Konjunkturpaket Wo der Schrott vom Himmel fällt
Mit ein paar Milliarden Euro aus dem Konjunkturprogramm sollen Schulen und Universitäten saniert werden. Das wird auch Zeit!

© Fersy/photocase.de
Im Rahmen des Konjunkturpakets fließen Milliarden in die Infrastruktur von Schulen und Hochschulen
Das Ende der Kältewelle löst in Franz Rollinger gemischte Gefühle aus. Einerseits weiß der Schulleiter, dass er nun wieder im ganzen Haus Eimer aufstellen lassen muss, wenn der Schnee auf dem Flachdach taut. Andererseits, und das ist die gute Nachricht, müssen die Schüler der Braunschweiger Wilhelm-Bracke-Gesamtschule jetzt nicht mehr durch Treppenhäuser laufen, in denen das Schwitzwasser von den nur fingerdicken Außenwänden und den Einfachfenstern tropft. Und dank der Plusgrade brauchen einige von ihnen auch nicht mehr zu zittern, nur weil ihr Klassenraum zu weit von der altersschwachen Pumpe im Heizraum entfernt liegt. »Ich bin seit dreieinhalb Jahren an dieser Schule«, sagt Rollinger, 52, weiße Haare, Hornbrille. »Seitdem hat sich hier außer ein paar Notreparaturen wenig getan. An Grundsanierungen gar nichts.«
Während Rollinger durch seine heruntergekommene Schule führt, wird 211 Kilometer entfernt, in den stets geheizten und trockenen Konferenzsälen des Berliner Kanzleramts, zur selben Stunde mit gewaltigen Summen jongliert. Beim alles entscheidenden Treffen der Koalitionspartner am vergangenen Montagabend bestand zumindest über einen Punkt von Anfang an Einigkeit: die Schulen, Kindergärten und Hochschulen im Land sollten ein ordentliches Stück vom 50 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket abbekommen. Wenn schon zusätzliche Schulden gemacht werden sollten, dann wenigstens für eine gute Sache. Etwa 8,7 Milliarden Euro sollen direkt in die Bildung fließen, und zwar schnell und möglichst unbürokratisch. Bundesbildungsministerin Annette Schavan, CDU, feiert den Koalitionsbeschluss als »das größte Investitionsprogramm für Bildung, das es in Deutschland je gab«. Bedarf, wiederholt die Ministerin schon seit Wochen, gebe es schließlich genug. Das ist, gelinde gesagt, noch untertrieben: Den Sanierungsstau, den Deutschlands Bildungslandschaft im Laufe der Jahrzehnte angesammelt hat, schätzen Experten allein für die Hochschulen auf mindestens 25 Milliarden Euro. Bei den Schulen ist die Not noch größer, allein bis zum Jahr 2020 gelten 78 Milliarden als realistisch.
Was derlei niederschmetternde Bestandsaufnahmen in der Praxis bedeuten, lässt sich am Beispiel Braunschweig gut beschreiben. Inmitten der Wohnburgen der Weststadt steht die Wilhelm-Bracke-Schule, ein gewaltiger Bau aus den frühen siebziger Jahren mit orangefarbenen Fassadenteilen und schmutzigem Sichtbeton. Die Schule hat 150 Räume und 1300 Schüler, die sich in den weiten Fluchten fast verlieren. In den Fluren wellt sich der genoppte Gummifußboden, an der Decke fehlen die Kunststoffplatten, aus dem Hohlraum darüber lugen Rohre und Kabelstränge hervor. Das Regenwasser hat die Platten durchgeweicht, bis sie runtergebrochen sind.
Eigentlich, erzählt der Hausmeister, sollte da oben noch eine Schicht mit Dämmwolle liegen, »aber davon ist schon seit vielen Jahren nichts mehr übrig«. Während er die Tür zu den Werkräumen aufschließt, träumt Schulleiter Rollinger von dem Geld aus dem Konjunkturpaket. Vielleicht, sagt er, ließe sich damit ja die Dachsanierung bezahlen – und muss über seinen eigenen, hemmungslosen Optimismus grinsen. Rechnerisch stehen seiner Schule aus dem milliardenschweren Programm gerade mal einige Hunderttausend Euro zu. Allein ein neues Dach kostet aber drei Millionen. Nein, Rollinger hat längst über eine realistischere Prioritätenliste nachgedacht, die er mit dem Konjunkturgeld abarbeiten würde. Ganz oben: Werkbänke und Hocker. »Schauen Sie sich die traurigen Teile doch mal an«, sagt er und steckt seine Hand in das Loch, das fast 40 Jahre in einen der groben Holztische gefressen haben. Dann legt er seine Finger vorsichtig auf die Kanten, die früher einmal der Stahlfuß eines Hockers waren. Der Fuß ist längst abgebrochen, geblieben ist ein messerscharfer Schaft. »Das ist gefährlich«, sagt Rollinger.
