Charles Darwin Nichts bleibt je, wie es istNichts bleibt je...
Der Naturforscher Charles Darwin macht die umstürzende Entdeckung, dass die Natur eine Geschichte hat. Ein Gespräch mit dem Zürcher Historiker Philipp Sarasin über das radikal moderne Denken Darwins und den Unterschied zwischen Mensch und Tier
DIE ZEIT: Ein Drittel der Schweizer glaubt, dass die biblische Schöpfungsgeschichte stimmt. Wie soll man da Charles Darwins 200. Geburtstag feiern?
Philipp Sarasin: Vielleicht sollte man ihn gerade deswegen feiern: weil sich eine große Minderheit der Menschen nicht vorstellen kann, dass wir vor berechenbar langer Zeit aus zufälligen Umständen entstanden sind. Und weil diese Menschen lieber an einen großen Plan, eine ursprüngliche Absicht glauben. Das Bedürfnis, in einer sinnvollen Welt zu leben, ist ja nachvollziehbar. Darum sollte man Darwin heute wieder lesen. Sein Buch Die Entstehung der Arten, das im November 150 Jahre alt wird, liest sich wie eine permanente Auseinandersetzung mit den heutigen Kreationisten, die die biblische Genesis wörtlich nehmen, was aufgeklärte Christen nicht tun.
ZEIT: Darwin hat als Theologe angefangen…
Sarasin: Eben, er kennt den Schmerz, sich vom Sinnangebot der Genesis zu lösen. Seine eigene Frau hatte Mühe, den Weg ihres Mannes zu akzeptieren. Und er wollte nicht zuletzt auf ihre religiösen Gefühle Rücksicht nehmen.
ZEIT: Was hat Darwin denn anderes getan, als die Natur zu verweltlichen?
Sarasin: Darwin ist einer der großen Autoren des modernen Denkens: Diese Moderne akzeptiert nichts Gegebenes, auch keine göttlich abgeleitete Ordnung, ohne sie kritisch zu befragen und für veränderbar zu halten. Darwin war ein radikaler Anti-Essentialist: Es gab für ihn nichts, was stabil ist oder wesentlich, nichts, was dauerhaft bleibt. Alles ist fortgesetzte Veränderung.
ZEIT: Darwin war Naturforscher. Was interessiert Sie als Historiker an diesem Entdecker der natürlichen Geschichte?
Sarasin: Historiker sind von Berufs wegen Spezialisten für Altertümer aller Art. Die meisten Biologen lesen ja Darwin nicht mehr. Wissenschaftshistoriker aber lesen die alten Texte, um herauszufinden, wie sich das Denken verändert hat. Zudem: Durch die zum Teil sehr schiefe Rezeption hat der Darwinismus einen ungeheuren Einfluss auf die nachfolgende Geschichte gehabt, vom Denken in vielen Wissenschaften bis zu den Verbrechen der Nationalsozialisten. Diese Moderne versteht man nicht, wenn man Darwin nicht liest. Aber das Wichtigste ist: Was mich als Historiker besonders fasziniert, ist, dass Darwin genuin historisch denkt. Er findet und denkt Geschichte neu.
ZEIT: Was heißt das? Um 1800 wird die Geschichte ja gleich zweifach neu entdeckt – die Geschichte des Menschen und die der belebten Natur. Was unterscheidet diese moderne Geschichte des Menschen von der modernen Geschichte der Natur?
Sarasin: Historisch denken heißt seit der Mitte des 18. Jahrhunderts, die Relativität des eigenen Standpunktes in der Menschengeschichte nach und nach zu erkennen. Mit dieser Entdeckung entsteht das Bemühen, eine sinnvolle Richtung in der Geschichte auszumachen, die der Mensch verstehen kann, Hegel würde sagen: einen Geist der Geschichte. Demgegenüber tritt mit Darwin ein Geschichtsdenken auf den Plan, das radikal antihegelianisch ist: Zufälle, Diskontinuitäten und Brüche bestimmen demzufolge die Geschichte. Es gibt keinen großen Plan, keine von Anbeginn angelegte Logik der Entwicklung. Darwins Denken gleicht in mancher Hinsicht demjenigen von Michel Foucault, es hat darin eine erstaunliche Aktualität.
