Autotest Die Schneekanone

Evelyn Finger, Redakteurin im Feuilleton, gleitet mit dem Saab Aero SportCombi über winterliche Pisten

Nie ist des Flachländers Sehnsucht nach den Bergen größer als zu Winteranfang. Wenn droben der erste Schnee fällt, legt drunten in Hamburg die Depression sich auf die Gemüter wie eine hässliche alte Decke. Dann hocken wir frühmorgens vorm Fernseher und träumen uns in den Alpenwetterbericht hinein. Dachstein, Großglockner, Kitzsteinhorn. Die Liftgondeln rotieren, und allmählich versetzen uns die Schneehöhenangaben auf 3sat in Aufbruchslaune. Wie kommen wir schnellstmöglich auf den Berg?

Für Skifans aus dem Norden ist der Weg nicht das Ziel und das Auto nur Mittel zum Zweck. Diesmal aber ergeht es uns anders. Der rote Saab, den wir am Flughafen Innsbruck übernommen haben, liegt so schwer auf der Asphaltpiste und fliegt doch so leicht gen Sölden, dass wir augenblicklich in Wintersporteuphorie geraten. Weit breitet sich das Tal, steil ragen die Tiroler Gebirgsflanken auf. Der Saab 9-3 Aero rollt nicht, sondern gleitet, getrieben von 280 PS, durch die locker bewaldete Landschaft. Eine Anreise wie eine erste Hangabfahrt: Turbobeschleunigung des Rennskis, Kurvensicherheit des Carvingskis, aber Schwebefreudigkeit des Tiefschneeskis. Man merkt die kleinen Unebenheiten der Straße nicht, weder Seitenwind noch Geschwindigkeit.

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Während draußen überm Alpenhauptkamm die Flieger Kondensstreifen ins Himmelblau ziehen, hat man drinnen im Sportkombi dieses herrliche Cockpitgefühl. Mehr als ein halbes Jahrhundert ist es her, dass die Flugzeugingenieure der schwedischen Firma Svenska Aeroplan Aktie Bolaget ihr erstes Auto konstruierten, doch bis heute besitzt der Saab gute Flugeigenschaften: keilförmiges Profil, keine Auftriebskräfte an den Achsen und geringer Luftwiderstand. Wir bedauern fast, dass wir so schnell im Ötztal ankommen.

Sölden ist das Lieblingsskigebiet der Norddeutschen, es hat 151 Pistenkilometer und 24 Skihütten. Morgens kurven wir vereiste Serpentinen hinauf, aber der Saab zieht wie auf Schienen um jede Spitzkehre; abends ist die Gletscherstraße verschneit, aber das hochcomputerisierte Allradsystem sendet hundert Signale pro Sekunde, sodass man selbst auf Schneeregenglitsch nie die Andeutung eines Rutschens verspürt. Crosswheeldrive nennen das die Schweden, getestet auf zugefrorenen skandinavischen Seen. Es funktioniert verlässlicher als alle Allrader, die wir je im Winter gefahren sind. Die Bretter abschnallen heißt den Motor anwerfen und fliegen. Eine Hochstimmung, die bis ins Flachland hält.

Technische Daten:
Motorbauart: 2,8-Liter-V6-Benzinmotor
Leistung: 206 kW (280 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 6,5 s
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
CO²-Emission: 263 g/km
Durchschnittsverbrauch: 11 Liter
Basispreis: 44.950 Euro

 
Leser-Kommentare
  1. ... mit Vollgas und ohne Nachdenken den vereisten Bergpfad hinauf... Die Technik wirds schon richten!
    Ich kann einige Autotests in der Zeit nicht verstehen, einerseits ist die ZEIT meiner Meinung nach relativ kritisch und bringt nicht wenig über den Klimawandel.
    Auf der anderen Seite stehen Dutzende Autoren in kleinkindlicher Freude hinter dem Steuer von irgendwelchen aufgepusteten Straßenkanonen oder -monstern wieder und fahren mit ebendieser Freude höchstgeschwind den Tank leer. Da wartet der Klimawandel noch einen Moment bis das freundlicherweise von der Automobilindustrie (samt Taschengeld?) zur Verfügung gestellte Gefährt wieder abgegeben ist. Denn dass die allermeisten alpinen Skigebiete - auf die sich Frau Finger eben noch mit ihren 280 Pferden mit stolzgeschwellter Brust erhoben hat - in Zukunft wohl schneefrei bleiben werden verdanken wir nicht zuletzt dem automobilen Wahn.

    Es wäre doch schön, wenn auch die ZEIT samt Redakteuren nicht nur Wasser predigen würde sondern es auch trinken könnte. Wenigstens in gedruckten Beweisen der Torheit!

    Auf dann im nächsten Kindertraum - solnage es nicht unter die Räder kommt...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ZO die turbotollen tests irgendwie. wenn ich auf leben und auto klicke, sehe ich immer nur uralt-tests. nur über "am meisten gelesen" hab ich die kleinen brumm (bzw. säusel)-schmankerl gefunden.

    zum vorkommentator kann ich nur anmerken, daß der getestete säuselsaab sicher nicht mit vollgas auf den gletscher chauffiert wurde, denn bei vollgas wäre das fliegen wohl wörtlich zu nehmen gewesen.

    und die tatsache, daß es autos gibt, die 11 statt 5 liter brauchen, wird
    am klima nichts ändern, zumal der technologische fortschritt ja auf breiter front eingeleitet ist. am ende gibts dann noch ´ne eiszeit, wenn wir nicht mehr heizen (doppeldeutig, hihi) das wollen wir doch auch nicht, oder ?

    ZO die turbotollen tests irgendwie. wenn ich auf leben und auto klicke, sehe ich immer nur uralt-tests. nur über "am meisten gelesen" hab ich die kleinen brumm (bzw. säusel)-schmankerl gefunden.

    zum vorkommentator kann ich nur anmerken, daß der getestete säuselsaab sicher nicht mit vollgas auf den gletscher chauffiert wurde, denn bei vollgas wäre das fliegen wohl wörtlich zu nehmen gewesen.

    und die tatsache, daß es autos gibt, die 11 statt 5 liter brauchen, wird
    am klima nichts ändern, zumal der technologische fortschritt ja auf breiter front eingeleitet ist. am ende gibts dann noch ´ne eiszeit, wenn wir nicht mehr heizen (doppeldeutig, hihi) das wollen wir doch auch nicht, oder ?

  2. ZO die turbotollen tests irgendwie. wenn ich auf leben und auto klicke, sehe ich immer nur uralt-tests. nur über "am meisten gelesen" hab ich die kleinen brumm (bzw. säusel)-schmankerl gefunden.

    zum vorkommentator kann ich nur anmerken, daß der getestete säuselsaab sicher nicht mit vollgas auf den gletscher chauffiert wurde, denn bei vollgas wäre das fliegen wohl wörtlich zu nehmen gewesen.

    und die tatsache, daß es autos gibt, die 11 statt 5 liter brauchen, wird
    am klima nichts ändern, zumal der technologische fortschritt ja auf breiter front eingeleitet ist. am ende gibts dann noch ´ne eiszeit, wenn wir nicht mehr heizen (doppeldeutig, hihi) das wollen wir doch auch nicht, oder ?

    Antwort auf "Von 280 Pferden..."

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