Wer an die Wilhelm-Bracke-Schule kommt, denkt bestürzt: So schlimm kann es also an deutschen Schulen des Jahres 2009 aussehen. Doch plötzlich sagt der Schulleiter Sätze wie diese: »Damit kein falscher Eindruck entsteht, uns geht es vergleichsweise gut, wir haben genug Platz, und die Architektur ist durchdacht. Selbst der Sanierungsbedarf ist anderswo größer.« Braunschweig hat vor einer Weile ein eigenes Investitionsprogramm gestartet, jedes Jahr fließen ein paar Millionen in die Schulen der Stadt. 2011, so hat der Bürgermeister versprochen, sei das Dach der Wilhelm-Bracke-Schule dran – »wenn nichts dazwischenkommt«, fügt Franz Rollinger hinzu. Diesen Satz wird er in der nächsten Stunde noch häufiger sagen, wenn er über die von der Stadt versprochenen Sanierungsarbeiten redet. Er war früher selbst mal Kommunalpolitiker, erklärt er. »Ich kenne die Zwänge.«
Schon zieht es Rollinger weiter, hinüber in den Trakt mit den naturwissenschaftlichen Fachräumen. Dort bleibt er mit verschränkten Armen im Raum N13 vor einem Experimentiertisch stehen, dessen Türen nicht mehr richtig schließen und dessen Plexiglas an einer Stelle mit Klebeband abgedichtet ist. Die Kacheln, auf denen Lehrer früher ihre Reagenzgläser abgestellt haben, sind abgeplatzt, ein ebenfalls mit Klebeband geflicktes Plastikrohr dient als Entlüftung. »Keine Sorge, der ist nicht mehr in Betrieb«, sagt Rollinger. »Aber Ersatz dafür haben wir nicht.« Genauso wenig wie für die im Raum verteilten Versuchssäulen, deren kaputte Steckerleisten mit Blech vernagelt sind, damit die Schüler sich nicht verletzen. Nebenan hängt eine Tafel mit abgeplatztem Schieferüberzug, der Kork darunter ist zur Hälfte abgebröckelt. Rollinger, der eigentlich ein paar weitere defekte Experimentiertische zeigen wollte, zuckt mit den Achseln. »So etwas sehe ich gar nicht mehr«, sagt er.
Dann macht er eine Rechnung auf: vier, fünf renovierte Fachräume, mit neuen Installationen und Möblierung, kosten jeweils 50.000 Euro, wenn alles gut läuft, noch Werkbänke und Hocker dazu, und die paar Hunderttausend Euro aus dem Konjunkturpaket sind weg. Die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule hat übrigens zehn naturwissenschaftliche Fachräume. »Das setzt die diskutierten Summen in die richtige Perspektive, oder?«, fragt Rollinger und lächelt wieder.
Es ist dasselbe Lächeln, das auch Jürgen Hesselbach an diesem Nachmittag im Gesicht trägt, als er über den Campus seiner Universität spaziert: Ein wenig Hilflosigkeit steckt darin, ein wenig peinliches Berührtsein und ziemlich viel Galgenhumor. Die TU Braunschweig, deren Präsident Hesselbach ist, müsste 20 Millionen Euro ausgeben, um die Gebäude halbwegs in Schuss zu halten – pro Jahr. Das Land gibt rund drei Millionen. Der rechnerische Anteil der TU am Konjunkturpaket könnte sich mit Glück auf weitere zehn Millionen belaufen. »Angesichts solcher Zahlenverhältnisse wird man gelegentlich sarkastisch, zynisch, was weiß ich. Auf jeden Fall bitte ich dafür um Verzeihung«, sagt Hesselbach in seinem schwäbelnden Tonfall und lächelt weiter.
