Weltordnung Nie mehr allein
Amerika bleibt Supermacht. Aber ihre Probleme wird die Welt nur gemeinsam lösen können

© Chip Somodevilla/Getty Images
Mission vollbracht? Anti-Bush-Demonstranten erinnern am 1. Mai 2008 vor dem Weißen Haus an die Toten des Irakkriegs
Kein Zweifel, die Finanzkrise ist die drängendste Herausforderung für den künftigen US-Präsidenten Barack Obama. Schlimmer noch: Sie wirft auch die Frage nach der Zukunft der amerikanischen Macht auf. Für den russischen Präsidenten Dimitrij Medwedjew scheint der Fall sonnenklar. Die Finanzkrise, sagt er, sei das weltweit sichtbare Zeichen dafür, dass die Tage von Amerikas globaler Führungsrolle gezählt sind. Andere hochrangige Politiker äußern sich ähnlich. Haben sie recht?
Gegen diese Vermutung spricht, dass der Dollar, ein Symbol der amerikanischen Finanzkraft, nicht schwächer, sondern stärker geworden ist, denn in Krisenzeiten fließt das Geld bekanntlich in die sichersten Häfen. Früher sagte man: Wenn Amerika hustet, kriegt die Welt eine Erkältung. In jüngster Zeit war dagegen zu hören, die US-Wirtschaft könne angesichts des Aufstiegs Chinas und der Petrostaaten vom Rest der Welt abgekoppelt werden. Das war ein Irrtum. Als Amerika seinen Finanzschnupfen bekam und die Welt davon angesteckt wurde, schalteten viele ausländische Regierungschefs von Schadenfreude auf Panik um – und suchten Sicherheit in der US-Währung.
Zweifellos hat die Finanzkrise epochale Auswirkungen auf das, was man als »Wall-Street-Modell« bezeichnet. Geben wir es also ruhig zu: Das Versagen der Wall Street und der Regulierungsbehörden in Washington hat Amerika einiges von seiner sanften Macht und der Attraktivität seines Wirtschaftsmodells gekostet. Die fünf größten Investmentbanken sind verschwunden; das Finanzdesaster hat längst die Realwirtschaft erfasst und eine schwere Rezession ausgelöst. Nun werden neue Forderungen nach politischer Regulierung laut.
Dennoch ist die Sorge unbegründet, die Krise habe dem amerikanischen System einen tödlichem Schlag verpasst – jedenfalls dann nicht, wenn Washington (anders als Japan in den 1990er Jahren) rasch den Schaden begrenzt. Vermutlich hat der Republikaner John McCain recht: Die Stärke der amerikanischen Wirtschaft ist unverändert beeindruckend. Auch für das Weltwirtschaftsforum ist sie aufgrund ihres flexiblen Arbeitsmarkts, des Hochschulwesens sowie der politischen Stabilität und Innovationsfreude des Landes die wettbewerbsfähigste Ökonomie der Welt. China liegt hier übrigens auf Rang 34. In den Bereichen Biotechnologie, Nanotechnologie und der zweiten Generation des Internets ist Amerika nach wie vor führend.
Bleibt die Frage nach den langfristigen Perspektiven für die amerikanische Macht. Der Bericht des National Intelligence Council, der die globalen Trends bis zum Jahr 2025 hochrechnet, prophezeit, dass die US-Vorherrschaft in der Welt »erheblich geschwächt« werde. Zwar bleibe ihre militärische Macht ungebrochen; aber in einer zunehmend wettbewerbsorientierten Welt sei das künftig weniger von Gewicht. Allerdings: Der Grund für diesen Machtverlust sei weniger der Niedergang Amerikas als der »Aufstieg der anderen«.
Sagen wir es so: Die Ausübung der amerikanischen Macht hängt immer von ihrem Kontext ab. In der heutigen Welt ist sie nach einem Muster verteilt, das einem dreidimensionalen Schachspiel gleicht. Auf dem obersten Schachbrett befindet sich die militärische Macht Amerikas; sie ist im Wesentlichen unipolar und dürfte es noch einige Zeit bleiben. Auf dem mittleren Schachbrett aber ist die wirtschaftliche Macht schon seit mehr als einem Jahrzehnt multipolar, wobei die USA, Europa, Japan und China die wichtigsten Spieler sind. Das untere Schachbrett ist der Bereich der transnationalen Beziehungen, die sich staatlicher Kontrolle entziehen. Hier finden sich ganz unterschiedliche Akteure – zum Beispiel Spekulanten, die Geldsummen transferieren, deren Höhe die meisten Staatshaushalte weit übersteigt. Oder Terroristen, die Waffen weitergeben. Auch neue Bedrohungen wie Pandemien und der Klimawandel sind auf dieser unteren Ebene angesiedelt. Kurzum, die Macht ist auf viele Mitspieler verteilt, und von Unipolarität, Multipolarität oder Hegemonie zu sprechen wäre sinnlos.
