Vom Alten zum Kumpel

Was denkt ihr, wer wir sind? Wenn Politiker sich Wählern zeigen, dann verraten sie etwas über sich – mehr noch aber über ihr Bild von uns, den Bürgern. Auf den Plakaten präsentieren sie sich, wie es uns gefallen soll. Die Geschichte von 60 Jahren Wahlplakaten offenbart die Geschichte einer Annäherung mit Hindernissen: Der Abstand zwischen Oben und Unten, Herrschern und Volk, schmilzt langsam zusammen. Das ist demokratisch, erfreulich – und manchmal peinlich.

Vom Führer zum Freund verläuft eine Linie: Der Wähler will Autorität, so fing es an. Golden blinkt also Konrad Adenauer auf seine Deutschen herab, der Kanzler war König und sein Zepter die Krawatte. Am Ende der Entwicklung steht Joschka Fischer im Kuschel-Look: Sein Wähler will Wärme, Herz und nicht Härte. Aber ist der Mann nicht Politiker? Das wirkt nur so, beruhigt der Slogan. Die drei Sozis von 1994 dagegen scheinen auf halbem Wege stecken geblieben zwischen dem Alten und dem Kumpel. Und damit niemand verpasst, dass sie ganze Kerle sind und ganz cool sowieso, schreiben sie’s lieber dazu: Stark. pat

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 08.01.2009 Nr. 03
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    • Schlagworte Joschka Fischer | Konrad Adenauer | Alte
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