In seinen klammen Händen hält er zwei Seiten mit Tabellen, darin sind die zehn dringendsten Bauprojekte verzeichnet. Fünf davon sind gelb markiert, die hat er vor Weihnachten an die Landesregierung gemeldet, als Vorschlag, wofür die TU Braunschweig gern ihren Anteil vom Konjunkturpaket ausgeben würde. Bei allen könnte es sofort losgehen, betont Hesselbach. »Damit wir uns nicht falsch verstehen – natürlich freuen wir uns über jeden Euro.« Es ist wie bei Schulleiter Rollinger: Die Freude über die unverhofften staatlichen Hilfen paart sich mit dem Frust über jahrzehntelange staatliche Vernachlässigung. So mutig und richtig die Milliardeninvestitionen in die Bildung sind, sie führen in ihrer Begrenztheit einmal mehr den enormen Bedarf vor Augen.
Jürgen Hesselbach sagt: »Sie sehen ja. Wir brauchen jeden Euro. Dringend.« Dabei lässt er sich auf einem der verschlissenen Klappsitze nieder, die in langen, aufsteigenden Reihen im Audimax stehen und einen muffigen Geruch verbreiten. Die Nähte im Stoff sind aufgeplatzt, die einst roten Bezüge sind von einer jahrzehntealten Schmutzschicht überzogen. Die laufende Nummer zwei in seiner Liste ist das würfelförmige Hörsaalgebäude, das bei seiner Eröffnung von Architekturkritikern gefeiert wurde. Das war allerdings bereits 1961. Seitdem ist hier nicht mehr viel passiert. Die Klappsitze sind dabei noch das kleinste Problem; im Hörsaal müsste alles erneuert werden, angefangen von der Decke mit ihren feuchten Stellen über den aufgeplatzten Linoleumfußboden und die losen Balken in der Wandverkleidung bis hin zur Lüftung und der Medienanlage, die letztlich sogar bei einem Besuch von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) streikte. »Hier ist alles Schrott«, sagt Hesselbach und hebt die Achseln. Dann sagt er erst mal gar nichts mehr. Kostenpunkt der Sanierung: 4,1 Millionen Euro.
Das beste Konjunkturprogramm wäre der Abbau der lähmenden Bürokratie
Ein paar Meter weiter fällt der Schrott bereits vom Himmel. Er stammt vom 1956 erbauten Hochhaus der ehemaligen Fakultät für Bauwesen, die als sogenannte Braunschweiger Schule unter Architekten Weltrang erlangte. Jetzt lösen sich von ihrem Wahrzeichen ganze Fassadenteile, die Oberlichter der Fenster sind gleich reihenweise aus ihren Fassungen gestürzt. Zäune sperren das Gelände um das Hochhaus weiträumig ab, Plastikplanen flattern an der Gebäudewand, und Hesselbach wirft einen Blick in seine Liste. 2,34 Millionen kostet die Sanierung, das zugehörige Gutachten der Sachverständigen stammt aus dem Jahr 2003. Ist es ihm nicht peinlich, ausländische Gäste an seiner Uni zu empfangen? »Wissen Sie, mit hochrangigen Gästen im Schlepptau umgehe ich traurige Orte wie diese weiträumig«, sagt Hesselbach. »Zum Glück haben wir noch genug schöne Neubauten, mit denen ich ein bisschen protzen kann.«
Auf dem Weg zum nächsten Objekt auf der Liste erzählt der Leiter der Bauabteilung, dass die Substanz der Gebäude umso besser werde, je älter sie seien. »Am schlimmsten waren die sechziger und siebziger Jahre, leider ist da auch am meisten gebaut worden.« Es ist eine traurige Ironie der Geschichte, unter der Deutschlands Schulen und Hochschulen zu leiden haben: Was übrig blieb von der Aufbruchstimmung, von der Bildungsexpansion jener Jahre, ist eine Landschaft von Bauruinen, die das Lernen heute vielerorts fast unmöglich macht. Im Falle der TU Braunschweig beläuft sich dieses Erbe auf zugige Fenster, undichte Türen und mangelhafte Isolierung. In manchen Gebäuden herrscht drinnen fast dieselbe Temperatur wie draußen, »wie im Zelt«, sagt der Bauabteilungsleiter. An einigen Stellen fällt der Putz gleich quadratmeterweise von der Decke und legt die Holzverschalung ganzer Räume frei, die Wände sind aufgeweicht, und dann sind da Heizungsanlagen, die Tag und Nacht bis zum Anschlag aufgedreht sind und die immer neues Wasser brauchen, von dem keiner weiß, wohin es verschwindet. Das Geld aus dem Konjunkturpaket könnte zumindest in zwei weiteren Gebäuden helfen.
