So üppig vergoldet wie dieser Miniaturdrache war kein Goldfisch der Welt. Er funkelte vor Gold, seine Schuppen glänzten golden in der Sonne, sein Köpfchen war leuchtend grün, und seine Augen glitzerten gelb wie Zitronen. Die sechs vergoldeten Beine endeten in je einer kleinen grünen Pfote, und auch die Schwanzspitze schimmerte goldgrün. Er war wundervoll. Mumin schraubte den Deckel zu (in dem Luftlöcher waren) und stellte das Glas vorsichtig ins Moos. Dann legte er sich auf den Bauch und betrachtete den Drachen aus der Nähe. Der Drache schwamm nah an die Glaswand und öffnete seinen kleinen Rachen, der voller winzig kleiner weißer Zähnchen war. Er ärgert sich, dachte Mumin. Er ärgert sich, obwohl er so winzig ist. Was soll ich bloß tun, damit er mich gern hat… Und was frisst er wohl? Was frisst ein Drache… Bekümmert und aufgeregt hob er das Glas wieder auf und machte sich auf den Heimweg. Er ging sehr vorsichtig, damit der Drache nicht an die Glaswände stieß. Er war ja so unglaublich klein und zerbrechlich.

Tove Jansson: Geschichten aus dem Mumintal

ZEIT Edition »Fantastische Geschichten für junge Leser« 2008, 176 S., 8,95 €

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 08.01.2009 Nr. 03
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