- Datum 08.07.2009 - 13:22 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 08.01.2009 Nr. 03
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"der Bereich der transnationalen Beziehungen, die sich staatlicher Kontrolle entziehen. Hier finden sich ganz unterschiedliche Akteure – zum Beispiel Spekulanten, die Geldsummen transferieren, deren Höhe die meisten Staatshaushalte weit übersteigt. Oder Terroristen, die Waffen weitergeben"
Dieses überaus interessante Statement liefert Joseph S. Nye Jr., Vorsitzender des National Intelligence Council und stellvertretender Verteidigungsminister in der Clinton-Regierung, zur Zeit Dekan der Kennedy School of Government an der Harvard University. Er lehrt an zahlreichen Universitäten und schreibt für die New York Times, Washington Post und das Wall Street Journal.
Denn diese Akteure,Spekulanten und Terroristen sind Naturgewalten, die sich jeglicher staatlichen Kontrolle entziehen? Hilflos müssen die Staatenlenker, an der Spitze der mächtigste Mann der Welt, demnächst also Obama, diesem Treiben zusehen?
Beneidenswert die Elite-Universitäten, die auf einen so großen Geist zurückgreifen können.
Von welcher Realwirtschaft redet der Mann?
das Finanzdesaster hat längst die Realwirtschaft erfasst und eine schwere Rezession ausgelöst.
Bestes Beispiel ist die amerikanische Autowirtschaft, die fehlende Innovationsfreude, amerikanische Autos sind schrottreifer Müll, der technologisch um eine Dekade japanischen, koreanischen und europäischen Autobauern hinterherhinkt. Die schlechte Qualität und die Nachfrage nach spritsparenden Modellen erledigt das Problem von selbst.
Auch für das Weltwirtschaftsforum ist sie aufgrund ihres flexiblen Arbeitsmarkts, des Hochschulwesens sowie der politischen Stabilität und Innovationsfreude des Landes die wettbewerbsfähigste Ökonomie der Welt. China liegt hier übrigens auf Rang 34. In den Bereichen Biotechnologie, Nanotechnologie und der zweiten Generation des Internets ist Amerika nach wie vor führend.
Die Lohnstückkosten sind in China auch nur ein Bruchteil, dies gilt im übrigen natürlich auch für weite Teile Europas. Es hat nun einmal kein Sinn, wenn einige Akademiker noch einen gut bezahlten Job haben, die anderen Jobs aber eben alle gen China, Indien, Lateinamerika oder Osteuropa outgesourct sind.
Gewiss, der Machtzuwachs Chinas und Indiens mag Instabilitäten verursachen, aber wir können aus der Geschichte lernen und mithilfe kluger Politik die Folgen beeinflussen. Hat nicht auch Großbritannien Amerikas Aufstieg zur Großmacht ohne Konflikt bewältigt?
Ein echter Naivling. Arbeit wird dort gemacht, wo sie dem Kapitalisten am meisten bringt. Rentieren sich kleine Projekte fernab der Zentrale nicht, werden sie lokal gemacht, doch gilt das nur für wenige Projekte. Die Vernetzung der weltweiten Wirtschaften hat erst angefangen und endet nicht mit dieser Finanzkrise, die Amerikas Bürgern eindrucksvoll gezeigt hat, dass sie eben nur noch auf Kosten anderer leben, nämlich auf Kredit.
Da die Vereinigten Staaten immer noch das stärkste Land sind, wird ihre Führung für die Welt entscheidend bleiben.
Was für ein Imperialismus! Im alten Rom hätte auch niemand gedacht, dass eines Tages kein Latein mehr auf der Welt gesprochen wird, irgendwann war es so weit. Wir erleben hautnah den Niedergang Amerikas, allerdings schon seit längerer Zeit. Ihre virtuelle Wirtschaft ist zusammengebrochen, zu echter Innovation sind die Amerikaner nicht fähig. Wir erleben den Wiederaufstieg Asiens, der noch Jahrzehnte anhalten wird, im Schlepptau mit Russland. Ein Land welches noch nicht mal eine Gesundheitsvorsorge für zig zehn Millionen Bürger auf die Reihe bekommt, scheint mir nicht "führend". Ein echter Patriot, schauen wir was die Zukunft bringen wird.