Am Ende des Campus-Spaziergangs wird Uni-Präsident Hesselbach doch noch energisch. »Wissen Sie, was das beste Konjunkturprogramm wäre?«, fragt er und fuchtelt mit den Zetteln. »Dass ich nicht jede Baumaßnahme mit fünf voneinander unabhängigen Ämtern und Abteilungen abstimmen müsste. Zu manchen Projektbesprechungen kreuzen 20 Beamte auf. Wir haben 80 Millionen Euro an Neubauten in der Pipeline, das Geld dafür ist schon bewilligt, aber wir kommen nicht über die Planungsphase hinaus. Manchmal über Jahre. Verstehen Sie? 80 Millionen im Vergleich zu den paar Millionen, die wir jetzt vielleicht bekommen.« Immerhin: Die Regierungskoalition hat das Problem erkannt und will zumindest für den Zeitraum des Konjunkturpakets ein vereinfachtes Vergabeverfahren für öffentliche Aufträge erreichen. Wie das allerdings funktionieren soll, ist noch unklar.
Ja, ja, die Bürokratie. Die hat auch Franz Rollinger Demut gelehrt. Er starrt auf das schwarz-gelbe Klebeband, das Arbeiter der Stadt Braunschweig vor zwei Jahren auf den Fußboden der Eingangshalle seiner Schule geklebt haben. Es markiert die Ausmaße des neuen Schülercafés, hier sollen halbhohe Zäune mit Blumenkübeln stehen, dazwischen sollen sich silberfarbene Stühle um Bistrotische gruppieren. 2006 hat die Architektin die Baupläne abgegeben und die Kostenschätzung dazu: 10000 Euro. Sehr schön, hieß es bei der Stadt. Doch die Arbeiter sind nie zurückgekehrt.
»Was nützt all dieses Gerede von der eigenverantwortlichen Schule, wenn man uns selbst die kleinsten Kleinigkeiten nicht selbst in die Hand nehmen lässt«, sagt Rollinger und redet sich in Rage: Was sie nicht alles erreichen könnten, wenn man ihnen ein eigenes, bescheidenes Baubudget geben würde, das sie in kleine Reparaturen und Verschönerungen stecken könnten, anstatt ständig Anträge zu schreiben, die dann womöglich in irgendwelchen Schubladen verschwänden. Dann würden auch die Eltern bestimmt noch was dazuspenden, und es sähe in der Wilhelm-Bracke-Schule längst ganz anders aus.
- Datum 24.02.2009 - 08:18 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 15.01.2009 Nr. 04
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... Die hat auch Franz Rollinger Demut gelehrt
Uns alle, lieber Franz Rollinger. Uns alle!
Wenn man das so liest, wie runtergewirtschaftet die DDR nach so vielen Jahren Kommunismus aussieht, also bitte. Entsetzlich, keine Ahnung von Wirtschaft. Oh, auf dem Zeitpfeil ausgerutscht.
Theo Rem
Wenn ich darüber so nachdenke, was der Kapitalismus für Anteile daran hat, stellt sich mir die Frage, wer beide Kriegsparteien finanziert...
Es waren abgelutschte (Skandal-)Politiker, die man in den neuen Bundesländern als Götter des Wirtschaftswunders pries. Nun, Versager auf ganzer Strecke !
Wir haben gesehen, wohin das führt. So ganz am Rande sei erwähnt, es waren die Fachkräfte der DDR, die zu Zeiten der Mauer im Westen als Goldstaub gehandelt und mit Kußhand umworben wurden. Heute wirft man denselben Menschen Unvermögen vor ? Hut ab vor wenig Selbstachtung !
Die Menschen in der DDR hatten Stolz, echten Stolz.
Etwas, wovon man in den alten Bundesländern nur träumen kann.
In der DDR gab es auch schlimme Finger. Allerdings hat man darauf geachtet, daß man keinen hoch dekorierten Nazi als Repräsentanten als Volkssprachmarionette auserwählt hatte. Adenauer läßt grüßen !
Huch, sowas steht doch nicht etwa noch in gut sortierten Stasi-Unterlagen ?
Nun, solange diese nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind, ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Macht aber nichts. Der Staat hat ja eine Informationspflicht. Wie gut, daß es Menschen gibt, die Fanatisten wie Schäuble und Schily auf die Finger schauen und nicht 3 Affen spielen !
