Roland Koch Der wilde Schwarze

Roland Koch, geboren am 24. März 1958, wuchs in Eschborn in der Nähe von Frankfurt am Main auf. Sein Vater Karl-Heinz Koch war Rechtsanwalt und wurde später unter dem CDU-Ministerpräsidenten Walter Wallmann für vier Jahre Justizminister von Hessen. Schon als Gymnasiast trat Roland Koch in die Junge Union ein. Nach dem Jurastudium gründete er eine Anwaltskanzlei mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsrecht.

Im April 1987 wurde Roland Koch in den hessischen Landtag gewählt, 1993 wurde er Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. Bundesweit tat sich Koch, ein Verehrer des damaligen Kanzlers Kohl, als Chef der »jungen Wilden« aus der CDU-Nachrückergeneration mit der Forderung hervor, den mit der Steuerreform offenbar überforderten Bundesfinanzminister Theo Waigel auszuwechseln. Koch trat damals entschieden für eine generelle Besteuerung von Gewinnen aus Aktien- und Immobiliengeschäften ein. Im Juli 1998 wurde Roland Koch Spitzenkandidat der hessischen CDU, die bei der Landtagswahl 1999 stärkste Partei wurde. Roland Koch, der diese Wahl vor allem dank seiner Unterschriftenkampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft gewonnen hatte, war damit als jüngster Chef einer deutschen Landesregierung Ministerpräsident von Hessen.

Unter Druck geriet Koch im Verlauf der 2000 bekannt gewordenen Schwarzgeldaffäre der hessischen CDU. Gelder unbekannter Herkunft in Millionenhöhe waren auf schwarzen Konten im Ausland untergebracht worden und, als »jüdische Vermächtnisse« getarnt, wieder in die Parteikasse zurückgeflossen. Der Skandal kontaminiert Kochs Image bis heute, weil er, der stets betont hatte, nichts von den Transaktionen geahnt zu haben, später einräumen musste, doch von der Existenz der Konten gewusst zu haben. Außerdem war auch Kochs eigener Wahlkampf durch die Schwarzgelder mitfinanziert worden.

 
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