Ausstellung Heiliger Rabe
Im Museum für Völkerkunde in Hamburg wurde eine Dauerausstellung über die Indianer Nordamerikas eröffnet

© Sammlung Frederick Weygold, 1909
Neben Federschmuck und Kriegsgewändern zeigt die Ausstellung historische Fotografien
Neben Kojoten und Spinnen galt auch der Rabe den Ureinwohnern Nordamerikas als heiliges Tier. Er war ihr »Sohn der Sonne«, der den Menschen das Feuer brachte und sie aus einer Muschel befreite. In Basalt gemeißelt, wacht er nun im Foyer des Hamburger Museums für Völkerkunde – ein Geschenk des kanadisch-indianischen Künstlers David Seven Deers, der die Kuratorin Christine Chavèz bei den Vorbereitungen der gerade eröffneten Dauerausstellung Indianer Nordamerikas beriet. Nach Jahrzehnten ist die wertvolle Sammlung von tausendjährigen Pfeilspitzen, Häuptlingsfederschmuck, ledernen Kriegsgewändern und historischen Fotografien wieder zu sehen. Auf seinem Rundgang erfährt der Besucher Geschichte als begehbaren Lebensraum. Er kann durch ein Tipilager der Plains-Indianer und ein rekonstruiertes Pueblohaus wandern, in einem spirituellen Langhaus Andacht vor fabelhaften Masken von der Nordwestküste halten und sich ein Bild machen von der Heilkunst der Schamanen oder der Bisonjagd in den Prärien der Rocky Mountains. »Wenn man doch ein Indianer wäre, gleich bereit, und auf rennendem Pferde«, schrieb Franz Kafka einmal. In Hamburg nimmt sein Traum Gestalt an. CS
»Indianer Nordamerikas«, neue Dauerausstellung im Museum für Völkerkunde, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg, Tel. 040/4288790, www.voelkerkundemuseum.com . Öffnungszeiten Di bis So 10 bis 18 Uhr, Do bis 21 Uhr. Eintritt 5 Euro, unter 18 Jahren und freitags ab 16 Uhr freier Eintritt
- Datum 10.01.2009 - 17:01 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 08.01.2009 Nr. 03
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