Schade, "I(nformeller) M(itarbeiter)" Westen nichts Neues !
Wenn ich darüber so nachdenke, was der Kapitalismus für Anteile daran hat, stellt sich mir die Frage, wer beide Kriegsparteien finanziert...
Es waren abgelutschte (Skandal-)Politiker, die man in den neuen Bundesländern als Götter des Wirtschaftswunders pries. Nun, Versager auf ganzer Strecke !
Wir haben gesehen, wohin das führt. So ganz am Rande sei erwähnt, es waren die Fachkräfte der DDR, die zu Zeiten der Mauer im Westen als Goldstaub gehandelt und mit Kußhand umworben wurden. Heute wirft man denselben Menschen Unvermögen vor ? Hut ab vor wenig Selbstachtung !
Die Menschen in der DDR hatten Stolz, echten Stolz.
Etwas, wovon man in den alten Bundesländern nur träumen kann.
In der DDR gab es auch schlimme Finger. Allerdings hat man darauf geachtet, daß man keinen hoch dekorierten Nazi als Repräsentanten als Volkssprachmarionette auserwählt hatte. Adenauer läßt grüßen !
Huch, sowas steht doch nicht etwa noch in gut sortierten Stasi-Unterlagen ?
Nun, solange diese nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind, ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Macht aber nichts. Der Staat hat ja eine Informationspflicht. Wie gut, daß es Menschen gibt, die Fanatisten wie Schäuble und Schily auf die Finger schauen und nicht 3 Affen spielen !
Schade, "I(nformeller) M(itarbeiter)" Westen nichts Neues !
Wenn ich darüber so nachdenke, was der Kapitalismus für Anteile daran hat, stellt sich mir die Frage, wer beide Kriegsparteien finanziert...
Es waren abgelutschte (Skandal-)Politiker, die man in den neuen Bundesländern als Götter des Wirtschaftswunders pries. Nun, Versager auf ganzer Strecke !
Wir haben gesehen, wohin das führt. So ganz am Rande sei erwähnt, es waren die Fachkräfte der DDR, die zu Zeiten der Mauer im Westen als Goldstaub gehandelt und mit Kußhand umworben wurden. Heute wirft man denselben Menschen Unvermögen vor ? Hut ab vor wenig Selbstachtung !
Die Menschen in der DDR hatten Stolz, echten Stolz.
Etwas, wovon man in den alten Bundesländern nur träumen kann.
In der DDR gab es auch schlimme Finger. Allerdings hat man darauf geachtet, daß man keinen hoch dekorierten Nazi als Repräsentanten als Volkssprachmarionette auserwählt hatte. Adenauer läßt grüßen !
Huch, sowas steht doch nicht etwa noch in gut sortierten Stasi-Unterlagen ?
Nun, solange diese nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind, ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Macht aber nichts. Der Staat hat ja eine Informationspflicht. Wie gut, daß es Menschen gibt, die Fanatisten wie Schäuble und Schily auf die Finger schauen und nicht 3 Affen spielen !
Schade, "I(nformeller) M(itarbeiter)" Westen nichts Neues !
..mein Gott wie mir das auf die Nerven geht, diese Verkürzungen und Verallgemeinerungen auf "Deutschland" immer. Es gibt weder ein "deutsches" Schulsystem noch "deutsche" Schulen, die Gebäude haben weder die deutsche Staatsbürgerschaft noch ist der Bund dafür verantwortlich - ergo bundesweit gleiche Zustände gibt es nicht. In Bayern sind die Zustände weit davon entfernt, ich war selbst aufgrund häufiger Umzüge meiner Eltern auf gut einem dutzend Schulen in ganz Südbayern. Die Unterschiede sind eher gepflegte aber halt nicht so hübsche Schule im 70er Jahre Betonstil Vs. nagelneue helle moderne Schule mit viel Holz in den reicheren Gemeinden. Aber Zustände wie im Artikel beschrieben sind mir fremd.
So wie auch Bayern konstant gut abschneidet bei allen Bildungsvergleichen.
Und so wie Sachsen und Thüringen sogar schon Baden-Württemberg überholen bei "PISA".
Wahrscheinlich auch beim Zustand der Schulgebäude selbst.
Was haben diese drei Freistaaten gemeinsam?
Sie geben allesamt mehr, erheblich mehr, Geld pro Schüler aus als alle anderen Bundesländer.