ZEIT: Bleiben wir trotzdem erst bei der Aktualität um 1800. Wie kommt diese umstürzende Auffassung in die Welt? Noch Darwins Großvater Erasmus Darwin hat seine Erkenntnisse über die Evolution um 1770 ziemlich lange zurückgehalten. Charles Darwin aber, gut 80 Jahre später, macht alles öffentlich. Was ist dazwischen passiert?
Sarasin: Die Gedanken waren da. Die Geologie hatte die Erdgeschichte schon entdeckt und dachte in Kategorien von Jahrtausenden. Um 1800 hat Jean-Baptiste Lamarck in Frankreich gesagt, die Natur durchlaufe historisch eine Art Transformation. In den populärwissenschaftlichen Schriften machte das neue Denken schon die Runde. Aber es war politisch eingebettet. Es gehörte zur politischen Kultur der Radikalen um 1830 in England, das Wissen von der Entstehungsgeschichte des Lebens zu propagieren, also die Abdankung Gottes zu fordern, so gewissermaßen die Machtfrage zu stellen. Charles Darwin wollte damit nicht assoziiert werden. Als skrupulöser Wissenschaftler wie auch als konservativer Landgentleman hat er lange gezögert, mit seiner Theorie an die Öffentlichkeit zu gehen.
ZEIT: Welche Radikalität war legitim, welche nicht? Die Familien der Darwins und Wedgwoods waren doch liberale Bürgerliche, die gegen die Sklaverei und für die Französische Revolution eintraten. Wieso war in diesem Milieu das neue Denken über die Entstehung der Arten schwierig?
Sarasin: Sicherlich musste die Französische Revolution erst einmal stattfinden, damit man sich ein öffentliches Denken in solchen Brüchen trauen konnte. Ein Lamarck dachte ja revolutionär. Aber das ist nur das eine, um solch eine Revolution in die Welt zu setzen, müssen wohl viele Faktoren zusammenkommen. Denn wie kommt einer auf die Idee, dass Körper sich morphologisch so verändern, dass sie etwas anderes werden? Rückblickend schreibt Charles Darwin in seiner Autobiografie am Ende des Lebens, dies sei eine Idee, die einem nur auf einer sehr, sehr langen Reise kommen könne. Auf dem Weg durch einen Kontinent sehe man all diese unendlichen Formen gleichsam ineinander übergehen. Es findet also eine Art genialer Übersetzung statt: Darwin übersetzt das Reisen durch den Raum in eine Spekulation in die Tiefe der Zeit. Man könnte sagen, dass er diese einander ähnlichen Organismen mit einer Art Frühform des kinematografischen Blicks wahrnahm.
ZEIT: Vor lauter Reisen und Sammeln und Zögern kommt Darwin mit seiner Theorie um ein Haar zu spät, denn ein Alfred Russell Wallace schickt ihm im Sommer 1858 seinen Aufsatz, in dem schon alles drinsteht. Darwin ist ein bürgerlicher Liberaler, Wallace ist Sozialist. Steht politisch nicht fest, was die Abstammungslehre bedeutet?
Sarasin: Wallace hat anerkannt, dass Darwin die Prioritätsrechte hatte, vor allem aufgrund der empirisch breiten Abstützung dieser Ideen. Und was die politische Deutung oder auch die Instrumentalisierung der Lehre Darwins angeht: Für Darwin jedenfalls bietet die Natur keine Norm für das gesellschaftliche Leben an. Aus der Natur lässt sich nicht ableiten, wie Menschen miteinander leben sollen.
ZEIT: Dieser Natur verhelfen Sie mit Ihrem neuen Buch über Darwin und Michel Foucault zu einem Rang, der in den Kulturwissenschaften unüblich ist. Sie schreiben, die hätten es sich bisher zu einfach gemacht, indem sie die Verbindung zwischen der Welt der Zeichen und der Natur aufgegeben haben. Aber jetzt könnte man Ihnen vorwerfen: Sie naturalisieren die Geschichte, wenn Sie Darwins Auffassung von Natur stark machen.
