Und stopp

Gnadenlos, immer wieder, Jahr für Jahr: Der Winter ist ein Vorgeschmack auf die letzte große Stille, in der alles, oft lautlos, manchmal knirschend, zum Halt kommt. Und wo, schreibt der junge finnische Fotograf Jussi Puikkonen, ließe sich das besser betrachten als in seinem Heimatland, das Melancholie als Lebensform kultiviert? On Vacation nennt der 28-jährige Puikkonen mit schöner Doppelbödigkeit seinen Bildband, in dem er Orte zeigt, die zwar des Sommers so tun, als sei alles nur lustig und supereasy, und wo dann, beim ersten Schnee-Einbruch, die ganze Inszenierung schnell vorbei ist, on vacation, ausgeflogen, wohin auch immer. (Edition Patrick Frey, Zürich 2008; n. p., 59,– €) Der Campingplatz in Hollola also, siehe oben, eine Wohnverwüstung im Schnee. Oder: Wasserrutschen in Richtung Schneematsch. Plastikkrokodile knietief im toten Schilf, gelangweilte Pfützen auf Tennisplätzen, harsches Eis unterm Basketballnetz, es sind Bilder voller Zauber, eine Einladung zur Meditation über die Frage, was bleibt von unserer schönen Amüsierwelt, wenn die Natur beschließt, über ihr den Vorhang zu senken. Und stopp? Also, der junge Puikkonen lebt heute in Holland.

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 15.01.2009 Nr. 04
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    • Schlagworte Campingplatz | Bildband | Schnee | Niederlande | Winter | Zürich | Oder
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