Bildungsdiskussionen hin, System her - am Ende nützt jedes Konzept nichts wenn es nicht entsprechend finanziell unterfüttert ist. Und wie im Artikel ebenfalls klar wird, und eigentlich auch so klar sein sollte, geht es beim baulichen Zustand nicht nur um nebensächlichen Luxus.
Ein Konjunkturprogramm mit Sanierungen ist schön, wenn es in 20 Jahren wieder so ausschaut ist's nicht. Vor allem ist es kurzsichtig, konstante Wartung und Renovierung ist immer billiger als nichts zu tun und irgendwann gar ein neues Gebäude hinstellen zu müssen.
Sollte uns zu Denken geben dass wir für die Bewältigen der Probleme des Hier und Jetzt (Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe, etc.) ein Vielfaches des Betrages für die Zukunft ausgeben (Investitionen in die Infrastruktur und die Bildung der Zukunft - die Zukunft unserer Kinder). Eigentlich leben wir hier sehr egoistisch, schwadronieren immer über Nachhaltigkeit. Es ist aber nichts nachhaltiges daran die Staatsschulen abzubauen, sicher eine gute Sache, indem man vor allem bei Zukunftsinvestitonen spart. Dies haben wir getan. Die Infrastruktur bröckelt, im Norden halt besonders da im Gegensatz zu Süddeutschland dort die Gemeinden nicht die Finanzkraft haben um wegfallende Bundesmittel etc. zu kompensieren. Aber alles was das Hier und Jetzt anbelangt, da sparen wir nicht. Im Gegenteil, nach einem kurzen Versuch der haushalterischen Selbstdisziplin mit dieser ominösen Agenda 2010 geben wir das Geld nun wieder mit vollen Händen aus. Und wieder nur ein kleiner Teil davon in Zukunftsinvestitionen.
Aber wenigstens überhaupt etwas.
in Bezug auf die bessere Ausstattung der Schulen in Süddeutschland aufgrund von höherer Liquidität der Gemeinden. Dass dieses auch auf die schulische Ausbildung Auswirkungen hat ist ganz klar. Aber es kann ja eigentlich nicht von der "Gnade der Geburt" abhängen, ob ein Kind in Deutschland gute schulische Infrastruktur vorfindet, weil es zufällig im "richtigen" Bundesland geboren wurde. Der Bildungsauftrag ist ein staatlicher, der deutsche Staat verpflichtet Kinder zum Schulbesuch, meines Erachtens ist er dann auch dafür zuständig, diesem Auftrag flächendeckend wahrzunehmen und nicht an zum Teil klamme Ministerpräsidenten abzugeben, die noch dazu meinen, das Bildungswesen zu ihrer Profilierungsspielwiese machen zu müssen. Selbstredend ist es eine Schande, dass Sanierungs- und Modernisierungsbedarf im Schulwesen über vierzig Jahre sträflich vernachlässigt wurde. Ich denke, das hat immer den Hintergrund, dass Investitionen in die Bildung zu keinen kurzfristigen Erfolgen führen, die noch innerhalb einer Legislaturperiode abgeerntet werden können. Ich bin zwar kein Freund des dreigliedrigen Schulssystems, aber die Konsequenz, mit der an einem Schulsystem festgehalten wird und dieses finanziell dann auch entsprechend ausgefüttert wird, führt zu besseren Resultaten über Jahre gesehen. Das planlose, profilierungssüchtige Herumgeprussel in den nördlichen Bundesländern unter schwierigen finanziellen Verhältnissen, lässt die Bildung dort auf der Strecke bleiben. Es gibt sehr gute Gesamtschulen und es gibt sehr gute Gymnasien, Real- und auch Hauptschulen. Die Grundvoraussetzung jedoch ist, dass man sie sich bewähren lässt, ihnen die nötige laufende Finanzierung zusichert und ihnen nicht alle vier Jahre schwachsinnige Neuerungen aufzwingt, die jeweils parteipolitisch verbrämt sind und auf jeden Fall jeweils das ultimative Non plus ultra darstellen. Ohne Moos nichts los, da ist es egal, wie die Schule heißt. Und es ist jämmerlich zu lesen, auf welchem Niveau sich der Sanierungsbedarf an vielen Schulen Deutschlands bewegt. @Vlad hat recht, wir plündern die Zukunftsaussichten unseres Nachwuchses in Bezug auf Verschuldung, um das heutige Sozialsystem und die Bankenwirtschaft zu finanzieren und in Bezug auf den Verfall der Bildungslandschaft.