--
"that book is dead sexy" -- Xach on #lisp about "Practical Common Lisp"
was der gute Mann im Jahre 2010 so alles schreiben wird, wenn das amerikanische Imperialismus- und Wirtschaftsmodell wohl endgueltig gegen die Wand gefahren ist.
man, was nerven mich diese Allmachtsphantasien der Amerikaner.
Aber leider:
Die Realität läßt sich nicht leugnen. Sie haben mit fast kriminellen Methoden das gesamte Finanzsystem kolabieren lassen. Unsere Ober-Deppen haben gegen Ende der 20-jährigen Blasenbildung alle Dämme für diesen Hedge- und Subprime-Schwachsinn geöffnet und wir haben mindestens genauso große Probleme wie das Mutterland selbst. Nur dass wir vorher nicht diese gigantische Kauforgie geniesen konnten. Wir haben also nur die Nachteile der Blase. Schulden, Schulden, Schulden und alsbald wohl einen Berg von Arbeitslosen.
Und: Offensichtlich haben die Staaten immer noch mehr Vertrauen in den Dollar. Sonst sähe das Weltfinanzsystem inzwischen schon anders aus. Verstehe es wer will. Offensichtlich traut man den Europäern nach wie vor keine dynamische Korrektur der Krisensymptome und keine echten Wachstumsraten zu.
Wenn die bisherigen Vorgänge nicht für einen Stimmungswandel ausreichen, was muss denn dann passieren, dass die Amis nicht weiterhin das Geld für ihren heilosen Konsum einfach drucken können. Auch die gigantischen Staats-Unterstützungen, die sie kurzfristig zur Krisenbeseitigung bereitstellen, begleichen sie wieder mit der Druckmaschine. Und die Welt bezahlt ohne mit der Wimper zu zucken.
Ich glaube also:
Leider hat er recht, so beschämend dass auch für jeden Europäer sein sollte. Sie sind die cleveren Lebenskünstler und wir sind nur dumme, erfolglose Malocher :-)
ich denke, dass wir nicht unbedingt die Deppen sind, wir sind nur machtlos gewesen. Das Problem ist doch, das die Chinesen die Deppen waren und für zu wenig gearbeitet haben bzw. Kredite gegeben haben, die sie jetzt nicht zurückbekommen.
Ich habe vorausgesehen, dass die Amerikaner ihre Schulden nicht bezahlen werden, allerdings habe ich geglaubt, dass der Konflikt auf einen Krieg hinauslaufen würde.
Naja kann ja noch werden.
Wichtig ist, dass wir uns an einem möglicherweise entstehenden Konflikt nicht beteiligen bzw. erst dann beteiligen, wenn der Verlierer feststeht.
ich denke, dass wir nicht unbedingt die Deppen sind, wir sind nur machtlos gewesen. Das Problem ist doch, das die Chinesen die Deppen waren und für zu wenig gearbeitet haben bzw. Kredite gegeben haben, die sie jetzt nicht zurückbekommen.
Ich habe vorausgesehen, dass die Amerikaner ihre Schulden nicht bezahlen werden, allerdings habe ich geglaubt, dass der Konflikt auf einen Krieg hinauslaufen würde.
Naja kann ja noch werden.
Wichtig ist, dass wir uns an einem möglicherweise entstehenden Konflikt nicht beteiligen bzw. erst dann beteiligen, wenn der Verlierer feststeht.
ich denke, dass wir nicht unbedingt die Deppen sind, wir sind nur machtlos gewesen. Das Problem ist doch, das die Chinesen die Deppen waren und für zu wenig gearbeitet haben bzw. Kredite gegeben haben, die sie jetzt nicht zurückbekommen.
Ich habe vorausgesehen, dass die Amerikaner ihre Schulden nicht bezahlen werden, allerdings habe ich geglaubt, dass der Konflikt auf einen Krieg hinauslaufen würde.
Naja kann ja noch werden.
