Spielen Schach
Im Kampf um die Präsidentschaft Russlands gegen den übermächtigen Putin scheiterte er, musste sogar bei seinen öffentlichen Protesten kurzzeitig unliebsame Bekanntschaft mit einer Gefängnis- zelle machen, doch seiner schier überbordenden Energie tut es offensichtlich kaum einen Abbruch: Nach wie vor jettet der ehemalige Schachweltmeister Garri Kasparow, 45, um die Welt. Begehrt bei Schachveranstaltungen ebenso wie als Redner bei politischen und wirtschaftlichen Ereignissen. Zu stolzen Honoraren. Als Nummer eins der Weltrangliste verabschiedete er sich wegen Streitereien mit dem Weltschachbund von der Schachbühne, nur um eine noch gewichtigere Stellung anzustreben; auch Bewunderer seiner Schachkunst zweifeln allerdings daran, ob dies im Erfolgsfall wirklich dem Wohl Russlands gedient hätte.
Ende Oktober letzten Jahres war er jedenfalls auf einem Zwischenstopp zu politischen Vorträgen in Kanada auf Korsika, wo seit einigen Jahren ein kleines Schachwunder erblüht. Bei 260.000 Einwohnern gibt es 4000 organisierte Schachspieler und jedes Jahr im Herbst ein großes Schach- festival für Jung und Alt. In dessen Rahmen gab Kasparow auch ein Uhren-Simultan gegen die fünf besten korsischen Schachspieler. Im ausverkauften Theater von Bastia, wo auf großen Bildschirmen die Partiestellungen und jede Bewegung der Akteure eingeblendet wurden.
Kasparow gewann standesgemäß alle Partien, wobei ihm gegen einen gewissen Vilaisarn Akkhavanh ein hübsches Finale glückte.
Wie setzte er als Weißer in zwei Zügen matt?
Helmut Pfleger
Lösung aus Nr. 2:
Wie gewann Schwarz am Zug, opferreich und gewaltsam zugleich, wobei der anfällige Freibauer d2 zum Helden wurde? Auftakt war das Springer-opfer
1…Sxf3!
(nicht 1…Dxe3 2.Dxe3 d1D 3.Dxg5, und Weiß steht sogar besser), nach
2.Dxf3
gefolgt vom Läuferopfer
2…Lxg4!
(besser als 2…Dxe3 3.Dxe3 d1D 4.g5!). Schwarz steht auf Ge-winn, der Läufer ist tabu, z. B. 3.Sxg4 Dxf3+ 4.Kxf3 d1D+. Weiß versuchte noch
3.Df2,
landete aber nach
3…d1D 4.Sxd1 Lxd1
in einem hoffnungslosen Endspiel
- Datum 02.04.2009 - 14:29 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 08.01.2009 Nr. 03
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