in Bezug auf die bessere Ausstattung der Schulen in Süddeutschland aufgrund von höherer Liquidität der Gemeinden. Dass dieses auch auf die schulische Ausbildung Auswirkungen hat ist ganz klar. Aber es kann ja eigentlich nicht von der "Gnade der Geburt" abhängen, ob ein Kind in Deutschland gute schulische Infrastruktur vorfindet, weil es zufällig im "richtigen" Bundesland geboren wurde. Der Bildungsauftrag ist ein staatlicher, der deutsche Staat verpflichtet Kinder zum Schulbesuch, meines Erachtens ist er dann auch dafür zuständig, diesem Auftrag flächendeckend wahrzunehmen und nicht an zum Teil klamme Ministerpräsidenten abzugeben, die noch dazu meinen, das Bildungswesen zu ihrer Profilierungsspielwiese machen zu müssen. Selbstredend ist es eine Schande, dass Sanierungs- und Modernisierungsbedarf im Schulwesen über vierzig Jahre sträflich vernachlässigt wurde. Ich denke, das hat immer den Hintergrund, dass Investitionen in die Bildung zu keinen kurzfristigen Erfolgen führen, die noch innerhalb einer Legislaturperiode abgeerntet werden können. Ich bin zwar kein Freund des dreigliedrigen Schulssystems, aber die Konsequenz, mit der an einem Schulsystem festgehalten wird und dieses finanziell dann auch entsprechend ausgefüttert wird, führt zu besseren Resultaten über Jahre gesehen. Das planlose, profilierungssüchtige Herumgeprussel in den nördlichen Bundesländern unter schwierigen finanziellen Verhältnissen, lässt die Bildung dort auf der Strecke bleiben. Es gibt sehr gute Gesamtschulen und es gibt sehr gute Gymnasien, Real- und auch Hauptschulen. Die Grundvoraussetzung jedoch ist, dass man sie sich bewähren lässt, ihnen die nötige laufende Finanzierung zusichert und ihnen nicht alle vier Jahre schwachsinnige Neuerungen aufzwingt, die jeweils parteipolitisch verbrämt sind und auf jeden Fall jeweils das ultimative Non plus ultra darstellen. Ohne Moos nichts los, da ist es egal, wie die Schule heißt. Und es ist jämmerlich zu lesen, auf welchem Niveau sich der Sanierungsbedarf an vielen Schulen Deutschlands bewegt. @Vlad hat recht, wir plündern die Zukunftsaussichten unseres Nachwuchses in Bezug auf Verschuldung, um das heutige Sozialsystem und die Bankenwirtschaft zu finanzieren und in Bezug auf den Verfall der Bildungslandschaft.
Sollte uns zu Denken geben dass wir für die Bewältigen der Probleme des Hier und Jetzt (Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe, etc.) ein Vielfaches des Betrages für die Zukunft ausgeben (Investitionen in die Infrastruktur und die Bildung der Zukunft - die Zukunft unserer Kinder).
Sollte uns zu Denken geben, dass wir fuer die Bewaeltigung der Probleme der Reichen dieses Landes (Kapitalgeber) ein Vielfaches des Betrages fuer die Bewaeltigung der wirklichen Probleme des Hier und Jetzt (Hartz4, Mindestlohn etc.) ausgeben.
Hier werden Prioritaeten gesetzt. Alles folgt einer einfachen Logik: Dem Recht des Staerkeren: Die Reichen sind staerker als die Armen und die jetzige Generation ist staerker als zukuenftige.