Sarasin: Nein. Ein Staat, eine Gesellschaft, die Geschichte funktionieren nicht nach »natürlichen« Prinzipien. Man kann, das hat Max Weber vor 100 Jahren schon festgehalten, Gesellschaft nicht mit sozialdarwinistischen Konzepten verstehen. Gesellschaften funktionieren durch Wertsetzungen und Regeln – und das hat Darwin genau so gesehen! Mir geht es um etwas anderes: Darwin zeigt nicht nur, dass die Natur selbst historisch ist, sondern entwickelt auch eine Methode der Erforschung der Geschichte, die er »genealogisch« nennt, und Foucault folgt ihm darin.
ZEIT: Was ist das für eine Genealogie, bei zwei so weit auseinanderliegenden Denkern?
Sarasin: Darwin sagt von sich selbst, er sei Genealoge. Er will Herkunft rekonstruieren, aber natürlich, ohne auf »Wappenbücher und Stammbäume«, wie er sagt, zurückgreifen zu können. Deshalb interessiert er sich für Rudimente am Körper, für Spuren der Erinnerung an frühere Formen des Lebens. Bei dieser genealogischen Rekonstruktion zeigt sich, dass es, zum Beispiel, keinen »ursprünglichen« Löwen geben kann. Es gibt nie ein ursprüngliches Wesen, nichts Eigentliches, keine Identität, nur Zerstreuung. Natur ist unendliche Vielfalt und allgegenwärtige Abhängigkeit. Und so geht auch Michel Foucault vor: Er rekonstruiert Herkunftsgeschichte und löst dabei auf, was identisch und »wesenhaft« erscheint. Genealogie ist eine Methode, die Kräfteverhältnisse entdeckt. Sie stößt dabei immer auf Konflikte, nicht auf Harmonie. Doch im Gegensatz zur Hegelschen Geschichtsauffassung, die ja auch von Konflikten ausgeht, hat diese Geschichte kein Ziel, gibt es keine dialektischen Synthesen – und keinen Geist.
ZEIT: Verschwimmen Natur und Kultur nicht unter diesem Blick ineinander? Was unterscheidet dann den Menschen vom Tier?
Sarasin: Menschen sind nun mal auch Naturwesen. Aber der Unterschied zum Tier ist für Darwin sehr groß: Was den Menschen von ihm unterscheidet, ist das Gewissen. Der Mensch ist das moralfähige Tier. Sein Gehirn und dessen Verarbeitungskapazität sind groß genug, um vergangene Eindrücke mit gegenwärtigen zu vergleichen. Er hat ein Bewusstsein dafür, dass er auf seine Mitmenschen angewiesen ist. Er begreift: Allein bin ich zu schwach. Ich brauche die anderen.
ZEIT: Darwins Vetter Galton allerdings, ein Urvater der Eugenik, versteht die Theorie der Abstammung begeistert als Grundlage für die Züchtung der Tüchtigsten und Ausmerzung der Schwachen. Darwin ist von Galtons Interesse sehr angetan.
Sarasin: Darwin ist zerrissen. Er ist einerseits davon angetan, wie sein Vetter Galton seine Theorie aufnimmt. Aber er sagt zugleich deutlich: Wenn wir den Schwachen den Schutz nicht gewähren, verstoßen wir gegen das spezifisch Menschliche. Dann verletzten wir die Würde des Menschen. Deshalb haben die deutschen Rassehygieniker Charles Darwin später Reste an »Humanismus« vorgeworfen. Was den Menschen aber überleben lässt, sagt Darwin, ist die wechselseitige Anerkennung unter einigermaßen Gleichen.
ZEIT: Das klingt fast, als seien der Kampf ums Dasein, das Überleben des Tüchtigsten nur fürchterliche Missverständnisse gewesen und als sei Darwin vielmehr ein Urvater der Ökologie und der Anerkennungstheorie.