Wichtig ist, dass wir uns an einem möglicherweise entstehenden Konflikt nicht beteiligen bzw. erst dann beteiligen, wenn der Verlierer feststeht.
schneller kommen als man will, gerade was das Expansionsbestrebens China angeht Teile Asiens als schon immer Teile Chinas zu bezeichnen und dann militaerisch einfach zu ueberfallen. Wir Europaeer sitzen da schon im Boot da wir auch noch so dumm sind den Luegen der Diktoren dort zu glauben mit Dollerzeichen in den Augen ueber den virtuellen Absatzmarkt in China. Europa ist ein Teil der Probleme dieser Welt und es ist gut das es Amerika ist welches die Weltmacht vertritt, denn anstelle von Amerika waere China nicht eine gute Wahl. Amerika erobert aber zieht sich auch wieder zurueck. China erobert und versucht die eigene Bevoelkerung anzusiedeln und unterdrueckt die Einheimischen und verbreitet ihre eigene kommunistische Ideologie. Ein Livebericht aus chinesischen Foltergefaengnissen in Tibet ist dann etwa das was wir erwarten koennen.
schneller kommen als man will, gerade was das Expansionsbestrebens China angeht Teile Asiens als schon immer Teile Chinas zu bezeichnen und dann militaerisch einfach zu ueberfallen. Wir Europaeer sitzen da schon im Boot da wir auch noch so dumm sind den Luegen der Diktoren dort zu glauben mit Dollerzeichen in den Augen ueber den virtuellen Absatzmarkt in China. Europa ist ein Teil der Probleme dieser Welt und es ist gut das es Amerika ist welches die Weltmacht vertritt, denn anstelle von Amerika waere China nicht eine gute Wahl. Amerika erobert aber zieht sich auch wieder zurueck. China erobert und versucht die eigene Bevoelkerung anzusiedeln und unterdrueckt die Einheimischen und verbreitet ihre eigene kommunistische Ideologie. Ein Livebericht aus chinesischen Foltergefaengnissen in Tibet ist dann etwa das was wir erwarten koennen.
schneller kommen als man will, gerade was das Expansionsbestrebens China angeht Teile Asiens als schon immer Teile Chinas zu bezeichnen und dann militaerisch einfach zu ueberfallen. Wir Europaeer sitzen da schon im Boot da wir auch noch so dumm sind den Luegen der Diktoren dort zu glauben mit Dollerzeichen in den Augen ueber den virtuellen Absatzmarkt in China. Europa ist ein Teil der Probleme dieser Welt und es ist gut das es Amerika ist welches die Weltmacht vertritt, denn anstelle von Amerika waere China nicht eine gute Wahl. Amerika erobert aber zieht sich auch wieder zurueck. China erobert und versucht die eigene Bevoelkerung anzusiedeln und unterdrueckt die Einheimischen und verbreitet ihre eigene kommunistische Ideologie. Ein Livebericht aus chinesischen Foltergefaengnissen in Tibet ist dann etwa das was wir erwarten koennen.
Wissen Sie, diese haltlosen Hassparolen, meist in die Welt getragen von Leuten die sich rueksichtslos auf kosten Anderer zu profilieren suchen, kann ich so langsam nicht mehr hoeren.
Waren Sie schon mal in China? Waren Sie schon mal in Tibet?
Ich will Ihnen das nicht unterstellen, aber die meisten Leute die so einen Unfug schreiben wissen nicht einmal wo Tibet liegt.
Dieser chinafeindliche Populismus ist so absehbar wie das Sommerloch.
Wissen Sie, diese haltlosen Hassparolen, meist in die Welt getragen von Leuten die sich rueksichtslos auf kosten Anderer zu profilieren suchen, kann ich so langsam nicht mehr hoeren.
Waren Sie schon mal in China? Waren Sie schon mal in Tibet?
Ich will Ihnen das nicht unterstellen, aber die meisten Leute die so einen Unfug schreiben wissen nicht einmal wo Tibet liegt.
Dieser chinafeindliche Populismus ist so absehbar wie das Sommerloch.
Wissen Sie, diese haltlosen Hassparolen, meist in die Welt getragen von Leuten die sich rueksichtslos auf kosten Anderer zu profilieren suchen, kann ich so langsam nicht mehr hoeren.
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Ich will Ihnen das nicht unterstellen, aber die meisten Leute die so einen Unfug schreiben wissen nicht einmal wo Tibet liegt.
Dieser chinafeindliche Populismus ist so absehbar wie das Sommerloch.
Vor dem 1. Weltkrieg waren die USA der am höchsten verschuldete Industriestaat der Erde.
Nach dem 1. Weltkrieg waren die USA der größte Gläubiger der Erde.
Vor dem 2.Weltkrieg waren die Schulden der USA wieder auf astronomische Höhen gestiegen und es wurde offen diskutiert, wie die jemals bezahlt werden sollten.
Nach dem 2. Weltkrieg waren die USA das reichste Land der Erde.
Nur das mit dem Irak-Krieg hat nicht geklappt.
Mal sehen, was als nächstes kommt.
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