in Bezug auf die bessere Ausstattung der Schulen in Süddeutschland aufgrund von höherer Liquidität der Gemeinden. Dass dieses auch auf die schulische Ausbildung Auswirkungen hat ist ganz klar. Aber es kann ja eigentlich nicht von der "Gnade der Geburt" abhängen, ob ein Kind in Deutschland gute schulische Infrastruktur vorfindet, weil es zufällig im "richtigen" Bundesland geboren wurde. Der Bildungsauftrag ist ein staatlicher, der deutsche Staat verpflichtet Kinder zum Schulbesuch, meines Erachtens ist er dann auch dafür zuständig, diesem Auftrag flächendeckend wahrzunehmen und nicht an zum Teil klamme Ministerpräsidenten abzugeben, die noch dazu meinen, das Bildungswesen zu ihrer Profilierungsspielwiese machen zu müssen. Selbstredend ist es eine Schande, dass Sanierungs- und Modernisierungsbedarf im Schulwesen über vierzig Jahre sträflich vernachlässigt wurde. Ich denke, das hat immer den Hintergrund, dass Investitionen in die Bildung zu keinen kurzfristigen Erfolgen führen, die noch innerhalb einer Legislaturperiode abgeerntet werden können. Ich bin zwar kein Freund des dreigliedrigen Schulssystems, aber die Konsequenz, mit der an einem Schulsystem festgehalten wird und dieses finanziell dann auch entsprechend ausgefüttert wird, führt zu besseren Resultaten über Jahre gesehen. Das planlose, profilierungssüchtige Herumgeprussel in den nördlichen Bundesländern unter schwierigen finanziellen Verhältnissen, lässt die Bildung dort auf der Strecke bleiben. Es gibt sehr gute Gesamtschulen und es gibt sehr gute Gymnasien, Real- und auch Hauptschulen. Die Grundvoraussetzung jedoch ist, dass man sie sich bewähren lässt, ihnen die nötige laufende Finanzierung zusichert und ihnen nicht alle vier Jahre schwachsinnige Neuerungen aufzwingt, die jeweils parteipolitisch verbrämt sind und auf jeden Fall jeweils das ultimative Non plus ultra darstellen. Ohne Moos nichts los, da ist es egal, wie die Schule heißt. Und es ist jämmerlich zu lesen, auf welchem Niveau sich der Sanierungsbedarf an vielen Schulen Deutschlands bewegt. @Vlad hat recht, wir plündern die Zukunftsaussichten unseres Nachwuchses in Bezug auf Verschuldung, um das heutige Sozialsystem und die Bankenwirtschaft zu finanzieren und in Bezug auf den Verfall der Bildungslandschaft.
http://kommentare.zeit.de...
Ehrliche Frage: Gibt es tatsächlich Menschen, deren Gehirn dauerhaft dermaßen begrenzt aufnahmefähig ist ?
Der Artikel zeigt ja auf nur (sehr lamentös) einige Missstände auf, aber schon die haben eine ungeheure Bandbreite.
Um nur einen Teil zu nennen:
- natürlich Verwahrlosung der Struktur öffentlicher Schulgebäude bis in das kleinste Detail, aber vor Allem:
- schwere Bausünden der Vergangenheit, und die
- sind gerade am Beispiel der Gebäude der Bauingenieure sehr auffällig (Braunschweig ist sehr stolz auf die angeblich hohe Qualität der Ausbildung im Bausektor!)
- totale Bürokratisierung der Abläufe, die
- zu totaler Lähmung führen.
Diese fast total festgefahrene Situation aufzulösen, dazu bedarf es einer Totalsanierung der gesamten gesellschaftlichen Verhältnisse.
Es sollte aber auch nicht vergessen werden, dass es ja die jetzt immer noch regierende und verwaltende Generation ist (um 55 bis 60 Jahre alt), die genau diese Situation geschaffen hat.
Auch wenn der Rektor dieser schule als Einzelperson wohl nicht verantwortlich gemacht werden darf, so sind es eben doch seine Altersgenossen, die
in den 70er-Jahren
- gegen Korruption und Selbstbereicherung der Großen in der Bauindustrie die Vergaberichtlinien für öffentliche Bauaufträge so lange verschärft haben, bis jede Eigeninitiative der benutzer obsolet wurde,
- die eben diese "modernen" Gebäude geplant und errichtet haben, die jetzt nach kurzer Standzeit (wenige Jahrzehnte!) auseinanderfallen bzw. unsinnig hohe Heizkosten verursachen.
Neue Ideen einer gesellschaftlichen Struktur, ein gesellschftlicher Neubeginn,
den sollte "man" der jetzigen Generation (ja, auch den Kleinsten!!) übertragen!
Da kommen ganz sicher SEHR interessante Ideen zutage!
Idden, die auf individueller Initiative beruhen, auf selbstverantwortlichkeit, auf persönlicher un´d gesellschaftlicher Empathie, kurz: auf Emergenter Ordnung!
Aber genau diese neuen Ideen werden klar+deutlich machen, dass es die JETZIGE Verwaltergeneration ist, die genau diese JETZIGEN Missstände zu verantworten haben!
Und davor graust denen mit Recht!
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