Sarasin: Ja und nein. Für Darwin war der Kampf ums Dasein in der Tat eine Metapher. Auf der Ebene der Beobachtung war für ihn der Kampf zwar die überwiegende Tatsache. Auf der systematischen Ebene aber sagt er vor allem, dass ∆∆Organismen voneinander abhängig sind. Insofern findet der Kampf ums Dasein auch statt, wenn die Kuh auf der Weide steht und grast. Die Gräser wachsen dann eben nicht weiter. So gesehen, ist Darwin der Stammvater des relationalen Denkens. Ökologie ist nichts anderes als das.
ZEIT: Wurde Darwin also falsch gelesen?
Sarasin: Jedenfalls wurde er zu wenig gelesen. Man hat etwa übersehen, dass Darwin im Vorwort zur Abstammung des Menschen von 1871 sagt, er habe sich geirrt, als er der natürlichen Zuchtwahl so viel Gewicht beigemessen habe. Das Prinzip der sexuellen Wahl sei ebenso wichtig: Das Weibchen wählt nach Kriterien der Schönheit, nach arbiträren Zeichen also, die nicht auf sexuelle Fitness verweisen und also nicht in eindeutigem Zusammenhang mit dem Überleben stehen. Diese weibliche Wahl ist ein kulturelles Element in der Natur. Sie ist eine schwache Form der Entscheidung. Auch das entzieht einem soziobiologischen Naturalismus den Boden. Nicht nur die Tatsache, dass der Mensch ein ganz anderes Tier ist als alle anderen.
ZEIT: Wie kommt eigentlich der Reisende Darwin, der diese unendliche natürliche Vielfalt vor Augen hatte, darauf, dass es nur ein Menschengeschlecht gibt? Warum hält Darwin an der Gleichheit aller Menschen fest?
Sarasin: Es gibt eine normative Komponente, die mit Darwins Herkunft zu tun hat: Dieser Darwin kommt als weißer europäischer Mann aus einer Familie, die gegen die Sklaverei ist, und also ist er moralisch empört, empfindet Ekel, als er die Sklaverei in Brasilien sieht. Aber auch die empirischen Belege seiner Beobachtung sprechen nicht für fundamentale Unterschiede. Darwin sieht ja in Brasilien, wie sich Menschen der verschiedensten Herkünfte mischen, und der Empiriker sieht: Sie müssen biologisch ziemlich gleich sein, sonst ginge das nicht gut aus.
ZEIT: Aber eindeutig ist Darwin an dem Punkt nicht. Es gibt auch Stellen, in denen er die Überlegenheit einzelner Rassen behauptet.
Sarasin: Er verkörpert die Zerrissenheit des Europäers, der seine Zivilisation für überlegen hält und dabei die Gleichheit aller postuliert. Die sozialdarwinistische Rezeption aber hat ihn vereindeutigt und auf das Argument festgelegt, dass der Stärkste überlebt.
ZEIT: Warum hat Darwin sich nicht klar dagegen verwahrt, dass man ihn missversteht?
Sarasin: Ich weiß es letztlich auch nicht. Er wollte vor allem, dass seine biologische Theorie sich durchsetzt. Immerhin hat er vor Francis Galtons Vererbungstheorie gewarnt. Aber er war eben auch Eurozentriker und Kulturrevolutionist im schlechten Sinne. Er hat keine heiligen Texte hinterlassen. Sondern Werke, die wir neu lesen müssen.
ZEIT: Apropos heilig: Was wird in Ihren Augen im Laufe von Darwins Werk aus dem Schöpfer? Auf der letzten Seite der zweiten Auflage von Darwins Entstehung der Arten heißt es, »daß der Schöpfer den Keim alles Lebens, das uns umgibt, nur wenigen oder einer einzigen Form eingehaucht hat«. Was bleibt übrig vom Schöpfer?
Sarasin: Den Schöpfer führt Darwin erst in dieser zweiten Auflage ein, wohl auch zur Entlastung seiner Frau. Kein Zweifel: Darwins Theorie braucht kein Wissen über den Anfang. Dass der erste Funke des Lebens als Schöpferhauch auftritt, ist rein metaphorisch zu lesen. Nein, der Schöpfer spielt keine Rolle mehr. Religiöse Menschen können dennoch glauben, dass Gott den Menschen annimmt, als sein Ebenbild zu sich nimmt. Das müsste er ja nicht tun, Dinosaurier nimmt er nicht zu sich. Aber diese Lesart legt Darwin nicht nahe.
