Deutschlandkarte Wo leben die meisten Künstler?
Wie viele Menschen werden in Deutschland von der Künstlersozialkasse unterstützt?

© Ole Häntzschel / Quelle KSK
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Deutschlandkarte – die Analyse
Die Karte beweist, dass der Künstler an sich ein weitaus weniger scheues Wesen ist als gemeinhin angenommen: Er meidet keineswegs Licht und Aufmerksamkeit, nein, er sucht sie sogar – die meisten Künstler leben dort, wo die Chance besteht, entdeckt zu werden oder gar berühmt. In Berlin sind von 10.000 Einwohnern 80 Künstler, in München 77 und in Köln 53.
Der Künstler ist vergleichsweise arm: Er verdient im Schnitt kaum mehr als 13.000 Euro im Jahr, weshalb er ja auch von der Künstlersozialkasse unterstützt wird, die sich auch um Schriftsteller und andere Kreative kümmert. Aber dennoch zieht es ihn nicht in Orte, in denen das Leben günstig ist, sondern eher in die teuren Städte, in denen es sich gut leben lässt.
Bezöge er statt in München in Unna oder in der Oberlausitz (wo es die wenigsten Künstler gibt) sein Atelier oder seine Schreibstube, hätte er gleich zwei Vorteile: Er würde Geld sparen, und er würde eine ganz andere soziale Wirklichkeit mitbekommen.
Redaktion: Matthias Stolz; Quelle: Künstlersozialkasse
- Datum 16.06.2009 - 09:39 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 08.01.2009 Nr. 03
- Kommentare 4
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Hätte ich so wenig Ahnung sowohl von der Institution Künstlersozialkasse als auch von der "sozialen Wirklichkeit" der dort Versicherten, dann würde ich meinen Mund halten. Dieser Beitrag ist schlichtweg ein Ärgernis und eine Schande für Autor wie Redaktion. Oder wurde dieser Schmarrn ungelesen gedruckt?
Müsste man sich nicht über ein Thema erst einmal informieren, bevor man in einem Online-Medium wie Zeit.de Texte veröffentlichen darf? Auch als Praktikant, denn ich könnte mir gut vorstellen, dass es sich bei diesem Herren um jemanden handelt, dem einfach noch so ein bisschen der allgemeine "Überblick" fehlt.
Die Künstlersozialkasse klingt wie eine milde Gabe, das liegt aber am ungut gewählten Namen. Es handelt sich um eine Pflichtversicherung, die keine Unterstützungsgelder verteilt, sondern nur einen Teil der Krankenversicherungskosten übernimmt. So weit ich mich erinnern kann, wurde sie unter anderem deswegen eingeführt, damit auch jene schreibend und anderweitig künstlerisch tätigen nicht verhungern, die wenig verdienen.
Der Autor sollte sich also über die KSK sehr freuen, die auf ihrer Website im Übrigen umfassend informiert. Denn wer so schlecht recherchiert, könnte nach dem Praktikum durchaus dankbar für solche Institutionen sein ...
Man sollte ja nicht unnötigerweise über die z.T. bemitleidenswerten Praktikanten nörgeln [war selbst schon einige Male in der Situation],
ABER:
Es mag ja sein dasss die KSK zufälligerweise gerade ihre Zahlen veröffentlicht hat - Aber ob das als Aufhänger für einen Artikel im Online-angebot der ZEIT reicht? Man sollte sich wenigstens ein paar Gedanken machen, ob man nicht ein paar halbwegs kluge Sätze um die Zahlen herum schmücken könnte - ein Anruf bei der betreffenden Institution, bei einer Künstlerinitiative o.ä. hätte da wahrscheinlich Wunder gewirkt. Aber so ist der Artikel einfach nur völlig zusammenhangs- und leider auch sinnlos.
Von den sachlich fragwürdigen Formulierungen (KSK) einmal abgesehen...
Mich ärgern solche Beiträge! Vor allem wenn sie in der ZEIT vorkommen.
Lieber Herr Stolz,
Wahrscheinlich war Ihre Freude, ein heiß begehrtes Praktikum bei der ZEIT-Online Redaktion absolvieren zu dürfen, so groß, dass Sie gleich einmal zum großen Schlusswort ansetzten:
"Bezöge er (der Künstler, meine Einf.) statt in München in Unna oder in der Oberlausitz (wo es die wenigsten Künstler gibt) sein Atelier oder seine Schreibstube, hätte er gleich zwei Vorteile: Er würde Geld sparen, und er würde eine ganz andere soziale Wirklichkeit mitbekommen." -Nur, in Unna und an der Lausitz gibt es keine "soziale Wirklichkeit" für so viele Künstler.
Ich wünsche Ihnen bei der Umsiedlung von Zeitungsredaktionen, Medienhäusern, Grafik-Büros, Filmschaffenden und Bühnenmenschen aller Sparten, mitsamt den freien Künstlern, Kulturschaffenden und freien Journalisten, die unter Umständen später einmal an Sie eine Plastik, ein gemaltes Bild, Filme oder Fotos, gar einen Text verkaufen müssen damit das Einkommen dann reicht, viel Erfolg. Bis dahin haben Sie ja berufspraktisch eventuell Herrn Naumann, Herrn Joffe und Herrn Di Lorenzo, Herrn Blau oder den Herrn Markwort in München als führenden Kopf ersetzt.
Ich persönlich würde Ihnen allerdings, falls für dieses Wort keine öffentliche Entschuldigung erfolgt, niemals, wäre die Geldnot noch so groß, etwas verkaufen oder zum Kauf anbieten. Ihnen fehlt es ersichtlich an Wissen, am nötigen Respekt und offensichtlich auch an einer anleitenden und mäßigenden redaktionellen Begleitung.
Ich frage, ist das die Auffassung der ZEIT-Online Redaktion, verantwortlich nach dem Pressegesetz? Viele Kollegen des Berufstandes sind Mitglieder in der Künstlersozialkasse!
Christoph Leusch
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