DIE ZEIT: Herr Berger, sind Sie ein Gangsta-Rapper?

KLAUS PETER BERGER: Nein, ich bin Jurist.

ZEIT: Richtig. Gangsta-Rapper würden auch kaum einen 10-Strophen-Rap über den Paragrafen 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches rausbringen. Sie schon.

BERGER: Den habe ich mir ausgedacht, damit meine Studenten besser behalten können, was drinsteht. Paragraf 823 BGB ist ein sehr wichtiger Paragraf. Außerdem wollte ich ein Beispiel für kreative Lernmethoden geben. Ich sage meinen Studenten immer, damit sie die ungeheure Stofffülle in den Rechtswissenschaften bewältigen, sollen sie auch die linke Gehirnhälfte benutzen. Kreativ lernen, assoziativ, mit Emotionen und Musik.

ZEIT: Geben Sie doch mal eine Kostprobe.

BERGER: Ich zitiere die ersten drei Strophen (beginnt zu rappen): 823 ist ein leichter Paragraph, ich kenne die Voraussetzungen alle schon im Schlaf. Eigentum, Gesundheit, ein absolutes Recht, wer das verletzt, dem geht es wirklich schlecht. Die Vorschrift betrifft noch weitaus mehr, auch Sport, Reise, Jagd und Straßenverkehr.

ZEIT: Sehr gut, wirklich.