ZEIT: Taucht irgendwo im Werk Darwins die Figur Christi auf?
Sarasin: Nicht, dass ich wüsste.
ZEIT: Was spendet in Darwins Denken Trost?
Sarasin: Trost spendet, dass, wie Darwin sagt, der Tod »schnell kommt« und »kein Tier ihn fürchtet«. Das Leben lässt sich durch die Tatsache des Todes nicht irremachen.
ZEIT: Darwin denkt also restlos postmetaphysisch?
Sarasin: Sein Denken ist vielleicht die radikalste Dekonstruktion, die die Moderne hervorgebracht hat. Nichts ist wesentlich.
Das Gespräch führte Elisabeth von Thadden
- Datum 01.04.2009 - 14:28 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 08.01.2009 Nr. 03
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Die Verknüpfung der Darwin'schen Evolutionstheorie und der Gesellschaftstheorie Foucaults erscheint auf den ersten Blick fruchtbar und sinnvoll. Beide können einander in reduktionistischer und radikaler Auslegung aus sich selbst heraus erklären. Legt man großes Gewicht auf die Natürlichkeit menschlichen Lebens, ist man in der Lage, die komplexe Entwicklung menschlicher Gesellschaften als Evolutionsprozess zu begreifen. Umgekehrt ist die Evolutionsbiologie für den konsequenten Diskursanalytiker ein Diskurs, dessen politische Teildimension nicht zu verachten ist. Diese Aspekte beleuchtet letztlich auch das Interview.
Statt auf Marx wird allerdings, wie en vogue, auf Weber eingegangen, wenn es um die Konstitution menschlicher Gesellschaften geht, auch wenn dieser über die tieferliegende Dynamik praktisch nichts gesagt hat. Von gleichsam natürlichen Herrschaftsverhältnissen auszugehen, die nicht weiter begründet werden können/müssen, liegt auch näher, wenn man als modernen philosophischen Paten Foucault wählt. Er hat es zu Lebzeiten sehr genau verstanden, allgemeine und in ihren Geltungsansprüchen sehr grundlegende Theorien zu präsentieren, die in ihren Grundprämissen von einem egoistischen und herrschsüchtigen Wesen Mensch ausgehen. In den biologischen Kategorien Darwins spiegelt sich diese Sichtweise in des Menschen "natürlicher" Seite. Dass man sich in diesen Diskursen allerdings immer um die Rekonstruktion bestehender Verhältnisse bemüht, wird offen als guter Zug relativistisch-vernünftiger moderner Wissenschaft gedeutet.
Heutzutage ist Darwin ebenso beliebt wie Karl Marx. Die "New World Order" mit ihrer postmoderne Perspektive hat die Menschheit irregeführt. Denn, Weltordnung könnte nur mit tief-religiöse Leute erreicht werden. Menschen, die glauben, dass alles was gut oder schief leuft, das Werk des Gottes ist, sind ja selbsverstaendlich auch passiv in ihrem Verhalten gegenüber die Maechtigen und Reichen.
Moderne muss wieder zurück. Menscheit braucht wieder die Dynamik der Moderne. Darwin und Marx muss wieder neu gelesen werden. Neue Generationen sollen die Moderne nicht übersehen.
Erst jetzt sah ich das Interview mit Herrn Sarasin und möchte an dieser Stelle nur auf einen anderen Text von mir im Zeit-Apparat verweisen, den ich zu einem späteren Artikel schrieb. Mit den Argumenten von Sarasin ist beinahe problemlos auf zwei andere Sozialwissenschaftler zu verweisen, die etwas früher als Foucault die "soziale Evolution" in einer immer noch plausiblen soziologischen Weise formulierten. Marx und Engels formulierten bereits 1845 deren Grundzüge, die Marx erstmals wenige Monate vor dem Erscheinen des Darwinschen Werks im Juni 1859 veröffentlichte.
http://kommentare.zeit.de...
lars hennings
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