das Wetter

30 Sekunden für

Saudi-Arabien ist ein ferner Wüstenstaat, über den man nicht besonders viel weiß, außer dass es dort, wie in Wüstenstaaten allgemein üblich, normalerweise recht heiß ist. Nun aber hat das arktische Wetter auch das Morgenland fest im Griff. Neulich hat dort ein Mann, zitternd vor Kälte, ein Krankenhaus aufgesucht, weil die Temperaturen des Nachts auf zehn Grad gefallen waren. Zehn Grad plus, versteht sich.

Das sind Werte, über die sie im Erzgebirge lachen, wo minus 20 Grad dieser Tage erlebbar sind. Und doch zeigen beide Regionen nur, wie kalt es auf der ganzen Welt geworden ist. Fast scheint das Wetter die Wirtschaftskrise nachzuspielen, wobei sich, wie in jeder Krise, nun auch im Frost unerwartete Chancen auftun. Wer hätte je zu träumen gewagt, dass die Arabische Halbinsel einmal ernsthaft als Exportmarkt für deutsche Heizungen infrage käme? Vielleicht lässt sich demnächst sogar der geschnitzte Holznippes, made im Erzgebirge, dorthin verschiffen, und sei es, um sie zu verfeuern. Wie schon eine uralte Bauernregel prophezeit: »Eis und Schnee im Januar künden ein gesegnet Jahr.« Und bis dahin ziehen wir uns warm an. Marcus Rohwetter

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    • Quelle DIE ZEIT, 08.01.2009 Nr. 03
    • Versenden E-Mail verschicken
    • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
    • Artikel Drucken Druckversion | PDF
    • Schlagworte Wetter | Erzgebirge | Heizung | Saudi Arabien | Schnee | Wirtschaftskrise
    • Artikel-Tools präsentiert von:

    Service