Womit wir schon bei der Geschichtsschreibung sind. Auch hier haben Sie eine etwas verkürzte Sicht der Dingen geschrieben (wahrscheinlich auch bei besserem Wissen). Das Christentum entstand schon während des Römischen Imperiums und wurde dann auch durch einen römischen Kaiser zur "Staatsreligion". Ich will Sie jetzt nicht weiter mit überflüßigen Belehrungen langweiligen, denn ich bin überzeugt, Sie wissen ganz genau, dass es so ist, und haben sich nur einer ein wenig sarkatischen und polemischen Sprache bedient.
Ich verstehe nicht warum es diese Aufregung gibt. Es soll doch nur eine Wahlfreiheit zwischen dem Ethikunterricht und dem Religionsunterricht geben. Na und? Wenn man die Bergpredigt liest kommt man nicht drumherum, diese als ethischen Meilenstein zu bezeichnen, auch wenn Sie nach wie vor zu wenig umgesetzt wird. Außerdem wem schadet religiöse Vorbildung? Die gesamt Kultur in Europa ist maßgeblich von der Religion, ob nun im Guten oder im Schlechten geprägt. Geschichte, Kunst, Musik, Traditionen und auch die Ethik sind geprägt von der christlichen Religion. Sogar als Atheist sollte man zumindest ein Grundwissen von der christlichen Religion besitzen und natürlich auch von allen anderen Religionen und damit stimme ich sogar mit dem Atheisten Richard Dawkins überein (nachzulesen unter "Der Gotteswahn unter dem Kapitel: Der Religionsunterricht als Teil der literarischen Kultur). Egal wie man zur Religion stehen mag eines bleibt. Sie hat Europa nachhaltig beeinflusst und tut dies nach wie vor, also warum den Religionsunterricht abschaffen?
"Besser eine handvoll Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind"
Wieso soll man zwischen Ethik und Religion wählen? Sie schließen sich nicht aus, unter Ethik kann man alle Schüler unterschiedlicher Religionen unterbringen und sie miteinander diskutieren lassen. Dann hat man ein Blick über den Tellerrand, man weiss mehr als über die eigene Religion oder über die eigenen Auffassungen (auch wenn man Atheist ist). Und die Religion kann als Ausgleich für die Ethik dienes, ist partikulärer und die Schüler können ihre Religion besser kennenlernen. Wenn sie die Schule verlassen, wird doch nicht kontrolliert ob die Schüler regelmäßig beten gehen... Mit Ethik und Religion als normale Fächer in der Schule kann eine Basis geschaffen werden und die Schüler entscheiden selber was ihnen mehr am Herzen liegt, Religion oder Ethik oder beides. Die ganze Diskussion darüber, dass man zwischen Ethik und Religion wählen muss, ist sinnlos.
Wenn Sie auf dem Bild "das letzten Abendmahl" wirklich nur langhaarige Männer sehen, sind Sie das beste Beispiel, dass Ihnen eine gewisse "religiöse" Bildung gar nicht geschadet hätte, aber ich nehme jetzt mal an, Sie wissen sehr wohl, um wen es sich bei diesem Bild handelt. Darum wissen Sie ja auch ganz genau, dass es sich bei weitem nicht nur um einen langhaarigen Mann handelt, denn immerhin ist er der Begründer der größten Religion, die es auf der Welt gibt. Womit wir schon bei der Geschichtsschreibung sind. Auch hier haben Sie eine etwas verkürzte Sicht der Dingen geschrieben (wahrscheinlich auch bei besserem Wissen). Das Christentum entstand schon während des Römischen Imperiums und wurde dann auch durch einen römischen Kaiser zur "Staatsreligion". Ich will Sie jetzt nicht weiter mit überflüßigen Belehrungen langweiligen, denn ich bin überzeugt, Sie wissen ganz genau, dass es so ist, und haben sich nur einer ein wenig sarkatischen und polemischen Sprache bedient.
Ich verstehe nicht warum es diese Aufregung gibt. Es soll doch nur eine Wahlfreiheit zwischen dem Ethikunterricht und dem Religionsunterricht geben. Na und? Wenn man die Bergpredigt liest kommt man nicht drumherum, diese als ethischen Meilenstein zu bezeichnen, auch wenn Sie nach wie vor zu wenig umgesetzt wird. Außerdem wem schadet religiöse Vorbildung? Die gesamt Kultur in Europa ist maßgeblich von der Religion, ob nun im Guten oder im Schlechten geprägt. Geschichte, Kunst, Musik, Traditionen und auch die Ethik sind geprägt von der christlichen Religion. Sogar als Atheist sollte man zumindest ein Grundwissen von der christlichen Religion besitzen und natürlich auch von allen anderen Religionen und damit stimme ich sogar mit dem Atheisten Richard Dawkins überein (nachzulesen unter "Der Gotteswahn unter dem Kapitel: Der Religionsunterricht als Teil der literarischen Kultur). Egal wie man zur Religion stehen mag eines bleibt. Sie hat Europa nachhaltig beeinflusst und tut dies nach wie vor, also warum den Religionsunterricht abschaffen?
"Besser eine handvoll Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind"
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